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><channel><title>iGL Bürgerportal Bergisch GladbachKFeldkamp</title> <atom:link href="http://in-gl.de/author/kfeldkamp/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://in-gl.de</link> <description>Nachrichten, Termine, Tipps aus der Metropole des Bergischen Landes. Bürgerjournalisten tragen alles Wissenswerte aus Bergisch Gladbach, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und der Region zusammen. Machen Sie mit!</description> <lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 16:18:13 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <item><title>Flussschifffahrt mit Mord und Geschichtskunde</title><link>http://in-gl.de/2012/03/23/flussschifffahrt-mit-mord-und-geschichtskunde/</link> <comments>http://in-gl.de/2012/03/23/flussschifffahrt-mit-mord-und-geschichtskunde/#comments</comments> <pubDate>Fri, 23 Mar 2012 07:30:50 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Literatur]]></category> <category><![CDATA[Wo]]></category> <category><![CDATA[Rezension]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=32240</guid> <description><![CDATA[Der Slowake Michal Hvorecky ist in Bergisch Gladbach kein Unbekannter. Mehrfach war er Gast beim Forum Ost/West und hat auch zu anderen Gelegenheiten aus seinen Büchern gelesen.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der slowakische Autor Michal Hvorecky ist in Bergisch Gladbach kein Unbekannter.</p><p>Er war mehrfach Gast beim Forum Ost/West und hat auch zu anderen Gelegenheiten in der Stadt aus seinen Büchern gelesen.</p><p>Kürzlich ist sein Roman „Tod auf der Donau“ ins Deutsche übersetzt worden.</p><p>Die Donau ist sicherlich der europäische Schicksalsfluss überhaupt. Besonders natürlich für einen slowakischen Schriftsteller und dessen Herkunftsland. Immerhin wuchs er an diesem Fluss auf und lebte viele Jahre an seinem Ufer.</p><p>Hvorecky, geboren in Bratislava,  besaß jedenfalls den Mut, mit „Tod auf der Donau“ einen vielschichtigen Roman zu schreiben, der zugleich als Liebessgeschichte, Groteske, Krimi und Reisebeschreibung daherkommt. Dennoch gibt er keinerlei  Anlass, ihm vorzuwerfen, zu viel auf einmal gewollt zu haben. Alles fügt sich zusammen zu einer gekonnten Mischung, die zudem noch ganz nebenbei Geschichtsunterricht über diverse Geschehnisse von Jahrhunderten erteilt.</p><p>Und selbstverständlich ist dieser Geschichtsunterricht nicht jener, bei dem sich viele tatsächliche und potentielle Leser in ihrer Schulzeit gelangweiligt haben könnten, denn das Buch lässt in keinem seiner Kapitel Spannung vermissen .</p><p>Die Hauptfigur Martin Roy, diplomierter, aber mittelloser Übersetzer aus Bratislava, muss sich als Tour-Direktor bei einer amerikanischen Kreuzfahrtgesellschaft verdingen. Die Schiffsreisenden, die er bei der Fahrt eines Luxusliners von Regensburg bis zur Mündung ins Schwarze Meer zu betreuen hat, sind mehr oder weniger gebrechliche amerikanische Senioren. Übergewichtig, bequem, dumm, zugleich arrogant und auch wieder dankbar für jedes nicht allzu anstrengende Abenteuer.</p><p><object
width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
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width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/0TYateZ4r9g?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p><p>Als historische Analphabeten vergleichen sie eine Römergründung wie Regensburg mit der Schönheit von Frankfort/Kentucky, wissen nicht, wer Mozart war, und vermuten, das KZ in Mauthausen, sei nicht von Nazis sondern von Kommunisten errichtet worden. Und Barock lassen sie sich als politische Diktatur erklären, die sie ganz gewiss in den USA nicht haben wollen.</p><p>Martin ist abhängig von der abschließenden Beurteilung seiner Fahrgäste. Die am Ende der Reise auszufüllenden Fragebögen werden von seinem Arbeitgeber genauestens ausgewertet und entscheiden über seine Weiterbeschäftigung.</p><p>So bewundert er seine Senioren für ihr umfangreiches Wissen und bedenkt sie überreichlich mit fantasiereichen Komplimenten.</p><p>Damit treibt die Groteske immer wieder auf zwischenzeitliche Höhepunkte kultureller Dekadenz zu. Sie drängen dem Leser unweigerlich die Frage auf, wie lange denn Bürger der USA, der angeblich mächtigsten Nation der Welt dem Untergang noch widerstehen können.</p><p>Nicht von ungefähr führt der Luxusliner den Namen „Amerika“. Die Passagiere werden von einem Schiffskoch, einem jungen ungarischen Pianisten, dem um kein falsches Lob verlegenen Martin und diversem sonstigen Personal mit reichhaltigem Luxus verwöhnt.</p><p>Da nimmt es kaum Wunder, dass die naiven Senioren, sobald sie das Schiff zu wohl organisierten Ausflügen verlassen, willigste Opfer osteuropäischer Geschäftsmacher werden. Für jene gewieften Touristik-Experten ist es ein Leichtes, die jeglicher Realität entrückten Amerikaner mit Billigprodukten übers Ohr zu hauen.</p><p>In den grotesken Reiseroman ist eine nicht gerade unkomplizierte und deswegen nicht weniger spannende  Beziehungsgeschichte eingewoben.</p><p>Mona, Martins einstige Jugendfreundin und spätere Dauergefährtin, erschleicht sich während der Schifffahrt zunächst als blinde Passagierin eine Mitreisegelegenheit. Die Liebe der Beiden beginnt sich erneut zu entwickeln. Gleichzeitig lässt sich Mona auf einen der amerikanischen Passagiere ein.</p><p>Und schließlich liefern zwei Morde, auf die sich die Geschehnisse an Bord zwangsläufig zubewegen, Stoff für einen aufregenden Krimi.</p><p>Nicht nur durch den alkoholsüchtigen Kapitän, der seinen Dienst letztlich gerade noch korrekt versehen kann, wird schon frühzeitig angedeutet, dass die „Amerika“ auf den Untergang zusteuert.</p><p>Immerhin endet wenigstens die Beziehung von Mona und Martin in einem Happy End, allerdings einem weniger glücklichen.</p><p>Insgesamt gelang Michal Hvorecky nach seinen vorherigen nicht weniger lesenswerten Büchern hier ein Roman, der noch umfassender und schonungsloser derzeitige gesellschaftliche Traumwelten lächerlich macht.</p><p>Leser, die sowohl eine spannende Geschichte als auch gut recherchierte historische Lektüre gepaart mit treffenden gesellschaftpolitischen Seitenhieben lieben, werden ihre Freude an dem Buch haben.</p><p>Michal Hvorecky, Tod auf der Donau, aus dem Slowakisch übersetzt von Michael Stavaric, Klett-Cotta Tropen, Stuttgart 2012, 240 Seiten, gebunden, €  19,95</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2012/03/23/flussschifffahrt-mit-mord-und-geschichtskunde/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Bergisch Gladbach: Rückblick 2011 und Ausblick</title><link>http://in-gl.de/2012/01/01/bergisch-gladbach-ruckblick-2011-und-ausblick/</link> <comments>http://in-gl.de/2012/01/01/bergisch-gladbach-ruckblick-2011-und-ausblick/#comments</comments> <pubDate>Sun, 01 Jan 2012 10:32:11 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Wo]]></category> <category><![CDATA[Chronik 2011]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=29447</guid> <description><![CDATA[Auch das Bergisch hatte 2011 seine Höhepunkte. Der anspruchvoll gestaltete GL Rückblick erinnert so an örtliche Ereignisse, dass sich damit zugleich ein ermunternder Blick in die Zukunft auftut. ]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen den Jahren blickt der Deutsche sehnsüchtig und gelegentlich auch im Zorn zurück.</p><p>Überregionalen Medien bieten ihm dazu ausreichend Gelegenheit und führen ihm mit diversen Jahresrückblicken noch einmal erfreuliche und unerfreulichere Highlights des Weltgeschehens vor Augen.</p><p>Aber auch Städte und Gemeinden hatten im vergangenen Jahr ihre Höhepunkte.</p><p><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/12/GL_Rueckblick_2011_Banner.jpg"><img
class="alignleft size-thumbnail wp-image-29452" title="GL_Rueckblick_2011_Banner" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/12/GL_Rueckblick_2011_Banner-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zum Beispiel Bergisch Gladbach, das wegen seiner hohen Kaufkraft und Sehenswürdigkeiten zu den interessantesten deutschen Städten gehört.</p><p>Die GL Verlags GmbH versteht es schon seit einigen Jahren, mit ihrem anspruchvoll gestalteten GL Rückblick so an örtliche Ereignisse der jeweils vergangenen Jahre zu erinnern, dass sich damit zugleich  ein ermunternder Blick in die Zukunft auftut.</p><p>Wenn man die allgegenwärtigen Störfaktoren einfach mal ausblendet:</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">War das nicht ein herrliches Jahr 2011? </span></strong></p><p>Der Sommer verausgabte sich schon im März, die Geschäfte liefen im Regelfall gut und die Stadt Bergisch Gladbach, ihre Menschen und Unternehmen sorgten für Gesprächsstoff ohne Ende.</p><p><strong>Fragt sich nur:</strong> Gestern noch Gegenwart, heute schon Vergangenheit – wer eigentlich hat erlaubt, dass die Zeit so schnell vergeht?</p><p>Gern erinnern sich die Gadbacher an die versammelte Prominenz von Lady Gaga bis Jacky Ickx im Grandhotel Schloss Bensberg.</p><p>Ausgesprochen heftig fiel das Presseecho nach der Pofalla-Attacke auf CDU-MdB <a
title="Alle Beiträge über Wolfgang Bosbach" href="http://in-gl.de/schlagwort/wolfgang-bosbach/">Wolfgang Bosbach</a> aus.</p><p>Ein <a
href="http://in-gl.de/2011/09/08/die-faz-nimmt-sich-bergisch-gladbach-vor/">FAZ-Artikel mit der Wahrheit und dem Wurstseppel</a> versetzte die ganze Stadt in helle Aufregung.</p><p>Im wahrsten Sinne des Wortes holprig ließ sich <a
title="Alle Beiträge über das Pflaster" href="http://in-gl.de/schlagwort/fussgaengerzone/">die Sache mit dem Pflaster in der City</a> an.</p><p>Und das<a
title="Alle Beiträge über Willibert Krüger" href="http://in-gl.de/schlagwort/willibert-kruger/"> „Krüger Jahr“</a> wird vermutlich unvergessen bleiben.</p><p><strong>Erhältlich</strong> ist dieses Jahresgeschichtsheft der besonderen Art bei:</p><p>GL Verlags GmbH, Herman-Löns-Str. 81, 51469 Bergisch Gladbach, Tel.: 02202 – 2828-0 , <a
href="http://www.glverlag.de">www.glverlag.de</a></p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2012/01/01/bergisch-gladbach-ruckblick-2011-und-ausblick/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Geradeaus &#8211; mit Umwegen: Erzählabend zum Mitmachen</title><link>http://in-gl.de/2011/11/07/erzahlabend/</link> <comments>http://in-gl.de/2011/11/07/erzahlabend/#comments</comments> <pubDate>Mon, 07 Nov 2011 20:49:29 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Angebote]]></category> <category><![CDATA[Literatur]]></category> <category><![CDATA[Wo]]></category> <category><![CDATA[Karl Feldkamp]]></category> <category><![CDATA[Stefan Kuntz]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=27337</guid> <description><![CDATA[Einladung zu einem Erzählabend der besonderen Art des Projekts "Das Bergische - Land der Erzähler. Hier dürfen auch Zuhörer miterzählen. Aber sie müssen nicht.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p
style="text-align: left;">Am 19. November 2011 findet um 19.00 Uhr in der Kath. Bücherei St. Severin in 51465 Bergisch Gladbach–Sand, Herkenrather Str.10 ein Erzählabend statt.</p><p
style="text-align: left;">Sieben bergische Erzählerinnen und Erzähler wollen ihr Publikum mit Geschichten aus ihrem Leben unterhalten.</p><div
id="attachment_27358" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/11/Bergische-Erz%C3%A4hler.jpg"><img
class="size-full wp-image-27358" title="Bergische Erzähler" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/11/Bergische-Erz%C3%A4hler.jpg" alt="" width="400" height="230" /></a><p
class="wp-caption-text">Die Bergischen Erzähler Claudia Dietze, Katharina Rempe, Lothar Lawenski, Herbert Stahl, Volker Kammerer, Nicol Adler, Elisabeth Maassen, Vicky Müller (v.l.n.r.)</p></div><p>Seit September 2009 lassen sie sich von Stefan Kuntz und Karl Feldkamp in dem Projekt <a
title="Mehr zu dem Projekt" href="http://in-gl.de/2010/01/04/bergisches-land-land-der-erzahler/">„Das Bergische &#8211; Land der Erzähler</a>“ zu Botschaftern bergischer Erzählkultur ausbilden. Inzwischen haben sie bei mehreren öffentlichen Auftritten ihr Talent getestet und bewiesen.</p><p
style="text-align: left;"><strong>Nicol M. Adler, Claudia Dietze, Lothar Hlavensky, Elisabeth Maaßen, Vicki Müller, Herbert Stahl </strong>und<strong> Katharina Rempe</strong> erzählen von kleinen und großen Umwegen in ihrem Leben und wollen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer animieren, auch etwas aus ihrem Leben zu erzählen.</p><p
style="text-align: left;">Sie berichten,</p><ul><li>warum die Dinge so einfach aus den Supermaktregalen verschwinden,</li><li>wie man es schafft, auf fremdem Boden auf Heimaterde zu stehen,</li><li>warum polnische Studenten mit er Nase an der Windschutzscheibe kleben,</li><li>wie sich aus einem Missgeschick etwas Gutes entwickelt, warum sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt,</li><li>wie eine gute Freundin noch mal mit dem Leben davon gekommen ist,</li><li>warum Mailänder Messer so hervorragend ihren Dienst tun,</li><li>wie der französische Käse Konkurrenz bekam,</li><li>ob Santa Claus wirklich existiert,</li><li>wie ein junger Ire das Geschichten-Erzählen lernt.</li></ul><p
style="text-align: left;">Zuhörer, die Ähnliches erlebten, werden anschließend gebeten, ihre Geschichten zu erzählen. Wer nicht erzählen und vor allem zuhören möchte, ist selbstverständlich ebenfalls herzlich willkommen.</p><p>Der Eintritt ist frei. Einlass ab 18.30 Uhr.</p><p>&nbsp;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2011/11/07/erzahlabend/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>garantiert gefühlsecht: Erster Lyrikband von Petra Schiefer</title><link>http://in-gl.de/2011/10/13/garantiert-gefuhlsecht-erster-lyrikband-von-petra-christine-schiefer/</link> <comments>http://in-gl.de/2011/10/13/garantiert-gefuhlsecht-erster-lyrikband-von-petra-christine-schiefer/#comments</comments> <pubDate>Thu, 13 Oct 2011 18:51:58 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Literatur]]></category> <category><![CDATA[Wo]]></category> <category><![CDATA[Petra Schiefer]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=26012</guid> <description><![CDATA[Die in Bergisch Gladbach tief verwurzelte Künstlerin und Autorin Petra Christine Schiefer  hat ihren ersten Lyrikband veröffentlicht. Genau das richtige Buch für die Nachtlektüre.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/10/garantiert_gefuehlsecht.jpg"><img
class="alignleft size-full wp-image-26030" title="garantiert_gefuehlsecht" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/10/garantiert_gefuehlsecht.jpg" alt="" width="145" height="195" /></a>Wer gewisse lebensspendende sensible Organe vor schädlichen Einflüssen schützen will, ohne ihnen eine lustbetonte Wirkung zu nehmen, der bewirbt sie – so wie Petra Christine Schiefer ihr Buch - mit dem Prädikat „garantiert gefühlsecht“.</p><p>In Schiefers Band mit „gedichten auf biegen und sprechen“ geht es um eine Lyrik verletzlicher Gefühle, die besondere Lust auf Vorlesen macht, denn gerade gesprochen entfalten ihre Gedichte erst die volle Wirkung.</p><p>Wer die Autorin kennt, weiß zudem, dass sie gern und engagiert Theater spielt und eindringlich zu  rezitieren versteht.</p><div
id="attachment_26045" class="wp-caption alignright" style="width: 246px"><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/10/ingridschiefer.jpg"><img
class="size-medium wp-image-26045" title="ingridschiefer" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/10/ingridschiefer-236x300.jpg" alt="" width="236" height="300" /></a><p
class="wp-caption-text">Petra Christine Schiefer</p></div><p>Dennoch lösen ihre Gedichte auch im stillen Leser Wirkungen aus, die in der Autorin entstanden. „auch in mir/regt sich’s zaghaft“ schreibt sie im Eingangsgedicht&#8221; aufbruchstimmung&#8221;,blättert Ängste, Liebe, Freude, Empörung und Wut auf und lässt diese in zumeist kürzeren und daher stark verdichteten Texten nachempfinden.</p><p>Aber auch manches längere Gedicht vermittelt in der Regel erfreulich unkompliziert und unverkünstelt „persönliches“, „sinnliches“, „zwischenmenschliches“, „weltliches“ und „so fort laufendes“ „vom werden“, wie sie es in den Überschriften der fünf Kapitel aufzählt.</p><p>Einige Texte widmet sie Dichtern wie Erich Fried und bildenden Künstlern wie Maria Schätzmüller-Lukas. „alle antennen/ausgefahren“ empfing die Autorin offenbar nicht nur innere sondern auch Umwelt-Signale, denen sie mit ihren Worten ganz eigene Deutungen zuschreibt.</p><p>Dabei versteht sie es, mit Hilfe ihres tiefgründigen Humors  und durch ihre freien Wortmelodien manches eher belastende Gefühl mit Leichtigkeit schwingen zu lassen.</p><p>Selbst Abhängigkeiten, die einer gewissen Tragik nicht entbehren, löst sie zwar nicht auf, findet aber Metaphern, die nicht einmal tragikomisch daherkommen.</p><p>So ist „das glück“ eine wurst/an langer stange hängt’s/vor unsren nasen“. Und wir hecheln ihm ein Leben lang hinterher.</p><p>Selbstverständlich werden auch unangenehme Realitäten nicht ausgespart, da als „alles nichts war/als ein flimmernder bildschirm/blieb ihm nur noch/sich abzuschalten“.</p><p>Petra Christine Schiefer schafft durch ihre Gedichte keine vertröstenden Wunsch- und Traumwelten, obwohl durchaus die Sehnsucht nach solchen gelegentlich durchscheint. Sie greift Alltag auf, gibt ihm durch ihre lyrische Interpretation die ihr eigenen Bedeutungen und wirft damit einen ureigenen Blick auf die Wirklichkeit, die nicht in allem realistisch aber dennoch nie gänzlich unrealistisch daher kommt.</p><p>Ihre Lyrik hebt sich wohltuend von denen der jener gefühlstriefenden Herz-Schmerz-Dichter ab und ist dennoch voller Herz und nie ganz schmerzfrei. Ihr ist damit ein Buch für den Nachttisch gelungen, in das Leser sich vor dem Einschlafen Abend für Abend jeweils in eines ihrer Gedicht vertiefen können. Manchen Text lohnt es sich gar</p><p>mehrfach zu lesen. Und das auch zu früheren Tageszeiten.</p><p>Selbst wenn sich hier eine Frau als Autorin mitteilt, so stecken in dem 95 Seiten umfassenden Gedichtband durchaus auch nachdenkenswerte Anregungen und Dialog-Angebote für Männer.</p><p>Ein äußerlich eher unauffällig aufgemachtes Buch, dessen Inhalt aber viele Leserinnen und Leser verdient, die bereit sind, sich neben reißerischen Krimis und spannenden Erzählungen einmal beschaulicher (aber nicht betulicher) Lyrik zuzuwenden.</p><p><strong>Petra Christine Schiefer<br
/> garantiert gefühlsecht – gedichte auf biegen und sprechen<br
/> Rass‘sche Verlagsgesellschaft,<br
/> Bergisch Gladbach 2011, 95 Seiten, €  12.90</strong></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2011/10/13/garantiert-gefuhlsecht-erster-lyrikband-von-petra-christine-schiefer/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Kinder, unsere Zukunft! Die Zukunft unserer Kinder?</title><link>http://in-gl.de/2011/09/05/kinder-unsere-zukunft-die-zukunft-unserer-kinder/</link> <comments>http://in-gl.de/2011/09/05/kinder-unsere-zukunft-die-zukunft-unserer-kinder/#comments</comments> <pubDate>Mon, 05 Sep 2011 19:29:42 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Schulen]]></category> <category><![CDATA[Soziales]]></category> <category><![CDATA[Stadt]]></category> <category><![CDATA[Wo]]></category> <category><![CDATA[Bildung]]></category> <category><![CDATA[Debatte]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=24059</guid> <description><![CDATA[Zeit für eine Bildungsdebatte: Auch bei uns verrotten Schuldächer, verhindert politischer Streit Fortschritt, wachsen Schulden. Damit unsere Kinder eine glückliche Zukunft haben und unsere glückliche Zukunft werden, müssen wir die Bedingungen schaffen.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/09/Kinder-Kindergarten.jpg"><img
class="alignright size-full wp-image-24066" title="Kinder-Kindergarten" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/09/Kinder-Kindergarten.jpg" alt="" width="150" height="140" /></a>In nahezu allen politischen Sonntagsreden werden Kinder als unser aller Zukunft beschworen. Sie gelte es zu fördern und bei allem politischen Handeln zu bedenken. Nicht von ungefähr lassen sich Politiker von ihnen Blumensträuße schenken, mit Papierfähnchen zuwinken und nehmen die Kleinen sehr gern auf den Arm. Und das ganz im doppelten Sinn dieser Handlung. Als Kinderfreund, der ihnen häufig leere Versprechungen macht.</p><p>Wir Gegenwärtigen, hört der Bürger sie predigen, sollten uns nicht dadurch schuldig machen, dass wir den zukünftigen Staatsbürgern Schulden, eine ausgebeutete Umwelt und falsche Werte hinterlassen.</p><h3>Politischer Streit verhindert Forschritte</h3><p>Auch in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis verrotten Schuldächer, werden immer mehr Naturflächen versiegelt, verhindern politische Streitereien den Fortschritt und werden Schulden angehäuft.…</p><p>Ein Bildungssystem, das Kinder auf die Zukunft vorbereiten will, lässt die Schüler für Klausuren einen Stoff pauken, der ihnen nicht einmal theoretisch vermittelt, wie sie im wirklichen Leben vorankommen können.</p><h3>Sparkurs geht zu Lasten der Familien und Kinder</h3><p>Zu wenige Religionslehrer, Sozialkundler und musische Fachlehrer reden in zu wenigen Schulstunden von menschlichen Werten, die sie in der heutigen Ellenbogengesellschaft selbst kaum vorleben und vorleben können.</p><div
id="attachment_11484" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2010/11/ganztagsschule.jpg"><img
class="size-medium wp-image-11484" title="ganztagsschule" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2010/11/ganztagsschule-300x215.jpg" alt="" width="250" height="180" /></a><p
class="wp-caption-text">Kampagne des Bundesbildungsministeriums</p></div><p>Zumal Schule eher als nicht gerade gerechte gesellschaftliche Auswahlanstalt fungiert, die nicht gleiche Chancen gewährt, sondern ungleiche Chancen zuteilt.</p><p>Politiker ergehen sich in Kämpfen, in denen es oft eher um Machtgewinn geht als um das Wohl der Wähler. Schildbürgerliche Trauerspiele, wie das um <a
title="Alle Beiträge über den Pflasterstreit" href="http://in-gl.de/schlagwort/fussgaengerzone/">das Pflaster der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone</a> beweisen im Kleinen, was in Berlin und in Europa im Großen an Machtspielen inszeniert wird.</p><p>Die kommunalen Jugendämter sind nicht ausreichend besetzt und deren Mitarbeiter daher überlastet. Sie agieren kostenbewusst und in ständiger Angst, ihre Verantwortung für die betroffenen Familien und Kinder nicht fachgerecht wahrnehmen zu können.</p><p>In Kindertagesstätten kommen aus Einspargründen immer weniger Betreuungskräfte auf immer mehr Kinder. Und bis vor wenigen Wochen galt im kinderfeindlichen Deutschland Kinderlärm noch als Umweltbelastung und nicht als Zukunftsmusik.</p><pre><strong><strong><a href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2010/09/Bürgertiterview_Urbacheinzel_3.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8449" title="Bürgertiterview_Urbacheinzel_3" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2010/09/Bürgertiterview_Urbacheinzel_3-150x150.jpg" alt="" width="90" height="90" /></a></strong></strong><a href="http://in-gl.de/2010/10/01/urbach-interview/"><strong>Bürgermeister Lutz Urbach</strong> erklärt im Bürgerinterview,
warum die Schultoiletten stinken -
und warum die Fußgängerzone neue geplastert wird,
gleichzeitig aber bei den Jugendzentren gespart wird.</a></pre><p>Manche Banken zockten und zocken nach Spielkasinoart mit dem Geld, das auch für Kinder zurückgelegt wurde. In der Finanzwirtschaft, aber auch in manchen anderen Wirtschaftsbranchen geht es nur darum, den schnellen Euro zu machen. Und zwar sofort. Und nach uns die Sintflut, auch wenn unsere Kinder darin ertrinken.</p><h3>Jeder 3. Schüler leidet an depressiven Stimmungen</h3><p>Medien suggerieren, Kinder seien vor allem eine Last, die sehr viel Geld kostet. Kinder gefährden somit den Wohlstand möglicher zukünftiger Eltern.</p><p>Andererseits werden sie auch heute noch als Erlöser gesehen, die in der Zukunft als Erwachsene das Neue und Erlösende bringen sollen, das ihre Elterngeneration nicht mehr schaffte, aber im Alter noch genießen möchte.</p><p>Die Berichte der Tagesschau über atomare und Umwelt-Katastrophen, Kriege, Kinderarmut, schwere Unfälle, Kindesmissbrauch haben wenig Ermunterndes.</p><pre><strong><a href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/02/ncg_eingang.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-16395" title="ncg_eingang" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/02/ncg_eingang-300x225.jpg" alt="" width="250" height="180" /></a>Lesen Sie mehr:</strong>
<a href="http://in-gl.de/2010/11/16/schul-standorte/">Was aus unseren Schulen wird</a>; <a href="http://in-gl.de/2011/01/18/was-aus-unseren-schulen-wird2/">Update</a>
<a href="http://bit.ly/gWUjub">Entwurf des Schulentwicklungsberichtes</a>
<a href="http://in-gl.de/2010/11/17/ganztagsschul/">Was in der OGS falsch läuft</a>
<a href="http://in-gl.de/schlagwort/schulen/">Alle Beiträge über Schulen</a>
<a href="http://in-gl.de/2010/10/26/fakten-und-zahlen-jugendarb/">Wie bei den Jugendzentren gespart wird
</a><a href="http://in-gl.de/stadtfuhrer/jugendzentren/">Alle Jugendzentren in Bergisch Gladbach</a>
<a href="http://in-gl.de/2010/10/26/schlagwort/jugendarbeit/">Alle Beiträge zur Jugendarbeit</a></pre><p>Kein Wunder, also, dass <a
href="http://mail.dak.de/ps.nsf/sbl/BA6BCE846C6A12B3C125787800320D7C?open">laut einer aktuelle Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK)</a> jeder dritte Schüler an depressiven Stimmungen leidet und nach anderen Studien mehr als zwanzig Prozent der Kinder in der Bundesrepublik als psychisch gestört gelten.</p><p>Die Anzahl von Selbstmorden bei Kindern und Jugendlichen ist erschreckend hoch.</p><p>Nun hat allerdings jedes unter depressiven Verstimmungen leidende Kind sicherlich seine eigene persönliche Geschichte. Und es wäre unzulässig, alles auf die Politik und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu schieben.</p><h3>Wir alle müssen bessere Bedingungen für Kinder schaffen</h3><p>Aber hart arbeitende alleinerziehende Mütter, Eltern, die aus beruflichen Gründen sich nur unzureichend um ihre Kinder kümmern können, Mängel im Bildungssystem, die Benachteiligung von Kindern bildungsferner Schichten und die von erwachsenen Siegertypen vorgelebte Ellenbogengesellschaft tragen mit Sicherheit nicht zum Optimismus unserer Kinder bei.</p><p>Damit sie eine glückliche Zukunft haben und unsere glückliche Zukunft werden, müssen wir alle – Eltern, Lehrer, Ärzte, Journalisten, Politiker, Banker und Unternehmer – jeder an seiner Stelle &#8211; ihnen in der Gegenwart bessere Vorbedingungen auf ein aussichtsreiches Leben schaffen. Packen wir’s an.</p><p>Zum Glück engagieren sich in Bergisch Gladbach bereits viele Ehrenamtler und Unternehmer für ihre Stadt. Doch von ihnen gibt es nie genug.</p><h3>Haben Sie Vorschläge, wie wir das Thema angehen können?<br
/> Wo sehen Sie die Probleme? Debattieren Sie mit!</h3><ul><li>unten im Kommentarfeld</li><li><a
href="http://www.facebook.com/#!/groups/politik.bergisch.gladbach/">in der Facebookgruppe &#8220;Politik in Bergisch Gladbach&#8221;</a></li><li><a
href="http://www.facebook.com/#!/groups/jung.in.bergisch.gladbach/">in der Facebookgruppe &#8220;Jung in Bergisch Gladbach&#8221;</a></li></ul><p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br
/> Dieser Beitrag erschien zuerst in GL kompakt</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2011/09/05/kinder-unsere-zukunft-die-zukunft-unserer-kinder/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Gekichert und gejammert</title><link>http://in-gl.de/2011/08/31/gekichert-und-gejammert/</link> <comments>http://in-gl.de/2011/08/31/gekichert-und-gejammert/#comments</comments> <pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:14:11 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Bensberg]]></category> <category><![CDATA[Literatur]]></category> <category><![CDATA[Wo]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=23990</guid> <description><![CDATA[Da saß ich. Mitten zwischen den Generationen. Ein rüstiger Rentner, der Straßenbahn fährt, weil hier das wahre Leben tobt. Vor mir drei Damen meiner Generation. Hinter mir wurde hemmungslos gekichert.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><span
class="drop-cap">D</span>a saß ich. Mitten zwischen den Generationen. Ein – wie ich hoffe – noch äußerst rüstiger Rentner, der von Bensberg nach Köln gern Straßenbahn fährt, weil in der Bahn das wahre Leben tobt.</p><p>Vor mir drei Damen meiner Generation. Eine, die Haare schwarzglanzgefärbt, die andere versteckte ihre blaugespülte Hochfrisur unter einem schwarz-grünen Trachtenhut. Die dritte trug das Haar hellgrau, wie Gott es ihr im Laufe der Jahre schuf.</p><p>Hinter mir wurde hemmungslos gekichert. Über Lehrer, Jungs, uncoole Altersgenossinnen, und krasses Elternverhalten.</p><p>Um nicht Opfer des Gekichers zu werden, drehte ich mich nicht um und konnte daher nur vermuten, dass hinter mir mindestens vier temperamentvolle Vertreterinnen der übernächsten Generation ihren Spaß hatten</p><p>Die drei Damen vor mir hielten lautstark mit Gejammer dagegen. „…und, weißt du“, empörte sich die unterm Trachtenhut, „was die Enkelin meiner Freundin, die immerhin zweiundsiebzig ist, gesagt hat? Sie habe keinen Bock auf kranke Omas. Dabei hat die Ärmste schwerste Arthritis.“</p><p><span
class="drop-cap">D</span>ie Schwarzhaarfrisur wankte. „Sowas würde mein Enkel sich nicht trauen. Der weiß, bei mir gibt’s was zu erben.“ Triumphierend nickte die Grauhaarige. „Wenn die erst unser Alter haben, kommt der Schmerz freiwillig zu ihnen. Ich krieg‘ übrigens `ne neue Hüfte. Ist total verschlissen.“ Gelassen winkte die Trachtenbehütete ab. „Hab‘ ich schon. Titan mit Kunststoff. Vom Chefarzt eingesetzt. War nicht billig. Da lebte mein Mann noch. Hatte ne gute Rente.“</p><p>Hinter mir steigerte sich das Gekicher. Die drei Damen drehten sich ruckartig um.</p><p>Gerade behauptete eine besonders piepsige Stimme, ihr gutaussehender Lehrer, Sven hieß er, würde ihr immer auf den Busen schielen. „Macht der bei mir auch.“ Ließ eine Heisere wissen. Und eine dritte behauptete kühn, sie trage zwar nicht deswegen tiefe Ausschnitte, aber Sven werde immer so schön rot, wenn er sie ansehe.</p><p>Entrüstet sah mich die Schwarzhaarige an. „Bei denen möchte ich nicht Lehrer sein…“ „Lieber Lehrkörper bei Teenagern als Altenpfleger bei denen…“ dachte ich, grinste und nickte den Damen aufmunternd zu. Wie auf Kommando drehten sie sich wieder um.</p><div
id="attachment_20101" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/05/Karl-Feldkamp.jpg"><img
class="size-medium wp-image-20101" title="Karl Feldkamp" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/05/Karl-Feldkamp-245x300.jpg" alt="" width="245" height="300" /></a><p
class="wp-caption-text">Karl Feldkamp</p></div><p>Hinter mir wurde geprustet. Vorsichtig wandte ich mich um und lachte. Es waren nur drei Teenies. Eine blonde Lolita klimperte mit ihren verlängerten Wimpern. „Na, findste doch auch lustig, Opa. Oder?“</p><p><span
class="drop-cap">D</span>ie mit dem natürlichen Grauhaar legte ihre Stirn in Sorgenfalten.. „Machen Sie sich nichts draus, junger Mann. Die haben heute einfach keinen Respekt mehr vorm Alter.“</p><p>Wieder nickte ich lächelnd, während hinter mir noch lauter gekichert wurde.</p><p>Zum Glück setzte sich in dem Moment ein jüngerer Mann neben mich. „Sieht von hinten aus wie Sven. Ist der nicht süß.“ Piepste es von hinten.</p><p>Mein Sitznachbar sah mich von der Seite an, blickte sich dann in aller Ruhe um und lachte. „Na, ihr Drei. Sagen wir, in zehn Jahren, da könnte ich was mit euch Süßen anfangen.“</p><p>Bis auf dröhnende Fahrgeräusche herrschte plötzlich Stille in der Bahn.</p><p><span
class="drop-cap">D</span>ie Schwarzhaarige sah meinen jungen Sitznachbarn an und ordnete instinktiv ihre Frisur, neben ihr wurde der Trachtenhut schiefer ins Gesicht gezogen und die Grauhaarige schlug die Augen nieder.</p><p>Just in diesem Augenblick verließ die Bahn ihren Tunnel und Frühjahrssonne, ein wenig blaß noch, schien allen ins Gesicht.</p><p>Die Grauhaarige blickte unverhohlen meinem Nachbarn ins Gesicht. „Wird jetzt wohl doch bald Frühling.“</p><p>Grinsend wollte ich Lästerliches über den sogenannten dritten Frühling anmerken. Verkniff mir das aber.</p><p>Als mein Banknachbar aussteigen wollte, sah er sich die Teenager noch einmal in aller Ruhe an. Die genossen das leicht verlegen. Dann flüsterte er mir zu: „Sven heiße ich zwar nicht. Aber Lehrer bin ich schon.“</p><p>Ich kann es nicht verhehlen: Ob seiner Souveränität ließ er mich mit Neidgefühlen zurück. Die plagten mich auch noch, als die Teenager drei Stationen später sich winkend und nur mit „Tschüss“ anstatt mit „Tschüss Opa“ von mir verabschiedeten.</p><p><span
class="drop-cap">Z</span>wei meiner Altersgenossinnen fuhren, wie ich mithörte, zum Orthopäden, die Trachtenbehütete zu ihrem Mann auf dem Friedhof, während ich vor ihnen am Heumarkt ausstieg.</p><p>Um in die Sonne blinzeln zu können, setzte ich mich, auch wenn es draußen noch reichlich frisch war, an einen Tisch vor ein Altstadt-Cafè.</p><p>Eine junge schwarzhaarige Schönheit im Minirock, mit Miniservierschürze und einer Decke kam auf mich zu. „Eine Wolldecke für Sie, Signore. Mein Opa kann Kälte auch nicht gut ab.“</p><p>„Nein, danke!“ Meine Stimme muss sehr barsch geklungen haben, denn sie sah mich verzweifelt und erschrocken an.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2011/08/31/gekichert-und-gejammert/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Wahn &amp; Sinn (3): Der Artistiker</title><link>http://in-gl.de/2011/05/04/der-artistiker/</link> <comments>http://in-gl.de/2011/05/04/der-artistiker/#comments</comments> <pubDate>Wed, 04 May 2011 14:16:49 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Literatur]]></category> <category><![CDATA[Buchtipp]]></category> <category><![CDATA[Karl Feldkamp]]></category> <category><![CDATA[Lesung]]></category> <category><![CDATA[Wort & Kunst]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=20098</guid> <description><![CDATA[Karl Feldkamp gehört zu den bekanntesten Autoren Bergisch Gladbachs. In der neuen bergischen Anthologie schreibt er über einen Mann am Abgrund. Lesen Sie selbst.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Am 6. Mai stellt „Wort &amp; Kunst“ eine neue bergische Anthologie unter  dem Titel “Wahn und Sinn” vor. Wir präsentieren ausgewählte Geschichten  aus dem Band vorab.<br
/> <a
href="../2011/05/02/zwischen-wahn-und-sinn/">Mehr Informationen zu dem Projekt</a>, siehe auch unten</p><h3>Karl Feldkamp</h3><p><strong> </strong></p><h2>Der Artistiker</h2><p><span
class="drop-cap">A</span>ls ich Ewald besuchen wollte, sagte mir die Stationsschwester, er habe das Krankenhaus entgegen der ärztlichen Anordnung auf eigenen Wunsch verlassen.</p><p>Sofort fuhr ich mit meinem Auto zum Schillerpark.</p><p>Dort beobachtete ich ihn öfter bei seinen Balanceakten.</p><p>Wie an fast allen Sommerabenden saßen Lorbachs, ein altes Paar mit Rauhaardackel, auf der Parkbank unter der Blutbuche. Auch sie hatten Ewald seit Tagen nicht mehr  gesehen. Der alte Lorbach strich sich die grauen Haare aus dem Gesicht, rückte seine Hornbrille zurecht und streichelte über das struppige Fell seines Hundes.</p><p>„Ein Auto soll ihn angefahren haben, als er vom Geländer auf die Straße stolperte. Meinhard hat es uns erzählt. Sie wissen, dass der dahinten am Kriegerdenkmal immer bettelt. Nunja, Ewald wollte immer unberechenbar sein wie das Leben. Wird seine Gründe dafür gehabt haben.“</p><p>Frau Lorbach streichelte ihrem Alten die Hand und nickte lächelnd. „Männer brauchen riskante Abenteuer.“</p><div
id="attachment_20101" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a
href="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/05/Karl-Feldkamp.jpg"><img
class="size-medium wp-image-20101" title="Karl Feldkamp" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/05/Karl-Feldkamp-245x300.jpg" alt="" width="245" height="300" /></a><p
class="wp-caption-text">Karl Feldkamp</p></div><p><span
class="drop-cap">E</span>wald balancierte an einem ziemlich heißen Sommernachmittag im letzten Jahr neben mir auf dem niedrigen Eisengeländer, das die Rasenflächen des Schillerparks einfasst. Er unterbrach seinen leisen Singsang, der nach Trauermarsch klang. Die Worte, die er sang, gehörten zu einer fremden Sprache, die vermutlich nur er verstand. „Musik lässt dich Balance halten.“ Er lachte, begann zu singen,  um mit den Armen rudernd weiter zu balancieren, einmal um das Rasenstück herum, bis er nach Luft schnappend, erneut vor mir stand und sich seine langen, angegrauten Haare über die schmalen Schultern warf.</p><p>„Ohne Musik läge ich längst im Abgrund.“</p><p>Mit seinem mageren, langen Zeigefinger wies er auf den Rasen neben dem Geländer.</p><p>„Gibt auch Untiefen in den Abgründen. Bin zur See gefahren. Untiefen sind gefährlich. Nichts ist schlimmer, als mit tiefem Fall zu rechnen und sofort aufzuschlagen.“</p><p>Er lachte, konnte sich nicht auf dem Geländer halten, fiel, stolperte und fing sich.</p><p>„Das Leben ist nicht wirklich lustig! Aber man kann wenigstens so tun.“</p><p>Achselzuckend stieg er wieder auf das niedrige Eisengeländer.</p><p>Artistiker sei er, einer, der Gleichgewicht suche, erklärte er und setzte sich nach einer weiteren Balancerunde zu mir auf die Parkbank. Im Gleichgewicht zu leben, sei das Wichtigste.  Er holte Luft, stand auf, stieg wieder auf das Geländer, balancierte ein paar Schritte und versuchte auf dem Geländer stehen zu bleiben.</p><p>„Wenn man weitergeht, kann man das Gleichgewicht besser halten. Gehen Sie doch bitte ein paar Schritte mit.“</p><p>Widerwillig stand ich von der Bank auf und ging neben ihm her.  Er fiel in seinen Singsang und stützte sich zwischendurch mit seiner Hand auf meiner Schulter  ab. Plötzlich unterbrach er seinen Trauergesang, legte mir beide Hände auf die Schulter, drehte mich zu sich um und sah mir in die Augen.</p><p>„Mit einem Begleiter kann man das Gleichgewicht besser halten als mit Musik.“</p><p>Dann stieß er mich zurück und ging, ohne sich einmal umzusehen, quer über die Rasenfläche und die viel befahrene Straße in eine enge Gasse. Autofahrer bremsten quietschend, hupten, drohten mit der Faust.</p><p><span
class="drop-cap">E</span>wald ließ sich nicht aufhalten.</p><p>Am nächsten Sonntag machte ich nach dem Mittagessen meinen gewohnten Verdauungsspaziergang. Als ich mich auf die Bank setzte,  balancierte Ewald hinter mir.</p><p>Ich blickte mich um, er ruderte mit den Armen, sprang vom Geländer, ging um die Bank herum, blieb wütend vor mir stehen.</p><p>„Sie bringen mich aus dem Gleichgewicht. Ich kann nicht gleichzeitig singen und mit Ihnen reden!“</p><p>„Tut mir leid. Aber ich kann nicht mitsingen. Ich kenne weder Text noch Melodie.“</p><p>„Ist ein Gute-Nacht-Lied in Kindersprache.“</p><p>Mit dem Handrücken wischte er sich schnell über die Augen und lächelte.</p><p>„Geben Sie sich keine Mühe, Erwachsene können die Sprache nicht verstehen.“</p><p>Langsam ging er zum Geländer zurück und versuchte, ohne zu singen, das Gleichgewicht zu halten.</p><p>„Sehn Sie, es geht nicht.“</p><p>Als ich den Park verließ, mühte er sich immer noch.</p><p><span
class="drop-cap">N</span>ach dem Gespräch mit Lorbachs fuhr ich noch einmal ins Krankenhaus. Die Stationsschwester begleitet mich zum Krankenzimmer.</p><p>„Hier, der Herr Naujoks hat mit ihm fast eine Woche das Zimmer geteilt.“</p><p>Der ältere Herr gab mir lächelnd die Hand.</p><p>„Morgen werde ich entlassen.“</p><p>Ob er denn wüsste, wohin Ewald gegangen sein könnte. Herr Naujoks schüttelte den Kopf.</p><p>„Nicht ein Wort hat der mit mir geredet. Nicht eines. Nur beim Einschlafen sang er immer leise ein Lied. Aber das kannte ich nicht.“</p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li><a
href="../2011/05/02/zwischen-wahn-und-sinn/">Was Sie über “Wahn und Sinn” wissen müssen</a></li><li><a
href="http://in-gl.de/schlagwort/karl-feldkamp/">Alle Beiträge über Karl Feldkamp</a></li><li><a
href="http://www.kulturserver-nrw.de/-/user/detail/256">Karl Feldkamp beim Kulturserver NRW</a></li><li>Literatical:  Bei dieser szenischen Lesung werden die Stücke durch Musik,  Stimme und  Pantomime verfremdet, sodass eine neue literarische Qualität  entsteht.  Die Veranstaltung findet statt am<strong> 6. Mai, 19.30 Uhr im Bensberger Rathaus</strong>, Eintritt frei</li><li>Das Buch (ISBN 978-3-940171-14-6) gibt es im Buchhandel und bei <a
href="../2011/05/02/2011/05/02/zwischen-wahn-und-sinn/www.rass.de">Rass</a></li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2011/05/04/der-artistiker/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Vom Leuchtturm zum Leuchtfeuer</title><link>http://in-gl.de/2011/02/01/vom-leuchtturm-zum-leuchtfeuer/</link> <comments>http://in-gl.de/2011/02/01/vom-leuchtturm-zum-leuchtfeuer/#comments</comments> <pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:25:52 +0000</pubDate> <dc:creator>KFeldkamp</dc:creator> <category><![CDATA[Innenstadt BGL]]></category> <category><![CDATA[Kultur]]></category> <category><![CDATA[Wo]]></category> <category><![CDATA[Etat 2011]]></category> <category><![CDATA[Villa Zanders]]></category><guid
isPermaLink="false">http://in-gl.de/?p=15380</guid> <description><![CDATA[Die Villa Zanders ist für Bergisch Gladbach ein kultureller Leuchtturm. Sie präsentiert Kunst aus und auf Papier und ist ein Aushängeschild der Papier-Stadt. Dennoch ist ihre Existenz durch kommunale Einsparzwänge gefährdet.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Was wird aus der Villa Zanders?</p><p>Für Bergisch Gladbach ist sie ein kultureller Leuchtturm. Die städtische Galerie Villa Zanders, die Kunst aus und auf Papier der Öffentlichkeit der einstigen und jetzigen Papier-Stadt Bergisch Gladbach präsentiert. Einst Wohnhaus der Papierhersteller-Familie Zanders, gilt sie vor allem auch in der Region und darüber hinaus als ein Haus wertvoller Sammlungen und beachtenswerter Ausstellungen.</p><p>Allerdings in Bergisch Gladbach haben Bürger sowie Repräsentanten der Kommune diesen Wert offenbar noch nicht erkannt.</p><p>In jedem Fall hat dieser Leuchtturm den kommunalen Kulturpoltikern offenbar noch nicht den richtigen Weg zum Erhalt dieses Kulturortes gezeigt.</p><p><a
rel="attachment wp-att-15387" href="http://in-gl.de/2011/02/01/vom-leuchtturm-zum-leuchtfeuer/villazanders12-2010aufm-3/"><img
class="alignleft size-full wp-image-15387" title="VillaZanders12-2010Aufm" src="http://in-gl.de/wp-content/uploads/2011/02/VillaZanders12-2010Aufm.jpg" alt="" width="230" height="201" /></a>Der jetzige Leiter und Museumsreferent  Dr. Wolfgang Vomm, seines Zeichens Kunsthistoriker und Kunstkenner mit profundem Wissen, wird demnächst aus Altersgründen aus seinem Amt ausscheiden. Ein gegebener Anlass für die Stadt, nicht nur Personal sondern auch Qualität einzusparen und den einstigen Leuchtturm in ein schwaches Leuchtfeuer zu verkleinern, das jederzeit verlöschen kann.</p><p>Seit Jahren werden die kulturellen Veranstaltungen sowie die Aufsicht während der Ausstellungen personell und finanziell maßgeblich vom Förderverein „Galerie &amp; Schloss“ getragen. Bei der Finanzierung helfen durch den Verein eingeworbene Sponsoren. Der Eigentümer Stadt Bergisch Gladbach finanziert Personal- und Gebäudekosten.</p><p>Da die Stadt – wie alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen – sparen muss, gibt es Überlegungen, die Villa dem Förderverein zu überlassen. Über die Bedingungen wird seit Monaten erfolglos verhandelt, zumal die Stadt auf Einnahmen aus der Vermietung der Erdgeschossräume nicht verzichten will. Diese Einnahmen wären aber für den Verein notwendig, wenn er die Villa so betreiben will, dass sie für kunstinteressierte Besucher attraktiv bleiben soll.</p><p>Zurzeit hüllt sich die Politik und Verwaltung der Stadt in Schweigen. Bürgermeister Lutz Urbach gibt weitgehend ausweichende Interviews und auf einen offenen Brief einer Gruppe, die sich im vergagenen Jahr damit für den Erhalt der Villa einsetzte, haben abgesehen von den „GRÜNEN“ weder die Fraktionen noch die Stadtverwaltung geantwortet.</p><p>Aber aus der politischen Gerüchteküche lässt sich vernehmen, man wolle die Villa „gegen die Wand fahren lassen“.</p><p>Alte Leuchttürme lassen sich – zumindestens an der Küste &#8211; gut als attraktive Wohnimmobilien verkaufen.</p><p>Aber Bergisch Gladbach ist ja keine Küstenstadt.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li><a
href="http://in-gl.de/schlagwort/villa-zanders/">Alle Berichte über die Villa Zanders</a></li><li><a
href="http://www.villa-zanders.de/htdocs_de/home/index.html">Website der Villa Zanders</a></li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://in-gl.de/2011/02/01/vom-leuchtturm-zum-leuchtfeuer/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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