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6 Kommentare zu “Welche Entlastung Trasse über den Bahndamm bringt”

  1. anonym

    Egal in welche Richtung ich von Hebborn aus fahre brauch ich fast eine halbe Stunde bis auf eine Autobahn.
    Es ist so nervig, dass der Autobahnzubringer nicht schon längst umgesetzt worden ist.
    Jedes Jahr was vergeht ist eines zu viel!
    Lasst die Grünen, die Linke und die Anwohner nur Meckern, alles Minderheiten!
    Gerade die Anwohner wissen schon seit 30 Jahren von den Plänen oder sind mit dem Wissen dort hin gezogen.
    Ich bin von der Handstr. weggezogen weil der Verkehr dort nicht mehr zu ertragen war. Habe mein Haus für einen Spottpreis verkauft weil keiner freiwillig an einer solchen Straße wohnen will.

    Der Autobanhzubringer ist längst überfällig!!!

  2. Herbert G.

    Langsam wird es echt peinlich, was der Journalist Herr Gisbert Franken uns in der Bergischen Landeszeitung alltäglich vorsetzt. Sicher soll er seine Meinung haben, aber ich als Leser dieser Zeitung erwarte zumindest den Anschein von Sachlichkeit und Überparteilichkeit. Die unsachliche Polemik, mit der Herr Franken nicht nur das Thema Bahndamm angeht und dabei besonders die Linken und die Grünen bewusst falsche und unsachliche Unterstellungen unterschiebt, ist unerträglich.

    Wer sich die Beiträge von den beiden Parteien im original durchliest hat nicht den Eindruck von ideologischem Stillstand aus den 80ern. Besonders die Linke und Thomas Santillan setzt sich in mehreren Beiträgen und Leserbriefen auf sehr hohem politischen und sachlichen Niveau und seit einigen Jahren mit der Straße über dem Bahndamm auseinander. Dabei vertreten sie nicht die Interessen der reichen Anwohner des alten Frankenforst, was mich bei der Linken auch sehr wundern würde, sondern sie thematisieren langfristige Folgen, die alle Bürger betreffen. Es ist nämlich nicht nur das reiche Bürgertum, welches unter dem Bau einer neuen Straße leiden würde. Es handelt sich tatsächlich um die grundsätzliche Frage, wie wir unsere Stadt zukünftig entwickeln wollen.

    Gisbert Franken hat die wirklichen Zusammenhänge von Autokauf, Straßenbau und Stadtentwicklung nicht verstanden. Er sollte sich die überregionalen Studien zur Verkehrsentwicklung anschauen. Auch gibt es interessante Studien, die nur die Region Köln betrachten und aus allen Untersuchungen wird klar, dass die Kritik der Linken und Grünen berechtigt ist.

    Der Verkehr kommt nicht aus dem Nichts oder ist von Gott gegeben, Herr Franken.

    Der Verkehr in Bergisch Gladbach ist in den letzten 30 Jahren wegen der guten Verkehrsanbindung an das überregionale Straßennetz enorm gewachsen. Bergisch Gladbach ist für die Menschen ein attraktiver Standort, da man schnell und leicht mit dem Auto über die A4 nach Köln oder zur anderen Autobahnen und dann noch weiter fahren kann. Der Satz “Neue Straßen erzeugen neuen Verkehr.” stimmt. Die A4 wurde in den 70ern fertiggestellt. Damals wurde gejubelt und seither wachsen die Verkehrsprobleme an. Seit dieser neuen Straße (A4) ist es nicht besser, sondern schwieriger geworden. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass damals niemand die Folgen diskutieren wollte. In den 70ern wurden auch noch Atomkraftwerke gebaut und der Glaube an die Wunder der Technik führte zu den Umweltproblemen, die wir heute ausbaden müssen. Damals haben alle noch ihr Gift in den Abfluss gekippt und Autos mussten mehr als 10 Liter verbrauchen.

    Heute ist ein ganz großen Teil des Problems der hausgemachte Binnenverkehr. Die Bergisch Gladbacher selbst haben einer der höchsten Autodichten pro Kopf in Deutschland. Die Behauptung Bergisch Gladbach wäre Autounfreundlich ist mehr als lächerlich. Grüne und Linke erläutern in ihren Positionen auch weitere Ursachen.

    Was geschieht, wenn wir eine Autobahn quer durch unsere grüne Stadt bauen? Die Frage eines Autobahnzubringers darf nicht nur unter den Aspekten einer Verkehrsuntersuchung betrachtet werden, sondern wir müssen uns klar darüber werden, wie Bergisch Gladbach 2030 aussehen soll? Wollen wir wirklich eine Auto- und LKWstadt werden?

  3. Michael Melchert

    Man kann natürlich der Meinung wie die Bergische Landeszeitung sein, dass alle richtigen Erkenntnisse aus den 80er Jahren heute nichts mehr wert sind. Schon seit mehr als 30 Jahre ist bekannt, dass der Bau von neuen Straßen auch neuen Verkehr erzeugen. An dieser Erkenntnis hat sich nichts geändert. Bergisch Gladbach hat in diesen 30 Jahren zwar keinen Autobahnzubringer bekommen, aber trotzdem hat Bergisch Gladbach neue Straßen gebaut, umgebaut und zum Teil beschleunigt. Und da wir ja nicht auf einen einsamen und glücklichen Insel leben, wurden um die Stadt herum viele andere neue Straßen und Erweiterung erstellt, die dann auch neuen Verkehr nach Bergisch Gladbach gebracht haben.

    So würde ein Autobahnzubringer über den Bahndamm nicht nur das allgemeine Verkehrswachstum fördern, sondern ganz besonders auch neuen Verkehr auch aus dem nördlichen Teilen des Bergischen Landes und aus der gesamten Region anziehen. Die aktuelle Untersuchung lässt diese induzierende Sogwirkung völlig außer Acht und konzentriert sich auf die Stadtteile Bensberg und Refrath. Eine Verbesserung der Anbindung der Stadtmitte macht diese noch attraktiver für neuen Verkehr, der dann auch durch die Stadtteile in den Randlagen heran strömt und die kurzfristigen und positiven Effekte langfristig wieder auffressen könnte.

    Letztendlich ist es doch auch das Ziel der Autozubringerlobby die Anbindung der Stadtmitte zu verbessern, um den Verkehrsfluss zu verbessern, zu beschleunigen und zu erhöhen. Mit dem Autobahnzubringer erhofft man sich neuen wirtschaftliche Effekte, Standortsicherung und neue Ansiedlungen von Unternehmen. Alle diese Ziele bringen auch neuen und zusätzlichen Verkehr mit, der sich dann wieder über die Stadtteile verteilt und noch mehr Menschen belastet.

    Ein großer Teil des hohen Verkehrswachstums in Bergisch Gladbach ist hausgemacht. Immer mehr Bergisch Gladbacher haben einen eigenen PKW. Die veränderten Produktionsweisen vieler Unternehmen verzichten auf eigene Lagerhaltung und verlegen ihre Lager aus LKWs, welche die Waren über die Straße zu Weiteren Verarbeitung bringen. Durch den Rückzug der Bahn hat sich der Güterverkehr auf LKWs weiter erhöht. Dies ist alles lange bekannt und seit Jahrzehnten sucht man einen Ausweg aus dem drohenden Verkehrskollaps in Bergisch Gladbach. Und immer wieder kommt nur die Antwort: “Mehr Straßen!” obwohl genau diese neuen Straßen einer der Ursachen für den drohenden Verkehrskollaps ist. Selbst die Bundesregierung hat das Problem erkannt, steuert dagegen und will wieder den Schienenverkehr fördern.

    Die notwendig ökologische Verkehrswende kann nicht eingeleitet werden, wenn wir weiterhin auf den Verkehr und Gütertransport über unsere Straße setzen. Der Bau von neuen Straßen fördert diese Entwicklung, statt sie einzudämmen. Diese unbeirrte Förderung führt in dem besagten Verkehrskollaps, wie alle seriösen und nachhaltigen Verkehrsstudien deutlich zeigen. Wenn man eine Verkehrswende wirklich will, muss man diese Wende auch vor Ort beginnen und nicht auf den Nachbarn warten. Dies hat nichts mit Starrsinn und alten Forderungen der Linken und der Grünen aus den 80ern zu tun, sondern mit gesunden Menschenverstand und Erkenntnis über tatsächliche und wissenschaftlich belegte Zusammenhänge.

    Die Millionen Steuergelder, die für einen Autobahnzubringer über den Bahndamm verschleudert werden, wären besser in der Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs und in die Förderung des Schienenverkehrs aufgehoben. Dieses wirkt sich nicht nur positiv auf die Verkehrsströme aus, sondern hilft uns auch beim Erreichen der Klimaziele zum Schutz unserer Erde und der Gesundheit unserer Kinder.

  4. Robert Schallehn

    Das gestern vorgestellte Gutachten ist zumindest in der Form wie es gestern präsentiert wurde ziemlich fragwürdig. Der Gutachter hat sehr schön dargestellt, dass summa summarum der Bau einer neuen Straße andere Straßen entlastet. Prima, zu dem Gedanken wäre wohl kaum jm. selbst gekommen ;)! Dabei liegt aber das Problem ganz wo anders: Die Straßen in Bergisch Gladbach oder besser von der A4 nach GL bez. anders herum sind ja faktisch nur in den Stoßzeiten morgens zwischen 8 und 9 und Nachmittags so etwa von 17-18:30 überlastet. Das ist ein Problem, dass vielerorts durch den Berufsverkehr auftritt.

    Für mich stellt sich nun die Frage: Wie viel schneller macht mich denn nun die Straße über den Bahndamm? Und da gibt es sicher zwei unterschiedliche Antworten: Einmal im Berufsverkehr und einmal zu anderen Zeiten. Es steht zu ja zu befürchten, dass die A4 in den Stoßzeiten gar nicht in der Lage ist, den ganzen Verkehr in Richtung Köln aufzunehmen, da das Nadelöhr ja im Endeffekt die Rheinbrücken darstellen.

    Wenn ich für diese Zeitersparnis Fakten habe, kann ich sie in Relation setzen mit den durch den Bau entstehenden Kosten und kann mit einem Durchschnitts-Stundenlohn in etwa volkswirtschaftlich errechnen, ob und wenn ja in welchem Zeithorizont sich diese Investition lohnt. Es bleibt dann natürlich zu prüfen (wenn mal jm. eine ernstzunehmende Zahl für die Kosten des Baus nennen würde – 16 Mio. ist sicherlich ziemlicher Unfug), ob man nicht einen besseren Entlastungseffekt erzielen könnte, wenn man den Verkehr z.B. besser verteilt (z.B. mit Anreizen die Ladenöffnungszeiten in Köln verändern!; günstige Bahntarife; Mitfahrgelegenheiten ausbauen).

    Außerdem ist in der Präsentation noch nicht einmal genannt worden, in welche Relation man die dargestellten Entlastungswirkungen setzen soll. Es wurde kein einziger Wert genannt, was denn für unser bestehendes Straßennetz ein guter Wert (Zielwert) wäre. Es ist schön, wenn ich z.B. den Refrather Weg mit dieser Straße um 1000 Fahrzeuge am Tag entlaste, die Straße aber eigentlich noch 1000 PKW mehr am Tag verkraften könnte (rein fiktive Zahlen).

    Das wäre meiner Meinung nach ein sauberes Herangehen – das was im Ausschuss vorgetragen wurde waren leider eben nicht die “Fakten”, die man sich von einem Verkehrsgutachten erwünscht hätte.

  5. Lennart Höring

    Ach ja: trotz großer Neugierde und einigen Fragen habe ich als Ratsmitglied bisher keine Infos bekommen. So ne Gemeinheit. Werde also auch auf den Ausschuss warten müssen, wie alle. Die Fraktionen haben nämlich vorher auch keine Version bekommen.

  6. Lennart Höring

    Ich werde da sein und ein wenig über Twitter (@lennarthoering) berichten.

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