Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de. Twitter: @gwatzlawek

16 Kommentare zu “Frostiges Klima im Endspiel um die Stadtwerke”

  1. Erwin Lindemann

    Ein guter Hinweis, Herr Schütz. Sie sind doch der Fontane-Freund im Stadtrat, wie ich vermute.

    Rekommunalisierung ist ein bundesweit aktuelles Thema und das zu Recht. Es macht wenig Sinn, jetzt und hier die Grundsatzdiskussion aufzumachen: Was ist besser: „Markt“ oder „Staat“. Wobei diese Diskussion selten auch der Sache dient, sondern in der Regel lange überstrapazierte ideologische Gräben zu zementieren versucht.

    Tatsache ist: Wer in einer globalisierten und sich weiter globalisierenden Welt dafür Sorge tragen will, dass elementare Versorgungsdienstleistungen jeweils vor Ort (hier also Wasser, Strom, Wärme) nicht in die Hände letztlich weltweit agierender Monopole fallen sollen und von solchen abhängig werden (die Wasser-, Strom- und Wärmepreise in Bergisch Gladbach also beispielsweise bestimmt durch chinesische Mehrheitsgesellschafter eines auf den Bahamas „ansässigen“ Großkonzerns), der befürwortet das dezentrale und das heißt auch demokratische Modell einer kommunal und regional organisierten Versorgung, beispielsweise in öffentlich-rechtlicher, in genossenschaftlicher, in gemischt freier und anderer Verfassung.

    Die vorangegangene Entkommunalisierung vieler städtischer Versorgungseinrichtungen verdankte sich damals auch nicht einer intelligent vorausschauenden Strategie, sondern lediglich der oftmals kopflos gedrängten und vordergründigen „Haushaltsentlastung“, das heißt es ging um kurzfristig schnelle Einnahmen gegen die unüberlegt völlige Aufgabe der eigenen Versorgungssouveränität.
    Das Ganze vollzog sich damals auch unter der so genannten neoliberalen Ideologie, die einen totalen Markt praktisch als den neuen Gott ausrief. Im gleichen Zug kam es ebenso zu den mittlerweile berüchtigten Cross-Border-Geschäften, die viele Städte an den Rand der Pleite und darüber hinaus brachten
    – und auch Bergisch Gladbach fast gebracht hätten, wenn nicht eine beherzt hartnäckige Bürgerinitiative den politischen Schnellschuß in den Ofen verhindert hätte.

    So ist das gegenwärtige Projekt „eigene Stadtwerke“ für Bergisch Gladbach ein auch langfristig vernünftiges. Der Aufwand und das Risiko jetzt sind dabei das leider unumgängliche Erbe des vormaligen Ausverkaufs.
    Davon abgesehen sollte nur darauf geachtet werden, dass bei der Korrektur dieses Fehlers jetzt nicht wieder Fehler gemacht werden. Beispielsweise dadurch, dass angesichts eines scheinbar alternativlosen und schnellen Geschäfts mit dem ersten besten andere und durchaus vorhandene Alternativen völlig unter den Tisch fallen.
    Geschäfte gerade solcher Art, die dadurch zustande kommen, dass einige wenige einige wenige kennen, tragen immer einen fragwürdigen Beigeschmack mit sich.

    Und die Idee neuer beziehungsweise erneuerter kommunaler Stadtwerke lebt auch durch deren demokratischen Charakter, das heißt es sollten auch die Stadtwerke der Bürger sein! Und das beginnt mit transparenten Abläufen bei deren Neu- oder Wiedergründung beziehungsweise sollte damit beginnen. Natürlich eingeschlossen eine dem Risiko angemessene und im Ergebnis offene wirtschaftliche Prüfung verschiedener Alternativen.

    Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten Sie haben, Herr Schütz, darauf einen wirksamen Einfluss zu nehmen. Sie stellen ja eine nur kleine Fraktion, aber sie haben Sitz und Stimme im Rat, und es wäre schön, wenn Sie das in dem Sinne nutzten.

  2. fabian schütz

    Wer Interesse an einer Sendung zum Thema Rekommunalisierung der Energieversorgung und Daseinsvorsorge hat, kann hier noch eine kompetent besetzte Runde im DLF nachhören.

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/10/30/dlf_20131030_1010_211cd4b6.mp3

  3. Lisa Müller

    Also ich find der Strom ist doch sehr viel teurer geworden in den letzten Jahren. Klimaschutz ist wichtig, aber muss das immer der kleine Mann und die kleine Frau bezahlen. Die Sicherheit ist auch so ein Thema. Vor einpaar Jahren ist damals in Münster der Strom ausgefallen im Winter. Wenn wir in Deutschland mehr Energie selber produziern dann müssen wir doch damit Geld verdienen, also muss es billiger für alle werden. Das ein Glofplatz keine Steuern extra zahlen versteh ich nicht.

  4. Montanus Virens

    Diese neue Partei hatte ich auch schonauf dem Schirm.Das scheint aber praktisch ein 1Mann-Verein zu sein,und dieser Mensch hat es vorher bei den Linken und bei den Piraten probiert,ist aber bei beiden wohl ziemlich neben der Spur gelandet.Davon abgesehen kommt mir auch die ganze Abmahn-connection recht dubios vor.Hat sich für mich damit erledigt.Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

  5. gast

    Dieser samirae arbeitet doch auch mit diesem Anwalt von der Linkspartei zusammen. Ich habe das auch einmal gegoogelt: Samirae und abmahnanwalt oder abmahnabzocke. So was will in das Stadtparlament. Solchen Leuten geht es doch nur um Geld, nie um das Gemeinwohl. Die wollen da Geld rausholen für sich selber.

  6. justin

    Krasse site hier gehts ja up bin numaso da bin mehr so reader nich texter abba thanx für die infos die bonzen zocken uns eh ab sach ich maso abba cool when people dass hier checken un blicken

  7. Ado Horster

    Interessant ja die Rede von Hr Lindner heute zur Verantwortung und Haftung der Bankenkrise und des deutschen Steuerzahler der die Zockerbanker raushauen durfte. Wer war eigentlich von 2009 – 2013 der verantwortliche Wirtschaftsminister? Hatte der nicht ein FDP Parteibuch? Interessant auch die Masquerade von Dr. Fischer zur verklausulierten Kritik an Urbach. Angeblich dicke Freunde, aber dann doch einen eigenen Kandidaten aufstellen. FDP-Profil ja auch nicht wahrnehmbar. Torschlusspanik vor der Wahl.

  8. Ludwig Brömmert

    “Die Gröbsten aber schlugen sich durch und fraßen´s den andern vom Maule. Die Engel stritten für uns Gerechte, zogen den kürzern in jedem Gefechte; da stürzt denn alles drüber und drunter, dem Teufel gehörte der ganze Plunder …”

    Dies fasst in etwa meine Bedenken gegen einen totalen oder, schärfer formuliert, ökonomisch totalitären, ansonsten aber phantasielosen “Liberalismus” ohne Maß noch Fassung, nach der schlichten Devise “Soweit die Keulen schlagen …”

    – gegen Liberalität und liberalen Sinn als conditio civitatis ist nicht nur nichts zu sagen, sondern darin liegt geradezu die notwendige Bedingung.

    Und was nun die “Herrschaftsverhältnisse” in Bergisch Gladbach betrifft, so täte, wie just an weiterer Stelle von einem Kommentierenden angemerkt, Opposition in bestem Wortsinn not, auch um bei Großunternehmungen wie dem hier gegenständlichen Stadtwerke-Vorhaben Gewähr für eine konstruktiv kritische versus intelligent intervenierende Begleitung zu bieten.

    Es lässt sich allerdings Opposition oder politische Beteiligung nicht als Fertiggericht erwerben – genau an der Stelle kommen wir Bürger selber ins Spiel. Oder eben nicht, aber für diesen Vorwurf gäbe es dann nur die Rücksende-Adresse.

    Meines Erachtens bedürfte Bergisch Gladbach um seiner, sagen wir, demokratischen Vitalität halber, einer Art politischen Frühlingserwachens. Es ist nicht unbedingt von Vorteil, wenn die immer Selben (oder auch Gleichen) in eine unendliche Verlängerung gehen. Die Folgen davon, auch das wurde hier an anderer Stelle bereits erwähnt, münden dann in der dort zitierten “Verzweiflung der Lokalpolitiker”.

    – nein, ich habe da auch noch keine Antwort gefunden (auch nicht für mich), aber ich werde das Geschehen mit sozusagen verschärfter Aufmerksamkeit beobachten.

    Und apropos Beobachtung: Fast freute mich schon das Entdecken einer neuen “Bürgerpartei GL”, die wohl ein gewisser Herr Samirae leitet, bis ich von mehreren Seiten darauf hingewiesen wurde, einmal unter den Suchworten “Frank Samirae Abmahnung” in den unendlichen Weites des Netzes nachzusehen. Schade, die Verpackung sah auf den ersten Blick doch interessant aus.

    Nun, Herr Schroeters, Sie haben ja ihre politische Heimat, es sei Ihnen gegönnt, und vielleicht sind ja auch von der hiesigen FDP noch Überraschungen zu erwarten – “Benutze redlich deine Zeit! Willst was begreifen, such´s nicht weit.”, um mit dem zu schließen, mit dem begonnen.

    Gute Verrichtung!

  9. jens schröters

    “Mit Freuden” Herr Brömmert,
    “Es flattert um die Quelle, die wechselnde Libelle.
    Mich freut sie lange schon. Bald dunkel und bald helle, wie der Chamäleon,
    Bald rot, bald blau, bald blau, bald grün. Oh dass ich in der Nähe, doch ihre Farben sähe!”

    Wir alle sind individuell. Egal ob In Meinungen, Entwicklung, Bildung, Leistungsbereitschaft, Lebenszielen. Ganz sicher bekennen wir uns zum freien Markt.
    Wir, die FDP, bekennen uns aber mit derselben Hingabe zu Freiheit, Selbstbestimmung, Individualität und deren selbstbestimmter Lebensführung . Wir wollen das Individuum in seiner Individuellen Entwicklung bestärken und genau diese Individualität jedes einzelnen schützen.
    Gegen eine Uniformierung der Gesellschaft.

    Das sind die Ziele des Liberalismus. Sie waren schon immer da. Wir haben sie nur in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren. Insofern versteh ich manch Unmut.
    Aber, es lohnt sich wieder, näher zu treten und genauer hinzuschauen. :-)

    Was den Bürgermeister anbelangt, nun er ist CDU. Mehr sag ich da nicht mehr dazu. Vielleicht doch eines noch.
    Verhandlungen haben das Ziel abzuklopfen welche weiteren Zugeständnissen die Firmen eventuell noch bereit sind zu machen. Wenn sie nun vorab aus der Presse erfahren das z.b. Mittbewerbe „XY“ 3% gewährt. Glauben sie das der andere Wettbewerber da von sich auch 15% gewährt oder doch eher nur 3%?
    Grundsätzlich aber versteh ich ihr Misstrauen. Mehr als einmal hat sich das gesprochene Wort und die nachfolgende Tat nicht gedeckt. Politischer Opportunismus ist viel zu weit verbreitet.
    Das ist inakzeptabel!!

    In diesem Sinne, viele Grüße……

  10. Ludwig Brömmert

    Sehr geehrter Herr Schröters,

    Sie schlagen als bekennender Liberaler die Trommel für die FDP, das ist Ihr gutes Recht und zu respektieren.

    Mir selbst, soviel sei hier gesagt (obwohl in der Nomenklatura der FDP-Weltanschauung wohl zu den „Leistungsträgern“ zählend – wehe nur den anderen), war und ist gerade die auf ein grenzenloses catch as catch can reduzierte Privilegierten- und neuerdings „Fleißigen“-Partei (Letzteres im Sinne von: Wer behauptet, der Tag habe nur 24 Stunden, ist ein Arbeitsverweigerer) zu eindimensional, um es vorsichtig auszudrücken.

    Der Mensch ist nicht bloß eine zu optimierende Arbeitsmaschine, als die ihn totaler Partei-„Liberalismus“ und totaler Partei-„Sozialismus“ im Übrigen gleichermaßen betrachten, und er ist mehr als ein mehr oder weniger nützlicher Appendix von „Kapital“ und „Erfolg“ einerseits oder „Kollektiv“ und „Staat“ andererseits.

    Nun, zu ein paar Ihrer Aussagen zum Stadtwerke-Komplex meine Replik:

    1. „Die BELKAW, um es kurz auf das wesentliche zusammen zu fassen, gehört zu 80% der Stadt Köln und zu 20% der RWE AG.
    Die Kenntnis dieser Tatsache sollte einige Vorurteile von selbst ausräumen.“

    – oder gerade sämtliche Alarmglocken läuten lassen (wie sagte es hier an anderer Stelle ein Mitkommentator: „Jot Freunde …“), vor allem dann, wenn außer indirekter oder auch unbeabsichtigter „Kommunikation“ kaum etwas nach außen dringt.

    2. „Sicher ist jeder Leser hier mit mir einer Meinung wenn ich sage, letzte Gewissheit gibt es in einer Marktwirtschaft nicht.
    Sozialistische Planwirtschaft aber ist keine Option !“

    – unbestritten. Allerdings sollte dem möglichsten Maße an solider Risikoabwägung der Vorzug vor einem „marktlustigen“ Kopfsprung ins trübe Wasser gegeben werden zumal es die Gesamtheit der Bürger ist, die man hier kopfspringen und im Zweifelsfalle die Konsequenzen tragen lässt.

    3. „Wenn daher der Informationsfluss gelegentlich in stocken gerät so ist das durchaus gewollt. Wie kann der Bürgermeister das bestmögliche Ergebnis für die Stadt heraus verhandeln wenn ihm der Bürger (wissentlich oder unwissentlich) vorher die Hände bindet?“

    – Der Bürger bindet dem Bürgermeister die Hände … Das ist eben der „lästige Faktor“ in einer Demokratie. Und wäre es in einer aufgeklärten Demokratie nicht passender, den obersten Souverän (d.i. der Bürger, nicht der „Meister“) an solcherart gewichtigen Entscheidungsprozessen mindestens informativ teilhaben zu lassen, insbesondere auch, um dem Eindruck einer von vornherein fixierten und im Rheinischen durchaus handelsüblichen Kungelei entgegenzutreten?

    4. „Wer also im Nachhinein Misstraut sollte sich vielleicht im Vorhinein genauer anschauen wen, welche Person, welche Partei er Wählt !“

    – absolut richtig!

    5. „Aber doch bitte nicht hinterher hingehen und sagen. Ach nöö ich hab die zwar gewählt aber doch nur weil ich die immer Wähl. Das die aber jetzt wirklich was entscheiden das passt mir so nicht.
    Kommunalpolitik ist für Jedermann/-Frau zugänglich.“

    – volle Zustimmung!

    Demokratie im Übrigen sollte sich nicht auf ein periodisches Wählen beschränken, sondern setzt gerade in unseren Tagen eine aktiv begleitende Teilnahme und auch Teilhabe voraus, wenn aus der sachbedingt teils notwendigen Professionalisierung von Politik keine schleichende, sozusagen technische Entdemokratisierung werden soll.

    Und nur über den Weg einer offenen und konstruktiven Einbindung der Bürger gerade bei Entscheidungen von solcher Tragweite, können Effekte wie die von Ihnen vorstehend Beschriebenen vermieden oder minimiert, kann Demokratiezweifeln und demokratischer Unlust dauerhaft entgegen getreten werden.

  11. Ado Horster

    Ach. Da kann man liberal denken und stimmen. Bsp Bundesministerium Entwicklungshilfe. Erst abschaffen wollen….dann wird Parteifreund Niebel dort Chef, wohlbesoldet. Werbung mit Wettbewerb machen, um dann den Monopolisten bzw dem Energie-Oligopol zu helfen?

  12. jens schröters

    Das die Grünen sich nun auch noch Liberal Verpacken hat mir doch glatt für nen Moment die Sprache verschlagen.
    Ab Ende Februar bis Ende Mai zieht hier aber ne Kaltfront auf.
    Da würd ich mich dann doch was wärmer Anziehen, Herr Baeumle-Court.:-)

    Mit den besten Grüßen …….

  13. Peter Baeumle-Courth

    Lieber Herr Schröters,

    sehr gut kann ich nachvollziehen, dass Sie mit bestem Wissen und Gewissen Werbung für den Standpunkt der FDP machen möchten; das ist absolut legitim.

    An zwei Stellen muss ich jedoch “kontern”: erstens geht es bei dem Thema Stadtwerke-Gründung um etwas, das sich in meinen Augen nicht für Parteipolitik eignet. Gerade aufgrund der großen Ungewissheiten muss es hier m.E. allen Beteiligten darum gehen, das Bestmoegliche fuer die Stadt Bergisch Gladbach und ihre Bürgerinnen und Bürger zu erzielen. Wobei über die Kriterien des “Bestmoeglichen” selbstverständlich diskutiert, demokratisch gestritten werden darf und soll. Hier bedeutet eine nachhaltige, umfassende Bewertung der Alternativen vorzunehmen, insbesondere, dass ökonomische und ökologische, aber auch soziale Fragen (wie bspsw. die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze vor Ort) berücksichtigt werden müssen.

    Und der zweite Punkt: liberal zu sein hat nichts damit zu tun, bei der FDP zu sein. Ich betrachte mich ebenfalls als sehr liberal denkenden Menschen – und bin dessenungeachtet bei den Grünen. Themen wie Bürger/innen/rechte oder Datenschutz sind seit jeher auch Kernthemen anderer Parteien und Gruppierungen.

  14. jens schröters

    “Wer nein Schweigen nicht versteht, versteht auch meine Worte nicht.”

    Die BELKAW, um es kurz auf das wesentliche zusammen zu fassen, gehört zu 80% der Stadt Köln und zu 20% der RWE AG.
    Die Kenntnis dieser Tatsache sollte einige Vorurteile von selbst ausräumen. Niemandem geht es darum Edel zu Speisen. Ich persönlich würd sogar der Bockwurst mit Kartoffelsalat den Vorzug vor Kaviar, Weinbergschnecke und Co geben.
    Ist halt Geschmacksache.
    Und weil ich liberaler bin und also solcher freilich in der FDP, soviel.
    Wenn wir als FDP uns beim Bergischen Löwen beraten lassen. Was Glauben sie Herr Brömmert, werden wir da wohl bei den Stadtwerken getan haben?
    Das einzige was ich mir wünschen würd. Mehr Unterstützung der Wähler für uns, die FDP und deren Standpunkte.
    Zur Risikobewertung und den Schlussfolgerungen daraus sollte sich jede bitte selbst folgende Fragen stellen.
    Wie gut kann die beste Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eine Risikobewertung vornehmen wenn niemand die Entwicklung des Marktumfeldes für die nächsten 10 Jahre prognostiziert kann?
    Wer kann heute exakt sagen wie hoch die Auslastung des jeweiligen Anbieters bzw. Netz in 6, 8, 12 oder 15 Jahren ist?
    Wie genau Entwickeln sich die Zinsen in den nächsten 10-15 Jahren?
    Ist ein Angebot das die ersten 5 Jahre 1% mehr Verzinsung garantiert wirklich das wirtschaftlich Sinnvollste bei einer Laufzeit von 20 Jahren?
    Hat meine Entscheidung Strategische Auswirkungen?
    Wenn ja welche und wie betreffen sie mich und meine Entscheidung?
    Sicher ist jeder Leser hier mit mir einer Meinung wenn ich sage, letzte Gewissheit gibt es in einer Marktwirtschaft nicht.
    Sozialistische Planwirtschaft aber ist keine Option !
    Es ist also nicht 1 Frage die bestmöglich beantwortet sein will, es sind mehrere.
    Wo bekomm ich den günstigsten Strom, Gas, Wasser. Wo trage ich das geringste Risiko. Wo hab ich den größtmöglichen Einfluss. Wo die größtmögliche Stabilität in der Versorgung für die nächsten 20 Jahre?

    Vertragsverhandlungen bei denen es um viel Geld geht sind leider nicht so romantisch wie es sich der ein oder andere Bürger vorstellt. Der Jüngste Schlagabtausch zweier Beteiligter soll hier als kleines Indiz dienen.
    Wenn daher der Informationsfluss gelegentlich in stocken gerät so ist das durchaus gewollt. Wie kann der Bürgermeister das bestmögliche Ergebnis für die Stadt heraus verhandeln wenn ihm der Bürger (wissentlich oder unwissentlich) vorher die Hände bindet?
    Die Fraktionen sind, jedenfalls nach meinem Kenntnisstand, gut informiert in der Sache.
    Wer also im Nachhinein Misstraut sollte sich vielleicht im Vorhinein genauer anschauen wen, welche Person, welche Partei er Wählt !

    Aber doch bitte nicht hinterher hingehen und sagen. Ach nöö ich hab die zwar gewählt aber doch nur weil ich die immer Wähl. Das die aber jetzt wirklich was entscheiden das passt mir so nicht.
    Kommunalpolitik ist für Jedermann/-Frau zugänglich.
    Die FDP jedenfalls freut sich auf Sie.

  15. Ludwig Brömmert

    Soweit auch mir bekannt geworden, Herr Horster, scheint wohl zumindest die fraglos interessante Stawag-Offerte bei den Mehrheitsträgern im Rate tatsächlich nicht einmal zur Präsentation gekommen, geschweige denn diskutiert worden zu sein. Ich hoffe dennoch, es handelt sich hier bloß um ein irriges Gerücht.

    Wie steht es auf der anderen Seite hingegen mit einer due dilligence (eingehende Risikoprüfung), das Investitionsobjekt betreffend? Wurde oder wird eine solche durchgeführt? Und falls bereits geschehen, wie lautet das Ergebnis? Derlei für nachrangig oder sogar verzichtbar zu halten, wäre mehr als gewagt. Und mag es der größere Partner in diesem durchaus schillernden Geschäft auch reichlich „haben“, für eine Stadt zumal mit solcher Kassenlage, wäre eine entsprechende Unbedarftheit in Betracht der finanziellen Dimension dieses Projekts schon erstaunlich, gelinde gesagt.

    Von intensiven Beratungen ist an anderer Stelle die Rede, aber mir stellt sich indes die Frage, wer mit wem was und wie beraten hat und vor allem: Wurde wirklich ergebnisoffen beraten?

    In jedem Fall gilt: Eine Entscheidung von solcher Tragweite kann oder vielmehr sollte politisch nur dann verantwortet werden, wenn der sorgfältigen Prüfung aller Optionen eine breite und sachgerecht offene Diskussion folgt.

    Und was nun den von Ihnen befürchteten Wahlkampf angeht:
    Wenn man Wahlkampf als einen Wettbewerb der Konzepte und Ideen begreift, gehört gerade eine Entscheidung solchen Gewichts doch in die Hände derer, die letztendlich dafür geradezustehen haben: Der Bürger somit.

    Andererseits liegt es eben auch an den Bürgern der Stadt, die bisher nicht eingelöste Bringschuld der Akteure durch ein engagiertes Wahrnehmen der Holschuld einzufordern.

    Dies ist etwa jüngst im Falle der Bensberger Marktgalerie geschehen.
    Und wer sich hier noch einmal die Mühe machen will, den ersten und durchaus bitterernst gemeinten Entwurf aus kleinstem Kreis mit der jetzt erreichten Planungsvorgabe zu vergleichen, der wird erkennen, dass eine wie oben erwähnt breite und sachgerecht offene Diskussion zu mindestens entschiedener Qualitätsverbesserung, auf jeden Fall erheblicher Schadensbegrenzung führt.

    Geschieht das nun im Falle des Stadtwerke-Projektes nicht, das heißt wird das Ganze mehr oder weniger beiläufig und letztlich auch mangels Interesse ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit letzthin von einigen Wenigen durchgewunken, dann wäre auch alles Lamentieren nach einem ökonomischen Gau obsolet.

  16. Ado Horster

    Meine Damen und Herren,

    Wie bitte? Bei der Belkaw hat die Stadt nicht die Mehrheit? Dann sind das keine Stadtwerke, sondern nur eine Beteiligung an einem Unternehmen. Im Grunde nichts anderes, als ein kleines Aktienpakt an RWE-Aktien. Diese sind in den letzten Jahre leider eher gefallen. Wenn der Rat, die Stadtverwaltung, der Bürgermeister meinen sie müssen mit dem Geld der Bürger und Steuerzahler spekulieren und am Finanzmarkt Unternehmensanteile kaufen, dann sollen sie das bitte mit ihrem eigenem Geld machen. Dann können sie auch gerne evt Gewinne behalten, aber auch die Verluste. Wenn die eigene Brieftasche nicht für einen eigenen Aufsichtsratssitz reicht ist das betrüblich, aber so geht es vielen tausenden Kleinaktionären, deren Vermögen im Vergleich zu Kleinbürgern gar nicht einmal so klein sind und die dennoch auf einer Hauptversammlung mit Bockwürstchen, Kartoffelsalat und Kaffee und Kuchen abgespeist werden. Wer lieber im Schloss Lerbach speisen will, mag das aus eigener Tasche berappen. Im Zweifelsfall aus der üppigen Dividendenzahlung.
    Noch bedenklicher wird der Fall, wenn es zutrifft, dass das Angebot der Stawag und das aus Schwäbisch Hall nicht einmal ernsthaft in allen, also insbesondere den maßgeblichen Parteien präsentiert und diskutiert wurde. Was man sich bei der Wirtschaftskompetenz der FDP eigentlich gar nicht vorstellen kann.
    Abgesehen davon, ist es sicherlich empfehlenswert, wenn solche eine gewichtige Entscheidung von allen Ratsmitgliedern in Ihrer Tragweite erkannt wird, bevor sie beschlossen wird.
    Der Bürgermeister als maßgeblicher Verhandlungsführer wäre also m.E. gut beraten auch entsprechend zumindest mit der SPD zu beraten.
    Sonst landet das Thema womöglich noch im Wahlkampfe, was eher nicht zu einer sachgerechten und für alle Bürger nützlichen Lösung der Frage beiträgt.

Bitte tragen Sie das Ergebnis ein, dann lassen wir Sie rein. *

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