Schön, dass es aktive Bürger in Bergisch Gladbach gibt. Aber mehr als unschön, dass hier ohne Rücksicht auf andere Bürger ein egoistisches Süppchen gekocht werden soll!
Das NCG soll nicht doch nicht aufgelöst, sondern lediglich in ein anderes, weniger renovierungsbedürftiges Gebäude, das ganz in der Nähe liegt, umziehen! Eine sinnvolle und gute Pädagogik hängt nicht von den Steinen ab, sondern vor allem von den unterrichtenden Menschen!
Es ist doch wohl so, dass der Stadt Bergisch Gladbach jetzt und voraussichtlich auch in den nächsten Jahren viel Geld fehlen wird, um den Bedürfnissen und Wünschen ihrer (aller!) Bürger gerecht zu werden. Und damit – gemessen an der Bürgerzahl und auch an der Schülerzahl – eine kleine Anzahl von Schülern in “ihren” Steinen bleiben kann (wobei ein Teil der Schüler beim geplanten Umzug schon gar nicht mehr dabei wäre, weil deren Schulzeit zu diesem Zeitpunkt längst beendet sein wird!), sollen alle Bürger dafür zahlen – sei es durch einen Wegfall der Brötchentaste, durch eine Minderung bzw. eine Streichung von Zuschüssen zu Seniorenbegegnungsstätten, Büchereien, Sportvereinen, Theatern usw. – gedacht ist wohl auch an eine Anhebung der Grundstückssteuer und der Gewerbesteuer.
Eigentlich sollten diese anderen Bürger, die doch erheblich in der Mehrzahl sind, Unterschriften sammeln GEGEN diesen in meinen Augen unsozialen Egoismus! Nebenbei: Ich denke, dass die Titelseite des Flyers (absichtlich?) suggeriert, dass das alteingesessene Gymnasium geschlossen werden soll, von einem Umzug ist erst im Text die Rede – und wer liest den schon in Ruhe, wenn er zu einer Unterschrift gegen etwas gebeten wird?
Zum Standort außerdem: Sind eigentlich Gymnasiasten “mehr wert” als Real- und Hauptschüler, denen die zentrumsferne Lage (ca. 500 m mehr!) und das Schulgebäude im Kleefeld seit Jahren “zugemutet” wird und nach dem Willen der NCGler auch weiterhin zugemutet werden soll?
Wenn in der Stadt genügend Geld da wäre, sähe die Sache sicherlich anders aus. So aber sollen viele Bürger und Gruppierungen, die Zuschüsse dringend für ihre Arbeit benötigen, für einen Erhalt des NCG am jetzigen Standort bezahlen. Ich jedenfalls bin strikt dagegen und sehe es als erheblich sinnvoller an, dass die Zuschüsse für Senioren, Kinder, Turnvereine usw. nicht ständig gekürzt oder auch ganz gestrichen werden müssen!
Tut mir leid, aber das ist hier ein ganz klarer Fall von falsch informiert. Es wurde oft genug klar gemacht, dass ein Umzug unmöglich sei, weil die Räumlichkeiten in den anderen Standorten nicht für das NCG ausreichen.
Es geht doch nicht darum, dass ein paar der heutigen Gymnasiasten sich nicht von ihrem Gebäude trennen wollen!
Es geht darum, wie der gesamt Gladbacher Norden mit weiterführenden Schulen versorgt wird. Alle, die dort wohnen und nicht an der IGP angenommen werden und nicht auf das NCG gehen wollen/sollen, müssen dann zum Ahornweg. Insofern betrifft die Diskussion auch alle jungen Familien in Hand, Schildgen und Paffrath.
Es geht darum, wie (Ganztags)schule und qualifizierter Unterricht mit Inklusion in Bergisch Gladbach in der Zukunft aussehen sollen.
Natürlich liegt es an den Menschen, wie sie eine Schule gestalten, aber es müssen auch bestimmte räumliche Voraussetzungen dafür da sein.
Für mangelhafte Bildung und Erziehung zahlen am Ende auch alle Bürger.
Sicherlich wird die Frage erlaubt sein, warum der Verfasser meint, dass man die Schülerinnen und Schüler der beiden funktionierenden Schulen im Kleefeld so einfach aus ihren Schulen herausdrängt und auch diese zum Umzug zwingt. Sind diese 800 Schülerinnen und Schüler vom Kleefeld weniger wert als andere? Sicher nicht!
Vielleicht ist einigen Diskutanten und Kommentartoren nicht bekannt, aber im Kleefeld ist die Raumsituation so schlecht, dass Förderschüler im ehemaligen Fotolabor und ohne Fenster unterrichtet werden müssen. Das allein ist ein Skandal. Wie sollen dort die 1.050 aus dem NCG Platz finden? Die Schliessung und Aufgabe eines Schulstandorts ist falsch, denn damit verbaut man sich endlich mal die Möglichkeit an den Schulen den Zustand der Überfüllung abzuschaffen, so wie es der Gesetzgeber eigentlich will. Aber da wollen ein paar Haushaltspolitiker den Bildungsnotstand weiter aufrechterhalten.
Sehr geehrte Frau Xsara (schade übrigens, dass ich Sie nicht persönlich ansprechen kann!),
ausdrücklich möchte ich Ihnen für Ihre kritischen Worte danken, denn mir ist natürlich bewusst, dass es auch Bergisch Gladbacher Bürgerinnen und Bürger gibt, die unser Anliegen nicht teilen. Da ich in den letzten Wochen und Monaten recht häufig hier zu der Frage des Umzugs meiner Schule Stellung bezogen habe, möchte ich mich in meiner Antwort an Sie auf das wesentliche beschränken und Sie ansonsten auf die von mir hier veröffentlichten Artikel verweisen, die zum Teil noch deutlicher auch Ihre Kritikpunkte ansprechen. An dieser Stelle soll es deshalb bei diesen Hinweisen bleiben:
1. Ja, eine sinnvolle und gute Pädagogik hängt vor allem an den unterrichtenden Menschen. Sie benötigt aber auch die entsprechenden räumlichen Rahmenbedingungen. Der Pädagoge Olaf Burow spricht in diesem Zusammenhang etwa vom Raum als dem “dritten Pädagogen”. Und die Räumlichkeiten am Kleefeld wären leider für das NCG ein ziemlich schlechter “dritter Pädagoge”. Dass Sie in dieser Hinsicht übrigens das Vokabular des Bürgermeisters übernehmen, der uns vorgeworfen hat, wir würden an einzelnen Steinen hängen, halte ich darüber hinaus nicht für glücklich.
2. Ich kann leider in unserem Anliegen keinen unsozialen Egoismus erkennen. Im Gegenteil, wir haben immer wieder betont, dass es nicht nur um unsere Schule geht, sondern um ein breites schulisches Angebot im Gladbacher Norden. Dafür kämpfen wir gemeinsam mit den Schulen im Kleefeld. Wir haben auch gegenüber der Stadt immer wieder in vielen Gesprächen signalisiert, dass wir bereit sind, konstruktiv an einer Entscheidungsfindung mitzuwirken. Wir haben sogar in Gesprächen mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung klargemacht, dass wir unter bestimmten Rahmenbedingungen uns einen Umzug vorstellen könnten und deutlich benannt, was wir am Kleefeld bräuchten, um dort als Gymnasium vernünftig arbeiten zu können. Niemand von unseren Gesprächspartner dort hat auch nur in irgendeiner Weise signalisiert, was genau und wie an den dortigen Gebäuden unternommen werden soll, um sie tauglich für unsere Schule zu machen. Pauschal wurde gesagt: “Wir kriegen das schon hin!”, pauschal wurden irgendwelche Geldbeträge in den Raum geworfen, ohne dass man gesagt hätte, wie diese genau eingesetzt werden sollen. Einziges Ziel hier war aus meiner Sicht zu suggerieren, dass ein Umzug an das Kleefeld auf jeden Fall deutlich billiger würde als der Erhalt des NCG am jetzigen Standort. Auf vielen Ebenen und in vielen Gremien hat sich zum Beispiel unsere Schulleitung gemeinsam mit den Schulleitungen a-l-l-e-r weiterführenden Schulen der Stadt dafür engagiert, dass eine sinnvolle und zukunftsorientierte Schulentwicklung in Gladbach betrieben wird. Dass das immer noch nicht stattgefunden hat, liegt vor allem daran, dass Lokalpolitik und Verwaltung sich zu wenig bewegt haben oder Kontakt mit den Betroffenen gesucht haben. Ich sehe nicht, wie man allein angesichts unseres vielfältigen Engagements und unserer Kooperationsbereitschaft von Egoismus sprechen kann.
3. Real- und Hauptschüler sind aus unserer Sicht keineswegs weniger wert. Im Gegenteil: Wir streben eine verstärkte Kooperation unserer drei Schulen an. Ein Szenario im Gutachten der Stundenten aus dem vergangenen Jahr war übrigens angesichts der schrumpfenden Zahl der Hauptschüler, den Standort Kleefeld aufzugeben und die Realschule an der Reuterstraße anzusiedeln. Wir haben dieses Szenario immer deutlich begrüßt, da es unsere Kooperationsbemühungen noch hätte verstärken können. Leider ist auf Seiten der Stadt dieser Vorschlag des von ihr selbst in Auftrag gegebenen Gutachtens nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden. Nochmal: Wir haben keinen Dünkel gegenüber Real- und Hauptschülern.
4. Sie werfen uns Egoismus vor: Ist es nicht mindestens ebenso egoistisch, eine Haushaltskonsolidierung dadurch voranzutreiben, dass man gut funktionierende Schulen zerschlägt, dass man die nötigen Spargroschen dadurch versucht aufzutreiben, dass man als Bauernopfer für eine jahrzehntelange städtische Misswirtschaft die Lernbedingungen von Schülerinnen und Schülern und die Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern massiv beeinträchtigt? Interessant ist schon, dass nach unserem massiven Protest dann auf einmal doch genug Geld übrig ist, um die Frage von Schulstandorten von der Haushaltskonsolidierung abzukoppeln.
Gerne bin ich bereit, mit Ihnen persönlich zu sprechen. Rufen Sie doch einfach in meiner Schule an und lassen Sie sich einen Termin in einer meiner Sprechstunden geben.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Schmitter, Lehrer am NCG
OMG! Wieder werden nur mit Zahlen oder Mengen argumentiert. Es geht nicht um das Gebäude, so schön ist es ja auch nicht. Aber Im Kleefeld ist einfach nicht genug Platz um die notwendigen Fachräume zu bieten um den Lehrstoff vernünftig an den Mann zu bringen. Gerade jetzt hört man ständig das in Deutschland ein Facharbeiter Mangel ist und da soll man auf qualitative Ausbildung verzichten. Die Rede ist von unsozialen Egoismus, allerdings halte ich es wirklich für Egoismus und das ist gut so.Soll es den Schülern und Lehrern des NCG egal sein. Hinweis: Meine Tochter geht in die Realschule Im Kleefeld (als nicht NCG).