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Hundekot: Stadt nimmt Halter:innen in die Pflicht

Mit einer Plakatkampagne appelliert die Stadt an die Besitzer:innen von Hunden, sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern. Sie droht mit einem Bußgeld von 150 Euro und mehr pro Haufen – setzt aber vor allem auf die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger. Beutelspender oder mehr Mülleimer gibt es nicht.

Seit vielen Jahren ist die Vielzahl von Hundehaufen auf Gehwegen, in Spielplätzen und den Parks der Stadt ein großes Ärgernis, vielfach debattiert. Doch die Haufen werden nicht kleiner, sondern mit der wachsenden Zahl an Hunden zahlreicher und größer. Doch nun reicht es der Stadtverwaltung.

„Ekelhaft und unnötig“ sei es, was seine Mitarbeiter:innen beim Unkrautjäten, Strauchschnitt und Rasenmähen hinnehmen müssten, ärgert sich Christian Nollen, Leiter der Abteilung StadtGrün. Der Hundkot sei aber nicht nur unansehnlich und stinkt, er biete auch den optimalen Nährboden für gefährliche Bakterien und belaste die Umwelt.

Daher macht die Stadt jetzt mit einer Plakataktion im Rahmen der Sauberkeitskampagne auf das – eigentlich unübersehbare – Problem gezielt aufmerksam. Und appelliert an die Verantwortung der Halter:innen: „Solange dein Hund das nicht drauf hat, bist du für sein Geschäft verantwortlich“, heißt es auf einem der Plakate.

 „Als Stadtverwaltung können wir uns nicht um die Aufgaben der Hundebesitzenden kümmern. Hier ist jeder für die Hinterlassenschaften seines Hundes selbst verantwortlich“, erklärt David Zenz, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. 

Auf den Plakaten warnt die Stadt mit einem Preisschild: „Das kann schnell bis zu 150 Euro kosten. Spar dir das!“ Tatsächlich könnten die Strafen sogar noch höher ausfallen, in der Regel starte die Ordnungsbehörde mit 55 Euro, der Rahmen für das Bußgeld könne jedoch bis zu 1000 Euro reichen, sagt Pressesprecherin Marion Linnenbrink auf Nachfrage.

Allerdings würden die Bußen nur sehr selten verhängt – denn sobald einer der Uniformierten in der Nähe sei verhielten sich die Hunde-Halterinnen vorbildlich.

Und das Problem beschränke sich beileibe nicht auf die Innenstadtbereich, in denen die Ordnungsbehörde regelmäßig unterwegs ist. Besonders stark belastete Problemzonen gebe es laut Stadtgrün vor allem in Randlagen zu landwirtschaftlichen Flächen wie im  Stadtgarten Bensberg, an der Paffrather Mühlenwiese, am Langen Feld in Rommerscheid, in Naherholungsgebieten wie Diepeschrath und Saaler Mühle sowie Wiesen in Parkanlagen wir an der Wilhelm-Klein-Straße in Refrath, oder am Mühlenteich in Herrenstrunden.

Selbst an Orten, an denen Hunde eigentlich verboten sind, werde regelmäßig Kot gefunden – wie zum Beispiel im Begräbniswald an der Reuterstraße. Trotz vieler eindeutiger Schilder seien dort immer wieder freilaufende Hunde zu beobachten.

Dass Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen auch für das Tierfutter schädlich und auf Spielplätzen absolut unerwünscht ist, sollte eigentlich klar sein, ist es in der Realität aber nicht.

Dabei gibt es aus Sicht der Stadt eine einfache Lösung: „Pack die Hinterlassenschaften deines Hundes einfach in deinen Hundekotbeutel und ab in die nächste Tonne. Den Rest machen wir,“ steht auf einem weiteren Plakat.

Wobei die Betonung auf „dein“ Hundekotbeutel liegt, und die nächste Tonne unter Umständen die eigene Hausmülltonne sein kann.

Denn an ihrer Haltung, keine Spender für Hundekotbeutel und auch nicht mehr Mülleimer in den Randgebieten aufzustellen, hält die Stadt fest. Denn die Folgekosten wären zu hoch. Und die Verantwortung dafür, den Dreck weg zu machen, liege nun einmal beim Verursacher.

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