Trotz der Rekordhitze ließen es sich 20 interessierte Bürger nicht nehmen, am ersten Stammtisch der Freien Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach (FWG) im Wirtshaus am Bock teilzunehmen.

Der Wille der FWG, bei der Kommunalwahl 2020 anzutreten, wurde begrüßt und unterstützt. „Es ist gut, dass mit der FWG den etablierten Parteien die wirklichen Themen der Bürger in Bergisch Gladbach nahe gebracht werden und wichtig, dass die Entscheidungsträger in Rat und Verwaltung wieder Bürgernähe praktizieren.“ kommentierte ein Teilnehmer.

Hauptthemen des Abends waren so auch die Entwicklung eines Konzeptes zur Bürgerbeteiligung, die in Bergisch Gladbach von den Gästen und Mitgliedern der FWG als völlig unzureichend angesehen wird.

Desweiteren wurde darüber diskutiert, welche Möglichkeiten die Baugesetzgebung bietet, auf die Art der Bebauung stärker Einfluss zu nehmen. Gefordert wurde, dass der Rat der Stadt hierzu geeignete Planungsinstrumente nutzt und entsprechende Beschlüsse fasst.

Insbesondere die Teilnehmer aus Refrath machten deutlich, wie die dortigen extensiven Baumaßnahmen diesen Ortsteil zum Nachteil verändert haben. Die FWG will in diesem Zusammenhang auch die Kompetenzen des Gestaltungsbeirates stärken. Auch dabei ist eine Mitsprache der Bürgerschaft sicherzustellen.

Einem von der Fraktion Die Linke in Bergisch Gladbach geforderten Baugebot wurde eine klare Absage erteilt. Zwar ist ein solches Gebot im Baugesetzbuch vorgesehen, die von der Rechtsprechung gesetzten Hürden für die Durchsetzung sind aber zu Recht außerordentlich hoch. Letztlich kommt die Durchsetzung eines solchen Baugebotes einer Enteignung gleich. Betroffen wären gerade in Bergisch Gladbach die Besitzer kleinerer Immobilien.

Ein besserer Weg, Wohnungsbau sicherzustellen, ist die Bebauung ehemaliger Industriegelände. Auch die Grundstücke der Stadthäuser könnten nach Erstellung des neuen Stadthauses für die Errichtung von Wohnungen genutzt werden.

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4 Kommentare

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  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe Ihnen, weil ich über die Zustände in Bergisch Gladbach entsetzt bin.
    Im Bereich des Weihnachtsmarktes, Im Park bei der Stadtbibliothek, am Busbahnhof hinter der Radstation und anderen Orten treiben sich junge Erwachsene herum, die völlig verwahrlost sind.
    Man sieht Ihnen teilweise die Drogenabhängigkeit an.
    z.Beispiel:
    Heute sprach mich zwischen Weihnachtsmarkt und Stadtbibliothek eine junge Frau an und bat um Geld, sie war psychisch völlig außer sich, stand offensichtlich unter Drogen, völlig verwahrlost und verdreckt nur mit einem dünnen T-shirt bekleidet. Ich bat ihr Hilfe an und wollte Sie ins EVK in die Psychiatrie bringen. Dies lehnte sie ab, und geriet in Panik, weil sie aus Erfahrung Angst hatte inhaftiert zu werden. Im weiteren Gespräch berichtet sie von Gewalterfahrungen, was glaubwürdig war im Angesicht ihres psychischen und körperlichen Zustandes. Ihre größte Not war, umgehend Geld für die nächsten Drogen zu bekommen, deshalb sprach sie noch mehrere andere Bürger an. Der Dealer wartete schon im Park neben der Bibliothek. Ich fragte die junge Frau, wo sie denn wohne – auf der Strasse antwortete sie wie selbstverständlich.

    Da die Frau keine andere Hilfe akzeptierte, auch nicht von anderen besorgten Bürgern, habe ich das Ordnungsamt auf dem Weihnachtsmarkt aufgesucht und die Lage geschildert und um Hilfe für die Frau ersucht.
    Der Beamte erklärte, dass diese junge Frau bekannt sei. Da könne man aber nichts machen. Sie erzähle immer viele Geschichten. Ich äußerte meine Sorgen, dass diese Frau Schlimmes erlebt habe und deshalb die Drogen jetzt brauche und dringend einer psychiatrischen Hilfe bedürfe, sonst sei sie lebensgefährdet. Der Beamte bestätigte meine Einschätzung der Lebensgefährdung, aber dies sei halt Schicksal. Da könne man nichts machen. Schulterzucken.

    Ich bin fassungslos, was in einer reichen Stadt wie Bergisch Gladbach los ist. Wo sind die Streetworker und Sozialarbeiter, die sich um diese jungen Menschen kümmern? Wo ist die Polizei, die die Drogendealer dingfest macht? Wo sind die Hilfsangebote, die sich um die Obdachlosen und Drogenabhängigen kümmert. Wo sind die Hilfsangebote gegen die Gewalt gegen Frauen. Es kann nicht sein, dass Beamte dermaßen ignorant mit diesen Problemen umgehen.

    Soll Bergisch Gladbach verslummen?

    Mit entsetzten und gar nicht weihnachtlichen Grüßen

    Sitha Berg

  2. Wenn man bei der FWG oder Ihren Sympathisanten von “Bergisch Gladbach spricht, ist dann nur Alt-Gladbach und evtl. auch Refrath gemeint? Alle Kalamitäten, die Bensberg mit Schlosscenter, Schlossstraße, Brüderstraße, Frankenforster Straße usw. hatte, wurden bisher von der FWG nicht thematisiert. Vielleicht kommt das ja noch, denn Bensberg ist der zweitgrößte Stadtteil mit der größten Einwohnerzahl!

  3. Gut, das es eine bürgernahe Alternative zu den etablierten Parteien im Rat gibt. Und Bergisch Gladbach als eine lebenswerte Stadt zu erhalten, das ist ja das Ziel der FWG.
    Und gut, das es ein offenes Forum der FWG gibt, um zu verstehen, was die Bürger in den Stadtteilen wirklich bewegt.
    Weiter so.