Ein Werk von Jonathan Callan im Kunstmuseum Villa Zanders. Foto: Helga Niekammer

Mit der Ausstellung „Inside Out” ist die Villa Zanders wieder komplett geöffnet. Zu sehen ist ein Dialog von zwei Künstlern, die das Material Papier neu interpretieren – und die zweite Etage des Museums durcheinander bringen. 

Seit diesem Wochenende erwartet die Besucher des Kunstmuseums Villa Zanders eine ungewöhnliche Ausstellung. Wer die Treppen zur zweiten Etage der Villa hinaufsteigt, stößt gleich auf eine sehr eindrucksvolle Installation:

Jonathan Callan, One and a half million pages of content, 2017 (Ausschnitt)
Papier. Copyright: VG BILD-KUNST

„One and a Half Million Pages of Content“ heißt das Werk von Jonathan Callan, der aus hunderten von Büchern eine Wand geschaffen hat. Dabei macht er die Säulen, die das Gebäude tragen, spielerisch zum Teil seiner Kunst.

„One and a Half Million Pages of Content”. Foto: Helga Niekammer

Eine weitere Installation von Callan füllt einen ganzen Raum. Auf dem Boden sind erneut Bücher aufrecht aneinander gereiht. Sie erzeugen das Bild einer Welle, die die Individualität und Einzigartigkeit jedes einzelnen Buches unterstreicht.

Foto: Helga Niekammer

In einem anderen Bereich der Villa ragen bunte Skulpturen aus dem Boden oder hängen von der Decke – die Werke des Künstlers Andreas My. Es sind abstrakte Formen, die er aus vielen einzelnen Papierfetzen zusammengefügt hat. Die Besonderheit hier: Der Betrachter kann sie aus verschiedenen Blickwinkeln begutachten.

Installation von Andreas My. Foto: Helga Niekammer

Jonathan Callan aus Manchester und Andreas My aus Köln haben gemeinsam, aber dennoch jeder für sich, ihre Kunst in der Villa Zanders installiert. Beide Künstler haben extra für diese Ausstellung neue Werke geschaffen und die vergangenen vier Wochen mit Helfern vor Ort an der Fertigstellung gearbeitet.

Sie freue sich ganz besonders, mit dieser Ausstellung die lange Tradition der aus Papier gefertigten Kunst des Museums fortführen zu können, sagt Petra Oelschlägel, die Direktorin der Villa Zanders. Callan und My „schauen als Künstler auf das Material” und holten Inneres nach Außen. Deshalb trage die Ausstellung den Titel „Inside Out” (übersetzt: etwas auf den Kopf stellen; verkehrt herum) trägt.

Der Titel verbindet die unterschiedlichen künstlerischen Arbeitsweisen von My und Callan, denn beide wollen Verborgenes and die Oberfläche bringen:

Jonathan Callan arbeitet mit Büchern, gestaltet mit ihnen neue Formen bzw. Oberflächen und setzt diese in Szene.

Jonathan Callan im Gespräch. Foto: Helga Niekammer

Andreas My hingegen zerschneidet Verpackungskartons und setzt die Segmente wieder zusammen, sodass neue Objekte entstehen.

Andreas My mit Petra Oelschlägel. Foto: Helga Niekammer

Auch das Thema Recycling spielt bei der Ausstellung eine Rolle und stellt eine weitere Verbindung zwischen den beiden Ausstellungsteilen her. Der Prozess, ein alltägliches Material auf einer neuen Ebene zu interpretieren, ist maßgebend für „Inside Out”.

Eine Arbeit von Andreas My. Foto: Helga Niekammer

Die Besonderheit der Ausstellung ist die Art und Weise, in der Kunstwerke und Räume miteinander verschmelzen. Die Mischung aus Installationen, dreidimensionalen Skulpturen und vereinzelten Gemälden wirft ein neues Licht auf das in der Regel unaufregendes Material Papier.

Bis zum 6. Januar 2019 ist „Inside Out“ in der Villa Zanders zu sehen.

Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad – Adenauer – Platz 8 | 51465 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202.142356 | E-Mail: info@villa-zanders.deInternet: www.villa-zanders.de

Öffnungszeiten:
Di – Sa 14 – 18 Uhr
Do 14 – 20 Uhr
So 11 – 18 Uhr.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.