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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de. Twitter: @gwatzlawek

3 Kommentare zu “Was die Stadt zum Zanders-Geschäft nicht sagt”

  1. Martin Wiegelmann

    Bürgermeister Lutz Urbach hat mittlerweile die Information öffentlich gemacht, dass die Stadt bereits vor mehreren Monaten das Institut für Bodenmanagement (IBOMA) mit der Verkehrwertermittlung beauftragt hat. Nun bin ich gespannt, ob dieses den geforderten Kaufpreis bestätigen wird. Der BM hat sich diesbezüglich nämlich nicht geäußert.

    Ich finde es allerdings schade, dass er in meinem unten stehenden Beitrag eine implizierte Unterstelllung an die Verantwortlichen sieht, es gäbe eine solche Beauftragung nicht. Aber es lässt sich ja leider nicht verhindern, dass eine Aussage subjektiv anders wahrgenommen wird als deren objektiver Erkllarungsgehalt dies eigentlich zulassen würde.

  2. Lothar Eschbach

    Business as usual, so viel Phantasie vermag ich da gar nicht zu erkennen Herr Wiegelmann, aber danke für das Wachrütteln aus der Euphorie. Es ist aber ja nicht ehrenrührig von Mutares einen Weg zu suchen, um zum bestmöglichen Preis zu verkaufen.

    Da die Stadt sich allerdings schon seit mehr als einem Jahr mit diesem Thema intensiv befasst, bin ich mir sicher, dass es selbstverständlich zur Unterstützung der Ratsentscheidung ein solches neutrales Wertgutachten gibt und zwar für alle Bestandteile des zu erwerbenden Objektes. Wie sonst könnten die Ratsmitglieder eine verantwortbare Entscheidung treffen.

    Der Hinweis darauf, dass die Stadt keinen besseren Vertrag hätte aushandeln können, als die beiden industriellen Partner es getan haben, der allein reicht nicht. Auch wenn Triwo angibt, es sei das übliche Tempo, weshalb man beim Erstellen des B-Plan die Stadt unterstützen würde.

    Da bleibt noch die Frage, ob die Stadt diese Unterstützung bei der B-Planerstellung auch annehmen würde und annehmen darf. Zumindest ist verwunderlich, dass die Stadt nach meiner Kenntnis dieser Unterstützung für die Erstellung des B-Plans nicht vor Unterschrift des Vertrages durch Triwo und Zanders zugestimmt hat. Es ist ja offensichtlich eine nicht unwesentliche Vertragsbedingung daran geknüpft.

  3. Martin Wiegelmann

    Für mich entsteht immer mehr der Eindruck der Gefahr, dass die Stadt durch das anstehende Geschäft übervorteilt wird.

    Ich möchte nachfolgend einmal phantasieren – obgleich, so unrealistisch erscheint mir das Szenario nicht.

    Ausgangslage: Die Eigentümerin des Zanders-Geländes (Mutares, nachfolgend Zanders genannt) möchte für die zu verkaufenden Flächen einen möglichst hohen Kaufpreis erzielen, das dürfte unzweifelhaft feststehen. Gleiches gilt für die Tatsache, dass kleine Pakete idR mehr erlösen als ein großes. Wie erreicht man dann so ein Ziel?

    Es ist durchaus denkbar, dass es Triwo vor allem bzw. sogar nur darauf ankam, die beiden Entwicklungsflächen zu erwerben, also nicht den Office-Bereich, und dies natürlich möglichst günstig. Ein optimaler Geschäftspartner für Zanders!

    Nun wird der Kaufpreis für den aus Triwo-Sicht uninteressanten Office-Teil mit 7 Mio. EUR besonders hoch angesetzt, die anderen beiden Grundstücke mit nur jeweils 3 Mio. EUR. Mit anderen Worten: die Wertansätze werden zu Lasten der Stadt ein wenig “umverteilt”. Damit die beiden Entwicklungsflächen nicht von vornherein durch Ausübung des Vorkaufsrechts für den Interessenten Triwo verloren gehen, wird der Erwerb dieser Flächen von einer mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu erfüllenden Bedingung abhängig gemacht, nämlich der Aufstellung eines Bebauungsplans innerhalb Jahresfrist. Denn aufgrund des im Vorfeld geäußerten großen Interesses der Stadt an einem Erwerb konnten Zanders und Triwo davon ausgehen, dass die Stadt das Verkaufsrecht ausüben wird. Und sie konnten gleichzeitig praktisch sicher sein, dass die beiden Entwicklingsflächen nicht auf die Stadt übergehen, weil diese es nicht schaffen würde, den BPlan innerhalb Jahresfrist aufzustellen.

    So scheint es also jetzt zu kommen.
    Folge: Die Stadt wird vermutlich deutlich überteuert in den Office-Bereich einsteigen.

    Oder vielleicht doch nicht?
    Für die Verantwortlichen in Stadt und Politik gilt es zu vermeiden, dass man sich später den Vorwurf eines überteuerten Kaufs gefallen lassen muss. So ist es aus meiner Sicht dringend geboten, ein wirklich neutrales Wertgutachten erstellen zu lassen, um bestätigt zu bekommen, dass der Office-Bereich tatsächlich die geforderten 7 Mio. EUR wert ist. Ich habe da aber so ein Bauchgefühl, dass dem nicht so ist.

    Würde das Gutachten mein Gefühl bestätigen, dann würde die Stadt nicht in den KV einsteigen. Da aber der BPlan für die beiden Entwicklungsflächen dann gewiss auch nicht binnen Jahresfrist erstellt werden könnte, würden diese Flächen nach einem Jahr an Zanders zurückfallen.

    Egal, ob das Vorkaufsrecht ausgeübt wird oder nicht: Triwo (oder ein neuer Interessent) und Zanders werden bzgl. der beiden Entwicklungsflächen nach einem Jahr wohl nochmals in die Verhandlungen einsteigen. Ist das grundsätzliche Interesse der Triwo am Erwerb der beiden Entwicklungsflächen dann noch vorhanden, wird man einen neuen KV abschließen, in den dann die Stadt erneut einsteigen kann. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass man – je nach Bewertung des städtischen Interesses – den Kaufpreis nochmals nach oben “nachjustieren” wird.
    So kühl kalkulierend können Manger sein! Aber es sind halt alles Profis.

    Ich bitte meine Ausführungen nicht falsch zu verstehen. Es sind Schlussfolgerungen aus den Beobachtungen eines Außenstehenden. Als Stadtrat würde ich aber wohl nicht in einer deutlich anderen Wissensposition sein (vom tatsächlichen Kaufpreis einmal abgesehen, wobei ich aber hier unterstelle, dass an den im Umlauf befindlichen Zahlen etwas dran ist).
    Von daher ist eine kritische Auseinandersetzung mit den von allen Beteiligten verfolgten Zielen geboten, um den gesamten Vorgang zum Wohle der Stadt abzuwickeln.

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