Andreas Pielasch ist im Herzen Europäer. Das ist einer der Gründe, warum der Bergisch Gladbacher sich jetzt dazu entschieden hat, Mitglied bei Volt zu werden. Im Gespräch berichtet der 55-Jährige, was ihn dazu antreibt, sich im Kommunalwahlkampf zu engagieren und was er sich für seine Partei wünscht.

Andreas Pielasch lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Refrath. Gebürtig stammt er aus Hamburg, beruflich hat es ihn 1999 ins Rheinland und 2010 nach Bergisch Gladbach verschlagen. Der 55-Jährige arbeitet als Anwendungstechnischer Berater für Kunststoffe in der chemischen Industrie.

Andreas Pielasch: „Ich bin noch absoluter Neuling in Sachen Parteimitgliedschaft und erst Anfang Juni bei Volt eingetreten. Ein Bekannter hatte mir erzählt, dass er eine Partei für sich entdeckt hat, Mitglied wurde und von der er glaubt, dass sie auch zu mir passt. Und so bin ich zu einem der zwanglosen Treffen in einem Biergarten mitgegangen.

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Im Großen und Ganzen ist ja alles gut, aber andererseits gibt es eben doch eine Menge, worüber man sich ärgert. Und dann fallen in Diskussionen Sätze wie ‚Man müsste mal dieses, man könnte mal jenes‘. Und irgendwann kann man sich selbst nicht mehr hören. Also habe ich mir Volt und das Parteiprogramm mal angeschaut. Es hat mich überzeugt.

Dazu muss man wissen: Ich bin vom Herzen her Europäer und habe eine grüne Seele. Diese beiden Faktoren haben mich zu Volt getrieben. Mitzuarbeiten und aktiv zu sein ist dort sehr erwünscht, das klang für mich sehr sympathisch. 

Plakate kleben im Wahlkampf

Der Eindruck verfestigte sich beim ersten Treffen. Es herrschte eine lockere, entspannte und sehr wertschätzende Atmosphäre. Auch wenn ich als Neuling etwas gesagt habe, wurde mir zugehört, meine Meinung ernstgenommen. Das hat mir gefallen.

Hinweis der Redaktion: Politik wird von Menschen gemacht. Menschen, die sich in Parteien engagieren. Einige treten in der Öffentlichkeit in Erscheinung, kandidieren für Ämter. Andere agieren eher im Hintergrund, bringen sich an der Parteibasis ein. 

Vor der Kommunalwahl am 14. September stellen wir Menschen vor, die sich erst seit kurzem politisch engagieren und neu in eine Partei eingetreten sind. Wir lassen sie erzählen, was ihre Beweggründe sind, warum sie sich für die jeweilige Partei entschieden haben, was sie sich wünschen und vorgenommen haben. 

Bevor ich etwas halb mache, mache ich es ganz. Also bin ich nach wenigen Wochen Mitglied bei Volt geworden. Ich finde es spannend, nun eine so aktive Phase des Wahlkampfs mitzuerleben. Ich habe mich dafür gemeldet, Plakate zu kleben. 

Die anstehende Kommunalwahl ist eine Art Lackmustest für mich, auch um herauszufinden, wie viel ich bereit bin, für meine Überzeugungen zu tun. Ich möchte mit anderen Menschen in den Dialog gehen und Farbe bekennen, dass ich mich für die Demokratie und Europa interessiere.

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Die paneuropäische Bewegung Volt bewirbt sich bei der Kommunalwahl im Herbst für den Stadtrat in Bergisch Gladbach sowie für den Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises. Für beide Gremien hat sie Reservelisten aufgestellt. Alexander Becker tritt zudem als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters an.

Europa als persönlicher Antrieb

Kerntreiber mich für Volt zu engagieren ist Europa, das begleitet mich schon mein Leben lang. Auch mein Ingenieurs-Studium war europäisch geprägt. Ich bin beruflich viel im Ausland unterwegs, habe hunderte Reisen gemacht, ganz vom Süden bis in den Norden, vom äußersten Westen in den Osten. Wenn man nicht als Tourist unterwegs ist, bekommt man einen authentischeren Einblick und ein tieferes Verhältnis zu den Menschen

Man erlebt Dinge, die in anderen Ländern oder Regionen besser oder schlechter laufen. Dabei können wir viel voneinander lernen. Wichtig ist, dass die europäischen Länder miteinander und nicht gegeneinander agieren.

Europa ist für mich der besonderste Kontinent, der von Kulturenvielfalt und dadurch von einer unglaublichen Kreativität und Innovationskraft geprägt ist. Meine große Hoffnung ist, dass wir ein einiges Europa werden, in dem wir all unsere Unterschiede wertschätzen.

Kommunalwahl als Chance für kleine Parteien

Volt ist eine europaweite Partei, die sehr gut vernetzt und organisiert ist, zu allen möglichen Themen. Ich möchte mich erst einmal zurechtfinden und meinen Platz in der Partei finden. Mich interessieren vor allem Umweltthemen und der Baubereich, etwa wie industrielle Lösungen ökologisch sinnvoll und gleichzeitig bezahlbar werden können. 

Als persönliches Ziel habe ich mir vorgenommen, Volt bei der Wahl nach meinen Möglichkeiten zu unterstützen und mich für Europa und die Demokratie stark zu machen. Die Demokratie ist in Gefahr, viele Menschen haben Angst, sich einzubringen. 

Die Kommunalwahl ist für mich – neben der Europawahl – die wichtigste Wahl, denn sie betrifft uns ganz direkt und Dinge, die vor unserer Haustür passieren. Für eine kleine Partei wie Volt ist es ungemein wichtig, dass es keine Fünf-Prozent-Hürde bei der Kommunalwahl gibt. Das würde ich gern jedem sagen: Jede Stimme zählt!“

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Für eine offene Diskussion wäre es hilfreich, wenn statt verschwurbelter Andeutungen Ross und Reiter genannt würden. Was für mich auch für das Verstecken hinter irgendwelchen Nicks gilt.

  2. Eine Frage an die Redaktion und Organisatoren von “Gemeinsam für Demokratie in GL”: Woran machen Sie fest, dass Felsch und Kreutz die Bürgermeister-Favoriten sind?
    Ich erlebe gerade in der Bürgerschaft ganz etwas anderes, viele unterstützen einen anderen Kandidaten.

      1. Das werde ich hier nicht öffentlich machen. Warten Sie die Kommunalwahl ab.
        Nur soviel: die Bürger haben von CDU und SPD die Nase gestrichen voll.

      2. @Sam Urai
        “welche(r) soll das sein?” –> “einen anderen Kandidaten”
        Also zumindest männlich, wie man, seitdem gegendert wird/werden darf, wenigstens erkennen kann.
        Sehen Sie, gendern hat auch seine Vorteile!
        Es sei denn natürlich, Anno Nüm wäre auch ein Gegner des “Gendern”.

  3. Bemerkenswert, wie bestimmte Parteien kaum erwähnt oder sogar konsequent übergangen oder zensiert werden, während eine neoliberale Kleinstpartei, die sogar Atomkraft befürworten (VOLT) und unter 0,8 % liegt, auffallend viel Aufmerksamkeit bekommt. Von ausgewogener, fairer Berichterstattung kann da kaum die Rede sein – das hat mit neutralem Journalismus wenig zu tun.
    Dabei entscheiden am Ende nicht Schlagzeilen, sondern die Wähler:innen – und im Stadtrat spiegelt sich das reale Vertrauen wider. Und 0,8% werden für den Rat nicht ausreichen!

    1. Das sind die Grünen in lila, daher ist es klar, dass sie bei in-gl ein Stein im Brett haben. Sind gern gesehene Mehrheitsbeschaffer, daher hofft man, dass es Nichtwähler zur Urne zieht ;)

    2. Nun haben Sie mich neugierig gemacht. Wer wird denn konsequent übergangen und wer wird zensiert?

  4. Wie wurden die neuen Mitglieder ermittelt?
    Konnte man sich melden?
    Wurden alle Parteien angeschrieben?
    Wie erfolgte die Personenauswahl?

    Ich bin auch Europäer, aber einer der EWG und Schengen gefordert hat, danach wurde man leider größtenteils enttäuscht.

    1. Wir haben örtliche Parteien angesprochen, um Vorschläge gebeten und Gesprächspartner nach journalistischen Kriterien ausgewählt. Personen, die sich für Parteien engagieren, die die Menschenwürde missachten, geben wir keine Bühne.

      Sie engagieren sich ebenfalls in einer Partei? Dann können Sie sich gerne bei der redaktion@in-gl.de bewerben.

      1. Welche Parteien wäre das in GL oder im RBK, die zur Wahl antreten und denen keine Bühne gegeben wird?