Jörg Feller (AfD) in der WahlArena des Bürgerportals. Foto: Thomas Merkenich

Wir haben den acht lokalen Direktandidat:innen zur Landtagswahl im Wahlkreis Rhein-Berg 1 acht Fragen zum Kern ihrer politischen Anliegen vorgelegt. Hier dokumentieren wir die Antworten von Jörg Feller, dem Kandidaten der AfD.

Herr Feller, was sind Ihre drei wichtigsten Ziele?
Feller: In der Politik muss die realistische Einschätzung wieder mehr zählen als teure Wahlversprechen. Ich möchte auch weiterhin für mehr direkte Demokratie in Form von Volksabstimmungen werben – es muss ja einen Grund haben, warum die etablierte Politik diese fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Und: dem schriftlichen Gender-Gaga und dem damit verbundenen Verhunzen der deutschen Sprache ist Einhalt zu bieten, Frankreich macht es vor. 

Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Ukraine-Krieg?
Si vis pacem para bellum – Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg. Dieser 2.000 Jahre alte Satz ist viel zu lange in Vergessenheit geraten, gleichzeitig haben die von CDU/CSU gestellten Verteidigungsminister der 16 Merkeljahre, aber auch ihre von der SPD gestellten Vorgänger, dafür gesorgt, dass unsere Bundeswehr von unseren Bündnispartnern und möglichen Angreifern nicht mehr ernst genommen wird. Der Schlüssel für ein besseres Ergebnis ist nicht ein größeres Budget, sondern bessere Politik.

Alle Kandidat:innen im Wahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis 1 (Bergisch Gladbach und Rösrath) stellen wir hier vor.

(Wie) muss sich das Land nach der Corona-Pandemie neu aufstellen?
Die Politik bietet bei Corona das selbe mangelhafte Bild wie bei der Bewältigung der Flutkatastrophe. Die Verantwortlichen auf den jeweiligen unteren Ebenen, egal ob Verwaltungen oder Rettungsdienste, leisten großartige Arbeit, während die politische Leitungsebene überfordert wirkt. So wurden noch während der Pandemie Intensivbetten abgebaut. Die Suche nach Verantwortlichen darf zukünftig nicht mehr – wie jetzt üblich – regelmäßig im Nichts verlaufen. 

Wie wollen Sie die Bildungsgerechtigkeit verbessern?
Bildungsgerechtigkeit bedeutet weitgehende Chancengleichheit aller im Bildungssystem. Ich kann nicht erkennen, dass diese weitgehende Chancengleichheit nicht gegeben ist. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass der Mangel an sogenannter Bildungsgerechtigkeit überwiegend von denen festgestellt wird, die sich nur ungern dem Leistungsprinzip ausgesetzt sehen möchten. Notwendige, individuelle Förderung kann nicht mit einer gleichmacherischen Einheitsschule gelingen.

Die programm im vergleich

Landtagswahl: Die lokalen Kandidat:innen im direkten Vergleich

Der digitale Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung gehört zur gründlichen Vorbereitung einer Wahlentscheidung, er geht aber nicht auf die lokale Ebene runter. Daher hat das Bürgerportal zur Landtagswahl in NRW wieder einen analogen Wahl-O-Mat gebaut. Der macht es Ihnen einfach, die inhaltlichen Schwerpunkte aller acht Direktkanidat:innen zu vergleichen.

Wie wollen Sie die Klima- und Verkehrswende in NRW voran bringen?
Unsere Verkehrsinfrastruktur ist seit Jahrzehnten unterfinanziert, Straßen und Brücken sind vielerorts marode. Allein 65 Brücken in NRW sind in ähnlich bedenklichem Zustand wie die unlängst gesperrte Rahmede-Brücke an der A4. Verantwortlich dafür sind im Wesentlichen SPD und Grüne. Dieselmotoren deutscher Hersteller sind mit die saubersten Antriebsaggregate, die technisch möglich sind. Elektromobilität hingegen ist ein reines Elitenprojekt, das sich normale Arbeitnehmer nicht leisten können.

Kennen Sie ein Rezept gegen den Wohnungsmangel?
Nordrhein-Westfalen erhebt bundesweit mit die höchste Grunderwerbsteuer. Weiterer Preistreiber beim Wohnungsbau sind immer schärfere Dämmvorschriften. Insbesondere jungen Familien wird es so immer mehr erschwert, Wohneigentum zu bilden. Hier ist eine Kehrtwende dringend erforderlich. Bauen muss wieder einfacher und preisgünstiger werden. Außerdem muss das Leben für junge und alte Menschen in kleinen Städten und auf dem Land wieder attraktiver werden.

alle kandidaten in der wahlarena

WahlArena: Viele 1000 Worte, 50 Bilder und 3 Videos

Kommuniziert wurde bei der WahlArena zur Landtagswahl NRW in alle Richtungen: auf der Bühne, zwischen Jugendlichen und Kandidaten, mit dem Publikum, beim Speed-Dating und am Infostand. Wir dokumentieren das Geschehen im Bergischen Löwen in Videos und einer Fotoreportage.


Was würden Sie gegen die Verödung der Innenstädte unternehmen?
Sauberkeit und Sicherheit sind Voraussetzungen für ein angenehmes Umfeld, das notwendige Kunden anzieht. Hinzu kommen Autofreundlichkeit und gute Parkmöglichkeiten. Der reine Online-Handel wird sich nicht mehr zurück drängen lassen – im Gegenzug sollten Fachgeschäfte und der Einzelhandel beim Aufbau hybrider Geschäftsmodelle unterstützt werden, in denen die Beratung vor Ort erfolgt, die Ware aber zum Kunden geliefert wird.

Welches Thema wurde nicht angesprochen, ist Ihnen aber wichtig?
Überall da, wo es die Politik selbst betrifft, lässt sie es sich gut gehen. Zwei Beispiele von vielen: Ich arbeite im Düsseldorfer Landtag, dort stehen seit langem in großer Anzahl die Luftreinigungsgeräte, die an unseren Schulen so lange vermisst wurden. Abgeordnete, die so gerne von sozialer Gerechtigkeit sprechen, entziehen sich der Solidargemeinschaft, indem sie nicht in die Rentenkasse zahlen, sondern den Steuerzahler für sich in Versorgungswerke zahlen lassen. 


Alle acht Direktkandidat:innen haben sich den Fragen der WahlArena gestellt. Die Videos von den beiden Runden mit finden Sie hier:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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