10Mai14:0018:00Vom Wert der Wahrnehmung - Kurt WagnerKabinettausstellung Villa Zanders
Termindetails
Arbeiten von Kurt Wagner (Schüler von Oskar Holweck), Marga Wagner und Anna C. Wagner Kurt Wagner (1936–2009) Seit den frühen 1960er-Jahren galt das künstlerische Interesse des Fotografen und Künstlers Kurt Wagner der
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Arbeiten von Kurt Wagner (Schüler von Oskar Holweck), Marga Wagner und Anna C. Wagner
Kurt Wagner (1936–2009)
Seit den frühen 1960er-Jahren galt das künstlerische Interesse des Fotografen und Künstlers Kurt Wagner der Phänomenologie des Papiers als eigenständige experimentelle Kunstform. Als Schüler geprägt von Oskar Holweck und Otto Steinert, untersuchte er in seinen Arbeiten das poetische Potential des Papiers: sowohl als Träger- und Lichtmaterial seiner fotografischen Assemblage-Arbeiten (Legungen / objets trouvés, 1999, Kunsthaus Rhenania, Köln) als auch in den vom Informel der 1950er-Jahre geprägten lyrisch-abstrakten Bildwerken, die mit Bleistift, Tusche, Kreide und Pastellfarben auf verschiedensten Papiermaterialien wie Packpapier, Pappe, (Foto-)Karton und Buchpapier entstanden.
„Alles bildhafte Tun des Menschen setzt ein Erkennen voraus. Erkennen heißt, sich die Umwelt mit all ihren Erscheinungsformen verständlich machen. Ohne Erkennen ist das menschliche Tun unbeherrscht. Unklarheit und Unordnung, bedingt durch Zweifel und Angst, sind Ergebnisse solchen Handelns. Unsicherheit, Angst, Zweifel im Menschen als solche zu erkennen, zu lernen sie zu bekämpfen und auszuschalten (bilden), ist Ziel der Grundlehre.“
(Oskar Holweck: Vortrag anlässlich der Ausstellung „Sehen“, Volkshochschule Köln, November 1966)
Marga Wagner (1934–2020)
Marga Wagner erhielt nach abgeschlossener Lehre als Grafikerin einen Teil ihrer Ausbildung als Malerin an den Kölner Werkschulen. Es folgten längere Studienaufenthalte in Frankreich und in der Schweiz. Seit Anfang der 1980er-Jahre gestaltete sie Kirchenfenster im Raum Köln, so unter anderem die zwei kleinen Fenster in der Front der Kirche St. Maria in Lyskirchen, die als Glasfenster gestalteten Kreuzwegstationen in der Kirche St. Franziskus in Leverkusen sowie die Fenstergruppe der Nordostwand in St. Maternus.
Ab Anfang der 1990er-Jahre entstanden vermehrt Papierarbeiten (Gouachen) und ab 2014 experimentierte die Künstlerin mit Froissage-Techniken (franz. froisser – knittern): Im Dialog zwischen Aktion – durch Stauchen, Knüllen und Wringen des bemalten Papiers – und der Beobachtung der Reaktion des Werkstoffs erforschte Marga Wagner künstlerische Möglichkeiten der Reduktion, ohne sich jedoch vom Transzendentalen trennen zu wollen.
Anna C. Wagner (geb. 1964)
Als zweite Tochter der Malerin Marga Wagner und des Fotografen Kurt Wagner wurde Anna C. Wagner 1964 in Köln geboren.
In einer Zeit, in der sich die Technik der Fotografie der besten und schärfsten und vermeintlich wahrhaftigsten Auflösung verschreibt, beschreitet die Kölner Fotografin und Künstlerin einen anderen, gegensätzlichen Weg: Sie geht radikal weg von der fotografisch beliebten These und Tendenz, dass sich im Digitalen, in der hohen und immer höheren Auflösung eine Verheißung des Realen, des Abbildes, der Wahrheit, verbirgt. Ihre künstlerischen Themen finden Ausdruck in ursprünglichen analogen Verfahren wie Aufnahmen mit der camera obscura, in Riefelbildern* und analogen Experimentalfilmen. So entstehen neue Bildformen und Formate, die einladen, sich auf eine neue – und alte – Form der Wahrnehmung einzulassen, die auch die analoge Materialität der Arbeiten jenseits der fotografischen Abbildfunktion ins Recht setzen.
Laufzeit der Ausstellung: 10.5. – 23.6.2024
Zeit
10. Mai 2024 14:00 - 18:00(GMT+00:00)
Veranstalter

Kunstmuseum Villa Zanders
Die Villa Zanders ist das Kunstmuseum der Stadt Bergisch Gladbach. Es beherbergt eine eigene Sammlung und organisiert eine Vielzahl von Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen.
