Beim Tag der Offenen Tür wird der Erweiterungsbau im Schulzentrum Kleefeld in Hebborn am Samstag feierlich eingeweiht. Damit erhält die einzige Hauptschule in Bergisch Gladbach den dringend benötigten Platz für ihre pädagogische Arbeit und ein Gebäude, das in vielerlei Hinsicht vorbildhaft ist. Unser Fotograf hat sich das Projekt der Schulbaugesellschaft genau angeschaut.

Nach etwa einem Jahr Bauzeit ist der Erweiterungsbau an der Gemeinschaftshauptschule Im Kleefeld so gut wie fertig. Zwar wird noch an vielen Ecken gearbeitet und justiert, aber schon in Kürze sollen hier im zweiten Schulhalbjahr fünf Klassen einziehen.

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Auf zwei Etagen und einer Bruttogeschossfläche von 915 Quadratmetern sind fünf Klassenräume, drei Gruppenräume, zusätzliche Vorbereitungsräume und Toiletten entstanden. Knapp fünf Millionen Euro hat die Stadt in dem Projekt investiert, das vom städtischen Hochbau vorbereitet worden und dann von der Schulbau GmbH und der Overather Firma Hamacher Holzbau als Generalunternehmer umgesetzt worden war. Ursprünglich war die Übergabe bereits nach den Sommerferien vorgesehen.

Schon beim Richtfest hatte der damalige Bürgermeister Frank Stein betont, dass dieser Neubau eine bewusste politische Entscheidung für die Zukunft der einzigen Hauptschule der Stadt sei.

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Ein Richtfest – und ein Bekenntnis zur Hauptschule

Mit einem traditionellen Richtfest haben Stadt, Schulbaugesellschaft und Bauunternehmen den raschen Fortschritt des Anbaus am Schulzentrum Kleefeld gefeiert. Bürgermeister Frank Stein bekannte, dass er Richtfeste liebe – und dass dieses Projekt eine bewusste politische Entscheidung für die Zukunft der einzigen Hauptschule der Stadt sei.

Das Gebäude auf der Wiese hinter dem Schulzentrum Kleefeld wurde im Gegensatz zu den zuletzt gebauten sogenannten Sofortschulen und zu den in Bau befindlichen G9-Schulhäusern nicht in Modulen aufgebaut, sondern ist komplett aus Kiefern-Holz gefertigt – und sticht vom Keller bis zum Dach durch viele gestalterische und technische Besonderheiten hervor.

Foto: Thomas Merkenich

Schon in der Eingangshalle fallen die schwarzen Markierungen auf dem Boden ins Auge. Die Linien dienen als Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung und weisen dank ihres hohen Kontrasts sowie ihrer besonderen Oberflächenbeschaffenheit sicher durch das Gebäude. Im Gegensatz zu herkömmlichen taktilen Leitwegen sind sie nicht aufgesetzt, was die Stolpergefahr minimiert.

Das gesamte Gebäude wurde in Holztafelbauweise errichtet und besteht größtenteils aus Naturmaterialien. Sämtliche Außenwände sind mit Holz verkleidet.

Lediglich der Bodenbelag besteht aus einem speziellen Kunststoff. Dieser sei – im Gegensatz zu herkömmlichen Belägen – besonders wartungsfreundlich und spare nicht zuletzt Pflegemittel, erläutert der Projektleiter Peter Hingst von der Schulbaugesellschaft.

Die Decken bestehen aus naturbelassenen Holzwolle-Leichtbauplatten. Das sorge für einen sehr guten Schallschutz und ein angenehmes Raumklima. Außerdem können sie so leichter wiederverwertet werden.

Farbkonzept

Das Farbkonzept folgt einer Empfehlung der Montag-Stiftung und ist bewusst zurückhaltend gestaltet. Die verwendeten Farben sind überwiegend gedeckt und unterstützen ein ruhiges, lernförderndes Umfeld. Nur die Türen setzen aus Sicherheitsgründen mit einem kräftigen Farbton gezielte Akzente.

Raum für Lehrkräfte

Neben den Klassen- und Differenzierungsräumen zur Ergänzung des alten Hauptgebäudes befindet sich auf der ersten Etage ein Bereich für Lehrkräfte mit Küche, Stauraum und und einem kleinen Konferenztisch.

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Plädoyer für die Hauptschule: „Hier kannst du alles erreichen“

Hauptschulen haben nicht das beste Image in der Öffentlichkeit, die Anmeldezahlen sind seit Jahren rückläufig. Völlig zu unrecht, argumentiert Sabine Hantel, Schulleiterin der letzten verbliebenen Hauptschule in Bergisch Gladbach. Sie kämpft gegen Vorurteile von Eltern und für ein besseres Selbstbild ihrer Schülerschaft.

Die Hauptschule im Kleefeld ist nicht nur „Schule des gemeinsamen Lernens“, sondern beteiligt sich auch am Startchancenprogramm. Damit ist sie auf mehr Räume für die Differenzierung des Unterrichts angewiesen.

Berührungsfreie Armaturen

Sämtliche Armaturen sind berührungsfrei ausgeführt. Dadurch lassen sich Folgekosten durch den Verschleiß mechanischer Bauteile, etwa bei WC-Drückerplatten, reduzieren und potenzielle Infektionsrisiken minimieren.

Dass der zusätzliche Aufwand für diese Lösung vergleichsweise gering blieb, hänge damit zusammen, dass zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Trinkwasserhygiene ohnehin eine elektronische Steuerung installiert werden musste, erläutert Projektleiter Hingst.

Haus- und Solartechnik

Im Erdgeschoss befindet sich zudem die Technikzentrale, in der unter anderem die Elektroverteilung, Photovoltaik, Brandmeldeanlage, Heizungssteuerung und Serverschrank untergebracht sind. Die PV-Anlage ist mit einem Speichermodul ausgestattet. Wenn am Tage mehr Strom produziert wird, als das Gebäude verbraucht, werden die Verbraucher in der Nacht zuerst aus dem Puffer gespeist.

Außerdem ist das Gebäude mit einer Fußbodenheizung und dezentralen Lüftungsanlagen ausgestattet, um energieeffizient betrieben werden zu können.

Hinweis der Redaktion: Die feierliche Einweihung der Schule findet an diesem Samstag im Rahmen des Tags der Offenen Tür statt. Von 9 bis 12 Uhr stellen Schulleitung und Kollegium das Schulkonzept, die pädagogischen Schwerpunkte, das Leitbild, mögliche Bildungsabschlüsse, das Förderkonzept sowie die vielfältigen weiteren Angebote vor. Auf dem Programm:

  • Unterricht zum „Anschauen und Anfassen“
  • Führungen durch das Schulgebäude und den neuen Erweiterungsbau
  • Gesprächsmöglichkeiten mit dem Team der GHS Im Kleefeld: Lehrkräfte, Schulleitung, Sozialarbeiterinnen, Sonderpädagog:innen
  • Kennenlernen der Übermittagsbetreuung KleeFreSch

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ist der Fotograf des Bürgerportals. Mittlerweile wohnt er „im schönen Kürten" und liebt das Bergische Land. Aber das sieht man seinen Fotos ja auch an. Mehr Infos auf seiner Website www.thomas-merkenich.de

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  1. Irgendwo hatte ich mal von einem Bolzplatz gelesen, der neben dem Bau entstehen soll. Gibt es dazu vielleicht neue Informationen?

  2. Wunderbar, dass heute die Nachhaltigkeit und somit der Holzbau im Vordergrund steht! Wird der Erweiterungsbau der Grundschule Frankenforst auch mit diesem Konzept “Holz statt Beton” geplant? Wie wirkt sich Holz auf das Raumklima aus? Den Kindern und Lehrkräften alles Gute in diesen Räumen!

  3. wohw, was für ein hübscher cleaner Neubau, farblich zurück haltend im Gesamtkonzept
    empfinde ich sehr ansprechend
    Schule mal in schön!
    (kontra widerlich abgelebt..)

    Gute Schulzeit allen vor Ort!!

    (meine Kinder sind längst erwachsen..hatten keine Gelegenheit solchen Neubaus)