Die Jungzüchterinnen und Jungzüchter begeisterten mit ihren Leistungen. Foto: Rheinisch-Bergischer Kreis

Bei der Kreistierschau auf dem Hebborner Hof erlebten große und kleine Gäste ein spannendes Programm. Besonders viel Applaus erhielten die Jungzüchter. Die Veranstaltung soll die wichtige Arbeit der Landwirte ins Licht der breiten Öffentlichkeit rücken und der Entfremdung von den Tieren entgegenwirken.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Rheinisch-Bergischen Kreises

Am Sonntag kamen tausende Besucherinnen und Besucher auf den Hebborner Hof in Bergisch Gladbach, um die Landwirtschaft der Region aus erster Hand kennenzulernen. Die Züchterzentrale Rhein-Berg, die Kreisbauernschaft und der Rheinisch-Bergische Kreis präsentierten beim Tag der Landwirtschaft mit großer Kreistierschau gemeinsam die Vielfalt, die das Bergische zu bieten hat.

Dabei wurden zum Beispiel Rinder-, Pferde-, Schaf- und Ziegenrassen, die hier ihre Heimat haben, vorgestellt. Auch Schweine, verschiedene Geflügelarten, Kaninchen und Bienenvölker konnten in Augenschein genommen werden. Besonders für die kleinen Besucherinnen und Besucher war es ein Erlebnis, die Tiere einmal „live“ zu erleben.

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Die Landwirtinnen und Landwirte informierten über die Tierhaltung und -zucht. Auch das Fachpublikum fand Gelegenheit, sich über viele Aspekte der Zucht auszutauschen und mit den Menschen aus der Region ins Gespräch zu kommen.

Auch Schafe und Ziegen konnten aus nächster Nähe begutachtet werden – inklusive der Produkte, die die Erzeugerinnen und Erzeuger herstellen. Foto: Rheinisch-Bergischer Kreis

„Die Landwirtschaft prägt unsere Landschaft, stärkt unsere regionale Identität und liefert hochwertige Lebensmittel, die für eine nachhaltige Ernährungsstrategie unverzichtbar sind. Die Kreistierschau hat erneut eindrucksvoll gezeigt, mit welchem Engagement und welcher Leistungsstärke unsere bergischen Landwirtinnen und Landwirte tagtäglich arbeiten. Ihr Beitrag für unsere Region verdient höchste Wertschätzung“, so Landrat und Schirmherr Arne von Boetticher.

Ernährungssicherheit beginnt in Ställen, Gewächshäusern und auf Feldern.Peter Lautz

Bei der Eröffnung der Kreistierschau machten er, der Vorsitzende der Züchterzentrale, Reiner Deppe, sowie der Gastgeber und Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Peter Lautz, deutlich, dass die Veranstaltung eine Plattform sei, um die wichtige Arbeit der Landwirte ins Licht einer breiten Öffentlichkeit zu rücken und der Entfremdung von den Tieren entgegenzuwirken.

„Kein Beruf ist so eng mit der Schöpfung verbunden wie der des Landwirts. Ernährungssicherheit beginnt in Ställen, Gewächshäusern und auf Feldern. Die Zusammenarbeit der Landwirte mit den Verantwortlichen vor Ort steht auf einem guten Fundament“, so Peter Lautz.

Rainer Deppe ergänzte: „Wir zeigen heute den Menschen aus der Region, was wir in unseren Ställen und auf den Wiesen alles tun und wie wir dafür sorgen, dass unsere Tiere gesund sind.“

Viele bekannte Gesichter auf der Kreistierschau: Staatssekretär Dr. Martin Berges, Leichlingens Bürgermeister Maurice Winter, Marie Thiel und Ingrid Mühlinghaus von den Landfrauen, NRW-Innenminister Herbert Reul, Gastgeber und Vorsitzender der Kreisbauernschaft, Peter Lautz, Landrat Arne von Boetticher, Landtagsabgeordneter Martin Lucke, Rainer Deppe, Vorsitzende der Züchterzentrale, Kreisdechant Norbert Hörter und Superintendent Thorsten Krall mit weiteren Gästen. Foto: Rheinisch-Bergischer Kreis

Neben Rainer Deppe, Peter Lautz und vielen weiteren Gästen begrüßte der Landrat auch Innenminister Herbert Reul, die Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach und den Landtagsabgeordneten Martin Lucke.

Als Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz sagte Staatssekretär Dr. Martin Berges: „Hier schlägt das Herz des ländlichen Raums und man sieht, was unsere Familienbetriebe alles leisten.“

Showprogramm und Ausstellung begeisterten

Ein breites Showprogramm, bei dem die Pferdezucht im Mittelpunkt stand, begeisterte die Besucherinnen und Besucher. So ließen sich spektakuläre Voltigier-Vorführungen erleben, die Jugend zeigte ihr Können und Gespanne präsentierten eine Kür. Auch Westernreiten und Isländerreiten sowie der Auftritt von verschieden Pferderassen zogen die Gäste in ihren Bann.

Mithilfe einer VR-Brille konnten die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie eine Kuh ihre Umgebung wahrnimmt, und eine große Landmaschinen-Ausstellung lud zum Staunen ein. Auch der Bauernmarkt hatte wieder einiges zu bieten. Die kleinsten Gäste hatten viel Spaß auf der Hüpfburg der BELKAW.

Bei den zahlreichen Wettbewerben präsentierten sich rund 140 Züchterinnen und Züchter. Im Mittelpunkt der Bewertung standen nicht nur Produktion und Leistung. Vielmehr wird inzwischen eine ganzheitliche Betrachtung der Tiere vorgenommen. Daher wurden auch Aspekte wie ein guter Körperbau und eine allgemeine gute Gesundheit bewertet.

Neben dem Stolz über die Auszeichnung tragen die prämierten Vierbeiner zudem maßgeblich zur Wertsteigerung der Zuchtbetriebe bei und sind somit ein wichtiger Faktor für den betrieblichen Erfolg der Bauernhöfe.

Jungzüchterinnen und -züchter beeindruckten

Beste Milchkuh, „Miss Bergisch Land“, wurde schon zum zweiten Mal Milchkuh „Lennya“ von der Zuchtstätte Kohlgrüber aus Kürten. Es gratulierten Rainer Deppe, Landrat Arne von Boetticher und Peter Lautz. Foto: Rheinisch-Bergischer Kreis

Besonders viel Applaus erhielten die Jungzüchterinnen und -züchter. Die rund 30 Kinder und Jugendlichen führten mit viel Stolz ihre Tiere vor und beeindruckten durch ihr großes Fachwissen.

Den Preis als beste Jungzüchterin erhielt Larissa Winter (20) aus Wuppertal. Siegerinnen und Sieger waren am Ende aber alle jungen Teilnehmenden des Wettbewerbs.


Mit Spannung erwartet wurde auch die Kür der „Miss Bergisch Land“, der besten Milchkuh. Hier siegte „Lennya“ von der Zuchtstätte Kohlgrüber aus Kürten. Sie konnte Ihren letztjährigen Titel verteidigen. Als bestes Fleischrind verwies die Limousin-Kuh „Chilly“ von der Zuchtstätte Ulrike Buchmüller aus Leverkusen die Konkurrenz auf die Plätze.

Große Unterstützung durch Sponsoren

Auch dank der tatkräftigen Unterstützung der Kreissparkasse Köln, der Volksbank Berg und der VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen konnte wieder eine hochwertige Kreistierschau präsentiert werden.

Die Kreistierschau findet jährlich abwechselnd im Rheinisch-Bergischen Kreis, dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Mettmann statt.

Rheinisch-Bergischer Kreis

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  1. Ein Text wirklich voller Highlights. Das beste ist meiner Ansicht nach dieses:
    “Kein Beruf ist so eng mit der Schöpfung verbunden wie der des Landwirts.”

    Wenn damit gemeint ist, dass man auf einem viereckigen Feld, das man erst mit Mist volldüngt erstmal mit einer einzelnen Pflanzenart vollballert (die teilweise nur per Klon vermehrbar weil z.B Triploid und damit nicht Krankheitsresistent) und Tiere künstlich befruchtet, damit man sie ein halbes Leben lang meken kann usw, dann stimmt diese Aussage zwar, dann hat man aber meiner Meinung nach ein seltsames Bild von Schöpfung.
    Ansonsten wäre mir neu, dass die konventionelle Landwirtschaft in irgendeiner Art und Weise nah mit “der Schöpfung” verbunden ist. Eher das Gegenteil ist wohl der Fall. Artensterben, Algenblüte, Neokolonialismus. Wirklich großartig, wie die moderne Landwirtschaft mit Schöpfung und Gesellschaft verbunden ist. Und bevor jetzt die Frage kommt, was ich ansonsten vorschlage: Mir ist sehr bewusst, dass “the ecological indian” auch ein verromantisierter westlicher Mythos ist.

    Dennoch kann man sich ja wohl wünschen, dass man sich die Welt zumindest nicht schönredet, weil wenn man das tut, dann schlägt man Leuten ins Gesicht, die schon heute die Nachwirkungen spüren müssen. Ich erwarte schon die Reflektion in einem solchen Artikel, ob Tierzucht und Tierhaltung wirklich in dem Maße sinnvoll ist, wie es passiert, insbesondere, wenn Landwirte schon jetzt die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, ausbaden. Insbesondere, wenn das Wasser in Norddeutschland andauernd die Nitratgrenze überschreitet. Insbesondere, wenn kleine Bauernhöfe, die nicht konventionell wirtschaften unter dem Konkurrenzdruck der großen Betriebe leiden. Ernäherungssicherheit beginnt eben nur auf Feldern und in Gewächshäusern, nicht aber in den Ställen. Fleischerzeugung ist so unfassbar ineffizient, das hat nichts mit Ernährungssicherheit zu tun, sie gefährdet sie vielmehr.

    Ceers