Elterntaxis stellen für Kinder die größte Gefahr auf dem Schulweg dar. Am Dienstag sind in Hand drei Schulstraßen eingerichtet worden, um die Sicherheit rund um die beiden Grundschulen und die Kita zu erhöhen – zunächst als Verkehrsversuch. Eltern in Warnwesten kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Es sind riskante und gefährliche Manöver, die am Dienstagmorgen in Hand zu beobachten sind: Autos, die das Verbotsschild und die Absperrung ignorieren, diese umfahren, in den Gegenverkehr geraten, auf den Gehweg ausweichen, dort halten und ihr Kind aussteigen lassen.

+ Anzeige +

Shirin Kyber schüttelt verständnislos den Kopf. „Wahnsinn“, lautet ihr Kommentar. Sie ist Mutter eines Schülers der KGS Hand – und heute dafür zuständig, die Absperrbake an der Straße Im Grafeld zu bedienen. Sie trägt eine neongelbe Warnweste und steht an der Kreuzung zur viel befahrenen Handstraße. 

Es ist der erste Tag, an dem drei Schulstraßen in Hand in Betrieb sind, um die Verkehrssicherheit im Umfeld der beiden benachbarten Grundschulen und der Kita Rasselbande zu erhöhen. Zu den Bring- und Abholzeiten werden dafür die Straßen Im Grafeld, die Sankt-Konrad-Straße und der Heimstättenweg für den Autoverkehr gesperrt.

Anwohner:innen haben vorab Ausnahmegenehmigungen erhalten, ebenso die Beschäftigten von Schulen, OGS und Kita.

Die grünen Markierungen zeigen die Stellen, an denen die neuen Verkehrsschilder stehen. Screenshot: OpenStreetMap

Kybers Aufgabe ist es heute früh, um 7.30 Uhr die beiden Absperrungen auf die Straße zu stellen und um 8.15 Uhr wieder an die Seite zu schieben. „Netterweise haben die Mitarbeiter des Bauhofs beim Aufstellen geholfen. Sie haben die Baken gebracht und das Verkehrsschild aufgestellt“, berichtet Kyber. 

Neue Schilder mit falscher Beschriftung

Das Schild weist die Zeiten aus, zu denen motorisierter Verkehr in den drei Straßen verboten ist: Montag bis Freitag 7.30 bis 8.15 Uhr und 12 bis 15.30 Uhr.

Das sorgt bei den Eltern jedoch für Verwirrung. Denn vorab hatte die Stadt mitgeteilt, das nachmittägliche Zeitfenster dauere von 14.30 bis 15.15 Uhr. Für diese Zeit sind auch die Eltern eingeteilt, die in den ersten drei Wochen die Absperrbaken bedienen sollen. 

Später teilt die Stadt auf Nachfrage mit, die Zeiten auf den Schildern seien falsch. Der Bauhof sei darüber informiert, die Schilder sollten „schnellstmöglich“ korrigiert werden.

Aktualisierung: Die Stadt teilt mit, dass die Schilder noch im Laufe des Tages ausgetauscht worden seien.

Jeweils drei Eltern der KGS übernehmen die morgendlichen Dienste, jeweils drei Eltern der GGS die Nachmittagsschichten. So hatten es die Grundschulen miteinander abgestimmt. „Wir sollen nicht aktiv in den Verkehr eingreifen, also keine Autos anhalten, wenn sie trotzdem in die Straße fahren“, erklärt Kyber.

So steht es in der Kurzanleitung für die Schulstraßen-Helfer:innen. Diese sollen bei Bedarf Fragen beantworten und freundlich auf die neue Regelung hinweisen. Auch eine Mitarbeiterin der städtischen Mobilitätsabteilung ist vor Ort, um sich ein Bild zu machen.

Wenn nötig, sollen die Helfer:innen die Baken so verschieben, dass Fahrzeuge mit Genehmigung passieren können. An der Kreuzung Im Grafeld/ Handstraße ist das nicht nötig. Die Straße ist so breit, dass die Absperrung nur eine Spur blockiert.

„Ohne die Hilfe der Eltern wäre das nicht zu stemmen. Ihnen kann man nicht genug danken. Ich hoffe sehr, dass alles gut klappt“, sagt Barbara Dortmann. Sie ist Schulleiterin der GGS und schaut sich das Spektakel am Dienstagmorgen aus nächster Nähe an. „Das ist jetzt eine Schulstraße“, ruft sie einem Autofahrer zu, der an der Absperrung vorbeifährt und in die Straße biegt. 

Polizei greift ein – 50 Euro Bußgeld drohen

In dem Moment taucht ein Polizist auf, der das Auto anhält. „Haben Sie eine Ausnahmegenehmigung für das Befahren der gesperrten Straße?“ Der Fahrer verneint. „Warum ignorieren Sie das Schild und die Absperrung?“ Schulterzucken. Der Polizist fordert den Mann auf, zu drehen und zurückzufahren. Auf dem Rücksitz sitzen zwei Kinder. 

Für das Verhalten mancher Eltern hat der Polizist kein Verständnis: „Es ist peinlich, dass manche Schulkinder es nicht gewohnt sind, mal ein paar Meter zu laufen.“ Künftig koste es 50 Euro, wenn Eltern verbotenerweise in die Schulstraßen fahren. „Dabei geht es nicht nur um den einen, den man erwischt, sondern um die Signalwirkung für die vielen Anderen, die es mitbekommen.“ An diesem ersten Tag belässt es der Polizist bei mündlichen Verwarnungen. 

Die größte Gefahr für die Kinder sind Eltern

An diesem Morgen zeigt sich immer wieder: Die größte Gefahr auf dem Schulweg der Kinder sind die Eltern. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule fahren, auf Gehwegen halten oder sogar parken, um ihr Kind rauszulassen, die Fahrbahn und die Sicht blockieren, für Stau sorgen – und dafür, dass andere Eltern aus Sorge ihr Kind ebenfalls zur Schule begleiten. Ein Teufelskreis. 

Diesen zu durchbrechen, dafür hat sich Lisa Schöffel gemeinsam mit anderen Eltern für die Einrichtung von Schulstraßen in Hand stark gemacht. „Ich halte das genau für die richtige Maßnahme gegen Elterntaxis“, sagt die Mutter eines Zweitklässlers der GGS Hand. „Ich hoffe sehr, dass die Schulstraßen nicht nur ein Versuch bleiben, sondern dauerhaft eingerichtet werden.“

Zwölfmonatiger Verkehrsversuch

Laut Stadtverwaltung handelt es sich um einen zwölfmonatigen Verkehrsversuch, der eng begleitet und evaluiert wird. Auf Grundlage der Erkenntnisse werde dann entschieden, ob und in welcher Form eine dauerhafte Regelung kommt. So ist es auch bei der ersten Schulstraße in Bergisch Gladbach, die Anfang September im Umfeld der KGS In der Auen startete. Die Einführung bewertet die Verwaltung bislang als erfolgreich.

Wie sich die Situation in Hand entwickelt, bleibt abzuwarten. Die Dimension sind andere als in Refrath: Statt einer Grundschule mit 180 Kindern sind es in Hand zwei Grundschulen und eine Kita mit insgesamt mehr als 500 Kindern. Dazu kommt der normale Durchgangsverkehr zwischen Dellbrücker und Handstraße.

„Ich bin froh über die Schulstraße“, sagt eine Anwohnerin, die Im Grafeld wohnt. „Auf unserem Grundstück parken immer wieder Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen.“ Über die neue Regelung sei sie schriftlich informiert worden, Sondergenehmigungen für die Durchfahrt habe sie erhalten. 

Auch von der Dellbrücker Straße aus weist ein Schild auf die Schulstraßenregelung Im Grafeld hin. Foto: Redaktion

Mit-Initiatorin Lisa Schöffel hat sich am ersten Tag angeschaut, wie es an der Einfahrt zum Heimstättenweg lief. „Ab und zu setzten Autos auf der Handstraße den Blinker, um abzubiegen. Als sie uns sahen, drehten sie um oder hielten in den Parkbuchten am Straßenrand. Einige ließen ihr Kind auch im laufenden Verkehr raus, was natürlich auch nicht sicher ist“, berichtet Schöffel. 

Diskussionen habe es keine gegeben, es habe auch niemand versucht, die Bake zu umfahren. „Viele Eltern und Anwohner haben sich dafür bedankt, dass endlich was passiert. Nur die Mutter eines Kita-Kindes sagte, dass sie von der Regelung nichts gewusst habe“, so Schöffel. 

Das behauptet auch eine Frau, die um kurz nach 8 mit ihrem Kleinwagen in die Schulstraße einbiegt und vom Polizisten gestoppt wird. „Wie soll ich mein Kind jetzt in die Schule bringen?“, fragt sie sauer. Sie fährt rückwärts auf die Handstraße und parkt vor der Gaststätte „Zum weißen Pferdchen“, wie es viele Eltern tun. 

Kidical Mass setzt sich für Schulstraßen ein

Die Initiative Kidical Mass begrüßt den Start der Schulstraßen: „Vielen Dank an alle Beteiligten, die endlich die Verkehrssicherheit für die Kinder in Hand erhöht haben“, sagt Melanie Baierl von der Kidical Mass. „Gleichzeitig fordern wir Politik und Verwaltung auf, sich auch um die vielen anderen gefährlichen Schulwege in Bergisch Gladbach zu kümmern“ und Sorgen der Eltern ernst zu nehmen. Jedes Kind muss sicher und selbständig zur Schule kommen können.“

Shirin Kyber ist am Donnerstag wieder an den Absperrbaken im Einsatz. „Ich bin gespannt, wie es läuft, wenn der Polizist nicht da ist“, sagt sie. Zweimal pro Woche ist sie bis Ende Januar als Helferin im Einsatz.

 „Ich mache mir Sorgen, wie es wird, wenn wir Eltern nicht mehr hier stehen“, sagt Lisa Schöffel. „Es ist Aufgabe der Stadt und der Polizei, die Kinder auf ihrem Schulweg zu schützen. Deshalb sollte das auch durch die Polizei und das Ordnungsamt durchgesetzt werden.“


Hinweis: Die Stadtverwaltung lädt Anwohner:innen, Eltern und andere Beteiligte dazu ein, Hinweise, Erfahrungen oder Fragen per Mail an die Abteilung Mobilität zu richten. Dort können Anwohner:innen auch Ausnahmegenehmigungen beantragen. mobilitaet@stadt-gl.de


Sie finden diesen Artikel gut? Sie sind mit unserer Arbeit zufrieden? Dann können Sie uns gerne mit einem Einmalbeitrag unterstützen. Das Geld geht direkt in die journalistische Arbeit.

Oder Sie werden Mitglied im Freundeskreis, erhalten exklusive Vorteile und sichern das Bürgerportal nachhaltig.


ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

21

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ein Meilenstein für Bergisch Gladbach: Die Einführung von Schulstraßen ist ein wichtiges Signal dafür, dass die Sicherheit unserer schwächsten Verkehrsteilnehmer endlich Priorität genießt.

    Ein großer Erfolg für die Initiative “Kidical Mass Bergisch Gladbach” und die vielen Lehrer*innen, Eltern und Kinder wie Jugendlichen, die seit Jahren Ihren Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit auf den Demos adressieren.

    Kinder müssen selbstständig und sicher zur Schule kommen können. Dazu braucht es auch sichere Geh-, Rad- und Schulwege. Es bleibt viel zu tun, z.B.

    * Querungshilfen: Ampeln und Zebrastreifen
    * Tempo 30
    * Schul- und Fahrradstraßen

  2. “Helikoptereltern” ist ein völlig deplatzierter Begriff, denn die öffentliche Sicherheitslage hat sich in Deutschland gerade im letzten Jahrzehnt statistisch bekanntlich nicht verbessert. Und zu behaupten, der Schulweg sei zu Fuß grundsätzlich sicherer als im elterlichen Pkw, ist eine doch sehr gewagte These, wie man noch am 17. November an dem fast tödlichen Schulwegunfall im Stadtgebiet erkennen konnte. Schon anhand der Protagonisten ist auch nicht allzu schwer zu durchschauen, dass es hier nicht nur um Schulwege, sondern vor allem generell um Autos geht.

    1. “dass es hier nicht nur um Schulwege, sondern vor allem generell um Autos geht”

      Nein, es geht nicht gegen “Autos” sondern gegen “Autofahrer”, die, wirklich unanständig, hirn- und rücksichtslos, den Kleinsten und Schwächsten in unserer Stadtgemeinschaft zur Bedrohung/Belästigung geworden sind.

      Und wenn einige von denen, mangels ausreichend eigener Hirnmasse oder irgendwelcher anderer Defizite/Defekte, nicht willens sind oder nicht einsehen wollen, dass andere (sagen wir mal, mindestens 50% der Bewohner) keine Lust haben, sich den PS-Stärkeren in unserer Stadtgemeinschaft, zu unterwerfen, brauchen wir, so schmerzlich das auch ist, schon wieder neue Regeln.

      1. Es ist wirklich frei erfunden und Polemik reinsten Wassers, dass Eltern von Schulkindern andere Schulkinder “die Kleinsten und Schwächsten” unanständig, hirn- und rücksichtslos bedrohten oder belästigten. Nichts dergleichen ist im hiesigen Stadtteil jedenfalls der Fall. Es ist nun mal viel Verkehrsaufkommen, gerade im Winter wenn Eltern 500 Kinder und mehr in Dunkelheit und Kälte zur Schule bringen. Früher fuhren auch noch viel mehr Schulbusse, wovon viele gestrichen wurden und jetzt wundert man sich, wenn Eltern ihre Kinder morgen zur Schule bringen und schreit “Helikoptereltern”. Und Sie bleiben der Polemik als Ersatz für Argumente treu, wenn Sie anderen fehlende Hirnmasse und Defekte vorwerfen und behaupten, es ginge um PS-Stärken. Es geht darum, die Kinder sicher zur Schule zu bringen, um nichts anderes.

      2. „Es ist nun mal viel Verkehrsaufkommen, gerade im Winter wenn Eltern 500 Kinder und mehr in Dunkelheit und Kälte zur Schule bringen.“ – Genau das ist das Problem.

    2. Man muss sich nur an seine eigene Schulzeit erinnern, da glaube ich kaum, das man immer mit dem Auto bis vor die Tür der Schule gebracht wurde.
      Und wenn Sie so auf Gefahren rumreiten, dann ist der Aufenthalt im freien ja immer gefährlich irgendwie. Im Haushalt wahrscheinlich noch gefährlicher.

      1. Da die Schule mehr als 2 km weg war hatten wir Winter sehr wohl Fahrgemeinschaften, wo dann ein Elternteil jeweils vier Kinder zur Schule gebracht hat. So machen wir es heute auch, da kein Bus mehr fährt. Im Sommer fuhren wir mit dem Fahrrad. So wie heute unsere Kinder.

    3. Die Protagonisten – wen auch immer Sie meinen identifiziert haben – sind vor allem Kinder und Jugendliche: Schülerinnen und Schüler, die sich selbstbewusst einsetzen für Ihre eigene Unversehrtheit im Straßenverkehr und im Besonderen auf dem Schulweg. Darüber hinaus auch deren Lehrer*innen und Eltern.

      Wer in dieser Aktion und den Schulstraßen – einer zeitlich eng begrenzten Sperrung am Morgen und Nachmittag – einmal mehr Willkür GEGEN das Auto im Allgemeinen erkennt bzw. unterstellt, sollte seine eigenen Wertebasis einmal hinterfragen.

      https://in-gl.de/2025/12/02/kinderrat-fordert-sichere-schulwege-und-saubere-spielplaetze-ein/
      https://in-gl.de/2025/09/24/kidical-mass-fordert-sichere-schulwege/

  3. Vom Bett in das Auto vom Auto in die Klasse ich verstehe es nicht haben Kinder heute bis in das Erwachsenenalter keine Füße?

    In meiner Zeit ende der 40er-Anfang der 50 war es doch schön auf dem Schulweg Klassenkameraden zu treffen und bis zum Schulhof zu quatschen. Da war man schon mal etwas ausgepowert, kein Wunder die Kinder in den Klassen heute oft kaum zu bändigen sind. Lehrer müssen das ausbaden

  4. Die Schuld liegt hier eindeutig bei der Stadtverwaltung: Diese hat es versäumt Drive-in-Schulen zu bauen, damit die Kinder direkt bis in Klassenzimmer gefahren werden können.

    Nein Quatsch beiseite. Was ist in den letzten Jahren schief gelaufen, dass so viele Eltern zu Helikoptereltern wurden? Traut euren Kinder mal etwas zu. Lasst sie alleine zur Schule laufen. So gefährlich ist der Straßenverkehr in Deutschland nicht. 1-2 Km Fußweg ist kein Überlebenstraining. Und Busfahren kann man in diesem Alter auch schon. Regen ist nicht tödlich, sondern nur etwas unangenehm.

    Wer früh am Straßenverkehr teilnimmt, lernt ihn auch kennen. Früher schaute man als Mitfahrer im Auto aus dem Fenster; heute geht der Blick nur noch ins Smartphone. Da bekommt man den Verkehr auch nicht mit. Ich habe große Sorge vor der nächsten Generation. Was wird wohl aus den Kindern der Helikoptereltern?

    1. Nein, der erste Absatz ist kein Quastsch.
      Alle Schulen sind durch das Verschulden der Stadt marode: Man hatte bewusst falsche Materialien beim Bau verwendet, schickt Mitarbeitende in sämtliche Toiletten, um sie zu zerstören usw.
      Rad- und Fußwege werden nicht mit Feinteer ausgestattet und im Winter beheizt. Die Kindlein bekommen kalte Füße und können sogar ausrutschen – furchtbar!
      Bei den anstehenden Reparaturen und Neubauten sollten unbedingt Drivein-Einfahrten in die Klassenräume gebaut werden. Es ist doch eine Zumutung, dass Kinder zwischen 6 und 18 Jahren zu Fuß dort hingehen müssen.

      Für die Lehrenden sollten unbedingt Haftanstalten vorgesehen werden, denn mit den Mitarbeitenden der Stadt haften sie für all diese Missstände. Dass die Eltern ihre Blagen einfach vernünftig erziehen, ist zuviel verlangt.

  5. Na da haben wir doch die Schuldigen für die Misere: Die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen! Asche über ihr Haupt! Wie kann man nur so verantwortungslos sein und sich Sorgen um sein Kind machen, wenn es zur Schule geht oder radelt?

    Ist es nicht Aufgabe von Stadtverwaltung, Stadtplanung und Politik für sichere Schulwege zu sorgen? Das Problem der Elterntaxen ist viele Jahre bekannt, passiert ist: Nichts! Selbst bei neu umgebauten Straßen wie die Paffrather Straße u.v.a. wird dem sicheren Rad- und Schulweg keinerlei Beachtung zuteil. Ganz im Gegenteil, die Straße ist nicht für radfahrende Kinder nutzbar. Und dann wundern wir uns, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto kutschieren?

    Wie verlogen ist das denn?

    Wenn man sich die Geh- und Radwege in Gladbach ansieht, ist es eher vorsätzliche Körperverletzung, sein Kind nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren.

    Ich, Vater einer Tochter, die täglich mit dem Rad zur Schule fuhr, bin sehr froh das meine Tochter inzwischen ein Studium in einer Stadt aufgenommen hat, in der es sichere Radwege gibt und ich mir nicht mehr jeden Morgen Sorgen machen muss wenn sie zur Schule aufbricht.

    Es ist also an der Stadt, die jahrelang nicht für sichere Schulwege gesorgt hat, endlich und schnell aktiv zu werden.

    Aber was passiert? Sie spannt Eltern vor den Karren, die nun Hilfspolizei spielen – schön blöd!

    Die Entscheidung wie und wo die Stadt ihre Prioritäten setzt, dürfte mit der Aktion an den Grundschule klar und eindeutig sein: Nicht bei den Schulkindern.

    Ob das ein Grund zur Freude ist…?

    1. „Ist es nicht Aufgabe von Stadtverwaltung, Stadtplanung und Politik für sichere Schulwege zu sorgen?“ – Ja, ist es. Und eine Maßnahme besteht eben darin, unnötigen Autoverkehr aus dem Schulumfeld auszusperren. Denn wer sein Kind bis zum Schultor fährt, macht den Schulweg damit für alle unsicherer.

    2. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber mehr Rad- und Fußgängerwege gab es doch in den letzten 30-40 Jahre auch nicht wirklich. Geschweige denn ein ausgereiftes Stadt- und Verkehrskonzept?

      Dennoch kam meinen Eltern nie in den Sinn, mich aus Sicherheitsgründen zur Schule zu fahren. Beim Gang zum KiGa bin ich begleitet worden, ja, aber maximal zwei Wochen nach Einschulung ging das auch alleine.

      Hier nach der Stadt/Gemeinde zu schreien, weil grundlegende Eigenschaften bei Kindern warum auch immer nicht mehr gefördert werden, finde ich nicht korrekt.

      Und dann landet man in der Kausalkette doch leider sehr schnell wieder bei den Eltern als Verantwortliche für ihre Kinder..

  6. Guter Artikel, leider ein scheinbar andauerndes Thema- was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass nur mündlich verwarnt wurde und keine Bussgelder verhängt worden sind. Hoffentlich helfen die Massnahmen.

    1. Für jeden Sch.. sollen in Deutschland Bußgelder verhängt werden. Dabei ist D schon das “Verbotsland” Nr 1!

  7. Sehr guter Artikel. Es sind nicht alle Eltern, sondern nur wenige, die für Gefahr sorgen. Die große Mehrzahl der Eltern ist für das Thema sensibilisiert. Das stellt der Artikel gut heraus.