Unter Einheimischen und Eingeweihten galt die Taverna Kalyva schon immer als sicherer Tipp für einen angenehmen Abend. Nachdem der Ausbau durch einen großzügigen Wintergarten nun schon seit einer ganzen Zeit fertig ist wurde es also höchste Zeit, die Hütte (griechisch: Kalyva) unter die Lupe zu nehmen.
Gegründet wurde das Restaurant 1994 von den zwei griechischen Sportstudenten Dimitrios Athanassiu und Antonios Sakkas, die hier ganz offenbar ihre Erfüllung gefunden haben. Gleich in den ersten zehn Minuten schaffte es Antonios “Tony”, uns als Stammkunden zu gewinnen: Während wir noch zögern, ob wir den Retsina nehmen sollen, bringt er bereits eine großzügig bemessene Kostprobe – die uns völlig überzeugt. Bei der Bestellung merkt er ungefragt an, dass die Portionen ziemlich groß sind – und bietet einen halbierten Vorspeisenteller an. 2:0 für Kalyva.
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Das Restaurant ist durch den Umbau um einen Wintergarten quer vor dem alten Gebäude gewachsen – mit Blick auf den Bechener Esel. Etwas erhöht liegt der alte Gastraum mit reichlich Platz. Die Einrichtung ist griechisch, aber von der traditionellen Gastro-Folklore weit entfernt: blassgelbe Wände, etwas Holz und weiße Tischdecken schaffen ein gehobenes, aber gar nicht steifes Ambiente. Für die Kinder gibt es ein Spielzimmer – und weiter hinten liegt ein großer Veranstaltungssaal, der auch von den Bechener Vereinen genutzt wird.
Die Speisekarte ist umfangreich wie üblich, neben den griechischen Klassikern gibt es auch Pasta und Pizza. Angeblich von ordentlicher Qualität, die aber dennoch von uns ignoriert wird. Die Preise für Hauptgerichte fangen deutlich unter zehn Euro an, das teuerste Gericht kostet 17,70 Euro.
Wir nehmen heute einen Vorspeisenteller (das heißt, wir teilen uns eine halbe Portion), eine gute und ausreichende Mischung von Oliven, Tsatziki, Schaftskäse, Taramar und etwas Gyros.
Danach die Sardinen, perfekt fritiiert und genug, um davon satt zu werden. Eine Aussage, die mit Blick auf die Bauernsouflaki eine dicke Untertreibung wären: Am Spieß stecken nicht ein paar kleine Fleischbrocken, sondern drei ausgewachsene ausgelöste Lummerkotletts – plus Bohnen und Pommes frites. Ausgereichnet der weibliche Mittester hatte sich an diese Herausforderung gewagt – und scheitert schon nach der Hälfte der Strecke. Doch sofort ist Tony wieder zur Stelle und sorgt dafür, dass der Rest diskret verpackt und mit nach Hause gegeben wird. Tor durch Tony, 3:0 für Kalyva.
Klar, dass es zum Schluss noch zwei Ouzu auf Kosten des Hauses gibt. Ganze 38 Euro bezahlen wir für den Spaß inklusive Trinkgeld, für Vorspeise, Hauptgerichte, Wein und Bier. “Wir bemühen uns, die Preise familiengerecht zu halten”, erklärt Tony. Recht hat er.
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Dem positiven Eindruck des “netten Griechen” im Ortsteil Bechen kann ich mich ausnahmslos anschließen. Für die Kleinen gibt es außerdem noch ein kleines Spielezimmer, damit den Kids nach dem Essen nicht langweilig wird, wenn die Großen sich noch etwas unterhalten möchten. Nach dem Umbau waren wir nicht mehr dort, aber das häusliche und gemütliche Ambiente dürfte wohl nicht verloren gegangen sein.
Das Kalyva ist zudem voll familientauglich. Wir waren zum Ferienende mit drei Kindern am Samstagabend in Bechen. Keine Reservierung, große Hochzeit im Saal und auch das Restaurant gut gefüllt – und trotzdem wurde wir sehr freundlich und kompetent bedient. Zum Schluss für die Kleinen ein Lolly, für die Eltern ein Ouzu – das ist hier so Usus. Wir kommen wieder, mit und ohne Kinder.