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5 Kommentare zu “Der Kirchenkampf in Bärbroich eskaliert”

  1. Dieter Schönenborn

    Ich bin kein regelmäßiger Kirchenbesucher, interessiere mich aber als Bergisch Gladbacher für die bereits vollzogenen und noch anstehenden Veränderungen im Pfarrverband Lerbach-Strunde, weil ich mehr als 25 Jahre in Herkenrath gewohnt habe und sowohl zu dieser Zeit als auch heute noch dem Kirchenchor der Pfarre St. Antonius Abbas angehöre.

    Die Kirche St. Maria Empfängnis Bärbroich ist eine Filialkirche von Herkenrath und deren Belange verfolge ich auch.

    Über die im Jahr 2010 getroffenen Veränderungen der Sitzordnung in der Kirche in Bärbroich und den Wegfall von Gottesdiensten waren und sind die Christen aus Herkenrath und Bärbroich nicht glücklich und versetzten sie in Aufruhr. Unter der Federführung der neu gegründeten „Interessengemeinschaft St. Maria Empfängnis“ gab es hinsichtlich der Sitzordnung vielfältige Gespräche auch mit Kirchenvertretern, leider mit nicht zufriedenstellenden Ergebnissen. Der Konflikt ist nun durch das kürzlich von der Interessengemeinschaft, angeblich ohne Zustimmung des Pfarrverwesers Kreisdechant Norbert Hörter, vorgenommene Umstellen der Bänke in der Kirche in Bärbroich eskaliert.

    Dies veranlasste ihn, zu Pfingsten in allen Gemeinden des Pfarrverbandes Lerbach-Strunde eine Erklärung verlesen zu lassen. Ich möchte mich zu dem Inhalt dieser Erklärung und den dazu führenden Geschehnissen nicht äußern, da mir dazu das fundierte Hintergrundwissen fehlt. Die Kontrahenten werden aber wegen der offenbar bestehenden Meinungsverschiedenheiten noch Gespräche führen müssen.

    Es ist in der heutigen Zeit auch in der Kirche erforderlich, zu Veränderungen zu kommen. Dabei sind neben Dialogbereitschaft, Verständnis und Toleranz auch Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sowie maßvoller, insbesondere aber fairer Umgang mit Kritik gefragt.

    Von meiner Frau, die am Pfingstsonntag vom Kirchgang nach Hause kam, wurde mir berichet, dass Dechant Hörter in seiner Predigt im Hochamt zum Thema „ offen sein für Erneuerung und Veränderungen, Dialogbereitschaft, Toleranz etc.“ beispielhaft die anstehende Problematik in Bärbroich erwähnte und einige Personen aus diesem Ort als Holzköpfe bezeichnete.

    Herr Hörter hat in einem am 16.6. veröffentlichten Interview geäußert, dass er sich immer für einen offenen, ehrlichen Dialog eingesetzt hat. Er gibt aber mit einer derartigen Beschimpfung ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Abgesehen von der im Grunde Belanglosigkeit des „Vorfalles“ in Bärbroich und bei allem Verständnis für die Situation, in der Herr Hörter sich befindet, ist dies eines Christen mit Vorbildfunktion unwürdig.

    Ich kann nur empfehlen, diese Äußerung in gebührender Form zurückzunehmen und die Gespräche mit den Betroffenen in Bärbroich wieder aufzunehmen.

    Ich wünsche allen Beteiligten, dass zukünftig ein fairer Umgang miteinander erfolgt und eine fruchtbare Zusammenarbeit möglich ist !

    Dieter Schönenborn
    Bergisch Gladbach

  2. Anonymus

    Lieber Herr Schmitter,

    der Vergleich hinkt.
    Ich bin nicht auf das Wohlwollen meiner Verwandten angewiesen, die Kirche jedoch auf das Vertrauen und die Mitarbeit ihrer Mitglieder. Und es zeugt doch von einer gewissen Arroganz gegenüber den Mitgliedern, wenn deren Interessen und Wünsche völlig unbeachtet bleiben.

  3. Barbara Stewen

    Alles im Kreis? Wahrscheinlich fehlen mir die fundierten Hintergründe zu dieser befremdlichen Situation:
    Der Kreis, hat doch sehr viel Symbolgehalt, verkörpert Einheit, Vollkommenheit, deutet das Unendliche aber auch das Zeitliche an. In einem Kreis ist “alles im Fluss”!
    Friedlich miteinander im Kreis sitzen, das könnte doch die gestörte Harmonie wieder herstellen.
    Wo bleibt das “leuchtende Beispiel”, wenn man sich nun schon in der Kirche, inzwischen vor der Öffentlichkeit, um die Sitzordnung streitet “?
    Da gibt es doch wirklich brennendere Themen.

  4. Jörg Schmitter

    Lieber Anonymus,
    gerne würde ich Sie mit Ihrem richtigen Namen ansprechen, aber Sie haben sich ja entschieden, Ihre Kritik anonym zu veröffentlichen, was ich leider nicht nachvollziehen kann. Natürlich hat die Kirche auch aus meiner Sicht wichtigere Probleme als eine Sitzordnung, aber der zuständige Pfarrer übt nun einmal in einer Kirche das Hausrecht aus und bestimmt – in Absprache mit dem Pfarrgemeinderat – über die liturgische Gestaltung der Messen in der Pfarrgemeinde – und hierzu gehört dann auch die Sitzordnung. Als Außenstehender weiß ich natürlich nicht, in wieweit etwa der Pfarrgemeinderat in die Entscheidung über die Sitzordnung eingebunden war oder ob Mitglieder der Interessengemeinschaft auch im Pfarrgemeinderat vertreten sind. Aber eine selbstgegründete Interessengemeinschaft hat – bei allem Lob für ihr Engagement – in diesem Zusammenhang keinerlei Rechte.
    Man stelle sich einmal vor (ich gebe zu, dass der folgende Vergleich nicht unpolemisch ist), es käme einfach einer Ihrer Verwandten auf die Idee, Ihnen bei nächsten Besuch die Anordnung Ihrer Wohnzimmereinrichtung vorzuschreiben. Da wären Sie wahrscheinlich auch irritiert, oder? Nach all den Querelen, die es in den letzten Jahren im Pfarrverband Lerbach-Strunde gab, ist es dann sicherlich auch nicht hilfreich, weitere Konfrontationslinien zu eröffnen. Und dass Pfarrer angesichts Ihrer wachsenden Verantwortung für größer und größer werdende Pfarreien an Ihre Belastungsgrenze kommen, ist aus meiner Sicht dann nur mehr als verständlich.
    Frohe Pfingsten und dass der Heilige Geist auf Sie und uns alle herabkommen möge
    Ihr Jörg Schmitter

  5. Anonymus

    *** Ironie an ***

    Auch ich bin schockiert. Ehrlich. Wie kann sich denn die “Interessengemeinschaft St. Maria Empfängnis Bärbroich” eigenmächtig erlauben die Bänke in der Kirche umzustellen. Ich hoffe inständig, dass diese Frevler in Zukunft nicht mehr ruhig schlafen können und sich der Schande bewusst sind, die sie über ihre Gemeinde und über die gesamte katholische Kirche gebracht haben!

    *** Ironie aus ***

    Und jetzt mal Klartext.
    Hat die Kirche nicht weitaus mehr und wesentlich wichtigere Probleme, als die Ordnung von Sitzbänken? Ich bin zugegebenermaßen kein gläubiger Christ (mehr), da mir unter anderem solche Ansichten und Aktionen die Lust an der Gemeinde gründlich vermiest haben. Aber ich finde die katholische Kirche sollte an dieser Stelle froh sein, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die das Engagement besitzen einzuschreiten und aktiv das Gemeindeleben mitzugestalten. Wenn weiterhin auf jeder Kleinigkeit derartig herumgeritten und an den Wünschen und Bedürfnissen der Gläubigen vorbei Kirche gemacht wird, so ist es wenig verwunderlich, dass immer weniger Menschen diese “Institution” ernst nehmen. Und wenn Herr Hörter schon bei der Sitzordnung einer Dorfkirche “keine Kraft für weitere Auseinandersetzungen” mehr hat und pathetisch von einer “Niederlage für eine christliche Gemeinde” spricht, wie wird er sich erst bei wirklich wichtigen Angelegenheiten verhalten?

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