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März 17th, 2018

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Andreaskirche zeigt Ikonen zum be-greifen

Andreaskirche zeigt Ikonen zum be-greifen

Ikonen sind Oleg Yanushevskis Thema. So sehr, dass sich der Künstler auch Oleg Ikona nennt. Seine modernen Interpretationen kann man jetzt in Schildgen sehen, er-fassen und be-greifen.

Sebastian Keller – Hörversion

Schon immer wollte Sebastian Keller Tätowierer und Rockstar werden. Mit dem Rockstar-Dasein sieht es schlecht aus. Den anderen Traum hat er wahr gemacht. Wenn auch ein bisschen anders als gedacht. Ein Porträt aus der Serie: „Menschen in G L.

Schwarze Hose, Kapuzenpulli, Wollmütze, Vollbart, Riesen-Tunnels – geweitete Piercings – in den Ohren. Ein bisschen düster. Bis Sebastian Keller anfängt zu lachen. Dann zeichnen sich Grübchen unter dem Bart ab, die Augen lachen, das ganze Gesicht lacht. Und Keller lacht viel, im Gespräch auf dem Sofa und auch am nächsten Tag, als ich noch einmal zum Fotografieren vorbeikomme und er gerade eine Kundin tätowiert.

Keller ist vor 26 Jahren in Bergisch Gladbach zur Welt gekommen und hier aufgewachsen. Die Oma hatte eine Kneipe in Heidkamp, erzählt er grinsend. Wie die Kneipe hieß, weiß er nicht mehr. Er besuchte die IGP, dann das Berufskolleg, begann eine Ausbildung als Schreiner. Schreiner? Keller lacht. „Das war total mein Ding.“

Aber dann streikte der Rücken, er musste abbrechen. Und investierte sein letztes Geld in eine Tätowiermaschine. Da war er Anfang 20.

Ob er das erste Tattoo einem Freund oder sich selbst verpasste, weiß er nicht mehr. Aber gut war es nicht, da ist er sich sicher. Verschmitztes Lächeln. Das ist jetzt anders: „Ich kann gut Sachen analysieren, auseinandernehmen und wieder zusammenbauen. Tätowieren ist genau das. Die Leute kommen mit einer Idee, ich suche Referenzen, setze sie zu einem Entwurf zusammen, und dann ist das wie Malen nach Zahlen auf der Haut.“

Hinter den lockeren Sprüchen steckt ein entspannter, aber auch hellwacher Unternehmer, der genau weiß, was er will – das wird im Laufe des Gesprächs immer klarer.

Anfang 2016 hat Keller das Tattoostudio „Chaos Theater“ auf der Odenthaler Straße eröffnet. Dann, letzten Dezember, fand er das Geschäft in der Laurentiusstraße 22 und schlug sofort zu.

Wer schon einmal in einem Tattoostudio war, ist beim Betreten des Ladens überrascht: Hell ist es, die große Fensterfront lässt viel Licht herein. Cognacfarbenes Leder, Vintagemöbel in warmen Holztönen, gold und schwarz gerahmte Zeichnungen.

Im hinteren Raum sitzt Keller vor einer Liege, die Tätowiermaschine surrt leise und monoton, die Kundin lächelt mir zu. Tut nicht so weh, sagt sie, der Rücken war schlimmer, den hat sie auch schon hier machen lassen. Heute ist der Fuß dran. Sanfte Rockmusik läuft.

Schon am Vortag hat er erzählt, dass er das Geschäft selbst eingerichtet hat: „Tattoostudios sind oft uneinsichtig. Hier soll niemand Angst haben, reinzukommen. Ich mag es warm, gemütlich, einladend.“

Überhaupt mag es Keller ein bisschen anders. Im Chaos Theater gibt es nicht nur Tätowierungen und Piercings. Hier gibt es auch Jutesäcke und Sportbeutel, Schmuck aus Norwegen, bald sollen T-Shirts hinzukommen, erhältlich im Laden und im Online-Shop.

Es gibt Gewinnspiele, Events, Spendenaktionen, und vor allem gibt es die sozialen Medien. Die Facebook-Seite war eine der ersten Marketing-Maßnahmen, als Keller 2016 das Chaos Theater gründete. Der Erfolg, der sich schnell zeigte, hat damit viel zu tun, glaubt Keller. Das Unternehmen habe von Anfang an schwarze Zahlen geschrieben.

„Man kann sich nicht mehr einfach in einen Laden reinsetzen und hoffen, dass jemand kommt“, sagt Keller. Er ist sicher, dass viele der Studios, die in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen sind, über kurz oder lang wieder schließen werden.

Seit Anfang der 2000er-Jahre hat sich ein regelrechter Tattoo-Boom entwickelt. Laut Keller liegt das daran, dass Tätowierungen im Mainstream angekommen sind. In den 70er-, 80er-Jahren waren Tattoos eine Sache von Randgruppen, in den 90ern wurden sie zu einer Art Kunst. Und dann eben zum Mainstream.

Aber der ändert sich ja auch ständig. Und wer so weitermacht wie bisher, hat irgendwann das Nachsehen. Keller hat in den zwei, drei Studios, in denen er vor seiner Selbstständigkeit arbeitete, gesehen, wie er es nicht möchte.

Und jetzt macht er es anders. „Ich habe nicht mehr Wissen als andere, ich habe, glaube ich, weniger Angst”, sagt er. Und: „Ich bin mir bei vielen Dingen sehr sicher, wie ich sie will.“

Das gilt im Privaten: Anfang vergangenen Jahres lernte er eine Frau kennen, eine Krankenschwester, Ende des Jahres heirateten sie. Und das gilt im Beruf. Er bietet zum Beispiel Rabattaktionen und Ratenzahlungs-Modelle.

Dafür seien sich viele Tätowierer zu schade, sagt Keller. Aber: „Wenn wir nicht anfangen, was zu ändern, ändert sich nie was. Wir sind die Generation, die was ändern muss.“ Die Generation der sozialen Netzwerker, der Dauer-Innovatoren, der Selbstdarsteller. Die Generation, deren Währung die Aufmerksamkeit ist.

Keller ist das nicht nur bewusst, er spielt auch damit: „Mit geht es nicht um’s Geld, mir geht’s ums Ego.“

Mit 40 will er nur noch Firmeninhaber sein. Der Laden – oder besser gesagt die Läden, denn Keller will expandieren – sollen dann unter seinen Mitarbeitern laufen. Er will nicht mehr arbeiten müssen, nur noch, wenn er Lust hat. Und er will Zeit mit seinen (zukünftigen) Kindern verbringen, reisen.

Keller sagt, er sei der Geist hinter der Geschichte des Chaos-Theaters. Aber er sagt auch fast immer spontan „wir“ und korrigiert sich dann: „Wir haben… ich meine, ich habe…“.

Immer wieder erwähnt er sein Team. An einer Stelle sagt er: „Wir sind eine Einheit. Und es ist meine Aufgabe als Chef, dafür zu sorgen, dass das so bleibt.“

Man könnte sagen, Sebastian Keller ist das Musterexemplar einer neuen Generation von Führungskräften.

Aus dem Tätowierer und Rockstar ist ein Unternehmer und Chef geworden. Keller ist damit glücklich. Träume ändern sich eben.

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