04Jul17:00Zeremonie für Erich Deutsch80 Jahre Deportation

Termindetails

Dr. Erich Deutsch, der in Bergisch Gladbach lebte, ist 1944 aus dem Leben gerissen, deportiert und umgebracht worden. Harry Freimuth, ebenfalls ein Bürger der Stadt Bergisch Gladbach, wurde ebenfalls 1944 aus seinem Haus auf der Hüttenstraße 40 nach Theresienstadt deportiert. Elise Joschkowitz, geb. Wertheim, zuletzt wohnhaft in Bergisch Gladbach Gronau, war auch unter den Opfern, die 1944 in Theresienstadt ermordet wurden.

Der Ganey-Tikva-Verein (GTV) möchte daran erinnern, dass dies erst 80 Jahre her ist und die Lage für Jüdinnen und Juden in Deutschland heute erneut sehr verstörend ist. Judenhass und die Angst davor ist überall zu sehen und zu spüren, auch in Bergisch Gladbach.

Wir haben in den letzten Wochen die Stolpersteine in Bergisch Gladbach gesäubert. Der Stolperstein und die vom GTV errichtete Stele in Schildgen erinnern an Dr. Erich Deutsch, der auf der Altenberger-Dom-Straße 128 seinen letzten freigewählten Wohnsitz hatte.

Stele und Stolperstein werden in einer kleinen Zeremonie am Donnerstag, 4. Juli 2024 um 17:00 Uhr gereinigt: Die Enkelin von Dr. Deutsch, Frau Ursula Völkner, wird wie der Künstler Helmut Brands  anwesend sein.

Von den Nazis ermordet: Eine Enkelin erinnert sich an Erich Deutsch

Zeit

4. Juli 2024 17:00(GMT+00:00)

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  1. “Anscheinend bin ich taub”, sagt @Bensberger.
    Dagegen ist in der Tat wenig einzuwenden – eine korrekte Selbstdiagnose eines typisch ignoranten, nichts wahrnehmen wollenden unbetroffenen Vertreters einer nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft.

    1. Vielleicht sollten Sie einfach ein paar konkrete Beispiele nennen, denn offenbar ist Ihrer beider Wahrnehmung (und möglicherweise Definition) von Antisemitismus sehr unterschiedlich. Es ist doch letztlich fruchtbarer, durch Klarstellung von Begrifflichkeiten eine gemeinsame Gesprächsbasis herzustellen, als mit Ignoranzvorwürfen in die Konfrontation zu gehen. Möglicherweise liegen Sie in der Tendenz näher beieinander, als Sie zurzeit glauben.

      1. Die Recherchestelle in Köln hat erst kürzlich ihren Bericht veröffentlicht, ebenso der RIAS Bundesverband. Jüdinnen und Juden berichten öffentlich und auch privat von einer gravierenden Verschlechterung einer schon vor dem 7. Oktober prekären Sicherheitslage.

        https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/26804/index.html

        https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/rias-jahresbericht-antisemitismus-100.html

        Beispielhaft für viele andere: https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/steinchen-fuer-steinchen/

      2. Danke für die Hinweise. Mir waren sie größtenteils bekannt. Ich habe aber den Eindruck, dass Herr „Bensberger“ sich da tatsächlich auf Bergisch Gladbach bezog und dass es sinnvoll wäre, den in unserer Stadt erlebbaren Antisemitismus konkret an Beispielen zu benennen (von denen der Vorfall mit der Israel-Flagge hier ein erstes wäre).

        Das könnte übrigens auch zu einer tieferen Reflektion des Problems bei denjenigen führen, die bisher bestimmte Verhaltensweisen und Äußerungen nicht zwingend mit Antisemitismus in Verbindung gebracht haben. Es gibt Formen, die sofort für jeden erkennbar sind, aber mit Feststellungen wie beispielsweise „Wer mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag geht, der sieht die antisemitischen Zeichen und hört sie sehr deutlich“ wird schon ein Grad der Sensibilisierung für das Problem vorausgesetzt, der nicht überall vorhanden ist – den man aber unter anderem dadurch schaffen kann, dass man antisemitisches Verhalten klar und konkret benennt, vor allem solches, das quasi vor der eigenen Haustür stattfindet, in dem Fall also in Bergisch Gladbach.

        Den reflexartigen Ignoranzvorwurf halte ich hingegen nach wie vor für wenig hilfreich. Er ändert nichts, verurteilt nur, schafft Fronten – obwohl gerade die Ignoranz durch Information und Erklärung im Grunde heilbar ist.

      3. Hallo Drucker, ich habe Köln genannt, weil dort eine große jüdische Gemeinde in unmittelbarer Nähe zu Bergisch Gladbach existiert und dementsprechend Erfahrungen von Betroffenen vorliegen.

        Mein Beitrag sollte darauf hinweisen, dass Betroffene sich durchaus auch öffentlich äußern und dass es messbar einen Anstieg antisemitischer Vorfälle gibt. Inwiefern Menschen dies in ihrem Alltag wahrnehmen hängt natürlich von der Sensibilität für das Thema ab und wo und wie man sich so bewegt.

        Wer beispielsweise mit offenen Augen und Ohren sich in sozialen Medien bewegt, wird tatsächlich sehr häufig mit Antisemitismus in Kontakt kommen. Inwiefern es im Bergisch Gladbacher Stadtgebiet auffällig ist, kann ich nicht so ganz beurteilen.

        Der Vorfall mit der Flagge ist natürlich deutlich und ich habe auch schon die ein oder anderen Sticker gesehen. Ich halte es aber für nachvollziehbar, dass Menschen, die nicht selbst von Antisemitismus betroffen oder beim Thema besonders aufmerksam sind, diesen auch selten bis nie wahrnehmen.

      4. DANKE für Ihrem erklärenden Hinweis!
        Beispiele für das antisemitische Verhalten in Bergisch Gladbach wären interessant.
        Ob es sich bei der zu verurteilenden Aktion mit der Israel-Fahne um einen Dummen-Jungen-Streich oder um eine gezielte Provokation handelt habe ich (noch) nirgends gelesen. Die Erläuterung des Ergebnisses der staatsschutzrechtlichen Prüfung wären auch interessant.

        Die Antwort des Herrn S. empfinde ich als Unverschämtheit!
        Nur weil ich nicht die Empfindungen hege, die ihm eigen sind, beleidigend zu werden, wirft ein interessantes Licht auf seine Person.

    2. Ihre Antwort empfinde ich als Unverschämtheit!

      Nur weil ich nicht die Empfindungen hege, die ihnen eigen sind, beleidigend zu werden, wirft ein interessantes Licht auf ihre Person.

  2. „ Judenhass und die Angst davor ist überall zu sehen und zu spüren, auch in Bergisch Gladbach.“ ???

    Ich sehe ihn nicht – ich spüre ihn nicht! Dass man die Vorgehensweise der israelischen Regierung in der aktuellen Auseinandersetzung und deren politischen Ansichten in Frage stellt, hat nichts mit Hass, sondern demokratischer Meinungsbildung zu tun.
    Dass es außerhalb der betroffenen Örtlichkeiten zu Gewalttätigkeiten von politisch oder religiös Fehlgeleiteten kommt, ist scharf zu verurteilen. Das gilt aber grundsätzlich für das Zusammenleben, auch in unserer Stadt.

    1. Wer mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag geht, der sieht die antisemitischen Zeichen und hört sie sehr deutlich: in privaten und öffentlichen Diskussionen, in der Berichterstattung oder in der Fußgängerzone von Bergisch Gladbach, bei der wöchentlichen Mahnwache für die Geiseln.

      1. Anscheinend bin ich taub ☹️.
        Was hört man denn da?

        Ist es antisemitisch, wenn man die eigenmächtige Ausdehnung des Staatsgebietes Israels in Frage stellt? Ist es antisemitisch, wenn man die Befreiung der Geiseln mit den bisherigen Mitteln nur zur Kenntnis nimmt und sich nicht an Demonstrationen für Israel beteiligt?

        Dass es Menschen gibt, die Bürger Israels vertreiben und/oder töten wollen, ist keinesfalls gut zu heißen! Aber jede auch mal kritische Bemerkung sofort als „Antisemitismus“ zu bezeichnen, ist nicht demokratisch!

      2. Das Staatsgebiet von Israel wird ja in diesem Sinne nicht “ausgedehnt”. Es ist sicher hilfreich, wenn man grob die Unterschiede zwischen Staatsgebiet von Israel, Gaza-Streifen, Ost-Jerusalem, A-, B- und C-Gebiete im Westjordanland kennt, wenn man sich über Dinge wie Siedlungspolitik oder Sperranlagen unterhalten will.

    2. @Bensberger: ich versuche einmal ihre durch ihren Kommentar zum Ausdruck gebrachte Mauer von Ignoranz und Verharmlosung („ich sehe ihn nicht – ich spüre ihn nicht“) zu durchdringen: Antisemitismus hat in Europa, er hat in Deutschland leider einen festen Platz, und seit Monaten wird der Raum für Antisemitismus immer größer. Antisemitismus ist in Deutschland und leider auch in Bergisch Gladbach real und subtil. Das Internet ist voll mit antisemitischem Müll.

      Jüdinnen und Juden sind wieder bedroht. Daraus abgeleitet gibt es einen Handlungsauftrag aller Demokratinnen und Demokraten, sich dem weiteren Ausbruch des Antisemitismus energisch und in aller Klarheit zu widersetzen.

      Ein nicht hoch genug zu schätzender Aspekt dabei ist eine Erinnerungskultur, die so ausgestaltet sein muss, dass sie historisches Lernen mit Vernunft und Gefühl ermöglicht. Dazu gehört u.a. die Empathie mit den Opfern wie Herrn Deutsch.

      Die in ihrem Kommentar zum Ausdruck gebrachte Haltung „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ spiegelt lediglich die Tatsache, dass Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft als unmöglich und seine Artikulation als abwegig gilt. Problematisch dabei ist, dass damit der Antisemitismus weiter gedeiht, und vielleicht sogar gerade dort, wo vor lauter Selbstzufriedenheit über eine gelungene “Vergangenheitsbewältigung” das Problem nur noch beim Anderen, selten aber bei sich selbst gesehen werden kann.

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