Stadt, Schulbaugesellschaft, Schule und Bauunternehmen feiern Richtfest am OHG. Foto: Stadt GL

Am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) hat die Stadt mit einem Richtfest den raschen Baufortschritt für das neue Klassenhaus für die Stufen fünf und sechs gefeiert. Wo früher eine Sportanlage war, wächst jetzt ein Gebäude heran, das nach dem Sommer für die Rückkehr zu G9 dringend benötigt wird. Auf rund 1600 Quadratmetern Fläche sollen 240 Schüler:innen untergebracht werden. Trotz des sehr engen Zeitfensters könnte der Plan aufgehen.

Nachdem in der vergangenen Woche bereits das DBG ein Richtfest für ein neues Schulgebäude feierte, folgt in dieser Woche nun das OHG. Das wird höchste Zeit, denn zum nächsten Schuljahr müssen die Erweiterungen an allen Gymnasien stehen. Dann wird das Gymnasial-System wieder komplett auf 9 Jahre (G9) umgestellt und es muss ein kompletter Jahrgang Schüler:innen mehr untergebracht werden.

+ Anzeige +

In das neue Klassenhaus hinter dem OHG sollen ab dem nächsten Jahr die Stufen fünf und sechs einziehen – und damit Platz für die Oberstufe im Hauptgebäude machen. Wert gelegt wurde beim Bau vor allem auf die pünktliche Fertigstellung und eine moderne Bauart, berichteten Vertreter von Schulbaugesellschaft, Stadt und Bauunternehmen beim Richtfest am Dienstag.

Das Klassenhaus beherbergt drei Stockwerke. Auf der ersten und zweiten Etage finden sich jeweils vier Klassenräume, die nach dem Clusterprinzip angeordnet und daher flexibel zu nutzen sind, sagte Andreas Libera, Projektleiter der Schulbaugesellschaft. Im Erdgeschoss werden die Klassenräume von einem Differenzierungsraum, einem Lehrerzimmer und mehreren Gemeinschaftsräumen ergänzt.

Dank der Modular-Bauweise, konnte das Gebäude in nur wenigen Monaten hochgezogen werden: die weitgehend vorgefertigten Bauteile wurden mit riesigen Sattelschleppern angeliefert und aufeinander gestapelt. Für das ganze Projekt rechnete die Stadt mit Kosten in Höhe von über acht Millionen Euro.

Bau ohne Zwischenfälle

In seiner Rede berichtete Valentin Hof, Vertreter des Generalunternehmers Kleusberg, dass der Bau (nachdem die Rahmenbedingungen einmal geklärt waren) schnell und ohne böse Überraschungen abgelaufen sei. Man liege gut im Zeitplan, das Gebäude soll Ende März oder Anfang April an die Stadt übergeben und bis zum Schulstart eingerichtet werden.

Mehr zum Thema

Schulbau, kurz & knapp: IGP, OHG und andere Monsterprojekte

Es hat gedauert, bis die Parteien akzeptiert haben, dass die Stadt an einem Neubau der IGP nicht vorbeikommt und dafür eine Summe im Bereich von 160 Millionen Euro in die Hand nehmen muss. Doch nun gibt es einen Konsens, der auch von der Schule befürwortet wird. Dieses Vorhaben ist nur eins von vielen, die am Dienstag im Schulausschuss einvernehmlich diskutiert wurden. Aber nicht immer so entschieden wurden, wie es die Stadt vorgeschlagen hatte.

Dafür war wohl auch der Schulleiter Karl-Josef Sulski verantwortlich, der seit Beginn der Planung einen Timer bis zum Beginn des neuen Schuljahres laufen ließ. Damit machte er allen Beteiligten immer wieder die Dringlichkeit des Projekts und den Zeitdruck klar. „Wir haben noch 224 Tage“, sagte Sulski jetzt. Aber auch er sei zuversichtlich, dass das Gebäude rechtzeitig fertig werde.

Alter Sportplatz wird überbaut

Die Erweiterung des Schulgebäudes funktionierte jedoch nicht ganz ohne Opfer. Ungenutzte Fläche gab es nämlich schlicht nicht. Deshalb musste ein Teil des ehemaligen Außensport-Bereichs dem neuen Haus weichen, wie der Schulleiter erzählte. Er wurde aber schon lange nicht mehr für den Sport genutzt, zuletzt standen hier Container für die Schulverwaltung.

Schulleiter Sulski erinnerte, dass bis zum nächsten Schuljahr noch ein vernünftiger Schulhof für die Kinder vor dem Gebäude gebaut werden müsse: „Sie können schließlich nicht auf Schotter spielen.“ Im Projekt enthalten sind zwar auch Außenanlagen, die betreffen aber nur das unmittelbare Umfeld des Gebäudes, erläuterte Kämmerer Thore Eggert. Ob noch genug Geld im Budget für einen Schulhof übrig bleibe, sei noch nicht klar.

Modulbauten bringen Tempo

Sebastian Rolko, Geschäftsführer der Schulbaugesellschaft, betonte die Erfolge, die bereits mit der modularen Bauweise erzielt wurden; er sei zuversichtlich, dass sich diese auch in Zukunft weiter bewähren werde. Er lobte die Zusammenarbeit mit Firmen wie Kleusberg oder Brüggemann, die das Klassenhaus am DBG baut. Hof bedankte sich seinerseits für das Vertrauen der Schulbaugesellschaft und der Stadt.

Bürgermeister Marcel Kreutz, der selbst Schüler des OHG gewesen war, zeigte sich vom raschen Fortschritt der vielen Schulbauprojekte beeindruckt: „Damit sind wir aber noch lange nicht fertig. Wir werden weitermachen, bis alle sagen: Bergisch Gladbach ist ein guter Bildungsstandort.“

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.