Ein fulminantes Hörerlebnis bot das 2. JazzGLub-Konzert: Das Trio um den Gitarristen Nondas Ladas präsentierte eine stilistisch hochvirtuose Mixtur aus zeitgenössischen, mediterranen und orientalischen Jazzklängen.

Im JazzGLub des Bürgerportals war Nondas Ladas zu Gast, Dozent an der Max-Bruch-Musikschule und virtuoser Gitarrist. Im Trio mit Emil Buchholtz am Bass und Moritz Baranczyk Schlagzeug spielte er eine stilistisch hochvirtuose Mixtur aus zeitgenössischen, mediterranen und orientalischen Jazzklängen.

Auch Jazzstandards wie „Footprints“ und „Nardis“ erfuhren dabei eine äußerst interessante Interpretation. Zielsicher bewegten sich die Musiker durch komplexe ungerade Taktarten und brillierten mit raffinierten Arrangements und ausgeklügelten Soli.

Sie können jedes Bild durch einen Klick groß stellen und dann durch die Galerie wandern. Fotos: Thomas Merkenich

Hintergrund: Der informelle JazzGLub des Bürgerportals ist ein Angebot an die Mitglieder unseres Freundeskreises. Unter der künstlerischen Leitung von Fritz Herweg bieten wir der lokalen Jazz-Szene eine kleine Bühne, und unseren Unterstützern ein besonderes Extra. 

Nondas Ladas, Gitarre

Der Jazz-Gitarrist, Bouzouki- und Oud-Spieler Epaminondas Ladas verbindet seine griechischen Wurzeln mit Modern Jazz. Mit seinem Trio präsentiert er Eigenkompositionen sowie Jazz Standards. Sein Gitarrenspiel und Kompositionen sind durch die griechische Bouzouki und arabische Oud beeinflusst. Damit erzeugt Epaminondas Ladas eine einzigartige Spielweise, die sich wie eine Brücke zwischen Orient und Okzident schlägt und immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln, fernab von Klischees. 

Nondas Ladas. Foto: Thomas Merkenich

Ladas wurde 1980 in Köln geboren. Schon seit seiner Jugend, beginnt die intensive Auseinandersetzung mit dem Jazz und Rembetiko (dem sog. griechischen Blues). 2002 startet er das Studium an der Hochschule für Musik in Köln mit dem Hauptfach Jazzgitarre bei Prof. Frank Haunschild, Prof. Werner Neumann und Jörg Lehnard. 2003 wird er Mitglied im „Landesjugendjazzorchester NRW“, mit dem er schließlich eine einmonatige Mittelamerika – Tour antritt. 

Ende 2003 kommt es zur Gründung der Gruppe „Global Tourists“, die zeitgenössische Musikstile mit der Bouzouki verbindet. In den nächsten Jahren folgen immer wieder Touren nach Portugal und eine CD-Produktion. Im September 2007 gründet sich die Band „Mezartha“ ( Ethno – Jazz) , die im November 2008 zu den Finalisten des Wettbewerbs „Future Sounds“ im Rahmen der Leverkusener Jazztage gehört.  

Ab 2010 setzt sich Epaminondas Ladas intensiv mit dem Komponieren auseinander und gründet seine Band „New Phalanx“, mit der auch 2016 sein Debüt-Album „Elpida” erscheint. Es werden ausschließlich Eigenkompositionen gespielt, die vom zeitgenössischen Jazz geprägt sind, jedoch mit den eigenen musikalischen Wurzeln verwoben werden.

2016 wird die Band „Rebetikon“ gegründet und ist seitdem ein fester Bestandteil der griechischen Musikszene deutschlandweit. Seit 2019 setzt sich Ladas intensiv mit mikrotonaler, sowie Maquam Musik auseinander und erlernt griechische Folklore auf der Oud.

Seit 2019 ist Epaminondas Ladas Kurator der Jazz- und Weltkonzertreihe “CultConcerts” im Urania Theater, Köln. Die Reihe wird durch Kulturamt der Stadt Köln und Initiative Musik gefördert. Zudem ist Ladas Dozent an der Max-Bruch-Musikschule in Bergisch Gladbach. 


Emil Buchholtz, Bass

Emil Bucholtz. Foto: Thomas Merkenich

Der Berliner Bassist Emil Buchholtz entdeckte, nachdem er in seiner Kindheit Geige und E-Bass spielte, mit dem Wechsel zum Kontrabass mit 13 Jahren seine Liebe zur Musik.

Nachdem er neben der Schule in verschiedenen Bandprojekten spielte und nach dem Schulabschluss ein Jahr die studienvorbereitende Ausbildung für Jazz an der Paul-Hindemith-Musikschule besuchte, zog er 2019 nach Köln um sich an der Hochschule für Musik und Tanz dem weiteren Musik-Studium zu widmen. 

Seinen eigenen Klang findet Emil Buchholtz irgendwo zwischen traditionellem Jazz, Modern Creative, Rock Jazz und der frei improvisierten Musik, der seine besondere Liebe gilt. 


Moritz Baranczyk, Schlagzeug

Moritz Baranczyk. Foto: Thomas Merkenich

Moritz Baranczyk bekam bereits im Alter von 4 Jahren sein erstes Schlagzeug geschenkt; nach jahrelangem Unterricht in Aachen studierte er ab 2005 Jazz- und Popschlagzeug am Conservatorium Maastricht bei Arnoud Gerritse und Ron van Stratum und genoss weiterhin Unterricht bei Jonas Burgwinkel, Hendrik Smock und Ted Poor(US).

Er besuchte unter anderem Workshops von Antonio Sanchez, Loren Stillman, John Abercrombie, Felix Lehrmann und der New Yorker Band Guttbucket.

Mit dem Yaroslav Likhachev Quartet war er im Jahr 2017 Preisträger der Dr. Carl Dörken Stiftung und 2020 im Finale des Neuen Deutschen Jazzpreises.


mehr zum thema

Jazz-intim just in time

Das Bürgerportal hatte zur Eröffnung seines neuen „JazzGLub“ eingeladen, mit einem Konzert der Jazzstones. Trotz einiger Corona-Bedenken war Gisela Becker der Einladung gefolgt, und erlebte einen Abend mit energiegeladener Musik, guten Gesprächen und einer fast schon verloren geglaubten Atmosphäre. Ein Gastbeitrag mit Fotos von Thomas Merkenich.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Großartige Musik, die ich live leider verpasst habe. Um so herzlicher mein Dank, sie nachträglich auf Youtube anhören zu können.