Lucas Wielpütz liebt es, seine Songs live auf der Bühne zu spielen. Foto: Luis Rüsing Fotografie

Der Bergisch Gladbacher Singer-Songwriter macht seit vielen Jahren Musik. Alltagsmomente verwandelt der 32-Jährige in Songs, die von zwischenmenschlichen Beziehungen handeln. Die Ideen dazu kommen ganz von allein. Sein Debüt-Album stellt Lucas Wielpütz zusammen mit seiner Band am 11. Oktober bei einer Release-Party vor.

Beobachtungen werden zu Melodien, Begegnungen zu Texten, unscheinbare Augenblicke zu Musik. Alltagssituationen, „die etwas in mir auslösen“, sind die Zutaten für Texte und Melodien von Lucas Wielpütz. „Musik, die bleibt, wenn der Moment längst vorbei ist“ – so beschreibt er selbst seine Musik und die Art, wie diese entsteht. 

„Jede Begegnung hinterlässt Spuren“, sagt der Singer-Songwriter aus Bergisch Gladbach, der am 9. Oktober sein erstes Album veröffentlicht. Zwischenmenschliche Beziehungen sind das, was seine Musik prägt. Passend dazu lautet der Titel seines Albums „Zwischen uns“. 

Themen, die bewegen

In den zwölf Songs geht es um Selbstliebe und die Wertschätzung anderen Menschen gegenüber, um Freundschaft, Zweifel und Abschied. „Es geht darum, Dinge anzuerkennen und nicht davor wegzulaufen.“ 

Manche Menschen empfinden seine Songs melancholisch. „Ich schreibe nur über das, was ich fühle, was mich bewegt.“ In seinen Songs erzählt der 32-Jährige Geschichten und gibt viel von sich preis. Das Album sei „komplett ehrlich“. 

„Zwischen uns“ beschreibt das Gefühlschaos in einer Beziehung und die schwere Entscheidung, ob man es noch einmal miteinander probiert oder nicht. Und wer genau hinhört, findet in einer Textzeile einen Verweis auf einen anderen Song auf dem Album. Ein musikalischer Link sozusagen. 

Die Sucht danach, Songs zu schreiben

„Schön, dass du da bist“ ist für all die Menschen, „die immer für mich da sind und waren“. Der Song ist eine Art Appell, einander zu sagen, was wir aneinander schätzen. In „Du fehlst“ singt der 32-Jährige über seinen verstorbenen Opa. Der hat ihn musikalisch früh geprägt und die ersten Akkorde auf der Gitarre gezeigt.

„Songs zu schreiben macht süchtig“, sagt Wielpütz. Meist beginnt alles mit einer Melodie. Danach kommen Worte dazu. Wie er dabei vorgeht? „Meinem Gefühl folgen, einfach machen, keine Regeln befolgen.“ 

Häufig klimpere er auf der Gitarre, summe dazu und aus einem Gefühl entstehe ein Satz. Er nehme sich nicht bewusst vor, einen Song zu schreiben. „Es passiert einfach, teilweise in den ungünstigsten Momenten.“ Nachts um zwei Uhr habe er am Klavier gesessen und „Zwischen uns“ geschrieben. „Ich musste am nächsten Morgen um sechs Uhr aufstehen.“ 

Manchmal braucht der Prozess des Schreibens Zeit. Manchmal schreibt er Songs in ein paar Minuten, etwa das schon etwas ältere „So wie du bist“, in dem es darum geht, sich selbst mit allen Eigenschaften anzunehmen. 

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So wie Du bist: Neuer Song von Lucas Wielpütz ist eine kleine Hymne

Zu Weihnachten schenkt Singer-Songwriter Lucas Wielpütz seinen Fans einen neuen Song, seine neue Single „So wie Du bist“ ist heute erschienen. Der Appell zur Akzeptanz seines Gegenübers mit allen Ecken und Kanten ist in nur wenigen Minuten auf der Couch entstanden. Hat aber als lässig-groovender Ohrwurm das Zeug dazu, lange zu bestehen.

Er habe auch leichte und schwungvollere Songs, allerdings hätten die nicht zum Album gepasst. Manche Dinge müssten verarbeitet werden, damit wieder Platz für Neues entstehen könne. „Ich möchte allerdings nicht, dass der Eindruck entsteht, ich sei ein trauriger Junge. Ich habe ein gutes Leben, mache jeden Tag Sport, bin viel unter Leuten und verbinde Menschen gern.“

Live-Momente machen mich glücklich.Lucas Wielpütz

Bei Auftritten bekomme er häufig das Feedback, „dass meine Musik nahbar ist und Menschen sich in meinen Texten wiederfinden. Genau das ist es, was ich mit meiner Musik erreichen möchte. Live-Momente machen mich glücklich“.

Foto: Luis Rüsing Fotografie

Musik begleitet Wielpütz schon fast sein ganzes Leben: Im Alter von fünf Jahren beginnt er Schlagzeugunterricht zu nehmen, spielt später in mehreren Bands. „Es hat mir viel Spaß gemacht, vor Menschen zu spielen.“ Im Alltag sei er eher derjenige, der im Hintergrund agiere. „Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt, sondern beobachte lieber. Bei der Musik ist das anders, da zeige ich gern, was ich kann.“

Erste Songs und erste Auftritte

Gitarre spielen bringt er sich selbst per YouTube-Videos selbst bei. „Ich habe da ein Händchen für und lerne relativ schnell. Ich spiele zwar alle möglichen Instrumente, aber keines richtig gut“, findet Wielpütz.

In der Anfangszeit experimentiert herum, produziert mit einem Musikprogramm erste Instrumental-Songs, schreibt Texte dazu, die er mal rappt und mal singt. Auftritte im Jugendzentrum Ufo und bei einem Nachbarschaftsfest in der Gronauer Waldsiedlung Ende 2016 und das anschließende Feedback motivieren Wielpütz, mit der Musik weiterzumachen. Clueso habe ihn inspiriert, auch dessen Art, Gefühle in Musik zu verwandeln.

„Ich gehe aufmerksam durchs Leben, beobachte viel und bleibe oft an kleinen Dingen hängen“, sagt der Singer-Songwriter. Früher habe ihn das ständige Wahrnehmen und Beobachten gestört, „weil ich mich oft nicht gut konzentrieren konnte. Heute nehme ich es als Gabe und Superkraft wahr“. 

Ideen für neue Texte und Melodien

Neue Ideen nimmt er als Sprach-Memos mit seinem Smartphone auf, etwa eine Melodie, manchmal aber auch nur eine Textzeile, die irgendwann in einem Song auftaucht. 

Der 32-Jährige ist in Bergisch Gladbach aufgewachsen und arbeitet als Lehrer an einer Förderschule. „Ich habe noch nie woanders gelebt und wohne gerne hier.“  Die Stücke für sein Album und die Instrumente hat Wielpütz im eigenen Tonstudio eingespielt und anschließend in einem professionellen Studio produziert. 

Perspektivisch wünscht er sich, irgendwann einmal auf Bühnen in Köln aufzutreten, etwa im Gloria oder der Live Music Hall. „Und es wäre toll, meine Songs im Radio zu hören. Das hätten sie verdient. Vor allem aber hoffe ich, dass meine Musik viele Menschen erreicht und berührt.“ 


„Zwischen uns“, das erste Album von Lucas Wielpütz, erscheint am 9. Oktober. Am 11. Oktober spielt Wielpütz mit seiner Band um 17 Uhr im Quirl’s. Der Eintritt zur Album-Release-Party ist frei. Mehr Infos: lucaswielpuetz.de

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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