„Was wir aus der Corona-Krise mitnehmen”

Eine Krise besteht in der Herausforderung, neue Herangehensweisen zu finden, weil man mit gewohnten nicht mehr vorankommt. Damit liegt in einer Krise auch immer eine Chance zur Weiterentwicklung. „Nach Corona wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.“ Das hört man im Moment überall. Doch was kann das für uns in Bergisch Gladbach heißen?

Noch stecken wir mittendrin. Mittendrin im Ausnahmezustand und in der Bewältigung der Corona-Krise. Wir gewöhnen uns an Plexiglasscheiben und Gesichtsmasken. Gleichzeitig tasten wir uns mit ersten Lockerungen vorsichtig voran.

Wir fahren dabei auf Sicht. Immer bereit, doch wieder auf die Bremse zu treten, wenn die Infektionszahlen steigen. Währenddessen diskutieren wir weiter über die angemessene Geschwindigkeit und ob wir an der nächsten Kreuzung lieber links oder rechts abbiegen sollen. Wie lange wir so fahren müssen und wo die Reise endet, wissen wir leider nicht. 

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Christian Buchen. Er ist stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion und Kandidat für die Bürgermeisterwahl im September. Wir werden in der nächsten Zeit eine Reihe von Gastbeiträgen veröffentlichen, in denen die Autoren der Frage nachgehen, wie die Stadtgesellschaft mit den neuen Herausforderungen umgehen soll.

Zukunftsforscher (ich finde das ist eine beeindruckende Berufsbezeichnung) versuchen zu skizzieren, wie die Nach-Corona-Zeit aussieht. Und auch wenn das niemand wirklich voraussehen kann, so wird klar, dass eine neue Form von „Normalität“ entstehen wird – auch bei uns vor Ort in Bergisch Gladbach.

Zukunft heißt auch Hoffnung

Und jetzt wird es entscheidend: Ein jeder von uns kann sich in die ausschließliche Betrachtung von Krisenszenarien und dem Negativen zurückziehen – oder aber auch positiv nach vorne schauen und Perspektiven erkennen und aufzeigen. Zukunft heißt auch Hoffnung.

Natürlich wünsche ich mir wie alle anderen vieles aus der Vor-Corona-Zeit zurück. Mir fehlen persönliche Treffen mit Familienmitgliedern und Freundinnen und Freunden, die Umarmungen zur Begrüßung oder zum Abschied. Mir fehlen persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht, gemeinsame Feiern oder das Bummeln durch die Innenstadt.

Ich mache mir Sorgen um diejenigen Menschen, deren Existenzen auf dem Spiel stehen, und wünsche mir, dass es auch für sie bald wieder weitergeht. Und ja, auch mich nerven Hamsterkäufer, Egoisten und andere negative Erscheinungen in diesen Tagen, über die ich mich richtig aufregen könnte.

Das neue Normal

Doch gibt es einige positive Erfahrungen der vergangenen Wochen, von denen ich mir wünsche, dass sie Teil unseres „neuen Normals“ werden:

Da gibt es ein neues Wir-Gefühl in der Nachbarschaft. Und Nachbarschaft ist dabei nicht nur auf die eigene Straße begrenzt. Die Jüngeren gehen für die Älteren einkaufen, gemeinsam achten wir auf die Menschen, die zur Risikogruppe gehören, nähen für andere Gesichtsmasken und passen aufeinander auf.

Wir empfinden Dankbarkeit und Respekt für die Menschen, die im Moment den ganzen Laden an vielen Stellen am Laufen halten – in den Supermärkten, im Gesundheitssystem, in der Pflege und so vielen „systemrelevanten“ Stellen mehr. Wir müssen überlegen, wie wir diesen Zusammenhalt, diesen Umgang miteinander und diese Solidarität dauerhaft erhalten.

Da ist für viele der erzwungene Stopp des sich immer schneller drehenden Hamsterrads. Die Erkenntnis, dass ein ewiges „Höher, Schneller, Weiter“ nicht das Wichtigste im Leben ist. Wir müssen überlegen, was wirklich wichtig ist. Auch ich bin nicht mehr jeden Tag von morgens bis abends unterwegs.

Im Moment lese ich nach längerer Zeit mal wieder ein Buch. Ich wünsche mir, dass es auch nach Corona für jeden von uns immer wieder Zeiten zum Innehalten und Entschleunigen gibt und dass sich unsere Kalender nicht wieder bis zum Anschlag füllen.

Die Zwangsumstellung auf das Homeoffice hat für viele überraschend gut geklappt. Das kann gerne Teil des Arbeitslebens werden – ohne persönliche Treffen im Büro auszuschließen. So wünsche ich mir, dass es in der Breite eine neue Flexibilität des Arbeitens geben wird. Mal im Büro, mal im Homeoffice. Allein der dadurch reduzierte Pendel- und Berufsverkehr wird es uns allen danken.

Wir wollen lebendige Innenstädte haben

Wir schätzen den lokalen Handel und unsere Gastronomie seit Ausbruch der Krise wieder mehr. Statt alles bei Online-Riesen zu bestellen, kontaktieren wir im Moment Einzelhändler vor Ort, die mit Abhol- und Lieferdiensten ihren Service ausgeweitet haben. Wir holen uns das Essen nach Hause, das wir sonst im Restaurant verspeist hätten. Auch das ist Zusammenhalt. Mein eigenes Einkaufsverhalten hat sich in den letzten Wochen in dieser Form geändert.

Zur Wahrheit gehört jedoch leider auch, dass sehr wahrscheinlich nicht alle Betriebe ihre Türen wieder aufmachen werden. Nicht jeder wird das alles finanziell überstehen. Doch hoffe ich, dass die Bereitschaft der Menschen, die lokale Wirtschaft zu unterstützen, langfristig bleiben wird.

Und dass die Händler ihre Abhol- und Lieferdienste beibehalten und auch den Schritt ins Internet wagen, um es mir als Kunden zu ermöglichen, online und dennoch lokal zu bestellen. Auch in Zukunft wollen wir lebendige Innenstädte in Bergisch Gladbach haben.

Mut zur Veränderung

Da ist Mut zu Innovation und Veränderung bei den Menschen wie auch bei den Unternehmen. In meinem Heimatstadtteil Herkenrath hat sich ein Familienunternehmen vom Anlagenbauer zum Produktionsbetrieb entwickelt und die erste deutsche Produktionsstraße für Schutzkittel in Betrieb genommen. Und das alles in nur 10 Tagen. Wahnsinn! Seitdem werden täglich 30.000 Schutzkittel produziert – 100% Made-in-Germany.

Diese positive Energie und diese Aufbruchsstimmung wünsche ich mir auch in Zukunft, um gemeinsam Probleme anzupacken und zu lösen!

Chancen der Digitalisierung ergreifen

Videokonferenzen und moderne Technologien haben von heute auf morgen Einzug in verschiedene Lebensbereiche von uns gehalten. Nicht nur ins Berufliche, sondern auch ins Private, um Kontakt zu Familienmitgliedern und Freunden zu halten. Und es entpuppt sich als praktikabel und produktiv. Es macht sogar Spaß, auch wenn es natürlich kein vollwertiger Ersatz für ein persönliches Treffen sein kann.

Natürlich werden Kinder und(!) Eltern froh sein, wenn die Kitas und Schulen wieder offen sind. Wenn man sich mit Oma und Opa oder Freundinnen und Freunden wieder treffen kann. Doch werden wir in den Familien auch viel über Internet-Teaching und das Nutzen moderner Medien gelernt haben. Wir stellen jetzt schon fest, wie die Krise der Digitalisierung einen großen Schub gegeben hat.

Und ich wünsche mir, dass in Zukunft auch andere Anliegen zwischendurch von zu Hause aus geregelt werden können: Banktermine, Vereinsgremientreffen oder Behördenangelegenheiten zum Beispiel. Es ist wichtig, in eine moderne digitale Ausstattung der Schulen zu investieren! Wir müssen auch in Bergisch Gladbach die Chancen der Digitalisierung ergreifen, ohne Menschen dabei abzuhängen. 

Die Heimat neu entdecken

Unsere Heimat wird im Moment neu entdeckt. Und zwar von uns, denjenigen, die hier leben. Bei Wanderungen durch die Wälder und die Natur wird uns wieder bewusst, wie schön wie es hier bei uns im Bergischen haben. Wir merken, dass uns die besondere Stadt-Land-Mischung Bergisch Gladbachs Lebensqualität gibt.

Mir begegnen mehr und mehr Menschen, die beim Spazierengehen freundlicher als früher grüßen. Ich wünsche mir, dass dieser neue Blick auf die Möglichkeiten unsere Heimatstadt bleibt. Dass wir auch in Zukunft die schönen Ecken Bergisch Gladbachs zu schätzen wissen und mehr zur Entspannung nutzen.

„Never waste a good crisis“

… oder zu Deutsch „Verschwenden Sie niemals eine gute Krise“ hat Sir Winston Churchill einst gesagt. Und er hat Recht: Auch wenn die Corona-Krise uns in den kommenden Monaten noch einige Entbehrungen abverlangen wird und einige von uns das Jahr 2020 kopfschüttelnd abhaken werden, so sollten wir uns dennoch gemeinsam überlegen, was wir aus dieser Zeit an Positivem mitnehmen wollen.

Für mich wären die oben genannten Punkte ein guter Anfang.




Zeitzeugin fordert Einsatz für Freiheit und Demokratie

Rodica Jung berichtet beim Ganey Tikva-Verein Bergisch Gladbach über die Nazi-Zeit

Rodica Jung berichtet im Gespräch mit Petra Hemming vom Ganey Tikva-Verein über die Nazi-Zeit

Etwas zum Nachdenken: Der Bergisch Gladbacher Ganey-Tikva-Verein hatte zu einer Gedenkfeier zu „Jom haScho’a“ in die evangelische Kirche zum Heilsbrunnen eingeladen. An diesem jüdischen Nationalfeiertag gedenkt Israel der Opfer der Schoa (des Holocausts) und gleichzeitig auch der Helden des jüdischen Widerstands und der Menschen, die Juden in Nazi-Deutschland geholfen haben.

Zu Beginn der Gedenkfeier entzündet Pfarrer Achim Dehmel sechs Kerzen, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Anschließend berichtet Rodica Jung, geboren 1930 in Rumänien, im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Petra Hemming eindrucksvoll über ihre Erlebnisse während zweier Diktaturen – zunächst unter den Nationalsozialisten und im Anschluss unter den Kommunisten.

Eine ihrer wichtigsten Botschaften am heutigen Abend an die jüngere Generation: „Ich bin jeden Tag dankbar dafür, hier in Deutschland in Freiheit leben zu dürfen. Setzen sie sich dafür ein, dass diese Demokratie erhalten bleibt. Es gibt nichts schlimmeres, als in einer Diktatur zu leben.“

Die Religionen mögen vergessen, was sie trennt, und sich mehr darauf besinnen, was sie eint. Und zum Schluss ergänzt Rodica Jung noch folgenden Appell: „Null Toleranz. Null Toleranz gegenüber Menschen, die unser Grundgesetz nicht achten und respektieren.“

Weitere Fotos zeigt der Ganey-Tikva-Verein auf seiner Facebook-Seite.

Hintergrund: Rodica Jung ist Jahrgang 1930 und stammt aus Rumänien. Sie lebt seit 1972 in Deutschland, ihre Tochter wohnt in Bergisch Gladbachs Partnerstadt Ganey Tikva.

Musikalisch gestaltet wurde der Abend von den Zwillingsschwestern Eliza und Marcia von Gehlen an Geige und Flügel. Sie spielten das von John Williams komponierte Titelthema aus dem Film Schindlers Liste, die Air von Johann Sebastian Bach und die Thaïs-Meditation von Jules Massenet.




Wie das Wahlprogramm der CDU entstanden ist

Das Ergebnis der Schreibgespräche in Bensberg

Das Ergebnis der Schreibgespräche in Bensberg

Wie ist das Kommunalwahlprogramm der CDU Bergisch Gladbach entstanden? Die kurze Antwort: Unter Beteiligung der Bergisch Gladbacher Bürgerinnen und Bürger!

Unter dem Motto „Meine Ideen für Bergisch Gladbach“ hat die CDU im Januar diesen Jahres die zweiwöchige Aktion „Schreibgespräche“ auf den Straßen und Plätzen Bergisch Gladbachs durchgeführt. Im Stadtteil Hand fiel der Startschuss. Es folgten Termine in Bensberg, Paffrath, Schildgen, Refrath, Herkenrath und auf dem Wochenmarkt in Stadtmitte. Im Herbst 2012 waren die „Schreibgespräche“ zum ersten Mal von der CDU Bergisch Gladbach durchgeführt und als kreative Form der Bürgerbeteiligung geboren worden.

Im Schreibgespräch kommunizieren die Gesprächspartner schriftlich miteinander. Auf zwei unterschiedlichen Karten mit dem Aufdruck „In Bergisch Gladbach gefällt mir…“ bzw. „In Bergisch Gladbach fehlt mir…“ können die Bürgerinnen und Bürger ihre Themen formulieren, die anschließend an eine Pinnwand gehängt werden. Andere Gesprächsteilnehmer formulieren das, was ihnen zu diesen Themen einfällt ebenfalls auf Karten oder bringen eigene Themen ein  abwechselnd und zeitlich unabhängig voneinander. Dabei nehmen Sie aufeinander Bezug und erstellen so einen gemeinsamen Text.

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Es entstehen ganze Geschichten oder auch nur eine Sammlung von Stichwörtern. Zusätzlich ist es möglich, mit kleinen „gefällt mir“- oder „fehlt mir“-Aufklebern Zustimmung oder Ablehnung zu einer Karte zu signalisieren.

Schreibgespräch in der Stadtmitte - mit Bürgermeister Lutz Urbach

Schreibgespräch in der Stadtmitte – mit Bürgermeister Lutz Urbach

Mehrere Hundert Bergisch Gladbacher Bürgerinnen und Bürger haben auf mehr als 300 Karten ihre persönlichen Rückmeldungen gegeben. Da die „Schreibgespräche“ während der zehn Aktionstage in vielen Stadtteilen durchgeführt wurden, gab es auf allen Pinnwänden sowohl Feedback zu Themen vor Ort als auch aus gesamtstädtischer Perspektive.

Alle Rückmeldungen wurden ausgewertet und flossen in die Entwicklung des Wahlprogramms der CDU Bergisch Gladbach zur Kommunalwahl 2014 ein.

Die CDU Bergisch Gladbach hat die „Schreibgespräche“ ins Leben gerufen, um auf kreative Art und Weise mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu treten. Wir werden die „Schreibgespräche“ auch in Zukunft regelmäßig durchführen, um direktes Feedback von den Menschen in unserer Stadt zu erhalten – unabhängig von Wahlkampfzeiten.

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Das Ergebnis der Schreibgespräche in Bensberg




Die CDU will mit den Bürgern „schreibsprechen”

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Die Pinnwand nach der Aktion in Herkenrath. Sie können das Bild durch einen Klick vergrößern.

Unter dem Motto „Meine Ideen für Bergisch Gladbach“ führt die CDU Bergisch Gladbach in diesen Tagen bereits zum zweiten Mal die Aktion „Schreibgespräche“ auf den Straßen und Plätzen Bergisch Gladbachs durch. Am Samstag, den 18.01.2014 fiel im Stadtteil Hand der Startschuss. Es folgten Termine in Bensberg, Paffrath, Schildgen, Refrath und Herkenrath.

Mit einer Aktion am Samstag (1. Februar, ab 10 Uhr) auf dem Wochenmarkt in Bergisch Gladbach-Stadtmitte  vor der Bäckerei Kamps enden dann die Schreibgespräche, an denen sich die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt in den letzten zwei Wochen bereits mit großem Interesse beteiligt haben.

Die Methode: Im Schreibgespräch kommunizieren die Gesprächspartner schriftlich miteinander. Auf zwei unterschiedlichen Karten mit dem Aufdruck „In Bergisch Gladbach gefällt mir…“ bzw. „In Bergisch Gladbach fehlt mir…“ können die Bürgerinnen und Bürger ihre Themen formulieren, welche anschließend an eine Pinnwand gehängt werden.

Andere Gesprächsteilnehmer formulieren das, was ihnen zu diesen Themen einfällt ebenfalls auf Karten oder bringen eigene Themen ein – abwechselnd und zeitlich unabhängig voneinander. Dabei nehmen Sie aufeinander Bezug und erstellen so einen gemeinsamen Text. Es entstehen ganze Geschichten oder auch nur eine Sammlung von Stichwörtern.

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Sie können das Bild durch einen Klick vergrößern.

Im Herbst 2012 wurde diese Aktion als kreative Form der Bürgerbeteiligung zum ersten Mal von der CDU Bergisch Gladbach durchgeführt. Die damaligen Rückmeldungen wurden von den CDU Ortsverbänden ausgewertet und flossen in die politische Arbeit vor Ort mit ein. Die Ergebnisse der diesjährigen Aktion werden ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung des Kommunalwahlprogramms der CDU sein. Eine rege Beteiligung ist daher sehr gewünscht.




Die Turmbläser füllen den Marktplatz. Danke!

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Hoch über dem Marktplatz erklingen Jahr für Jahr am Heiligen Abend um 17 Uhr die Weihnachtsmelodien der Turmbläser. Die fünf Mitglieder der Big Band Bergisch Gladbach spielten auf dem Dachreiter des Rathauses – und wurden mit einem großen Publikum belohnt. DANKE für diesen Einsatz!

HG Hecking hat die Turmbläser noch aus einer anderen Perspektive fotografiert:

Auch die anschließende Messe in St. Laurentius war sehr gut besucht, die Suppenküche allerdings ebenfalls:




72 Stunden sind mehr als nur drei Tage

Gruppenbild der KjG Hand, der Pfarrjugend Paffrath, den Jusos RheinBerg mit ihrem Paten Michael Zalfen und Cat Ballou

Gruppenbild der KjG Hand, der Pfarrjugend Paffrath, den Jusos RheinBerg mit ihrem Paten Michael Zalfen und Cat Ballou

Himmlische Hilfe im Rheinisch-Bergischen Kreis und in ganz Deutschland: Bei der bislang größten Jugendsozialaktion Deutschlands „Uns schickt der Himmel“ haben vom 13. – 16. Juni 2013 175.000 Kinder und Jugendliche an über 4.000 Orten in Deutschland die Welt ein Stück besser gemacht.

Die erstmalig bundesweit durchgeführte Sozialaktion hat so viele Ehrenamtliche mobilisieren können wie nie zuvor. Allein im Rheinisch-Bergischen Kreis haben sich 34 Aktionsgruppen mit rund 600 Aktiven engagiert, die hämmerten, sägten und gemeinsam anpackten. Die meisten Gruppen kamen aus den katholischen Jugendverbänden sowie von Messdiener- und anderen katholischen Jugendgruppen. Aber auch Jugendorganisationen der Parteien, evangelische und ökumenische Gruppen sowie Sportvereine und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit beteiligten sich.

Weitere Fotos werden nachgeliefert!

Alle Aktionsgruppen einte dabei ein Ziel: In 72 Stunden Gutes für andere Menschen zu tun und dabei gemeinsam Spaß zu haben. Bei einzelnen Projekten fanden sich im Vorfeld der Aktion mehrere Jugendgruppen zusammen und stemmten ihre Aufgabe anschließend mit vereinten Kräften. So konnten die 34 rheinisch-bergischen Aktionsgruppen insgesamt 18 unterschiedliche gemeinnützige Projekte umsetzen und zeigen, dass ehrenamtliches Engagement ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist.

34 Gruppen, 18 Projekte

Die KLJB Bechen baute im Garten des neuen Altenwohnheims in Kürten-Bechen einen Kommunikations- und Sitzkreis mit mehreren Bänken für die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner.

Wolfgang Bosbach baggert für die Jungschützen in Hand. Foto: BDJK RheinBerg

Wolfgang Bosbach baggert für die Jungschützen in Hand. Foto: BDJK RheinBerg

Bei der DPSG Leichlingen Stamm Wippera hieß es 72 Stunden lang „Rent-A-Pfadi“. Die rund 20 Pfadfinderinnen und Pfadfinder ließen sich für Garten- & Hausarbeiten, Einkäufe und Umzüge sowie sonstige Hilfen und Arbeiten „mieten“ und mit Lebensmitteln für die Tafel in Leichlingen bezahlen. Ihre Ausbeute: 667,6kg Lebensmittel!

Die BdSJ Jungschützen Hand legten am CBT Peter-Landwehr-Haus in Bergisch Gladbach-Hand einen Ruhe- und Erlebnisplatz inklusive Brunnen für die Bewohnerinnen und Bewohner an.

Zwei Gruppen, die gemeinsam anpackten, sind die Messdiener Heidkamp und der Jugendchor Vokal-Total, die mit rund 50 Kindern und Jugendlichen das Außengelände neben dem Heidkamper Pfarrsaal in Schuss brachten sowie eine neue Schutzhütte und neue Bänke aufbauten.

Die Junge Union Kürten unterstützte tatkräftig die Kürtener Tafel und sammelte an mehreren Orten haltbare Lebensmittel. In einer gemeinsamen 72-Sekunden-Aktion mit der Band Cat Ballou erkämpften Sie im REWE Markt Koll in Bechen Lebensmittel im Wert von 1.000 Euro für die Kürtener Tafel.

Der Moitzfelder Kindergarten am Diakonissenweg besitzt nun dank der Hilfe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen der KjG Moitzfeld zwei miteinander verbundene und optisch aufgepeppte Spielbauwagen inklusive einer kleinen Terrasse.

Die Messdiener Herkenrath-Bärbroich engagierten sich in der und um die Grundschule Herkenrath. 72 Stunden lang wurde das Außengelände von Müll und Unkraut befreit und optisch aufgewertet.

Ein Gemeinschaftsprojekt mit drei beteiligten Jugendgruppen war das Außengelände der AWO Kindertagesstätte „Kunterbunt“ am Hans-Zanders-Bad in Bergisch Gladbach: Die KjG Hand, die Jusos Rhein-Berg und die Pfarrjugend Paffrath renovierten die vorhandenen Spielgeräte und schafften neue Attraktionen. Unter anderem wurde der „Wasserpark“ überarbeitet.

Einen Film für Gruppenstunden und Schulklassen, in welchem Demokratie und Wahlen erklärt werden, wurde von der Gruppe Heinrichs Erben konzipiert und erstellt.

Die Junge Union Bergisch Gladbach baute die heruntergekommene Feuerstelle am Saaler Weiher in Bensberg komplett neu. Die Stadt Bergisch Gladbach ergänzt in Kürze eine Holzeinfassung und somit neue Sitzgelegenheiten.

In Sand entstehen neue Sitzbänke neben der Kirche. Foto: Doro Dietsch

In Sand entstehen neue Sitzbänke neben der Kirche. Foto: Doro Dietsch

Neben der Kirche St. Severin in Sand erstellten die Messdiener Sand einen neuen Rast- und Ruheplatz inklusive zweier Bänke und Blumenbeete.

Die KjG Herrenstrunden-Eikamp und die KjG Herkenrath wählten im Vorfeld der Aktion die Überraschungs-Projektvariante und erhielten den Auftrag am Jugendgästehaus Sonnenberg in Voiswinkel einen 80qm großen Grillplatz zu pflastern.

Im Bethanien Kinder- und Jugenddorf krempelten die Jugendlichen der DPSG Stamm Ommerborn aus Bensberg die Ärmel hoch und bepflanzten die Gärten hinter den Wohnhäusern.

Die Burscheider Kolpingjugend baute gemeinsam mit den Freien evangelischen Jugendgruppen aus Burscheid, Hilgen und Dabringhausen ein aus Pappkartons bestehendes „Afrika-Camp“ am Rad- und Wanderweg auf, um durch verschiedene Aktionen Geld für ein Projekt in Tansania zu sammeln.

Tatkräftige Hilfe erhielt die Tafel in Wermelskirchen: Die Messdiener St. Michael und Apollinaris sowie die Pfarrjugend St. Michael führten 72 Stunden lang gemeinsam mit der Jungen Union Wermelskirchen und dem Jugendcafé (JUCA) Renovierungsarbeiten im Gebäude der Tafel und Arbeiten auf dem Außengelände durch. Die selbst erstellte Aufgabenliste der Großgruppe war gut zwei Meter lang.

Vorher - nachher: Stromkästen in Sand

Vorher – nachher: Stromkästen in Schildgen

Ein weiteres Großprojekt haben die vier Aktionsgruppen KjG Schildgen, der TuS Schildgen 1932 e.V., die evangelische Jugend Schildgen und das Jugendzentrum FreSch während der 72-Stunden-Aktion gemeinsam realisiert. Bereits im Dezember wurde mit einem Flyer „Deine Idee für Schildgen“ für die Aktion im Ortsteil geworben, um Ideen von den Bürgerinnen und Bürgern zu erhalten. Darauf basierend wurden dann während der 72-Stunden-Aktion Telefon- und Stromverteiler verschönert, eine Grundsäuberung des Dorfplatzes sowie von drei Spielplätzen vorgenommen und am Dorfplatz ein Schuppen für ausleihbares Spielmaterial sowie ein öffentlicher Bücherschrank gebaut.

Die Grünanlage des Seniorenheims Marialinden wurde durch die KLJB Overath verschönert sowie ein Hochbeet angelegt, welches auch im Rollstuhl erreicht, gepflegt und bepflanzt werden kann.

Das JUZE Rösrath, die Kolpingjugend Rösrath, die KLJB Hoffnungsthal-Forsbach und die Messdiener Rösrath folgten dem Hilferuf des BDKJ Magdeburg und verlagerten ihre Wirkungsstätte im Rahmen der 72-Stunden-Aktion kurzerhand an die Elbe. In die professionellen Hilfsstrukturen eingebunden, halfen und unterstützten sie vor Ort mit vereinten Kräften.

Während der Umsetzung ihrer Aktionsprojekte konnten die Aktionsgruppen auf Unterstützung von Projektpaten, von ansässigen Firmen und spontan helfenden Bürgerinnen und Bürgern zählen. Dieser Zuspruch und diese Wertschätzung ihrer Arbeit beflügelten die Jugendgruppen in ihrem Handeln noch mehr.

Der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises Dr. Hermann-Josef Tebroke, der im Vorfeld der Sozialaktion begeistert die Schirmherrschaft für den Rheinisch-Bergischen Kreis übernommen hatte, zeigte sich nach dem Besuch von insgesamt acht Aktionsprojekten von dem ehrenamtlichen Engagement der Kinder und Jugendlichen tief beeindruckt.

Bei allen Aktionsgruppen war die Freude und Begeisterung für die gemeinsame, gute Sache intensiv zu spüren. Neue Freundschaften sowie Kontakte sind entstanden und eine starke Identifikation mit dem eigenen Projekt war stets bemerkbar. Das, was die jungen Menschen während der 72-Stunden-Aktion erschaffen und umgesetzt haben, wirkt weit über die Dauer der Aktion hinaus – denn 72 Stunden sind viel mehr als nur drei Tage.

Weitere Informationen:




Zurück aus Ganey Tikva und Beit Jala

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Die Bürgermeister bei der Unterschrift

Vertreter der Stadt Bergisch Gladbach und des neuen Fördervereins für die Partnerschaft mit Ganey Tikva unter Leitung von Bürgermeister Lutz Urbach und Pfarrer Achim Dehmel haben sich in dieser Woche auf die Reise gemacht – nach Israel und Palästina.

(Der Bericht von Mittwoch wurde aktualisiert, weiter unten finden sich Infos und Fotos aus Beit Jala und Betlehem)

1. Etappe: Ganey Tikva – Israel

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Zur Begrüßung in Ganey Tikva

Schon am Montag bei der Ankunft in Ganey Tikva erwartet und die erste Überraschung: Mitten im Kreisverkehr stand ein Transparent, mit dem wir in der neuen Partnerstadt begrüßt wurden.

Nach einer Stadtrundfahrt besichtigten wir ein ökologisches Projekt der besonderen Art. Das Schmutzwasser von rund  3.000 Einwohnern wird durch eine neue Biofilteranlage derart gereinigt, dass es letztlich zum Bewässern der Außenanlagen verwendet werden kann. Ein schönes Stadtbild ist Ganey Tikva sehr wichtig – Kunstgegenstände sind im öffentlichen Raum allgegenwärtig.

Im Sport Center sind viele Menschen aktiv, wir werfen einen Blick in die verschiedensten Bereiche des großen Sport-Komplexes, der Anlaufpunkt für viele Tausend Menschen auch über die Stadtgrenzen hinaus ist. Die vorletzte Station ist ein Mahnmal für die gefallenen Soldaten aus Ganey Tikva. Die besondere Lebenssituation der Israelis wird hier ein Stück greifbarer.

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Avishay Levin begrüßt die Gäste

Mit diesen Eindrücken geht es weiter ins Center of Stage Theatre – zur feierlichen  Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde durch die beiden Bürgermeister.

Als Gastgeber empfing und Avishay Levin bereits vor dem Eingang zum Center of Stage Theatre. Im Theater fand zunächst ein Empfang statt, wo wir mit vielen Gästen anstoßen konnten.

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Jugendliche aus Ganey Tikva zeigen ihr Können

Anschließend begann die eigentliche Zeremonie, die ganz im Zeichen der Jugend von Ganey Tikva stand. Mit emotionalen, musikalischen Einlagen und Tanzakrobatik stimmten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam auf den Moment der Unterzeichnung ein. Moderiert wurde die Zeremonie von Ruthy Vortrefflich.

Nach der Rede von Avishay Levin begrüßte auch Lutz Urbach die Gäste – auf hebräisch. Beide Bürgermeister fanden die passenden Worte – und der echte Wille nach Freundschaft zwischen den beiden Städten war mehr als spürbar.

(Weitere Fotos eines israelischen Fotografen gibt es hier.)

Nach der Unterzeichnung der Urkunden überraschten sich dann beide Bürgermeister mit Geschenken. Im Anschluss an die Zeremonie waren wir bei Avishay Levin zu Hause eingeladen. Gemeinsam mit seiner Familie und Freunden verbrachten wir dort einen tollen Abend.

Yad Vasehm und Jerusalem

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Die Halle der Namen in Yad Vashem – mit Fotos der Holocaust-Opfer

Am nächsten Tag besuchten wir die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die die Altstadt von Jerusalem. Am späten Abend steht ein Treffen mit den Pfadfindern in Ganey Tikva an, bevor wir am Abend zum Abschiedsessen in die Altstadt von Tel Aviv eingeladen sind.

Beim Rundgang durch Yad Vashem lässt wohl jedem Besucher  unweigerlich einen Kloß im Hals wachsen. Ein beeindruckender Ort, der in seiner Ausstellung mit Leben beginnt und – weil das laut unserem Guide die wichtigste Botschaft ist – auch mit Licht und Leben endet. Dazwischen aber ist viel Dunkelheit.

Danach ging es in die Altstadt von Jerusalem – die Heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime. Auf engstem Raum leben hier drei Weltreligionen beieinander. Ein Gang durch die kleinen, endlosen Gassen der Altstadt und der Besuch der Klagemauer darf natuerlich nicht fehlen.

Die Pfadfinder in Ganey Tikva

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Auf dem Weg zurueck zum Hotel schauen wir noch bei den Scouts (Pfadfindern) von Ganey Tikva vorbei. Dienstags und freitags ab 17 Uhr treffen sich hier Kinder und Jugendliche, um gemeinsam ihre Freizeit zu verbringen. Die Senior-Scouts (18 Jahre alt) finden es schade, dass wir nicht am Freitagnachmittag vorbeikommen können – dann seien immer “viele” Kinder und Jugendliche (ca. 600!) rund um das Jugendheim der Scouts aktiv. Heute seien es ja “nur” 200(!) .

Der Spass und die Freude an ihrem Hobby ist allen Scouts anzusehen. Nicht nur Nadine Janke, aktives Mitglied des Stammes Ommerborn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg ist beeindruckt. Und ein Ziel ist auch klar im Blick: Im Jahr 2014 veranstaltet die DPSG Ommerborn zum fünften Mal das “International Scout Meeting” in Bergisch Gladbach. Sowohl Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Ganey Tikva als auch aus Beit Jala sollen daran neben Scouts aus weiteren Laendern teilnehmen!

Zum Abschied bekommen wir von den Jugendlichen in Ganey Tikva die Pfadfinder-Abzeichen ihrer Gruppierung übergeben. Als durch und durch sozialisierter KjG’ler hätte ich nie gedacht, mich mal über das Geschenk einer Pfadfinder-Lilie zu freuen – doch genau dies ist heute geschehen, vielen Dank :-) Ich wuensche dem International Scout Meeting 2014 schon jetzt viel Erfolg und viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ganey Tikva und Beit Jala!


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(Zur Großansicht Fotos anklicken, dann mit den Pfeiltasten weiterklicken)

Den Abschluss des Tages bildet die Einladung von Buergermeister Avishay Levin und seinem Team zu einem leckeren Abschiedsessen in die Altstadt von Tel Aviv (Old Jaffa). Es waren tolle Tage h in Ganey Tikva, belebt durch eine tolle Gastfreundschaft! Wir kommen gerne wieder und wünschen uns, dass viele Menschen unserer beiden Städte miteinander in Kontakt kommen!

Die Delegation in Jerusalem: Achim Dehmel, Michael Zalfen, Lutz Urbach, Stephan Dekker, Nadine Janke, Christian Buchen (v.l.)

Die Delegation in Jerusalem: Achim Dehmel, Michael Zalfen, Lutz Urbach, Stephan Dekker, Nadine Janke, Christian Buchen (v.l.)

Inzwischen sind unsere Zimmer geräumt, die Taschen und Koffer im Minibus verstaut. Wir verlassen Ganey Tikva und besuchen nun unsere Freunde in Beit Jala.

Der Minibus fährt uns durch den Checkpoint. Ziel ist die Abrahams Herberge in Beit Jala. Wir freuen uns auf noch mehr freundliche Menschen und gute Gespräche. Heute Abend treffen wir die Pfadfinder von Beit Jala. Morgen Vormittag findet dann ein Gespräch mit Dr. Nael Salman, dem im Herbst letzten Jahres neu gewählten Bürgermeister von Beit Jala statt.

2. Etappe: Beit Jala – Palästina

Die Mauer zwischen Israel und Palästina

Die Mauer zwischen Israel und Palästina

Das zweite große Reiseziel unserer Reisegruppe ist erreicht und wir sind gut in der Abrahams Herberge in Beit Jala angekommen.

Dieses Haus ist ein Projekt der Evangelisch-lutherischen Kirche Jordaniens sowie Palästinas und bereits seit Jahren Anlaufpunkt für viele Gruppen aus Bergisch Gladbach. Entsprechend freundlich werden wir begrüßt – man kennt uns.

Achim Dehmel, Michael Zalfen und Lutz Urbach im Gespräch

Achim Dehmel, Michael Zalfen und Lutz Urbach im Gespräch

Den besonderen Charme der Abrahams Herberge macht neben der wunderschönen Bauweise das angeschlossene Kinderheim aus. Derzeit leben acht Jungen aus Beit Jala mit den Gästen der Herberge unter einem Dach und fühlen sich hier sehr wohl. Daher freuen wir uns auch ganz besonders darüber, als wir bei unserer Ankunft zum gemeinsamen Mittagessen in die Küche des Kinderheims eingeladen werden.

Pünktlich zum Kaffee steht dann überraschenderweise Dr. Nael Salman, der neue Bürgermeister von Beit Jala, in der Tür und begrüßt uns. Ein erster Austausch findet statt und wir verabreden uns auf ein Glas Wein am Abend.

Zu Fuß nach Betlehem

Die Delegation aus Bergisch Gladbach, ...

Die Delegation aus Bergisch Gladbach, …

... 3140 km von der Heimat entfernt.

… 3140 km von der Heimat entfernt.

Anschließend treten wir einen Ausflug nach Betlehem an. Von der Abrahams Herberge geht es zu Fuß quer durch Beit Jala erst bergab und dann wieder bergauf bis wir ca. 30 Minuten später in der Altstadt von Betlehem ankommen. Eine Führung durch die Geburtskirche Jesu mit dem Besuch der Geburtsgrotte darf natürlich nicht fehlen – es ist schon ein tolles Gefühl, was sich bei einem an diesem Ort einstellt.

Große Sorgen in Beit Jala

Wieder in der Abrahams Herberge angekommen heißt es, sich schnell frisch machen und Abendessen, denn es gibt im Anschluss zwei parallele Gesprächstermine. Zum einen mit den drei vor Ort aktiven Pfadfindergruppen und zum anderen mit Bürgermeister Dr. Nael Salman und weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Beit Jala.

Beit Jala Gespräche Bürgermeister

Die Sorgen und Anliegen unserer Freunde in Beit Jala werden dabei sehr deutlich. Eines ist uns allen dabei klar: Unsere Städtepartnerschaft kann den Konflikt hier vor Ort mit Sicherheit nicht lösen, doch kann dies auch nicht unser Ziel sein. Wir wollen Brücken bauen und Begegnungen zwischen Menschen aus Bergisch Gladbach, Beit Jala und Ganey Tikva ermöglichen.


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Wirtschaftliche Projekte in Beit Jala

Am Donnerstag, unser letzter Tag im Heiligen Land, starten wir mit einem weiteren Gespräch mit Bürgermeister Dr. Nael Salman – dieses Mal in seinem Büro in der Stadtverwaltung von Beit Jala. Bei diesem Gespräch stehen wirtschaftspolitische Themen in Vordergrund.

Konkret geht es um die Frage, bei welchen Projekten in Beit Jala Unternehmen aus Bergisch Gladbach als Geschäftspartner tätig werden könnten. Wir nehmen einige Ideen aus dem Gespräch mit und die Stadtverwaltung wird an diesem Thema weiterarbeiten.

Lutz Urbach überreicht als Bergisch Gladbacher Geschenk ein Buch über unsere Heimatstadt sowie das Gohrsmühle-Papier der Firma Zanders. Dr. Nael Salman bedankt sich seinerseits mit dem Geschenk einer Handstickerei aus Beit Jala.

Zu Besuch bei Lifegate

Ein Gruppenraum bei Lifegate

Ein Gruppenraum bei Lifegate

Der Minibus steht bereits vor der Tür, so dass es zügig weitergeht. Wir besuchen Lifegate Rehabilitation, eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit körperlicher oder geistiger Behinderung in Beit Jala. Vielmehr muss man “DIE” Einrichtung sagen, denn Fördermaßnahmen und Bildungsprogramme von öffentlicher Seite, die diesen Kindern und Jugendlichen eine Chance für ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, sind so gut wie nicht vorhanden.

Das frisch bezogene Lifegate-Haus, welches wir besichtigen, beinhaltet eine Servicewerkstatt, eine Beschützende Werkstatt, die medizinische Rehabilitation und die Verwaltung.

Das Therapie-Becken bei Lifegate

Das Therapie-Becken bei Lifegate

Wenn alles fertig ist, können hier 50 Kinder mit Behinderung in den Kindergarten und 100 Kinder in die Förderschule gehen. Zudem werden 80 Ausbildungsplätze entstanden sein. Lifegate Rehabilitation ist bereits jetzt der einzige(!) Betrieb im Westjordanland, welcher jungen Menschen mit Behinderung eine Ausbildung ermöglicht. Wahnsinn, welche Arbeit Burghard Schunkert und sein Team hier leisten!

Abschied von der Abrahams Herberge

Mit diesen Eindrücken geht es zurück zur Abrahams Herberge. Eigentlich direkt zum Tasche packen, denn aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen bei der Ausreise aus Israel rund um den Flughafen ist ein entsprechender Puffer immer einzuplanen. Doch kaum in der Herberge angekommen, werden wir erneut in das angegliederte Kinderheim zum Mittagessen eingeladen. Eine Einladung, die wir nicht ausschlagen können.

Zumal dort auch zwei weibliche Mitglieder des Stadtrates von Beit Jala auf uns warten. Zum Abschluss ergibt sich für uns somit noch ein weiteres inhaltsvolles Gespräch. Dieses Mal über die Frage, wie die Jugend Beit Jalas in die politische Gestaltung der Zukunft ihrer Heimat eingebunden werden kann. Nach einem arabischen Kaffee heißt es dann jedoch wirklich: Tasche packen und aufbrechen.

Christain Buchen, Stephan Decker, Michael Zalfen, cc, Lutz Urbach, Achim Dehmel und Nadine

Christian Buchen, Stephan Decker, Michael Zalfen, Nael Salman, Lutz Urbach, Achim Dehmel, Nadine Janke

Per Minibus geht es durch den Checkpoint zum Ben Gurion Flughafen nach Tel Aviv. Während der Rückreise tauschen wir uns in unserer sechsköpfigen Delegation über die Erlebnisse der letzten Tage aus. Nach Tagen vieler Gespräche und vieler Termine endet nun unsere Reise durch das Heilige Land zu unseren beiden Partnerstädten Ganey Tikva und Beit Jala.

Wir hatten als Gruppe viel Spaß zusammen und jeder von uns muss die ganzen Eindrücke in den kommenden Tagen ersteinmal für sich sortieren. Wir sind vielen, vielen freundlichen Menschen begegnet, die uns echte Freundschaft haben spüren lassen. Vielen Dank für die letzen vier Tage bei Euch! Wir kommen mit Sicherheit wieder – ebenso wie hoffentlich viele weitere Menschen aus Bergisch Gladbach!

Weitere Fotos finden sich auf meiner Facebook-Seite.