Presseschau 28.2.2012

Schüler drängen in die Gymnasien und auf die Gesamtschule
Das Schulamt meldet eindeutige Zahlen, welche Schulformen die Grundschulabgänger bevorzugen: ingesamt wollen 962 Kinder ein Gymnasium oder die Integrierte Gesamtschule Paffrath besuchen. Dabei gibt es bei diesem relativ geburtenschwachen Jahrgang  nur 982 Grundschulabgängern in Bergisch Gladbach. Hinzu kommt jedoch noch eine unbekannte Zahl von Schülern aus den Nachbargemeinden, die sich bei einer Gladbacher Schule angemeldet haben. Wieviele Schüler zur Haupt- oder Realschule wollen, bleibt damit erst mal offen. Ein besonders drastisches Missverhältnis gibt es bei der IGP: hierhin wollen 287 Kinder wechseln, 107 mehr als in den maximal sechs Klassen pro Jahrgang unterkommen können. Im vergangenen Jahr mussten an der IGP nur 66 Kinder abgelehnt werden. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium meldet 113 Anmeldungen, etwa gleichviel wie im Vorjahr, obwohl das DBG als ersten Gymnasium in den Ganztag einsteigt. Beim NCG haben sich rund 120 Schüler angemeldet, 2011 waren es 130 – und in beiden Jahre mehr, als im Entwurf für den Schulentwicklungsplan vorhergesagt.
Quelle:
KSTA, Facebook-Gruppe Politik in BGL
Weitere Informationen:
Schüler des NCG demonstrieren am Dienstag für den Standort Reuterstraße
Alle Beiträge zum Thema Schulen

Experte kritisiert Verpflanzungen von Ginko-Bäumen
Das Vorhaben der Stadtverwaltung, acht Ginko-Bäumen aus der Fußgängerzone zwischen Löwen-Center und Konrad-Adenauer-Platz  an die Saaler Mühle zu verpflanzen, trifft bei Experten auf Unverständnis. Oliver Fink, Inhaber der Baumschule Becker aus Refrath, spricht angesichts hoher Kosten (2000 Euro pro Baum) und geringer Überlebenschancen der Bäume von “totalen Schwachsinn”. Die Stadt will mit der Verpflanzun Verständnis für die Baumfällaktionen in der Innenstadt wecken, was aber offenbar nicht funktioniert.
Quelle: KSTA, Kommentar KSTA

Bergische Köpfe

  • Winfried Kill, Gründer der Mittelstandsholding Indus AG, ist vor dem Landgericht München mit dem Versuch gescheitert, mit der Ausrede Wahnsinn aus der Verantwortung für gescheiterte Börsengeschäfte heraus zu kommen, Handelsblatt, alle Beiträge über Winfried Kill
  • Erika Jüngling (68) führt ehrenamtlich Aufsicht in der städtischen Galerie Villa Zanders, KSTA

Weitere Berichte

  • Stadt muss 9700 Euro für den ungewollten Spielplatz in Refrath selbst tragen, BLZ, s.a. Presseschau 25.2.2012
  • Zahl der schweren Verkehrsunfälle im Rheinisch-Bergischen Kreis ist 2011 deutlich gestiegen, vor allem bei jungen Verkehrsteilnehmern, aber auch bei Senioren; die höchste Unfallgefahr im Kreis weist Bergisch Gladbach auf,  BLZ, KSTA, WZ
  • Der grünes Landesumweltminister lehnt die vom Landtagsabgeordneten Holger Müller (CDU) vorangetriebene Sanierung des historischen Kadettenweiher im Milchborntal ab, BLZ
  • TS 79 trainiert 50 junge Erwachsene in der Trendsportart „Parkour- und Freerunning“ , BLZ

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Alle Informationen zu Gladbachs erster App

Die lieben Nachbarn

  • Overath startet acht große Straßenbauprojekte, die für Staus mit Auswirkungen in der ganzen Region sorgen werden, KSTA

Das bringt der Tag (und der Rest der Woche)

  • heute, 12.30 Uhr: Demonstration des NCG für den Erhalt des Standortes Reuterstraße, mehr Info
  • heute, 17 Uhr: Gründerforum, Bensberger Bank, Schloßstraße 82
  • Mittwoch, 16 Uhr: Der Geologe Walther Schiebel aus Bensberg hält in der Reihe AMG-Forum einen Vortag zum Thema „Peru – Rohstofflieferant und sonst nichts?“, Aula des AMG
  • Mittwoch, 17 Uhr: Verwaltungsrat des Stadtentwicklungsbetriebes, Rathaus Bensberg
    Tagesordnung und Dokumente
  • Donnerstag, 17 Uhr: Ausschuss für Stadtentwicklung, demografischen Wandel, soziale Sicherung, Integration, Gleichstellung von Frau und Mann, Rathaus Bensberg
    Tagesordnung und Dokumente
  • Freitag, 19.30 Uhr: Kultkino im Bergischen Löwen, gezeigt werden zwei Filme zum deutsch-polnischen Verhältnis, mehr Infos
  • Freitag, 20.30 Uhr: Galeriekonzerte mit Werken der Neuen Musik) und der Klassik spielen Saschko Gawrilow (Violine) und Bernd Zack (Klavier), Villa Zanders, Eintritt zehn Euro
  • Alle Termine

Aktualisierung: Was der Tag bringt


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Presseschau 20.1.2012

Haut- und Realschule am Kleefeld fühlen sich übergangen
Mit etwas Verspätung mischen sich jetzt auch Vertreter der Haupt- und Realschule im Kleefeld in die Debatte ein. Beim Streit um einen möglichen Umzug des NCG ins Kleefeld tue man so, als ginge es um ein leerstehendes Gebäude, beklagen die Kollegien beider Schulen in einem Schreiben. Die Stadtverwaltung, die eine starke Präferenz für den Umzug hat, plant einen Zusammenschluss der Haupt- und Realschulen im Kleefeld mit der im Ahornweg (Gronau).  500 Kinder und Jugendliche besuchen die Realschule, 300 Schüler die Hauptschule im Kleefeld.
Quelle: KSTA
Weitere Informationen:
Alle Beiträge zur Schulstandortfrage

Vinzenz Pallotti Hospital geht Verbund mit Franziskaner-Schwestern ein
Auf der Suche nach starken und gleichgesinnten Partnern hat sich das Vinzenz Pallotti Hospital (VPH) in Bensberg in einen Verbund mit der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) begeben. Dazu gehören auch die Katholischen Kliniken Oberberg, die bereits seit 2010 vom VPH-Geschäftsführer Reinhold Sangen-Emden geleitet werden.  Am 1. Januar wurde das VPH nehrheitlich an die Gesellschaft der Franziskanerinnen übertragen, “um dadurch einen starken, regionalen Verbund von insgesamt 12 Krankenhäusern mit christlicher Grundeinstellung zu bilden”, heißt es in der Pressemitteilung.
Quelle: Gesund in Bergisch Gladbach/Facebook-Gruppe
Weitere Informationen:
Alle Berichte über das Vinzenz Pallotti Hospital

Bergische Köpfe

  • Rosemarie und Winfried Kill haben nach dem Tod ihrer Tochter die Sonja Kill Stiftung gegründet, die in Kathmandu ei Mädchenwohnheim und andere Hilfsprojekte für Kinder in Not finanzieren, BLZ
  • Lutz Urbach, Bürgermeister, gibt bei der Proklamation des Dreigestirns eine selbst umgeschriebene Version des Föös-Klassikers “In unserem Veedel” zum besten – und bekennt: “Ich leev uns Gläbbisch doch, Gläbbisch es nit schäbbisch, BLZ

Aus der jecken Welt

  • Prinz Manfred (Habrunner), Bauer Markus (Koch) und Jungfrau Petra (Held) wurden im Bergischen Löwen offiziell proklamiert, Wolfgang Bosbach, seit 22 Jahren Präsident der Großen Gladbacher und seit 27 Jahren Moderator der Proklamation, nahm seinen Abschied, KSTA, Fotos KSTA, BLZ
  • Was am Wochenende ansteht:
    + Fastelovend Anno Pief
    + Gläserverkauf  der “Bürger für uns Pänz”
    + Räuberball der KG Kurfürstliche Schlossgarde Grün-Gold
    + Kostümball der KG Gardehusaren von 1982 Bensberg
    + Behindertensitzung
  • Karnevalsportal: alle Termine, alle Akteure – und eine Chronik, was bisher geschah

Weitere Berichte

  • Cafè Leichtsinn startet Radio Projekt gemeinsam mit Radio Berg für behinderte und nicht-behinderte Jugendliche, mehr Infos
  • Unbekannt haben das Heimatdenkmal vor der Post mit blauer Farbe beschmiert und fragen: “Ist das Kunst?”, KSTA
  • Im Schlaflabor des Evangelischen Krankenhauses (EVK) wird untersucht und behandelt, was Patienten nachts die Ruhe raub, KSTA
  • Beim 15. Rundschau-Webbewerb können sich Schüler der Sekundarstufen I und II in den Disziplinen “MediaCreativ” und bei einer Internet-Rallye mit Sport und Medienkompetenz beschäftigen, BLZ
  • Villa Zanders soll als städtische Galerie erhalten bleiben, KSTA

Umfrage der Woche


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Das bringt der Tag (und der Rest der Woche)

  • Samstag, 11 Uhr: Studien- und Karrieretage in der FDHW, pebaco
  • Sonntag: Erzählkonzerte für Kinder im Ratssaal Bensberg – “Max und Moritz” mit dem Streichensemble „Die Qietschfidelen” der Max-Bruch-Musikschule, Erzähler ist Ulrich Steiner, Cityweb
  • Sonntag: Cycling-Marathon und Typisierungsaktion für Greta, die einen Stammzellenspender sucht, Turnerschaft, mehr Infos, Updates bei MKH on Facebook
  • Alle Karnevalstermine
  • Alle Termine

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Wer noch mehr wissen will: Wie/warum iGL Facebook, Twitter und Foursquare einsetzt

Aktualisierung: Was der Tag bringt

Diese Presseschau gibt den Stand am Morgen wieder. Tagsüber kommen laufend Nachrichten herein. Die greifen wir in unserem Twitterkanal i_GL auf – doch das ist etwas für Spezialisten. Aber ab sofort können Sie die Kurznachrichten hier bequem verfolgen. Falls Sie die Presseschau schon morgens lesen lohnt es sich also, im Laufe des Tages noch mal vorbei zu schauen. Falls Sie selbst twittern und ihre Meldungen hier erscheinen lassen wollen: markieren Sie ihre Tweets mit #gl1. Das reicht.



Zur Erklärung:

  • Alle Meldungen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, die aktuellsten ganz oben.
  • Automatische Aktualisierung alle 15 Minuten. Wenn Sie mit der Maus über den Kasten fahren erscheint rechts ein Schieberegler, man kann auch mit den Pfeiltasten nach unten scrollen.
  • RT steht für ReTweet ( Meldungen, die nur weitergeleitet wurden), hinter @ folgt der Absender. “RT @ksta_rbo” steht also für eine Meldung des KSTA, die aufgegriffen und an die eigenen Leser weitergeleitet wurde.

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Presseschau 21.4.2010

Finanzierung für 2. S-Bahngleis bleibt offen
Zwar haben Bund und Land den Bau eines zweiten S-Bahn-Gleises nach von Bergisch Gladbach unterzeichnet. Der Planungsprozess sei noch im Gange, betonte Staatssekretär Günter Kozlowski vom NRW-Verkehrsministerium am am Dienstag Abend in Bergisch Gladbach. Ein solcher Planungsprozess habe immer Hürden, aber alle Beteiligten seien sich einig, dass das ein äußerst sinnvolles Projekt für den Schienenpersonennahverkehr sei. Wann und ob das Projekt zustand kommt ist damit aber noch immer nicht ganz klar.
Quelle: RadioBerg

Der Kandidat der Grünen und sein Lieblingsplatz
Der Kölner Stadt-Anzeiger hat den Kandidaten der Grünen für die Landtagswahl, Friedhelm Weiß, an seinem Lieblingsplatz in seiner Region getroffen, am Rösrather Busenberg. Hier am Rande der Wahner Heide hatte der im Sauerland geborene Lehrer seine neue Heimat lieben gelernt.
Quelle: KSTA
Weitere Informationen: Alle Berichte über die Landtagswahl

90 Jahre für Autohaus Hillenberg
Ein ungewöhnliches Firmenjubiläum feierten der Pkw-Werkstattmeister Jürgen Fischer und Kfz-Elektomeister Norbert Vollberg: Seit 90 Jahren arbeiten sie (zusammen) für das Mercedes-Benz Autohaus Hillenberg. Das Rezept für diese ungewöhnliche lange Betriebszugehörigkeit: ein gutes Betriebsklima und die Begeisterung für das Auto.
Quelle: KSTA

Weitere Berichte in der Lokalpresse:

  • Unorthodoxe Wege: Oliver Deiters (Odenthal) tritt für SPD bei Landtagswahl an, WZ
  • Sperrbezirk Paffrath: Amerikanische Faulbrut, eine für Bienen gefährliche Krankheit, ausgebrochen, KSTA




Presseschau 11.12.

Hinter dem Wechsel an der Aufsichtsratsspitze der Indus-Holding verbirgt sich ein persönliches wie wirtschaftliches Drama. Die Nah-Tod-Erfahrung der Regionale beschäftigt weiter Politik und Medien, vor allem in Odenthal. Und dann noch ein Blick auf die “Kölsche Weihnacht”, gleich zweimal in Bergisch Gladbach.



Menzel hofft auf bessere Bedingungen für Regionale

Im Interview mit der Bergischen Landeszeitung macht Landrat Rolf Menzel seiner Enttäuschung Luft, dass die Lokalpolitik in Odenthal in der Finanznot die Axt an die Regionale-Pläne für Altenberg legt. Zitat:

Ich finde es sehr schade, dass das Projekt zwischen die Fronten des Kommunalwahlkampfes geraten ist. Das Projekt habe ich – auch in der zwischenzeitlich reduzierten Form – als eine Chance für die Entwicklung Altenbergs angesehen. Diese Chance hat man für die nächsten 20 Jahre vertan.”

Allerdings gibt Menzel die ambitionierten Pläne auch in Bergisch Gladbach noch nicht ganz verloren. Er hoft vor allem darauf, dass die Bedingungen für die Regionale-Projekte verändert werden und die Städte künftig nur noch zehn Prozent der Mittel selbst beitragen müssen:

Ich bin mir sicher, dass die Regionale nicht zum Rohrkrepierer wird, aber einige Projekte werden beendet werden; andere wird es nur in reduzierter Form geben. (…) Zur Zeit wird versucht, insbesondere für die Nothaushalts-Kommunen die Förderquote von 70 bis 80 Prozent der Mittel auf 90 Prozent zu erhöhen. Das würde die Reduzierung des Eigenanteils nach sich ziehen, so dass die Spielräume größer würden.” Quelle: BLZ

Kölsche Weihnacht im Vinzenz-Pallotti und im Bergischen Löwen

Ausgerechnet in der hauseigenen Kapelle bringt das Bensberger Krankenhaus seit bereits neun Jahren mit dem Programm „Kölsche Weihnacht“ seinen Patienten Weihnachtsstimmung nahe. Unter dem musikalischen Leiter Karl Becker waren dieses mal dabei Bömmel Lückerath und Hartmut Priess von den Bläck Fööss, Georg Becker, die St.-Josef-Sänger sowie der Kinderchor der Katholischen Hauptschule Griechenmarkt. Und dann dient das ganze auch noch einem guten Zweck: Die Einnahmen kommen den Palliativ- und Hospizstationen zugute.
Quelle: BLZ

Unter dem gleichen Titel, aber in einem größeren Rahmen fand die Kölsche Weihnacht im Bergischen Löwen statt. Hier traten unter anderem auf der Erzählkünstler Heinz Monheim und der Krätzjessänger Thomas Cüpper.
Quelle: KSTA mit einer ausführlichen Kritik und einer Bilderstrecke

Das versteckte Drama bei der Indus Holding

Mit einer knappen Pressemitteilung gab gestern die Gladbacher Beteiligungsgesellschaft Indus Holding AG den Wechsel an der Spitze ihres Aufsichtsgremiums bekannt:

Herr Günter Kill (73), langjähriges Aufsichtsratsmitglied und derzeitiger Aufsichtsratsvorsitzender der INDUS Holding AG, hat sein Aufsichtsratsmandat, das er seit 1991 inne hatte, aus persönlichen Gründen niedergelegt. Günter Kill war im Dezember 2008 zum Aufsichtratsvorsitzenden gewählt worden. Der Aufsichtsrat hat auf seiner Sitzung vom 9. Dezember 2009 Herrn Burkhard Rosenfeld (68) zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Dr. Jürgen Allerkamp (53) bleibt wie bisher stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.
Quelle: Indus Holding Was ist die Indus Holding? Selbstdarstellung

Stutzig macht dabei, dass Günter Kill sein Amt als Aufsichtsratschef nur ein Jahr lang ausübte. Dennoch beschränkt sich der KSTA auf den Abdruck einer Reuters-Meldung, die nur wenig weitere Einordnung bietet, aber immerhin auf den Bruder Winfried Kill hinweist:

Der Aufsichtsrat der Beteiligungsfirma Indus hat einen neuen Vorsitzenden. Das Kontrollgremium hat den 68-jährigen Burkhard Rosenfeld zum neuen Chefaufseher gewählt. Wie die Indus am Donnerstag in Bergisch Gladbach mitteilte, löst der frühere Indus-Vorstand Rosenfeld Günter Kill (73) ab, der vor einem Jahr den Posten von seinem erkrankten Bruder Winfried übernommen hatte. Rosenfeld war bis Ende 2005 im Vorstand der Indus zuständig für Technik und Investitionen. Ende 2008 wurde er in den Aufsichtsrat berufen. (reuters)
Quelle: KSTA

Allerdings  hatte der KSTA bereit am 3.8.2009 detailliert und tief recherchiert über die dramatischen familiären Hintergründe bei Indus berichtet:

Winfried Kill war einmal „Manager des Jahres“, dann hat er sich verspekuliert. Über die Verluste soll der Bergisch Gladbacher den Verstand verloren haben. Der Beweis: Ein psychiatrisches Gutachten. Die Gläubiger sind skeptisch. (…) Im Juli 2002 trat Kill als Vorstands-Chef zurück und wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Diesen Posten gab er völlig überraschend im November 2008 „aus gesundheitlichen Gründen“ auf. Sein Bruder Günter Kill wurde als neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt.Während Indus dem Geschäftsmodell treu blieb und mittelständische Firmen kaufte und weiterentwickelte, versuchte Winfried Kill auf dem Finanzmarkt ein großes Rad zu drehen. (…) Laut psychiatrischem Gutachten waren es diese Verluste, die Kill buchstäblich um den Verstand brachten. (…) Der Arzt für Psychiatrie urteilt, dass die finanziellen Risiken, die Kill einging, nur mit einer Persönlichkeitsveränderung zu erklären seien. Die wiederum habe aber nichts mit gescheiterten Geschäften zu tun. Kill sei nach dem tragischen Tod seiner Tochter Sonja 1993 depressiv und tablettensüchtig geworden.
Quelle: KSTA

Die BLZ berichtete zuletzt im Mai

Handelsblatt erklärt die Geschichte hinter der Geschichte

Heute nimmt der KSTA bei der Aufsichtsrats-Personalia keinen Bezug auf die Hintergründe, doch das Handelsblatt (Düsseldorf) springt ein:

Tatsächlich waren es persönliche, ja quasi familiäre Proleme von Kill, die das Unternehmen in den letzten Monaten belasteten. Günter Kill ist der Bruder von Winfried Kill, dem Gründer der Indus AG. Winfried Kill geriet 2009 in die Schlagzeilen, wei er nach Darstellung seiner Familie und Ärzte seit Weihnachten 2007 wahrnehmungsgestört und geistig kaum noch aufnahmefähig war. (…) Günter Kill geriet in den Strudel seines Bruders, weil er als dessen Vertreter falsche Angaben über die Eigentumsverhältnisse von Winfried Kill gemacht haben soll.
Quelle: Handelsblatt

Über diese Geschichte, und über eine Strafanzeige gegen Günter Kill, hatte das Handelsblatt schon am 3.11.2009 berichtet:

Die dramatischen Vorgänge um die Mittelstandsholding Indus erhalten eine neue Wendung. Seit Monaten versuchen zwei Finanzinvestoren, offene Forderungen gegen Indus-Gründer und Mittelstandsikone Winfried Kill einzutreiben. Die Familie versuchte die Rettung – und plötzlich steht der Bruder Günter Kill, amtierender Indus-Aufsichtsratschef, unter Betrugsverdacht. Der Finanzinvestor Pentagon beschuldigt Günter Kill, den Fonds bewusst über die Finanzlage seines Bruders getäuscht und Pentagon damit einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zugefügt zu haben. Der Fonds hat deshalb bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige erstattet (Aktenzeichen 110Js636/09).
Quelle: Handelsbatt In diesem Artikel wird detailliert auf die Vermögensverhältnisse von Winfried Kill eingegangen.

Bereits am 3.8.2009  hatte das Handelsblatt erstmal die Geschichte hinter der Pressemitteilung erzählt, die sich weitgehend mit dem Artikel im KSTA vom gleichen Tag deckt. Handelsblatt:

Der renommierte deutsche Mittelstandsinvestor Indus soll monatelang von einem schwer depressiven und arzneimittelabhängigen Aufsichtsratsvorsitzenden geführt worden sein. Winfried Kill, der heute 70-jährige Gründer und langjährige Chef des Unternehmens, war nach Einschätzung seiner Familie und seiner Ärzte ab Weihnachten 2007 wahrnehmungsgestört und geistig kaum noch aufnahmefähig. Dies geht aus einem psychiatrischen Gutachten hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Demnach war der Indus-Aufsichtsratschef Kill spätestens ab Mai 2008 unzurechnungsfähig. Weil er in verschiedenen Aktiengeschäften mehr als 100 Mio. Euro verloren hatte, sei er in Panikzustände gefallen. Trotzdem blieb Kill bis November 2008 Aufsichtsratschef der Indus AG, einem Geflecht aus 41 Firmen mit insgesamt mehr als 5 000 Mitarbeitern und fast einer Milliarde Euro Umsatz. Der Fall ist ohne Beispiel in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. In einer Zeit, in der Kill laut Gutachten nicht geschäftsfähig war und an Schuld- und Verarmungswahn litt, leitete er mehrere Aufsichtsratssitzungen und die Hauptversammlung 2008.
Die Gläubiger halten dieses Argument für vorgeschoben und werfen der Familie vor, die Krankheit des Firmengründers zu missbrauchen, um wenigstens einen Teil des verspekulierten Vermögens zu retten. (…) Der Aktienkurs des Unternehmens ist zwischen Beginn der Geschäftsunfähigkeit Kills im Mai und seinem Rücktritt im November um bis zu 50 Prozent gefallen. (…) Die Indus AG ist anderer Meinung. Auf Anfrage teilte das Unternehmen mit, man kenne das ärztliche Gutachten. Aber: “Die darin behauptete nicht vorhandene Geschäftsfähigkeit konnte von uns nicht wahrgenommen werden.” Diese Meinung vertritt das Unternehmen, obwohl sowohl Kills Anwalt, Egon Schlütter, als auch sein Bruder Günter Kill im Kontrollgremium sitzen.
Quelle: Handelsblatt, hier der ganze, sehr detaillierte Artikel

Weitere Informationen: