Benno Nuding, Vorsitzender der Freien Wähler. Foto: Thomas Merkenich

Die Freie Wählergemeinschaft tritt Äußerungen aus der CDU und der SPD entgegen, die sich für neue Wohn- und Gewerbegebiet auch über das Zanders-Areal hinaus aussprechen. Das sei weder mit mit dem Klimaschutz noch mit dem Baugesetzbuch vereinbar.

In der KSTA Ausgabe vom 18./19.6 wird berichtet: „Michael Metten, CDU-Fraktionsvorsitzender: „Das ist ein vollkommen utopischer Ansatz (Anmerkung: der Ansatz der Grünen, Zanders für verdichteten Wohnungsbau zu nutzen). Wir brauchen auch außerhalb von Zanders neue Wohn- und Gewerbegebiete.“ Fast wortgleich argumentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Waldschmidt.“

§ 1 Abs. 5 Baugesetzbuch bestimmt, dass die städtebauliche Entwicklung vorrangig durch Maßnahmen der Innenentwicklung erfolgen soll.

Als Wohnbauflächen bieten sich im Bereich der Innenentwicklung aktuell nur das Wachendorff-Gelände und das Zanders-Gelände an, die über mehr als ausreichende Kapazitäten verfügen.  Und auf Zanders besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen Teil der bestehenden Bausubstanz bestens für wohnschonendes Gewerbe zu nutzen.

Eine Außenentwicklung auf den FNP-Gebieten soll möglichst vermieden werden. Dafür gibt es viele Gründe:

Verkehr

Schon jetzt sind fast alle Hauptverkehrsstraßen zu den Stoßzeiten be- und an vielen Stellen auch überlastet. Straßenlärm beeinträchtigt die Lebensqualität der Anwohner dieser Straßen. Verkehrsuntersuchungen externer Büros in den letzten Jahren konnten keine Konzepte liefern, die diese Problematik lösen würden.

Eine Bebauung der FNP-Flächen würde dieses Problem deutlich verstärken. Beim Zanders-Gelände besteht dagegen eine optimale Anbindung an den ÖPNV.

Anpassung an den Klimawandel (Starkregen, Hitzeperioden)

Die letzten Jahre haben unserer Stadt Hitzeperioden und Starkregen ungeahnten Ausmaßes gebracht. Der Klimawandel wird dazu führen, dass die Häufigkeit solcher Ereignisse zunehmen wird.

Die Grünflächen der geplanten Wohnbaugebiete des FNP sind fast alle klimatisch wichtige Flächen, z.B. als Kaltluftentstehungsgebiete oder als Kaltluftschneisen. Bei einer Versiegelung würde die Hitzebelastung in unserer Stadt zunehmen.

Um die Schäden durch Starkregenereignisse zu verringern, muss die Schwammwirkung der städtischen Böden verbessert werden.

Schutz landwirtschaftlicher Flächen

Laut Baugesetz soll mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden. Die Folgen des Überfalls der russischen Streitkräfte auf die Ukraine für die Versorgung der Welt und auch Deutschlands mit Lebensmitteln dürfte jedem bekannt sein. Eine Zerstörung landwirtschaftlich genutzter Flächen muss wo immer möglich verhindert werden.

Und wenn einige Faktionen zusätzliche Siedlungsgebiete in den Außenbezirken dann müssen sie auch die Frage beantworten: 

Wo sollen denn die Wohn- und Gewerbebiete außerhalb von Zanders entstehen?? In Herkenrath? Schildgen? Sand?

Welchem Stadtteil soll denn noch mehr Verkehr und noch mehr heiße Tropennächte zugemutet werden?

Und bitte nicht wie beim FNP dahinter verstecken, dass das erst später geregelt wird. Die überlasteten Straßen und die massive Lärmbelastung sind ja bereits bekannt, in Gutachten dokumentiert und in den Ausschüssen diskutiert worden. Die klimatische Wertigkeit aller FNP-Flächen wurde von uns schon vor 2 Jahren aufgelistet. Eine zusätzliche Bebauung würde diese Probleme nur verschlimmern.

Wer Wohnbebauung auf der grünen Wiese fordert und das Zandersgelände entsprechend mit anderer Nutzung verplant, muss auch jetzt schon beantworten, wo denn in den Außenbereichen gebaut werden soll.

Auf Zanders ist hervorragend Platz für Wohnen und Gewerbe. Neue Wohngebiete auf den FNP Flächen sind nicht notwendig und werden die Lebensqualität in Bergisch Gladbach verschlechtern.

Wollen wir nicht endlich akzeptieren, dass auch in Bergisch Gladbach die alten Rezepte Ausdehnung und Wachstum über Fläche nicht mehr der Zeit entsprechen?

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

3 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Vermutlich ist der Ampel, aber auch der Verwaltung schon länger klar, dass eine Wohnraumnutzung auf dem Gelände von Zanders zu teuer und zu langwierig wäre… Man würde sowohl für Zanders als auch für Wachendorff verlässliche und solvente Investoren benötigen, die sich sicherlich nicht nur aus Nächstenliebe engagieren…

  2. Ein kluger und wichtiger Beitrag, der auf die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt baut. Alles, was dort aufgeführt wird, spricht mich an und würde von mir mitgetragen.

  3. Ooh…die abgewählte Große Koalition steigt aus dem Grab… für NOCH MEHR FLAECHENFRASS.
    Dagegen sind die Freien Wähler eine Wohltat für die Stadt/für das Klima unserer Stadt.