Alexander Felsch und Marcel Kreutz bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters. Fotos: Hartmut Schneider, Thomas Merkenich

Die Bürgermeisterkandidaten von CDU/FDP sowie SPD/Grüne hat der Verein „Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt“ eingeladen, zum Gespräch über demokratische Teilhabe der Bürger und die Modernisierung der kommunalpolitischen Kommunikation. Dabei gaben Alexander Felsch und Marcel Kreutz aufschlussreiche Antworten.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V

„Wie können wir in unserer Stadt mehr Demokratie wagen?” Mit dieser grundlegenden Frage eröffneten die Vorstände Sara Saura Garcia und Udo Neumann die Gespräche des Verein „Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V.” mit den beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt geführt. In den Unterredungen mit Marcel Kreutz (SPD/Grüne) und Alexander Felsch (CDU/FDP) standen die demokratische Teilhabe der Bürger und die Modernisierung der kommunalpolitischen Kommunikation im Fokus.

Marcel Kreutz, 37-jähriger Jurist und erfahrener Kommunalpolitiker, betonte dabei zunächst die finanzielle Basis: „Ein handlungsfähiger Haushalt ist das oberste Gebot, um überhaupt gestalten zu können.” Der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen sieht erheblichen Modernisierungsbedarf in der Kommunikation mit den Bürgern: „Wir müssen die Menschen dort erreichen, wo sie sind – in den sozialen Medien ebenso wie bei Präsenzveranstaltungen, in denen die Leute in Person miteinander sprechen und sich gegenseitig zuhören.“ Aber auch in der Ratsarbeit sieht er Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation: „Warum nicht auch komplexe Verwaltungsvorlagen als Video aufbereiten statt nur auf Papier?”

Alexander Felsch, der von CDU und FDP nominierte 42-jährige Diplom-Ökonom, setzt auf Verständlichkeit und direkte Ansprache: „Den Job des Bürgermeisters verstehe ich auch als Kümmerer, den die Bürger losschicken, um ihre Probleme zu lösen.” Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei die Verwendung einer bürgernahen Sprache: „Behördliche Bescheide und Schreiben der Stadt müssen verständlicher werden. Nur so können die Bürger die Arbeit der Lokalpolitik und der Verwaltung besser nachvollziehen.”

Stellenwert der Bürgerbeteiligung

In der Frage der konkreten Bürgerbeteiligung, die dem Verein Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt sehr wichtig ist, zeigten sich beide Kandidaten aufgeschlossen für neue Formate. Kreutz dazu: „Die positiven Erfahrungen beim Forum Gronau zeigen, wie wertvoll Bürgerbeteiligung sein kann.“ 

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Felsch plädiert ebenso für mehr direkten Austausch: „Der Austausch mit Bürgern und Vereinen kommt bisher eindeutig genau dann zu kurz, wenn wichtige Entscheidungen oder die konkrete Umsetzung anstehen – ob es um Flüchtlingsunterkünfte oder die Sperrung der Schlossstraße geht. Solche Dialoge können wir auch bei Rundgängen durch die betroffenen Viertel führen. Wichtig ist, dass all diejenigen, die ein Thema vor Ort betrifft, gemeinsam an einen Tisch kommen, um Lösungen auszuloten.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war die Partizipation von Jugendlichen, für die der Verein sich einsetzt. Wie können wir jungen Menschen für die Demokratie begeistern, wie können wir sie beteiligen, fragten die beiden Vorsitzenden.

Kreutz setzt hier auf institutionelle Einbindung: „Jugendparlamente sind ein wichtiges Instrument – allerdings darf das Engagement der Jugendlichen dabei nicht an den bestehenden Strukturen zerrieben werden.” Zudem brauche es konkrete Angebote: „Ein lebendiges Vereinsleben, Treffpunkte für junge Menschen wie der Skaterpark oder gut funktionierende Schwimmbäder sind essentiell.“ 

Felsch betont hier die Bedeutung frühkindlicher Bildung: „Wir müssen bereits bei den Kleinsten anfangen. Ein Beispiel wäre, Kita-Fachkräfte durch die Vermittlung von Wohnraum in die Stadt zu holen. Nur mit ausreichenden vielen Fachkräfte in der Betreuung können wir langfristig ein gutes Umfeld für unseren Nachwuchs schaffen.“

Unterstützung für kreisweites Netzwerk

Beide Kandidaten unterstützen die Vereinsinitiative, ein kreisweites Netzwerk demokratiefördernder Organisationen aufzubauen, ähnlich der Initiative „Oberberg gegen rechts”.

Kreutz regt dabei eine interkommunale Kooperation an und betont: „Unsere Demokratie ist noch nicht wehrhaft genug.”

Auch Felsch unterstreicht die Bedeutung überregionaler Demokratiebildung für die Zukunft der Region.

Sara Saura Garcia und Udo Neumann zeigten sich nach den Gesprächen sehr zufrieden. „Wir wollen mit dem künftigen Bürgermeister vertrauensvoll zusammenarbeiten, wir werden sein Wirken aber auch kritisch begleiten.“

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