In der Papierstadt Bergisch Gladbach beherrschen zwei Frauen noch das alte Handwerk der Papierrestaurierung und Buchbinderei. Ein echtes Nischenhandwerk mit hohem Wert für das Gemeinwohl – doch einer schwindenden Nachfrage. Wir haben den Kunsthandwerkerinnen Kristina Seelbach und Anja Koschel bei ihrer ebenso präzisen wie nachhaltigen Arbeit über die Schulter geschaut.
Schlagwort: Porträt
Leben im Wunderland – Eckard Alker feiert seinen 90. Geburtstag
Als Kind ist Eckard Alker aus Ratibor geflohen, nach Bergisch Gladbach. Er hat als Grafiker und Dozent gearbeitet, versteht sich als „Ackerer“ und hat immer der Kunst den Vorzug gegeben. Im Gespräch erzählt er von Flucht und Heimat, von Schattenfiguren und seiner Liebe zur surrealen Bildwelt. Der Besuch bei Eckard Alker in Lustheide wird dabei zu einer Reise durch ein fantastisches Universum.
Menschen in GL: Die Poetische
Kurz bevor Lisa Spielmann in Elternzeit geht, hat sie ein neues Lied herausgebracht: ein „Danke“ an den Menschen, der für sie zum Mentor und Bonusvater wurde. Wir haben mit der Musikerin darüber gesprochen, was Familie für sie bedeutet und wie sie sie geprägt hat – von der eigenen Kindheit bis zum eigenen Kind, von ihrem Wahlvater bis zur Crew ihres „Spielmannslands“.
Menschen in GL: Die Buchliebhaberin
Ihre Liebe zu Büchern war schon als Kind ausgeprägt, seit einem Jahr leitet sie die Stadtbücherei Bergisch Gladbach: Julia Besten freut sich darauf, den Umzug aus dem maroden Gebäude am Forum auf das Zandersgelände zu begleiten – und dort mit ihrem Team die Vision von einer modernen Bibliothek verwirklichen zu können. Auch wenn das noch einige Zeit dauert.
Neu bei der FDP: „Bildung ist meine Mission“
Nach nicht einmal einem Jahr der Parteizugehörigkeit wurde Olivia Meik vor einigen Monaten Vorsitzende des Ortsverbands der FDP in Bergisch Gladbach. Bei der Entscheidung, sich politisch ausgerechnet bei der FDP zu engagieren, hat die eigene Bildungsbiografie der 40-Jährigen eine bedeutende Rolle gespielt.
„Große Chance“: Ukrainerin kandidiert für den Integrationsrat
Lilit Khachatrian stammt aus der Ukraine und lebt seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in Bergisch Gladbach. Inzwischen hat die Juristin einen festen Job im Supermarkt und möchte mit ihrer Kandidatur für den Integrationsrat ihre Dankbarkeit für die Stadt und deren Menschen zum Ausdruck bringen, die sie aufgenommen und unterstützt haben.
Neu bei der CDU: „Bergisch Gladbachs Potenzial besser nutzen“
Als vierfacher Familienvater, der oft mit dem Lastenrad unterwegs ist, entspricht Friedrich Zapf nicht dem typischen CDU-Mitglied, wie der 40-Jährige selbst amüsiert feststellt. Doch nach ersten persönlichen Kontakten hat sich der Bergisch Gladbacher entschieden, in die Partei einzutreten. Und dann auch gleich für den Stadtrat zu kandidieren.
Neu bei den Grünen: „Wünsche mir eine klimafreundliche Stadtplanung“
Ökologische Aspekte sind Alice Semmler bei der künftigen Entwicklung von Bergisch Gladbach besonders wichtig – und einer der Gründe, warum sich die 49-Jährige bei den Grünen engagiert. Dass sie überhaupt in eine Partei eingetreten ist, hängt allerdings mit der Bundespolitik zusammen. Und mit Semmlers Sorge um die Demokratie.
Neu bei der SPD: „Einsatz für ein solidarisches Miteinander“
Soziale Gerechtigkeit und gleiche Chancen für alle Menschen – das ist das Herzensthema von Sarah Shakil, für das sie sich bei der Kommunalwahl einsetzt. Im Gespräch erzählt die 30-Jährige, wie es nicht nur zu ihrem Eintritt in die SPD kam, sondern auch dazu, dass sie nun sogar für den Stadtrat von Bergisch Gladbach kandidiert.
Neu bei der Linken: „Mehr Toleranz allen Menschen gegenüber“
Sich selbst einbringen statt sich über die aktuelle Politik zu beschweren – das dachte sich Iwona Winterscheid im Wahlkampf zur Bundestagswahl. Kurz darauf trat sie bei der Linken ein. Bei der Kommunalwahl im Herbst kandidiert die 36-Jährige nun für den Stadtrat von Bergisch Gladbach.
Neu bei der FWG: „Kinder sind mein Hauptantrieb“
Stephany Assel steht nicht gern im Mittelpunkt. Sich dennoch in der Politik zu engagieren und für die Freie Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl zu kandidieren, ist der Bergisch Gladbacherin alles andere als leicht gefallen. Im Gespräch berichtet sie, warum sie sich trotzdem dazu entschieden hat und was sie sich davon verspricht.
Neu bei Volt: „Für Europa und die Demokratie stark machen“
Andreas Pielasch ist im Herzen Europäer. Das ist einer der Gründe, warum der Bergisch Gladbacher sich jetzt dazu entschieden hat, Mitglied bei Volt zu werden. Im Gespräch berichtet der 55-Jährige, was ihn dazu antreibt, sich im Kommunalwahlkampf zu engagieren und was er sich für seine Partei wünscht.
Neuanfang mit 40: Von der Altenpflegerin zur Erzieherin
Verena Scholz aus Bergisch Gladbach hat 18 Jahre lang in der Altenpflege gearbeitet. Mit Anfang 40 beschließt sie einen beruflichen Neustart und beginnt eine Ausbildung zur Erzieherin. Sie ergreift einen Beruf, der zwar stark nachgefragt ist, aber öffentlich oft mit Mangel und Überlastung assoziiert wird. Für Scholz ist es trotz allem genau die richtige Wahl.
Menschen in GL: Der tanzende Museumsleiter
Dominik Olbrisch ist ein Mann voller Überraschungen. Mit Leichtigkeit schafft der 34-Jährige den Spagat zwischen verschiedenen Welten: Latein-Formationstanz und Kunstgeschichte, ländliche Wurzeln und Liebe zur modernen Architektur. Als neuer Leiter des Schulmuseums will er nun traditionelle Bildungsgeschichte mit frischen Ideen beleben.
Hinrich Schipper: Ein Mann der klaren Worte
Der SPD-Kandidat für den Bundestag präsentiert sich im Bürgerclub als leidenschaftlicher Kämpfer für bessere Bildungschancen – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Im Gespräch mit den Leser:innen spricht Hinrich Schipper über Heimat und seine politischen Ziele. Er tritt gut gelaunt und selbstkritisch auf, gesteht auch Wissenslücken. Sie können das Gespräch auch im Video anschauen.
Nach 52 Jahren: Ingelore Zollondz verabschiedet sich vom Kreis
Ingelore Zollondz ist ein „Urgestein“ der Kreisverwaltung und geht jetzt nach über einem halben Jahrhundert im Dienst in den Ruhestand. Mit 15 Jahren hatte sie ihre Laufbahn gestartet – und immer prägte sie das Arbeitsklima in ihrem Umfeld durch Herzlichkeit, Disziplin und Anpassungsfähigkeit. Jetzt blickt sie auf bewegte Jahrzehnte zurück und freut sich auf neue Freiheiten.
Menschen in GL: Der Schöpfer
Mit 47 Jahren ist Ingo Schütze in Rente gegangen. 47? Eigentlich kein Alter für die Rente – aber uralt, wenn man aus dem Mittelalter kommt. So wie Schütze, der das historische Handwerk des Papierschöpfens 13 Jahre lang an die Menschen gebracht hat, vor allem an die Kinder. Was sein Vater damit zu tun hat, warum er jetzt aufhört – und was er noch alles ehrenamtlich tut, von Karneval bis Politik.
„Zum Kotzen, dass ich Steigbügelhalter für diese Rechten wurde“
Vor elf Jahren hat Daniel Obst den AfD-Kreisverband Rhein-Berg gegründet. Nach zwei Jahren trat er aus. Heute erzählt er, was ihn damals zur AfD brachte, wie er die Entwicklung der Partei erlebte und wie er zum Klimaschutz fand, dem er sich inzwischen ganz verschrieben hat. Eine persönliche Entwicklungsgeschichte, mit der er Mut machen will, sich seiner Vergangenheit zu stellen und Entscheidungen zu treffen. Bei den nächsten Wahlen ebenso wie beim Klimaschutz.
Die jeckste Familie von Bergisch Gladbach
Susanne und Frank Weber lieben Karneval. Jahrelang liefen sie mit Freundesgruppen bei den Zügen in Bärbroich und Herkenrath mit, hatten dafür an mehreren Wochenenden eine Karnevalswerkstatt im Wohnzimmer, wo sie zu zehnt oder fünfzehnt aufwendige Kostüme herstellen. Jede Session (mindestens) ein neues. Auch die Kinder waren von Geburt an dabei, Sohn Tim mit zwei Monaten auf seinem ersten Zug. Die Kinder sind inzwischen groß – aber mit vielen Anekdötchen und Bildern lassen wir die Geschichte dieser jecken Familie Revue passieren.
Zwischen Ankommen und der Hoffnung auf Rückkehr
Nataliia, Kateryna und Katerynas zwölfjährige Tochter sind vor 20 Monaten aus der Ukraine geflohen. Jetzt haben sie endlich eine eigene Wohnung in Schildgen gefunden. Dort erzählen die Schwestern, wie schwierig es ist, sich auf das Leben in Deutschland einzulassen, ohne die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr aufzugeben. Und warum Nataliia mit 22 Jahren schon pensionierte Profi-Athletin ist, und weshalb sie noch nicht so recht wissen, wie sie Weihnachten feiern. Ein halbes Familienporträt.
„Die Menschen brauchen mehr Geschichten des Gelingens“
Klimaschutz muss nicht hart sein und nur auf Verzicht basieren – es geht auch deutlich positiver und gleichzeitig sogar noch effektiver. Wie, das beschreibt der Frankenforster Gabriel Baunach in seinem frisch erschienen Buch-Debüt. Wir haben mit dem 30-Jährigen über das Buch gesprochen und dabei viel über seinen persönlichen Weg zum Klimaschützer erfahren. Und was es mit dem positiven Handabdruck auf sich hat.
Ein Jahr Väterzeit: „Ich fühl mich wohl in meiner Rolle“
Anand Seghal ist vor zehn Wochen Vater geworden. Das nächste Jahr wird er mit Tochter Rani zu Hause bleiben, während seine Partnerin arbeitet. Er hat uns erzählt, wie er zu dieser Entscheidung gekommen ist, welche Reaktionen er auf seine Vaterzeit bekommt, wie sich das Elternpaar die Sorgearbeit aufteilt – und was Stillen mit Gleichberechtigung zu tun hat.
Der Teewegmeister aus Herrenstrunden
Martin Sotai Knipphals ist Künstler, Garten- und Landschaftsbauer. Mit seinem Sohn Jan Philipp entwickelt er japanische Gärten, Teeräume und Teehäuser, nach den Prinzipien des japanischen Teeweges. Denn Knipphals senior ist einer der wenigen Teewegmeistern in Europa. Was dahinter steckt, und woher sein zweiter Name Sotai stammt, erzählen die beiden bei einem Besuch in ihrem Teeraum in Herrenstrunden. Und servieren frischen Matcha-Tee.
„Gerne öfter mal was Neues gemacht“
41 Jahre lang hat Dettlef Rockenberg für die Stadt Bergisch Gladbach gearbeitet, in vielen verschiedenen Bereichen, mit viel Verantwortung. Zuletzt als Fachbereichsleiter für Bildung, Schule, Sport und Kultur. Immer als Gestalter, oft auch als Architekt. Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand zog er Bilanz und wurde grandios gewürdigt. Richtig ruhig im Saal wurde es aber erst, als eine Putzfrau das Wort ergriff.
Mit der Liebe zum Detail: 40 Jahre ehrenamtlicher Krippenbauer
Hermann-Josef Hammerschmidt legt nach 40 Jahren sein Ehrenamt als Krippenbauer in der Bensberger Pfarrkirche St. Nikolaus nieder. Bewegt blickt der gelernte Dreher und Hobby-Modelleisenbahner auf seine Anfänge und die beliebten Krippenfahrten zurück. Eines hat der 74-Jährige über die Zeit nie verloren: die Liebe zum Detail.
Ein Tausendsassa mit Stil verlässt Bergisch Gladbach
Seit 2009 verkauft Norbert Esser in seinem Geschäft „ART DÉCO“ in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone Möbel und Accessoires aus dem ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ende des Jahres schließt er sein Geschäft für immer, Anfang November startet der Räumungsverkauf. Die Lebensgeschichte des 78-Jährigen ist ein aufregender Blick in den Zeitgeist der letzten fünf Jahrzehnte.
Rodrigo Affonso – Chorleiter mit Ambitionen und Augenzwinkern
Seit einem guten Jahr dirigiert Rodrigo Affonso den Konzertchor Bergisch Gladbach. Er bringt nicht nur enorm viel musikalisches Know-how und internationale Erfahrung mit. Sondern ist auch ein empathischer Musikpädagoge und Vollblutmusiker, der seine Sängerinnen und Sänger mit viel Herz, Spaß und Ironie und zugleich hohem Anspruch nach vorne bringt.
„Gestatten, ich bin Joanna Lenk, Kirchenmusikerin“
Seit dem Spätsommer haben die Gnadenkirche, der Heilsbrunnen, die Kirche zum Frieden Gottes und die Heilig-Geist-Kirche eine neue Kantorin: Joanna Lenk hat die Nachfolge von Susanne Rohland-Stahlke angetreten. Hier stellt sie sich selbst vor – und lädt zum musizieren ein.
Norbert Sprenger verlässt nach 76 Jahren Bergisch Gladbach
Auf zu neuen Ufern – Norbert Sprenger zieht es nach 76 Jahren aus seiner Heimatstadt Bergisch Gladbach über den Rhein hinweg nach Alfter bei Bonn. Eine gehörige Portion Wehmut ist schon dabei, doch das vielfältig engagierte Urgestein will es noch einmal wissen: „Was du dir vorgenommen hast, tue jetzt. Nicht später!“
Menschen in GL: Die Bonbon-Köchin
Kamillentee für die Handtasche: Mit dieser Idee fing alles an. Sie führte Luzia Häck dazu, am heimischen Herd Bonbon-Rezepte zu testen – wobei sie einmal fast ihre Küche abfackelte. Mittlerweile ist daraus ein kleines Start-up geworden, das die Bergisch Gladbacherin in ihrer Freizeit betreut.
Die Letzten ihres Standes: Der Handzuginstrumentenmacher
Das Mekka für Akkordeon-Fans liegt in Odenthal. Dort betreibt Siegfried Zöllner seit 20 Jahren eine kleine Manufaktur und Werkstatt für Bau und Reparatur blasebalgbetriebener Instrumente. Er hat sein Handwerk noch bei Akkordeon-Traditionsmarken wie Hohner und Weltmeister erlernt. Das hat ihm ein selten hohes Maß an Expertise verschafft. Was Kunden aus dem In- und Ausland in den Meisterbetrieb im Bergischen treibt.
„Kultur findet Stadt“: Wer Bergisch Gladbachs Kultur eine Bühne gibt
Gerade einmal 1,5 Stellen umfasst das Städtische Kulturbüro. Und hat – mit vielen Kooperationspartnern und weiteren Mitarbeitern der Stadt – den Kultursommer 2021 auf die Beine gestellt. Die Leiterin Petra Weymans blickt zurück auf das Festival und zeigt, wie man mit Pragmatismus statt Klagen eine lebendige Kulturszene in der Stadtgesellschaft prägen kann.
Wird diese Bergisch Gladbacherin Miss Germany?
Patti-Saoirse hat eine besondere Geschichte. Und eine klare Botschaft: Alle Menschen verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden. Eine Aussage, die sie auch zur Kandidatur um den Miss-Germany-Titel geführt hat. Wie sie es geschafft hat, sich selbst zu finden und zu lieben, welche Rolle dabei die Sozialen Medien spielen und wie sie mit Beleidigungen umgeht – darum geht es in diesem Porträt.
Peter Protschka: Ein Musiker, zwei Leben
Mit Peter Protschka leitet seit Juli ein gestandener Jazzmusiker die Max Bruch Musikschule. Dort will er vor allem bei Kooperationen, Digitalisierung und Angeboten zur Improvisation die Schwerpunkte setzen. Gleichzeitig tourt er mit seinem Jazz-Quintett weiterhin über europäische Bühnen. Ein Musiker, zwei Leben: Bleibt da noch Zeit zu üben?
Grünen-Kandidat Außendorf: Raus aus der Komfortzone!
Im dritten Anlauf soll es gelingen: Maik Außendorf will für die Grünen in den Bundestag. Er kämpft als Direktkandidat um den Wahlkreis Rhein-Berg, im Web und auf der Straße. Er und sein Team wollen vor allem beim Thema Klima punkten. Und sehen den Staat statt den Markt in der Verantwortung. Wir haben den Kandidaten im Wahlkampf bis an die Haustür begleitet.
CDU-Kandidat Tebroke: Lust auf Kontroverse, Streben nach Konsens
Hermann-Josef Tebroke sitzt seit 2017 für Rhein-Berg im Bundestag. Auf seiner Wahlkampftour durch Stadt und Kreis wirbt der CDU-Mann für seine Wiederwahl. Mit einem offenen Ohr für die Belange der Bürger:innen und einem Faible für kontroverse Debatten. Konkrete Wahlversprechen hat er weniger im Gepäck. Am Ende setzt Tebroke immer auf Konsens.
