Frank Gerritz: Coded Connection / Geteilte Meinung, 2012 Paintstick auf eloxiertem Aluminium. © VG BILD-KUNST Bonn, 2016

Schwarz (von althochdeutsch swartz ‚schmutzfarbig‘, ursprünglich ‚im Dunklen liegend‘) wird oft mit negativen Assoziationen und Gefühlen in Verbindung gebracht. Andererseits verfügt kaum eine andere Farbe als Schwarz – von der oft behauptet wird, dass es gar keine Farbe sei – über ein vergleichbar reiches Spektrum und eine solche Intensität und Symbolkraft. Bis heute beansprucht sie in der Kunst eine Sonderstellung.

Viele große Künstler von Rubens bis Rembrandt zeigten sich geradezu besessen vom Schwarz und seiner Fähigkeit zu einer im wörtlichen wie übertragenen Sinne unvergleichlichen Tiefe. Auch die Moderne machte sich die spirituelle Dimension des Schwarz zunutze. Sowohl Kasimir Malewitsch als auch Ad Reinhardt glaubten, mit schwarzen Bildern die „allerletzten Bilder, die letzten, die man irgend machen kann“ gemalt zu haben. In diesem Zusammenhang spricht man sogar von einer „Farbmystik der Moderne“, die mit der Farbe Schwarz in direktem Zusammenhang steht.

Michael Wittassek: Fotoinstallation, 2016. sw-Fotografie Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Copyright: Michael Wittassek

Schwarz ist die Farbe der Existenzialisten. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts widmeten Künstler dieser Farbe große Werkgruppen oder gar ihr ganzes OEuvre. Pierre Soulages schuf den Begriff des „outrenoir“ – Überschwarz – das über das gewöhnliche Schwarz hinaus zu gelangen versucht. Er zeigte, dass der Farbe Schwarz Dichte genauso anhaftet wie eine subtile Durchsichtigkeit.

Seine Beschäftigung mit Schwarz kommt daher einer Huldigung an die Dunkelheit gleich, die ihr Leuchten oder Strahlen eher nach innen als nach außen richtet.

Die neue Ausstellung im Kunstmuseum Villa Zander beweist, dass die Möglichkeiten der Farbe Schwarz noch lange nicht ausgeschöpft sind. Vielmehr hat sich die erstaunliche Wandlungsfähigkeit dieser unbunten Farbe in neue Bereiche erweitert. Acht junge Positionen erkunden ihre symbolhaltigen Facetten und Farbwerte in den verschiedensten Medien wie Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Film und Installation.

Barbara Dörffler – Fotografie
Lucas Fastabend – Fotografie
Frank Gerritz – Skulptur/Zeichnung
Sebastian Jochum – Installation
Alice Musiol – Installation
Nadine Poulain – Film
Nisrek Varhonja – Zeichnung
Michael Wittassek – Fotografie

Dabei zeigt sich, dass Schwarz nicht gleich Schwarz ist. Im Schwarz ist gleichsam der gesamte Kosmos enthalten.

Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 28. August 2016, 11:30 Uhr

Begrüßung: Josef Willnecker, Erster Stellv. Bürgermeister
Einführung: Dr. Petra Oelschlägel, Kunstmuseum Villa Zanders
Musikalischer Beitrag: Taylan Susam (*1986) – aus: nocturnes (2009) ausgewählt und interpretiert von Antoine Beuger

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Dauer der Ausstellung 28.08.–23.10.2016

Aktualisierung: Die Ausstellung ist bis zum 18.12.2016 verlängert worden!

Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

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