Seit die Laienbewegung der Männerchöre vor rund 200 Jahren begann, hat sich die Welt um uns herum erheblich verändert. Es ist wohl an der Zeit, sich darauf einzustellen und in verschiedener Hinsicht umzudenken.
Die gewachsenen Traditionen lassen sich aber nicht so einfach über Bord kippen. Ideen, wie Chöre der heutigen Situation trotzdem begegnen können, gibt es. Vorschläge enthalten die Artikel „Intermelodie – gerade richtig für Seniorenchor Dreiklang“ und „Männerchor quo vadis“ in diesem Bürger-Portal.
Schroffe Veränderungen stoßen in den Chören erfahrungsgemäß auf starke Widerstände. Die Vereinsvorstände sollten aber überlegen, eine für Männerchöre noch wenig praktizierte Neuerung einzurichten, nämlich eine reine Seniorengruppe aus Rentner-Mitgliedern, die zusätzlich an einem Vormittag zum Singen zusammenkommen. Vormittags sind Rentner und Pensionäre zumeist ungebunden, und die normale Wochenprobe am Abend wird nicht beeinträchtigt. Die Seniorengruppe könnte z.B. nach dem Prinzip „Intermelodie“ singen. Daraus ergeben sich einige Vorteile:
- Die Senioren sehen für sich eine sängerische Zukunftsperspektive, die ihrem Alter angemessen ist.
- Die Seniorengruppe kann den Hauptchor entlasten, wenn es darum geht, Ständchen zu singen und Brauchtum zu pflegen, wobei die jüngeren, berufstätigen Sänger oft Terminprobleme haben.
- Das Intermelodie-Prinzip erleichtert den Einstieg neuer, chorisch unerfahrener Sänger. Vielleicht eine Vorstufe für den Hauptchor.
- Die Senioren festigen auf diese Weise den Fortbestand des Vereins, möglicherweise als Übergang zu einer neuen Konstellation in der Zukunft.

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