Hinter diesem Pseudonym stecken die Administratoren des iGL-Bürgerportals. Wir wählen es immer dann, wenn wir keine persönlichen Beiträge posten. Getreu Kaczmareks Motto: Ich pass auf, dass hier alles rund läuft. Huusmeister, alles fess em Griff. Huusmeister, alles schön paletti . . .

9 Kommentare zu “(Kein) frohes Hasenfest!”

  1. Jörg Schmitter

    Liebe “Osterheidi”!
    Gerne möchte ich Ihnen anschließend an einige Äußerungen von Frau Stewen und teilweise mit ein wenig überzeichneten Wortern ein kleines Feedback geben und Ihnen meine Gedanken zum Thema mitteilen.
    Das jüdische Pessachfest, auf das unser christliches Osterfest ja zurückgeht, war wohl in seinen Ursprüngen tatsächlich ein Frühlingsfest, was man auch daran erkennen kann, dass zu den rituellen Speisen des so genannten Seder-Mahles am Pessachabend u. a. ein Ei als Symbol der Fruchtbarkeit und des Neuanfanges gereicht wird. Insofern haben also auch Eier etwas mit dem Tode Jesu zu tun, da Jesus als Jude dieses hohe jüdische Fest gefeiert hat.
    Dennoch habe ich als überzeugter katholischer Christ auch einige gewichtige Argumente gegen die “Zurückzüchtung” der gesamten Osterfesttage zu gewöhnlichen Feiertagen oder gar “Hasenfesten”.
    Einerseits stört mich die um sich greifende Kommerzialisierung ursprünglich christlicher Feiertage, die von vielen nur als “Event” gefeiert werden, ohne dass ihnen der ursprüngliche Sinn noch etwas bedeuten würde oder ihnen gar bekannt wäre. Das gilt für Weihnachten genauso wie für Ostern und z. B. auch für die leidige Diskussion um Karfreitag. Die meisten, die sich für eine Abschaffung der Stillevorschriften an Karfreitag aussprechen, denken doch auch in diesem Zusammenhang vor allem an “Spaß” und Kommerz, sprich: einen Tag mehr für den Diskobesuch oder den abendlichen Kneipengang.
    Andererseits irritiert mich der immer leichtfertigere Umgang mit zentralen Traditionen des (zumindest einstmals) christlich-jüdischen Abendlandes. Über Jesus Christus, die Kirche und das Christentum können sie in unserer Gesellschaft mittlerweile jeden blöden Scherz und jede dumme Bemerkung machen und sie können sich jede Verballhornung von wichtigen Begriffen leisten. Ernst werden die Spaßmacher und Hüter der political correctness nur dann, wenn man z. B. Witze auf Kosten anderer Gesellschaftsgruppen reißt: Man stelle sich mal vor, ich ginge herum und erzählte Schwulenwitze, Blondinenwitze, Ausländerwitze. Sofort würde ich als homophob, sexistisch und rassistisch angegriffen. Nicht dass wir uns missverstehen: Ich rufe hier nicht zu Witzen über bestimmte gesellschaftliche Gruppen auf, im Gegenteil: Für mich gehört zum Humor, dass man vor allem auch über sich selbst lachen kann, oder zu einem guten Witz, dass er so ist, dass auch ich darüber lachen könnte, wenn er über mich gemacht würde. Was ich sagen will, ist, dass heutzutage äußerst peinlich die Grenzen des guten Geschmackes in bestimmten Richtungen bewacht werden, in anderen dafür von den meist selbtsernannten Wächtern dieselben Grenzen um so bereitwilliger eingerissen werden.
    Ein letzter Hinweis: Mir ist bewusst, dass ich als Christ heute nicht mehr für die Mehrheit aller Menschen in unserer Gesellschaft spreche, sondern dass auch wir nur noch eine zwar immer noch große, aber auch nur noch eine unter vielen Gruppierungen der Gesellschaft darstellen. Darüber kann man trauern, man kann es – wie ich finde – aber auch als Chance begreifen. Wenn man aber die ganzen Feiertage christlicher Prägung, die nun einmal immer noch die meisten des Feiertagskalenders darstellen, komplett ihres Gehaltes enthöhlen will, dann sollte man die Neuheidnisierung auch konsequent betreiben, d. h. wir erklären ab sofort den 1. und 2. Weihnachtstag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam (und damit die schönen Brückenwochenenden) und Pfingstmontag zu normalen Arbeitstagen. Wer sich als Christ betätigen will, kann sich ja dann Urlaub nehmen, und die anderen gehen normal malochen. Meinen Sie, wir bekämen für diesen Vorschlag in Deutschland eine Mehrheit. Wenn nein, dann erwachte ich, dass man zumindest ein wenig Rücksicht auf religiöse Gefühle und Traditionen von vielen nimmt, denen diese Feiertage noch etwas bedeuten. Und dann ist es auch erlaubt, dass man die Stimme gegen die erhebt, die das nicht tun. Die Entschuldigung, die etwa in Bergisch Gladbach von der Thalia-Geschäftsführung kommt, ist schließlich nur noch peinlich, wenn die entsprechende Werbung in den Schaufenstern verbleibt.
    Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und wünsche Ihnen schon jetzt ein schönes weiteres Frühlingswochenende (mit Weißem Sonntag und Maifeiertag zusammen, da ist dann doch für jeden etwas dabei),
    Ihr Jörg Schmitter

  2. osterheidi

    Hallo Frau Stewen
    vielen Dank für die netten Wünsche. Möge der Frühling auch Ihnen schöne Erlebnisse bescheren !

    Ich habe ein Weilchen über Ihr Argument mit den jüdischen und islamischen Feiertagen nachgedacht. Sie haben sicher recht damit, dass es uns leichter fällt, christliche Feste “herabzusetzen”. Ich hoffe aber, Ihnen ist bewusst, dass ich das gar nicht vorhabe. Es ist nichts Falsches daran, diese Feste christlich-traditionell zu feiern. Mache ich auch gelegentlich.
    Andererseits gibt es in Deutschland eben auch keine Feste aus anderen Religionen mit ähnlich guten Rahmenbedingungen für eine nichtchristliche Adaption. Frei an Freitag und Montag, die Kinder haben sogar Ferien, mitten im Frühling. Man wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert, nutzte man das nicht für eine schöne Feier.

    Selbstverständlich legt der Begriff “Hasenfest” nahe, es gehe hierbei in erster Linie um Konsum. Ich kenne ihn aber auch aus diversen Kinderbüchern, weshalb ich dem Buchhändler durchaus unterstelle, dass er sich bei der Namenswahl nicht auf Schokohasen bezog. Ob ich den Namen gut oder schlecht finde, spielt aber auch keine Rolle. Denn mir geht es in erster Linie darum, dass in der Reaktion auf die Thalia Werbung eine “Du sollst keine anderen Götter/Feste neben mir haben…”-Haltung steckt. Diesen Konflikt gebe es gar nicht, wenn man “Hasenfest” nicht als Umbenennung sondern als ein weiteres Fest zum gleichen Zeitpunkt auffassen würde.

    Die Kirchen bekommen sicher nicht durch das Verurteilen von Nichchristlichem wieder mehr Zulauf ( oder falls doch, dann von den Falschen )…

  3. Barbara Stewen

    Hallo, “Frau Osterheidi”, sie möchten mit Ihrem Beitrag die Tugend “Toleranz” ansprechen!?
    Es wird ihnen keiner missgönnen, ein schönes frohes Frühlingsfest zu feiern! Sie sollen sich ja freuen! Natürlich können auch Hasen und Eier mit ihrer Symbolik dabei sein!
    Ostern ist das höchste Fest im Kirchenjahr, und es ist für die Christen ein wirkliches Freudenfest mit festlichen Gesängen, und nach der hl. Messe können alle, die noch nicht müde sind, Brot brechen Wein trinken, und Gespräche führen mit anderen Besuchern. Das Osterfest mit einer zweitausend Jahre alten Tradition:
    Hat es da nicht verdient, bei seinem Namen genannt zu werden (lateinisch pascha, von hebräisch pessach), und nicht als verniedlichtes “Hasenfest” daher zu kommen?
    Das kann die Werbung ja machen, aber würden sie z.B. die hohen Feste anderer Religionen, z.B. jüdiche Feiertage oder Festtage des Islam in der Werbung umbenennen, auch wenn sie diese nicht feiern?
    Sie würden bestimmt Respekt zeigen.Und nur darum geht es.
    Noch eine Anmerkung: Es ist auch nicht der Ostersonntag, an dem an Christi Leiden und Tod gedacht wird, sondern das ist der Karfreitag.
    Alles klar? Ich wünsche Ihnen und uns auf jeden Fall noch viele schöne Frühlingstage- und Feste!

  4. osterheidi

    Ja Servus,
    wenn man wie der Kirchenmann Hörter feststellen muss, “dass weite Teile unserer auf christlichen Werten gegründeten Gesellschaft die christlichen Traditionen und Inhalte nicht mehr teilen” und wie Sie, werte Frau Wirrkopf, dass Hasen und Eier nichts mit dem Tod Christi zu tun haben, darf man doch getrost davon ausgehen, dass das, was die vielen Menschen in den letzten Tagen gefeiert haben, den Christen gar nicht gehört.

    Betrachtet man die Ostertraditionen, scheint das für die meisten ein nettes und willkommenes Frühlingsfest zu sein. Auch das ist Kultur, man wird nicht zum Banausen, nur weil man sich am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond nicht das Leiden und Sterben Christi vergegenwärtigt.

    Der Kirchenmann darf seine Bücher natürlich woanders kaufen. Für mich ist es ein gutes Signal, dass sich der Buchhändler meines Vertrauens nicht auf christliche Interpretationen beschränken lässt, sondern einen weiter gefassten Kulturbegriff verfolgt.

    Schade nur, dass er sich dafür entschuldigt hat….

  5. Barbara Stewen

    Hallo Frau Wirrkopf,
    ich wünsche Ihnen noch viele kreative Ideen und zunächst einmal einen schönen zweiten Osterfeiertag.

  6. Wirrkopf

    Hallo, Frau Stewen!
    Das bringt mich auf eine großartige Idee, die im Rheinland 100%ig zu verwirklichen ginge. Man müsste einen “Pfingstochsen” finden, der sich von den Bürgern durch die Stadt treiben lässt. Mitt Trommeln und Trompeten. Der Pfingstochse “wehrt” sich, in dem er das Volk mit symbolischen Steinen (Röggelchen) beschmeißt. Eintritt: 10 € pro Person. Des Datenschutzes wegen dürfen sich sowohl der Ochse als auch die Jäger verkleiden. Und am Rand der Strecke wird der Käse für die Röggelchen verkauft. Standgebühr: 20 €/m

    Wir beide lassen uns die Idee patentieren und kassieren von sämtlichen Einnahmen…. naja, darüber müsste man dann noch mal sprechen. Jedenfalls darf das Fest nur in Bergisch Gladbach gefeiert werden.

    Ob Herr Unrau uns das organisieren würde?

  7. Barbara Stewen

    Hallo, Frau Wirrkopf,
    vielleicht gibt es Pfingsten bei Thalia “Pfingstochsen”.!
    Es gibt wirklich eineTradition um den “Pfingstochsen”!
    Seit Jahrhunderten trieb man in den Alpenregionen farbenfroh mit Blumen, Stroh und Glocken geschmückte Ochsen im Zuge einer festlichen Prozession zum Almauftrieb durch den Ort. In einigen Regionen wurde (wird) auch anderes Weidevieh an diesem Tag auf die Alm gebracht.
    Ochsenfleisch war auch in alten Zeiten auch als Pfingstbraten sehr beliebt. Angeblich gab es in bis zum 19. Jahrhundert in einigen Bergregionen noch den Brauch, einen Ochsen an Pfingsten als geschmücktes Opfertier durch das Dorf zu führen. Der Ursprung dieses Brauches ist wahrscheinlich in alten, heidnische Riten zu finden.

  8. Barbara Stewen

    Hasenfest: Ich finde diese Werbung schlicht und einfach geschmacklos. Im Thalia-Buchhandel hätte ich keine “Kulturbanausen” erwartet.

  9. Wirrkopf

    Drängt sich mir grad die Frage auf: Glaubt eigentlich Ron Hubbard an Jesus Christus?

    Aber egal. Weder Hasen noch Eier haben was mit dem Tode Christi zu tun. Genau so wenig, wie Weihnachtsbäume mit seiner Geburt. Warum ist eigentlich noch keinem was eigenfallen, wie man das Pfingstfest vermarkten könnte?

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