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Frankenforst.de

Die Bürgerinitaitive hat sich im September 2016 gebildet, um die Bürgerinnen und Bürger über die Auswirkungen der geplanten Gewerbegebiete im Stadteil Frankenforst (Brüderstr. G-Fr2a und Rennweg G-Fr1a) zu informieren, wie sie im Flächennutzungsplan der Stadt Bergisch Gladbach vorgesehen sind,

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4 Kommentare zu “Frankenforst bewegt sich gegen zwei neue Gewerbegebiete”

  1. Dingenskirchen

    Lieber Herr Santillan,

    1.: Das Refrath-Argument finde ich interessant. Meiner Meinung nach sind die Auswirkungen dieser beiden Gewerbegebiete auf Refrath gering. Geringer jedenfalls als bei so ziemlich jeder anderen Alternative.
    2.: Diese Bürgerinitiative repräsentiert nicht “die Refrather”. Auch nicht “die Frankenforster”. Sondern jeweils nur einen geringen Teil, der dafür aber um so lauter ist.
    3.: Ich sehe regelmäßig Menschen im Königsforst. *Südlich* der A4. Die Flächen, die als mögliche Gewerbegebiete dienen sollen, befinden sich nördlich der A4 und werden i.d.R. nur schnell durchkreuzt, um zum eigentlichen Erholungsgebiet zu kommen.
    4.: Neue Straßen ziehen neuen Verkehr an. Das ist in der Tat eine Binse. Nur: diese beiden Gewerbegebiete befinden sich direkt an der Auffahrt zur A4, und der LKW-Verkehr wird zu 99 % auch genau diesen Weg nehmen. Deshalb finde ich auch die von Ihnen betriebene Verknüpfung dieser Gewerbegebiete mit dem unsinnigen Bahndamm-Zubringer unangebracht. Um *diese* Gewerbegebiete zu bedienen, brauchen wir den Bahndamm-Zubringer nicht. Um diese Gewerbegebiete zu bedienen, brauchen wir keinen Ausbau der Frankenforster Straße. Den bräuchten wir aber, wenn wir auf diese beiden Gewerbegebiete verzichteten und zusätzliche Gewerbeflächen anderswo auswiesen. Das ist ja gerade das, was mich – mit Verlaub! – ankotzt: diese beiden Gewerbegebiete bringen eine kaum messbare Einschränkung für wenige. Die Alternative dazu bringt hingegen massive Einschränkungen für viele. Das ist Egoismus in Reinkultur. Das NIMBY-Prinzip taugt aber nicht als Basis für ein funktionierendes Gemeinwesen (und passt nach meinem Verständnis von linker Politik ).
    5.: Der Ausbau der A4 ist nötig, wird kommen, und hat mit dem FNP oder neuen Gewerbegebieten überhaupt nichts zu tun.

    Und wenn ich schon mal dabei bin (ja, nach ein paar Tagen – es gibt Menschen, die noch ein Leben außerhalb der Kommentarfunktion haben), und da ein spezifischer Kommentar Ihr Geschreibsel nur unnötig aufwerten würde: Vielen Dank für den wertvollen Kommentar, liebes Nixdingsda. Vielen Dank für die nachvollziehbaren Sachargumente. Vielen Dank für den Verzicht auf persönliche Angriffe. Das hat mich doch zum Nachdenken gebracht.
    Also, wenn das alles ist, was diese sogenannte Bürgerinitiative zu bieten hat, liege ich wohl doch nicht so falsch.

  2. Tomás M. Santillan

    Liebe oder lieber Dingenskirchen,

    die Gewerbegebiete Frankenforst betreffen nicht nur Frankenforst, sondern ganz Refrath und damit wohl den bevölkerungsreichsten Stadtteil in Bergisch Gladbach. Die Belastung, die durch den Wegfall der Waldbarriere entstehen würde, wirken sich bis weit hinter die Häuser der direkten Anwohner aus. Dies gilt nicht nur für den Lärm, sondern ganz besonders für den Feinstaub und den Ruß, der mehrere hundert Meter in das Gebiet hineingetragen würde.

    Der Erholungswert des Waldes bezieht sich nicht nur auf das Stück Wald, sondern natürlich auf das gesamten Viertel. Der Wald filtert nicht nur Staub und den Lärm, sondern erzeugt auch ein Mikroklima und frische Luft, was dem gesamten Stadtteil zu Gute kommt.
    Und auch wenn sie es nicht glauben, wird der Wald an der Autobahn von sehr vielen Menschen in ihrer Freizeit genutzt. Stellen sie sich doch mal an einem Sonntag wie heute an den Rennweg und beobachten sie das mal selbst.

    Die Behauptung, dass sich der “zusätzliche Verkehr” und Lärm in Grenzen halten würde, ist leicht zu widerlegen.

    * Es ist eine Binsenweisheit in der Verkehrswissenschaft (1. Semester), dass der Ausbau von Straßen auch neuen Verkehrs erzeugt und damit auch mehr Emissionen.
    * Ein Ausbau der A4 erhöht den Verkehr und die damit verbundene Belastung um weitere Faktoren.
    * Der geplante Bau des Autobahnzubringers über den Bahndamm brächte noch mehr Verkehr in den Stadtteil. Dabei ist es egal, über welche Variante wir reden. Entweder der Verkehr geht über die Frankenforster Str., über die Brüderstr oder direkt an die Autobahn. Wie man auf einer Karte leicht erkennen kann befindet sich der Bahndamm am nördlichen Rand des Frankenforst. Sicher sind wir uns darin einig, dass der gesamte Verkehr des Autbahnzubringer genau darüber geführt werden soll. Genau dort, wo jetzt kaum Verkehr ist.
    * Eine neue Bebauung bringt natürlich auch Verkehr, denn irgendwie müssen die Menschen und die Waren ja dort hinkommen.
    * Wenn sie schon neben einem Gewerbegebiet wohnen würden, dann würden sie auch wissen, dass gerade von diesen ein erhöhter Lärmpegel ausgeht. Im Frankenforst kennen die Anwohner das schon, denn dort liegt schon ein großes Gewerbegebiet. Die Menschen haben sich daran gewöhnt und können damit leben, denn sie wissen auch das Gewerbe auch Flächen benötigt.

    Sicher sind die Refrather nicht das “ganze Volk”, aber zumindest ein Teil des Volkes und natürlich ist es ihr gutes Recht im Rahmen der Bürgerbeteiligung ihre Einwende zu erheben. Es ist ja auch der einstimmige Wunsch des Stadtrat, dass möglichst viele Stellung beziehen. Bisher wurden die Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema noch nicht gehört, während die Lobby der Wirtschaft eng in den Entwurf des Plan eingebunden war und ist.

    Und tatsächlich ist der Anspruch der Menschen, die nach Bergisch Gladbach ziehen, hier zu wohnen, ihre Freizeit zu gestalten, ihre Kinder in die Schule zu bringen und hier zu leben. Sicher kann man es kritisieren, aber die meisten erwerbstätigen Menschen, die in Refrath und Frankenforst leben, arbeiten in Köln. Diese sind ganz bewusst mit ihren Familien in eine Stadt im Grünen gezogen und damit hat die Stadt sie ja auch angelockt.

    Niemand hat etwas gegen Gewerbe, doch muss man dieses auch in Einklang mit den Interessen der Menschen bringen. Es gibt alternative Konzepte für nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung. Auch muss man überlegen, ob Raubbau an der Natur nicht schon längst an Grenzen gestoßen ist.

    Wenn es zu Einschränkungen kommt, dann müssen alle Menschen gleichmäßig und gerecht belastet werden, doch was im Frankenforst geplant wird ist nun wirklich zu viel. Man kann die Probleme einer Stadt nicht einfach auf dem Rücken von Menschen in einem Viertel zu lösen zu versuchen und dann von “Gemeinwohl” sprechen.

    Und wir reden hier nicht von Kleinigkeiten, sondern von massiven Belastungen, die jetzt schon durch den vorhandenen Flugverkehr (über den Stadtteil), der bestehenden Autobahn und der Autbahnabfahrt auf die Frankenforster Str. ergeben. Schauen sie sich die dortige Verkehrsbelastung schon heute an. Die Grenzwerte für Lärm und Luftverschmutzung sind längst überschritten. Und genau da will man nun noch richtig draufhauen, die Autobahn um 10 Meter verbreitern, eine Autbahnzubringer auf dem Bahndamm bauen, der dann eine Erweiterung und “Ertüchtigung” (für mehr Verkehr) der Frankenforster Str. erfordern würde. Der Flufglärm steigt durch die große Beliebtheit und steigende Flugzahlen immer weiter an. Und da will die Stadt im Flächennutzungsplan nun noch zwei Gewerbegebiete oben drauf setzen.

    … und da wundert sich noch jemand, dass die Menschen irgendwann mal sagen: “NEIN!”

    Mit freundlichen Grüßen,
    #Tomás M. Santillán

    BTW: Und von “Pegida” und “Wutbürgern” distanziere ich mich ausdrücklich.

  3. nixdadingsda

    Ach, lieber Dingenskirchen, immer mal wieder einen raushauen auf diesem Portal, dann entspannt zurücklehnen und in ein paar Tagen mal wieder vorbeischauen, ob jemand reagiert hat oder falls nicht – unterstellen, dass man sich gegen Sie verschworen und möglicherweise Ihren so sachkundigen Kommentar gelöscht hat. Sicherlich ist diese Bi schlau genug, Ihren Beitrag so stehen zu lassen und einfach zu ignorieren. Ihre soziale Kompetenz haben Sie jetzt ja mit Ihrer Sicht der Dinge, dass wenn die Leute schon genug Müll vor der Tür haben, man ihnen ruhig noch einen Haufen obendrauf kippen kann, zu genüge untermauert. Also, einfach durchatmen und weiterhin gute Entspannung!

  4. Dingenskirchen

    Freunde der höheren Mathematik, ihr seid genauso wenig “Frankenforst” wie Pegida “das Volk” ist. Ihr seid eine relativ überschaubare (dafür aber umso lautere) Teilmenge davon!

    Mal ernsthaft: wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass ein Gewerbegebiet idealerweise dort entsteht, wo eh nicht mehr viel zu versauen ist, liegen diese beiden Flächen ganz weit vorne.
    Vorteile dieser Flächen: Erholungswert gibt es da eh nicht (den gibt es erst jenseits der A4), weil zu nah an der Autobahn. Belastung durch Feinstaub etc. ist hoch wegen der Autobahn. Lärmbelastung ist hoch wegen der Autobahn. Zusätzlicher Verkehr hält sich wegen der Nähe zur Autobahn in Grenzen.
    Aber reden wir mal über Alternativen: Wo würdet Ihr Gewerbe ansiedeln wollen? “Not in my backyard” ist nicht sonderlich hilfreich. Vor allem ist bei jedem “woanders halt” der “Hinterhof” anderer Leute betroffen, deren Interessen nicht weniger wert sind als eure! Oder hättet Ihr Schäbbisch Gläbbisch lieber als reine, saubere Schlafstadt, die ihren “Dreck” (in Form von dortigen Gewerbegebieten, irgendwo müssen die Leute ja arbeiten, und in Form von zusätzlichem Verkehr, irgendwie müssen sie ja zu ihren Arbeitsplätzen kommen) anderswo ablädt?

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