Forsthaus Steinhaus. Foto: Thomas Merkenich

Das Forsthaus Steinhaus mit seinem Café ist ein beliebtes Ausflugsziel im Königsforst. Viele Schulklassen und Kindergartengruppen besuchen die waldpädagogische Einrichtung im Osten von Bergisch Gladbach. Der Förderverein und der Bergische Naturschutzverein befürchten massive Einschränkungen durch den Bau des nahe gelegenen Grünen Mobilhofs.

Der Bergische Naturschutzverein (RBN) und der Förderverein Forsthaus Steinhaus blicken mit großer Sorge auf den Bau des Grünen Mobilhofs in Moitzfeld. Sie rechnen in den nächsten Monaten mit einer „massiven Behinderung“ für Besucher:innen des Königsforsts und des Forsthaus Steinhaus, wie Mark vom Hofe und Bernt Henke, Geschäftsführer des Fördervereins, mitteilen.

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Das Bauvorhaben werde ab Mai „so erhebliche Dimensionen annehmen“, dass das Naturschutzgebiet und das Steinhaus „nicht mehr hinreichend erreichbar“ sein werden, fürchten die beiden Vereine. Zum einen würden Parkplätze dauerhaft wegfallen, zum anderen würde die Zufahrt zum Steinhaus für mindestens fünf Monate gesperrt. Dieses sei während dieser Zeit nur noch für Fußgänger und Radfahrer:innen erreichbar, „allerdings auch nur sehr mühsam“. 

Im Straßendreieck zwischen Technologiepark (oben rechts), Miltenyi Biotec (oben links) und der Autobahn soll der Mobilhof entstehen. Foto: Stadt GL

Zum Hintergrund: Die Regionalverkehr Köln GmBH (RVK) baut in Moitzfeld – zwischen Technologiepark, Miltenyi Biontec und Autobahn – einen neuen Betriebshof für Linienbusse, den sogenannten Grünen Mobilhof. Er gilt als umweltpolitisches Vorzeigeprojekt und wird im Rahmen der Regionale 2025 gefördert. 

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Erstes Vergabeverfahren für Grünen Mobilhof abgeschlossen

Nach der konzeptionellen Planungsphase beginnt die praktische Umsetzung des Projekts „Grüner Mobilhof“, der im Rahmen der Regionale 2025 gefördert und im Osten von Bergisch Gladbach gebaut wird. Grüner Wasserstoff soll vor Ort produziert werden, das Zusammenspiel vieler Komponenten den Betriebshof zum Vorzeigeprojekt machen.

Auf dem Betriebshof sollen ausschließlich emissionsfreie Linienbusse stationiert sein, die mit Wasserstoff oder elektrischen Batterien betrieben werden. Der Mobilhof bietet neben einer Wasserstoff-Tankstelle und Ladestationen für die Linienbusse eine öffentliche Station des Bergischen E-Bikes. Er soll mit einer Dach- und Fassadenbegrünung sowie Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden.

Beliebte Naherholungsstätte

RBN und Förderverein begrüßen das mit öffentlichen Geldern vorangetriebene Großprojekt im Sinne erneuerbarer Energien und emissionsarmer Mobilität „grundsätzlich“. Sie kritisieren allerdings den Umgang mit dem ebenfalls mit öffentlichen Mitteln geförderte Steinhaus: „Bis jetzt sind keinerlei nachvollziehbare, umsetzbare Alternativen für Parkplätze für das Naherholungsgebiet Königsforst/Steinhaus entwickelt worden.“

Das Forsthaus Steinhaus war im Rahmen der Regionale 2010 gefördert und ausgebaut worden: Eine Ausstellung informiert über den Lebensraum Wald; als zertifizierte Bildungseinrichtung für nachhaltige Entwicklung des Landesbetriebs Wald und Holz kommt dem Steinhaus überregionale Bedeutung zu: Nach Angaben des Fördervereins besuchen pro Jahr rund 2500 Schul- und Kita-Kinder das waldpädagogische Programm. Zum Teil ist das Steinhaus vertraglich an Schulen gebunden. 

Das Steinhaus mit Cafébetrieb hat sich zu einer beliebten Naherholungsstätte für Wanderer, Radfahrer:innen, Familien mit Kindern und ältere Menschen entwickelt. Die jährlichen Besucherzahlen liegen laut Förderverein im fünfstelligen Bereich.  

Forderung nach dauerhaften Parkplätzen

Förderverein und RBN fordern daher: „Die Zuwegung nach Steinhaus muss unterbrechungsfrei sichergestellt sein“ – für Besucher:innen, Busverkehr, Zulieferer, Müllabfuhr und Rettungskräfte. Außerdem müssten in „unmittelbarer Nähe“ Parkplätze vorhanden sein, damit auch ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen den Königsforst, das Café und die Ausstellung besuchen können – zudem in den kommenden Sommermonaten, wenn Menschen besonders gern den kühlen Wald aufsuchen.

Überlegungen, Parkplätze direkt am Forsthaus einzurichten, lehnen vom Hofe und Henke kategorisch ab, da es sich bei dem Gebiet um ein Naturschutzgebiet mit dem höchsten Schutzstatus in Europa handele. „Das Naturschutzgebiet durch fahrenden Verkehr zu stören, verbietet sich“.

RBN und Förderverein appellieren an die Akteure von RVK, Regionale und Stadt, „unverzüglich“ für dauerhafte Parkplätze zu sorgen – beispielsweise im Bereich des Technologieparks auf dem Parkplatz unmittelbar vor der Autobahnbrücke. Außerdem fordern sie, den Parkstreifen vor der Autobahnbrücke dauerhaft als Besucherparkplatz für das Steinhaus und den Königsforst auszuweisen. Die Dauer der Zufahrtssperre müsse zudem durch optimierte Arbeitsabläufe „auf ein Minimum reduziert werden“.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Vom Parkplatz an der Friedrich-Offermann-Straße ist es ein 15minütiger Fußweg bis zum Forsthaus Steinhaus. Wer also wandern oder spazieren will, dem stehen Wege offen. Und auch die Betreiber vom Forsthaus und Zulieferer werden weiterhin zufahren können, aber von einer anderen Stelle in den Wald hinein.

  2. Wer heute immer noch ernsthaft glaubt, “die Dauer der Zufahrtssperre” könne “durch optimierte Arbeitsabläufe ‘auf ein Minimum reduziert werden'”, hat vermutlich die letzten 20 Jahre nicht in Deutschland gelebt.
    Man schaue sich nur den Berliner Flughafen, die Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgart 21 oder die Kölner Oper an. Oder einfach nur den Verlauf des immer noch andauernden Umbaus der Schloßstraße.

    Wer entsprechend auf eine Lösung baut, die nur funktioniert, wenn die Sperrung der Zufahrt tatsächlich nur wenige Monate dauert, der sollte das Steinhaus am besten direkt dauerhaft schließen. Dann haben alle wenigstens Planungssicherheit und uns bleibt das große Gejammer erspart, wenn die Baustelle dann doch länger dauert, als geplant.

  3. es wäre für uns und die 5 Enkel ein Riesen Verlust!!!seit 50jahren wandern wir in dem angrenzenden Wald

    1. Der Königsforst ist weiterhin erreichbar (siehe Artikel). Sowohl am Steinhaus als auch anderswo – es handelt sich keineswegs um den “einzigen Zugang zum Wald” für Moitzfelder, wie unten behauptet wurde.

  4. Ich finde es unmöglich, dass die Zufahrt gesperrt werden soll. Wir wissen alle, dass so ein Projekt viel länger als angekündigt dauern wird. Man sehe nur die Katastrophe der Bensberger Innendtadt. Im Artikel der bergischen Zeitung stand außerdem, dass der Fußgängerzugang nur vom Wald möglich sei … und ohne Parkmöglichkeiten kommt man ja auch nicht weiter. Dies ist wieder einmal eine bürgerfreundliche Entscheidung, dem Willen der Grünen geschuldet. Abgesehen davon können die Pächter des Steinhauses diese Zeit nicht überleben! Wie soll dort eine Anlieferung stattfinden? Wie können die Kindergruppen dorthin gelangen? Einfach völlig unmöglich!

    1. Was haben denn die Grünen damit zu tun?
      Bitte eine Quelle für diese Behauptung.

  5. Ich kann nicht glauben, dass man uns Moitzfeldern den einzigen Zugang zum Wald auf unabsehbare Zeit kaputt machen will. Es muss eine andere Lösung gefunden werden.

    1. Wenn ich richtig lese, steht das nicht zu befürchten: Der Zugang von Moitzfeld aus soll weiterhin möglich sein (“nur noch für Fußgänger und Radfahrer:innen erreichbar, „allerdings auch nur sehr mühsam“”).

      Der Parkplatz kurz vor der Brücke wird (nach meiner Beobachtung) nur zu einem Bruchteil genutzt. Baustellen gehen immer mit Einschränkungen einher – aber vielleicht können zumindest eine handvoll Stellplätze dort freigehalten werden? (Dass eine Zufahrt z.B. für Rettungswagen möglich sein muss, versteht sich von selbst.)