Sie sind für andere und die Gesellschaft da, reden aber meist nicht viel darüber. Ehrenamtliche wirken oft, ohne die ihnen gebührende Anerkennung zu erhalten. Das war am Mittwochabend im Paffrather Clemenshaus anders. Mit einem Empfang der Caritas RheinBerg wurden die Menschen geehrt, die sich ehrenamtlich in der rechtlichen Betreuung oder in Einrichtungen und Projekten der Caritas RheinBerg engagieren.
Lothar Homrighausen aus Bergisch Gladbach ist ehrenamtlicher rechtlicher Betreuer für zwei Menschen, die ihm voll und ganz vertrauen. Das bedeutet, er regelt für die ihm anvertrauten Personen alle Angelegenheiten, zu denen die Betreuten selbst aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind. Es sind oftmals alte oder behinderte Menschen, deren sich eine Betreuerin oder ein Betreuer annimmt. Sie erledigen deren “Papierkram”, stellen Anträge oder schreiben Kündigungen, vertreten sie bei Behörden oder kümmern sich um rechtliche und gesundheitliche Belange.
Am wichtigsten ist Homrighausen aber der persönliche Kontakt zu den Menschen, denen er hilft. „Diese Arbeit gibt mir viel. Dennoch freue ich mich, wenn hierfür von der Caritas Danke gesagt wird”, sagte er am Mittwochabend beim Empfang für die Ehrenamtlichen im Paffrather Clemenshaus.
Bevor Homrighausen und die anderen 52 Engagierten als Ehrengäste am anschließenden Programm des Kabarettisten Jürgen Becker in der Paffrather Gesamtschule teilnahmen, gab es bei der vom Caritas-Betreuungsverein organisierten Veranstaltung viel Lob für das Wirken der Ehrenamtlichen. Auch Jürgen Becker nutzte die Gelegenheit, mit den ehrenamtlich Engagierten ins Gespräch zu kommen.
Die Arbeit der Ehrenamtlichen vollziehe sich oft im Stillen und werde öffentlich nicht immer so wahrgenommen, wie es wünschenswerte wäre, sagte Kreiscaritasdirektor Hans-Peter Bolz in seiner Ansprache. Ehrenamt und Selbsthilfe gehören zum Selbstverständnis der Caritas. “Was wären unsere Einrichtungen, was wäre die Caritas in den Kirchengemeinden ohne Sie als ehrenamtlich Tätige. Tag für Tag sind Sie für andere da, ohne dass dies immer groß thematisiert wird. Meist außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung helfen Sie direkt und wirksam”, so Bolz.
Es genügt nicht alleine, ein Gesetz zu schaffen. Der Kerngedanke des seit 1992 geltenden Betreuungsgesetzes war es, dass den Betreuten ein hohes Maß an Selbstbestimmung ermöglicht wird, indem andere Menschen sie persönlich unterstützen in den Angelegenheiten, die sie nicht eigenständig lösen können. “Erst durch Ihr Engagement kann der gesetzliche Auftrag auch eingelöst werden, denn 70% aller Betreuungen werden von Ehrenamtlichen geführt, davon 90% durch Familienangehörige. Durch den Caritas-Betreuungsverein unterstützen wir Sie in ihrem Engagement”, würdigte Bolz das Zusammenwirken zwischen Ehren- und Hauptamt.
Der Caritas-Betreuungsverein mit seinen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützt die ehrenamtlichen Betreuer dort, wo diese bei ihrem Ehrenamt im Behörden-Dschungel einmal nicht weiter wissen. Durch Informationsveranstaltungen und die regelmäßigen Betreuertreffs schaffen sie Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten, begleiten und unterstützen Selbsthilfegruppen zur Beratung und Hilfe für Menschen in besonderen sozialen und psychischen Notlagen.
In besonderer Weise engagierte sich Kabarettist Jürgen Becker für den Dankeschön-Abend. Jürgen Becker ist selbst in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich engagiert. Auf Grund seiner Wertschätzung und seinen Erfahrungen mit der Arbeit des Caritas-Betreuungsvereins stellte Becker der Caritas RheinBerg für sein Programm “JA, WAS GLAUBEN SIE DENN?” in der Gesamtschule Paffrath für alle Teilnehmenden am Empfang Freikarten zur Verfügung.
Weitere Informationen:
Caritas RheinBerg, Annelie Hammes, 02202 1008-305, Internetseite


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