Das Bestattungshaus Pütz-Roth gehört mit seiner bahnbrechenden Arbeit zu den ganz großen Aushängeschilder Bergisch Gladbachs. Doch eine der größten Erfolgsgeschichten, die im Umfeld der Trauerakademie von Pütz-Roth ihren Ausgang nahm, ist eine eher leise, ehrenamtliche Einrichtung:

DOMINO – Zentrum für trauernde Kinder e.V.

Mehr als 300 Kindern und Jugendlichen hat Domino in den zehn Jahren seit seiner Gründung zur Seite gestanden, hat inzwischen Gruppen in Leverkusen sowie Köln und ist Vorbild für viele ähnliche Einrichtungen bundesweit geworden. Eine Leistung, die gar nicht hoch genug zu schätzen ist – und mit einem großen Familienfest am Samstag gebührend gefeiert werden sollte.

Hauptmotoren von Domino sind nach wie vor Mitbegründer und Jürgen Kurth und Christel Gattinger-Kurth, die als pädagogische Leiterin bei Domino arbeitet. Vor zehn Jahren, als der Verein mit drei Kindern und drei Mitarbeitern begann, habe es keine Angebote für trauernde Kinder oder Jugendliche gegeben. Zur Zeit kümmern sich rund 50 Mitarbeiter, darunter Ehrenamtler und Honorarkräfte, um rund 70 Kinder und Jugendliche. Trotz der Dependancen in Leverkusen und Köln gibt es eine Warteliste.

Denn die Hilfe von Domino ist oft die letzte Rettung. Nach dem Tod eines Angehörigen, des Vater oder der Mutter, eines Geschwisterkindes ziehen sich die Freunde und Klassenkameraden oft zurück. Sie wissen nicht, was sie sagen, wie sie sich verhalten sollen, schildert Domino die Ausgangslage vieler trauernder Kinder. Und auch in der Familie sei es schwer, miteinander über den Tod zu sprechen. Häufig seien die Angehörigen erdrückt von ihrem eigenen Schock, ihrer Trauer und dem Gefühl des Verlusts.

An diesem Punkt kann Domino Hilfe leisten. Hier finden Kinder und Jugendliche eine Vertrauen einflößende, geschützte Umgebung, in der es ihnen möglich ist, ihre Trauer auszudrücken. Hier können sie ihre Gefühle mit anderen Kindern oder Jugendlichen teilen. Und sie erfahren, dass sie weder allein noch „anders“ sind.

Dabei trauern Kinder ganz anders als Erwachsene. Momente tiefer Trauer wechseln ab mit längeren Phasen der Unauffälligkeit. Es ist wie ein Hinein- und Herausschlüpfen aus dem Trauerprozess, berichten die Domino-Experten. Oft besteht ihre Trauerarbeit in Spielen, Malen, Schreien. Dafür stellt Domio kreative Ausdrucksformen, Methoden und Techniken zur Verfügung, aber auch Sandsäcke, „Wutbrocken“ und „Zornziegel“ zum gezielten Abbau ihrer Aggression und Wut.

Den Jugendlichen wird in separaten Gruppen ein flexibles Programm geboten, in dem sie die Trauerangebote mitgestalten können und Raum für Gespräche haben. Jede Gruppe besteht aus maximal 12 Teilnehmern. Am Anfang jedes Treffens steht der Eröffnungskreis mit der rituellen Vorstellung, es folgen ein Trauerangebot mit anschließender Freispielphase und nach etwa anderthalb Stunden der Abschlusskreis.

Diese beharrliche Arbeit zeigt in aller Regel Erfolge. „Nach ein bis anderthalb Jahren entlassen sich die Kinder dann meist selbst, weil sie die Trauerarbeit nicht mehr brauchen,” sagt Trauerbegleiterin Gattinger-Kurth.

Quellen und weitere Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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