So könnte der Funkmast aussehen. Fotomontage privat/Screenshot Google Earth

Im kleinen Weiler Neuenhaus baut die Telekom auf einem eigenen Grundstück einen hohen Mast für das Mobilfunknetz. Die Anwohner reagieren entsetzt, weil er das Ortsbild und das Landschaftsbild des Höhenzugs zwischen Moitzfeld und Herkenrath zerstören würde. Die Stadtverwaltung hatte das Vorhaben genehmigt und geschwiegen.

Seit einigen Jahren steht in Neuenhaus ein 15 Meter hoher Funkmast der Telekom; auf einem Anhänger montiert und relativ unauffällig. Als auf dem Gelände nun Bauarbeiter anrückten fragten Anwohner nach – und kippten hinten über: Neben ihren Wohnhäusern wird ein fester LTE-Funkmast von 30,23 Metern Höhe gebaut.

Auf Nachfrage bestätigte die Verwaltung, dass sie im Oktober 2020 der Telekom eine Genehmigung erteilt habe. Für eine Versagung habe es keine Gründe gegeben; eine Beteiligung der Anwohner oder auch nur Information sehe die Landesbauordnung für solche Vorhaben nicht vor, so die kühle Antwort der Stadt. Sollte sich einer der Nachbarn in seinen Rechten verletzte fühlen, könne er klagen.

Eine kurzfristige Anfrage des Bürgerportals in dieser Sache wurde von der Bauaufsicht bislang nicht beantwortet. Dabei ist Eile geboten: die Vorarbeiten sind rasch fortgeschritten, der neue Mast könnte schon Anfang kommender Woche aufgebaut werden, befürchten die Anwohner.

Das Bauprojekt selbst, aber auch das Vorgehen der Stadt, schockiert die Betroffenen: Es könne doch nicht sein, „dass man in einem Wohngebiet buchstäblich erst von den Baggern vor der Tür erfährt, dass direkt vor der Haustür ein 30 m hoher Mast errichtet werden wird“, heißt es in einer Stellungnahme. Der Mast würde die Anwohner massiv beeiträchtigen, das Ortsbild und die Landschaft des ganzen Höhenzuges nachhaltig zerstören. 

Fotomontage, privat

Aus anderen Gemeinden, so die Betroffenen, sei es üblich, dass Mobilfunkstandorte nach einem ausführlichen Dialog mit den Bürger:innen festgelegt werden. Die „Nacht und Nebel-Aktion“ der Stadt Bergisch Gladbach zeige dagegen „eine erhebliche Ignoranz gegenüber den Interessen der Bürger“.  

Die Anwohner:innen betonen, dass sie nicht gegen die Digitalisierung oder das Schließen von Funklöchern sein; man habe ja auch den ersten Mast akzeptiert. Doch der geplante Turm widerspreche jeder Verhältnismäßigkeit. Mit Fotomontagen demonstrieren sie, wie ein solcher Mast die Umgebung prägen würde.

Vor allem aber hätte es bessere Alternativen gegeben. Damit stellen die Anwohner vor allem den Standort direkt neben den Wohngebäuden in Frage. Offenbar habe allein die Tatsache, dass die Telekom hier über ein Grundstück verfüge, den Ausschlag für die Ortswahl gegeben. Das könne jedoch kein Maßstab für die Stadtplanung sein.

Daher fordern die Anwohner die Verwaltung auf, rasch einen Baustopp zu veranlassen und gemeinsam eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu suchen. Dabei sprechen sie Bürgermeister Frank Stein direkt an, der im Wahlkampf mit dem Versprechen einer größeren Bürgerbeteiligung angetreten sei.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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