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H-G. Ullmann

lebt in Bergisch Gladbach, ist freier Lektor, politisch oft überfordert, auch ein wenig von Gestern, dafür aber denk- wie wortlustig und stets für alles Schlaue zu gebrauchen.

5 Kommentare zu “Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie … Ja, wen?”

  1. Renate Merkenich-Schmal

    Solange Städte Schwierigkeiten mit dem eigenen Finanzmanagement haben, sollten sie nicht als Unternehmer tätig werden dürfen. Es sei denn, sie würden dafür einen tauglichen Personalstamm aufbauen. Dazu wiederrum müssen Personalkosten gegen den Ertrag gesetzt werden, was den Ertrag schmälert. Könnte sogar bedeuten, das erst einmal plus minus Null gearbeitet werden muss.

    Außerdem erwarte ich, dass ein Politiker in seinem Fach mehr weiß wie ich und das er eine zum Volkeswohle Entscheidung trifft.

    Nun noch mal zur Kalkulation. Es geht ja in erster Linie um Dividendeneinnahmen. Wer garantiert eigentlich, dass diese” fix” bleiben?

    Wie im Versicherungswesen, wissen die meisten Menschen dass Garantiesätze per Gesetzt geändert werden können, wenn durch die jeweilige Marktsituation das Unternehmen nicht mehr in garantierter Höhe ausschütten kann.

    In diesem Falle, wäre die ganze Kalkulation hinfällig und könnte sogar ein Minus erzeugen. Dann müsste nämlich für den Notfall ein Notfallrechenexemple aufgestellt werden.

    Da meistens bei solch engen Berechnungen keine Puffer vorhanden sind, geht die Sache ins Minus zu Ungunsten der Stadtkasse.
    Viele Bürger, die z.B. über Versicherungen Grunderwerb finanziert haben, sind dadurch in eine Unterdeckung geraten und das kann der Stadt nicht passieren?

    Hierzu hätte ich gerne eine Notfallberechnung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!, die nicht auf Kosten der Steuerzahler geht.
    Deshalb sage ich, Finger weg solange keine sichere Gegenfinanzierung vorliegt.

  2. HG Ullmann

    Herr Fasser liefert hier die kürzeste und prägnanteste Zusammenfassung der im Raume stehenden Alternativen und zugleich den Beweis, dass es auch bei komplexesten Themen einen auflösenden Einstieg ins Verstehen gibt:

    “Wenn die Stadt aktiv Einfluss auf die lokale Energiepolitik und -versorgung nehmen will, dann muss sie zwangsläufig auch unternehmerische Verantwortung und Risiken übernehmen …
    Ob man sich 1) an der BELKAW beteiligen will
    oder 2) mit einem strategischen Partner ein eigenes Stadtwerk gründen möchte

    – in BEIDEN Szenarien (1+2) muss die Stadt Kredite in einer Größenordnung von 60-80 Mio. Euro aufnehmen, die auch nach 20 Jahren noch nicht vollständig getilgt sind.
    Bei beiden Szenarien gibt es lediglich unterschiedliche Risikoausprägungen, gänzlich risikofrei ist keine der beiden Alternativen.

    Will man hingegen diese Risiken nicht eingehen, so ist die einzige Alternative die, dass man
    3) komplett von einer Beteiligung an der BELKAW oder der Gründung eigener Stadtwerke absieht.

    In diesem Fall (3) bliebe für die Stadt finanziell alles beim Alten, d.h. sie würde auch weiterhin Konzessionsabgabenzahlungen erhalten, sonst aber keine weiteren monetären Zuflüsse und hätte dann auch selbstverständlich keinen Einfluss auf die Ausrichtung der lokalen Energiepolitik.”

    Es gibt also 3 Möglichkeiten:
    1 + 2: Stadt geht ins kreditfinanziert unternehmerische Risiko (per 1: Minderheitsbeteiligung an der Belkaw; per 2: Gründung eigener Stadtwerke mit Partner) und hat mit jeweiligen Risikovorbehalt die Chance auf eigene Gestaltung und höheren Gewinn
    3: Stadt lässt es bleiben, Konzessionszahlungen fließen im kleinen, aber risikolosen Rahmen weiter, eigene Gestaltung fällt ebenso aus wie eine weitere Verschuldung.

    Wenn man diese Grundmatrix jetzt noch mit der von den hiesigen Huusmeistern bereits komprimiert aufgemachten Synopse verbindet, weitere informative Details zu den drei Varianten ergänzt (z.B. wo ggf. mehr/weniger Gestaltungsraum, wo voraussichtlich mehr/weniger Gewinn, wo mehr/weniger Aufwand=Verschuldung), dann hat man, oh Wunder, plötzlich eine solide Grundlage zur Bewertung und Entscheidung.

    Und wenn man so von Anfang an vorgegangen wäre, sprich auch uns Bürgern Ausgangslage, Konzeptvarianten und jeweilige Folgen in entspannt überschauender Entwicklung vorgestellt hätte, statt sich wie uns doch recht nachdrücklich und vorab auf eine bestimmte Lösung zu fixieren, dann würde es zu manch Missverständnis und üblichem Generalverdacht gar nicht gekommen sein.

    Machen wir doch an genau diesem Punkt jetzt einfach konstruktiv weiter, unabhängig davon, wer am Ende entscheiden soll, der Rat oder wir Bürger selber, wenn wir denn überhaupt wollen.

    Freundlich grüßend!
    HGU

  3. Klaus Fasser

    Es gibt de facto keine “schuldenneutrale” Variante! Wenn die Stadt aktiv Einfluss auf die lokale Energiepolitik und -versorgung nehmen will, dann muss sie zwangsläufig auch unternehmerische Verantwortung und Risiken übernehmen. Anders ausgedrückt: Ob man sich an der BELKAW beteiligen will oder mit einem strategischen Partner ein eigenes Stadtwerk gründen möchte, in BEIDEN Szenarien muss die Stadt Kredite in einer Größenordnung von 60-80 Mio. Euro aufnehmen, die auch nach 20 Jahren noch nicht vollständig getilgt sind. Bei beiden Szenarien gibt es lediglich unterschiedliche Risikoausprägungen, gänzlich risikofrei ist keine der beiden Alternativen.

    Will man hingegen diese Risiken nicht eingehen, so ist die einzige Alternative die, dass man komplett von einer Beteiligung an der BELKAW oder der Gründung eigener Stadtwerke absieht. in diesem Fall bliebe für die Stadt finanziell alles beim Alten, d.h. sie würde auch weiterhin Konzessionsabgabenzahlungen erhalten, sonst aber keine weiteren monetären Zuflüsse und hätte dann auch selbstverständlich keinen Einfluss auf die Ausrichtung der lokalen Energiepolitik.

    KF

  4. Jo v Hey

    Danke für die guten Infos. Wie sieht ihr Vorschlag für eine schuldenneutrale Variante aus? Davon wurde gestern nichts gesagt. Oder wollen sie gar nichts machen, also die Finger davon lassen?

  5. Klaus Hansen

    Sehr geehrte Redaktion,
    herzlichen Dank für Ihre engagierte Berichterstattung über das Zahlendesaster bei der
    Vorstellung und Durchsetzung einer Neuorientierung bei den Stadtwerken. “Vor Steuern” und “nach Steuern” zu verwechseln – das ist schon sehr heftig. Hier war wohl jemand überfordert. Gut, dass wir bei der anstehenden Kommunal- und Bürgermeisterwahl im Mai diesmal sehr interessante personelle Alternativen für die Spitzenposition haben – wenn sich Menschen nicht nur von ihrer Parteipräferenz, sondern von der Persönlichkeit und der beruflichen Qualifikation eines Kandidaten leiten lassen. Es kann spannend werden.
    Mit freundlichem Gruß
    Klaus Hansen

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