Wer Thorsten Legat noch aus der Bundesliga kennt, weiß wie Fussball-begeistert der Mann ist. Als “Rambo-Legat” spielte der bullige Verteidiger 243 Partien in der ersten Liga. Genauso leidenschaftlich setzt sich der jetzt in Wermelskirchen wohnende für den Nachwuchs ein: 160 km fuhr er fast täglich, um seine beiden Söhne zum Training nach Wattenscheid zu bringen. Inzwischen trainieren seine Kinder beim SV Bergisch Gladbach 09 – und der Verein konnte Legat dafür gewinnen, die C-Jugend zu trainieren. In einem Interview mit dem KSTA erklärt Legat die Hintergründe:
In meinem ersten Gespräch habe ich gesagt, dass ich nur im Erwachsenenbereich arbeiten möchte. Ich habe bei Werder Bremen die U 15, U 19 und U 23 mit betreut. Danach wollte ich den nächsten Schritt machen. Aber andererseits ist es auch so, dass ich es nicht mehr nötig habe, für einen uninteressanten Job durch halb Deutschland zu reisen. Das habe ich mit meiner Familie besprochen und dann zugesagt.
Dennoch fragt man sich, ob der 41-Jährige bei der SV 09 nicht weiter gehende Pläne hat. Immerhin verlässt Chef-Trainer Lars Leese den Verein nach dieser Saison. Direkt auf diese Ambitionen angesprochen gibt sich Legat sehr defensiv, aber man kann seine Aussage schon als Bewerbung verstehen:
Daran denke ich im Moment überhaupt nicht. Ich habe jetzt gerade eine Aufgabe bei der U 15 übernommen. Das macht mir Spaß, und darauf konzentriere ich mich. Wenn Lars Leese wirklich irgendwann den Verein verlässt und die Verantwortlichen mit mir ein Gespräch suchen, können wir uns gerne über alles austauschen. Wie das dann ausgehen wird, kann jetzt noch niemand sagen. Aber eines ist klar. Ich bin jetzt Mitglied bei Bergisch Gladbach 09, und ich identifiziere mich voll mit diesem Klub. Da möchte ich helfen, wo ich kann.
Das Zeug dazu dürfte Legat mitbringen. Er spielte als Bundesliga-Profi für den VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und Schalke 04. In 243 Erstligaspiele schoss er 15 Tore. Die größten Erfolge des Verteidigers waren die Deutsche Meisterschaft (1993), der Gewinn des DFB-Pokals (1994, 1997, 2001) und des Europapokals der Pokalsieger (1992). Allerdings plagten ihn zahlreiche Verletzungen, 2001 beendete er seine Karriere als Sportinvalide.
Danach fiel er nach eigener Aussage in ein tiefes Loch, bevor er sich mit Hilfe seiner Frau wieder berappelte und in Bochum die B- und A-Lizenz als Trainer machte. Zunächst nahm er sich bei Werder Bremen einiger Jugendmannschaft an. ging dann zum TuRa Rüdinghausen. Allerdings kam es zu Auseinandersetzungen mit Vorstand und Spielern des Verbandsligisten, daher kündigte er dem Klub nach nur einem Monat.
Für Schlagzeilen abseits des Fußballplatzes sorgte er im Juni 2007: auf dem Parkplatz einer McDonalds-Filiale in Remscheid zog er in angeblicher Notwehr gegen eine Gruppe Jugendlicher ein Samurai-Schwert. Später wurde er dafür zu einer Geldbuße von 1.000 Euro an eine karitative Einrichtung verurteilt. Die Fachpublikation FussballTransfers zählte Legat noch kürzlich fast ganz oben auf einer Rangliste: auf Platz 2 der “größten Skandalnudeln des Fussballs”.
Quellen und weitere Informationen:
“Ich sehe das Strahlen in den Augen”, KSTA-Interview 22.2.2010
“Das war ein ganz schön tiefes Loch für mich”, Pokalschrank-Interview, 1.8.2005
“Ich war wie ein Wildpferd”, Interview 11Freude/Spiegel, 2.8.2007
Thorsten Legat bei Wikipedia


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