24Mrz11:30Die Entdeckung der ModerneAusstellung 1. OG
Termindetails
Martin Noël (1956 – 2010) ließ sich in seinen Objekten, Gemälden, Holz- oder Linolschnitten zeitlebens durch die verschiedensten Strömungen der Kunstgeschichte inspirieren. Eine wichtige Quelle war für ihn das Werk
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Martin Noël (1956 – 2010) ließ sich in seinen Objekten, Gemälden, Holz- oder Linolschnitten zeitlebens durch die verschiedensten Strömungen der Kunstgeschichte inspirieren. Eine wichtige Quelle war für ihn das Werk Otto Freundlichs (1878 – 1943), der zu den Pionieren der abstrakten Malerei gehört. Ausgangspunkt dessen Arbeit waren gesellschaftspolitische und philosophische Überlegungen. Die Ausstellung widmet sich den beiden Künstlern und dem fruchtbaren Niederschlag dieser Begegnung im Werk Noëls in den Jahren 2002 – 2006.
Martin NoëI leitete seine Motive aus der sichtbaren Alltagswelt ab. Er folgte ihren Konturen, legte Linien frei und erschuf daraus eine faszinierende Welt abstrakter Formen. Das Wechselspiel von Linie und Fläche sollte seine kontrastreichen Holzschnitte über Jahre dominieren. Ab 2002 beschäftigte sich NoëI intensiv mit Leben und Werk Otto Freundlichs. In der Zeit bis zu seinem Tod entstanden etwa 200 Werke, die sich explizit auf Otto Freundlich beziehen.
Otto Freundlich wurde in eine jüdisch assimiliert lebende Familie hineingeboren. Sein innovatives Œuvre, das Gemälde, Skulpturen, Mosaike und Glasfenster umfasst, wie auch seine politisch-philosophischen Schriften machen ihn zu einem Wegbereiter der Moderne. Er gilt als Impulsgeber einer geometrisierenden Abstraktion, deren Formensprache sich aus kleinen Elementen zusammensetzt, und die ihm als Synthese seiner künstlerischen wie sozialen Überzeugung erschien. Die Nationalsozialisten fühlten sich durch seine Schriften provoziert und verfemten seine Bildsprache. Eines seiner Werke hat seine entwürdigende Popularität durch das Katalogheft zur Ausstellung Entartete Kunst aus dem Jahr 1937, dem es als Titelmotiv diente.
Mit dieser Gegenüberstellung möchte das Kunstmuseum Villa Zanders nicht nur dem Werk Martin NoëIs nach der Präsentation seiner Holzschnitte im Jahr 1994 in weiteren Facetten näherkommen, sondern auch dazu beitragen, die Bedeutung Otto Freundlichs als Künstler, Mensch und Idealist stärker ins öffentliche Bewusstsein zu holen.
Publikation
Es erscheint ein Katalogbuch in Deutsch und Englisch mit Beiträgen von Joachim Heusinger von Waldegg, Maria Müller-Schareck und Petra Oelschlägel, hrsg. vom Verlag Kettler, Dortmund.
Laufzeit der Ausstellung: 24.03. – 22.08.2024 im 1. OG
Zeit
24. März 2024 11:30(GMT+01:00)
Veranstalter

Kunstmuseum Villa Zanders
Die Villa Zanders ist das Kunstmuseum der Stadt Bergisch Gladbach. Es beherbergt eine eigene Sammlung und organisiert eine Vielzahl von Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen.
