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Ein Kommentar zu “Integrationsrat lädt zur Debatte über rechte Parteien”

  1. Torsten Jungbluth

    Insgesamt ist der politische Diskurs in Deutschland auf einem Tiefpunkt, jedenfalls so weit ich mich erinnern kann. Nach allem, was sich in den letzten Jahren so getan hat, muss man bezüglich der Qualtität der Debatte recht skeptisch sein.

    Die journalistische Ankündigung wirft schon einen tristen Schatten voraus: Versuchen die Veranstalter zumindest vordergründig, sich laut Titel mit dem Thema “RechtsAUSSENparteien” zu befassen (was auch immer das bei denen heißt), so werden schon in der Überschrift dieses Artikels mal wieder alle Grenzen verwischt, indem pauschal von rechten Parteien geschrieben wird.

    Das ist natürlich unredlich, und die Zusammensetzung des Podiums zeigt, dass man auf die analoge Welt übertragen möchte, was sich in den sozialen Medien ganz häufig automatisch ergibt: Man möchte sich in seinem Echoraum ausbreiten und sich seiner selbst vergewissern. Mit dem lächerlichen, ja angesichts bspw. von Morddrohungen gegen Maritim-Mitarabeiter sogar infamen Vorwurf, man könne die AfD-Kandidaten nicht einladen, weil Störungen zu befürchten seien, diskreditiert sich die Veranstaltung ebenfalls.

    Dabei ist Tatsache: Die AfD bietet Angriffsfläche zur Demontage wie ein Scheunentor. Aus Sicht der Veranstalter brächten die Kandidaten sogar noch den “Vorteil” mit, relativ unerfahren zu sein. Dennoch will man sich nicht stellen.

    Mit Scheindebatten wie angekündigt (“Schauprozessen” wäre vielleicht -bis jetzt noch- übertrieben), wird man dieser Partei dann dummerweise einmal mehr Wind unter die Flügel blasen.

    Häusler und die Hilflosen auf dem Podium zusammenzutreiben wird wohl die ganze Hoffnungslosigkeit, die von diesem Teil des Parteienspektrums ausgeht, offenbaren.

    Ich wünschte, die Integrationsräte würden ihrem Namen gerecht werden und in Zeiten zunehmender Segregation und Integrationsverweigerung bei ihren Wählern für unsere offene, aufgeklärte Gesellschaft werben. Gab es in dieser Wahlperiode bei den vielen und langen Sitzungen des hiesigen Integrationsrates einen einzigen Tagesordnungspunkt, der sich ernsthaft mit dieser Problematik befasst hätte?

    Ich habe jedenfalls im Sommer in Deutz anlässlich der türkischen Demo nach dem Putsch niemanden aus Bergisch Gladbach getroffen, der sich die vieltausendfachen Rufe, “Allah ist größer als Deutschland” und “Erdogan ist größer als Deutschland” einmal aus erster Hand angehört hätte.

    Und eine Stellungnahme des Integrationsrates? Oder gar eine nüchterne Bestandsaufnahme zur Entwicklung der Integration (oder Desintegration?) in diesem Land?
    Es ist die Frauenunion in der CDU, die sich wenigstens gelegentlich Gedanken darüber macht, dass minderjährige Mädchen nach den Sommerferien nicht in die Schule zurückkommen, weil sie zwischenzeitlich irgendwo in einem Land, dass nicht einmal ihre Heimat ist, verheiratet wurden (was nicht heißen soll, dass es nicht auch hierzulande massenweise “Kinderehen” gibt, wobei der Begriff verwischt, dass grundsätzlich nur ein Kind beteiligt ist). Oder dass Frauen in der Wohnung eingeschlossen werden, wenn der Mann das Haus verlässt (im Extremfall auf seinem Weg zu seinen anderen Frauen). Aber auch in der CDU wird das Thema dann blitzschnell totgeschwiegen. Von den opportunistischen Liberalen, für die solche Zustände eigentlich ein Brot- und Butterthema sein sollten, ist nach langjährigem Schweigen und Wegducken natürlich ebenfalls nichts mehr zu erwarten.
    Und links-rot-grün möchte mehr davon, am besten mit Doppelpass und Wahlrecht.

    Beim “Kampf gegen Rechts” wollen die Vertreter des genannten Parteienspektrums auf dem Podium unter einmal mehr unter sich bleiben. Wenn diese Leute die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie gegen die Gegner einer offenen Gesellschaft repräsentieren, dann Gute Nacht. Im Zusammenhang mit dem Bild von Bergisch Gladbach als Schlafstadt ist das sogar schlüssig.

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