Die Kostümsitzung der Grossen Bensberger KG hat einen kleinen Rekord aufgestellt: Durch einen unglaublichen Zufall, von dem niemand vorher wusste, waren an diesem Abend insgesamt ca. 650 Auftrittskräfte auf der Bühne – da staunten die 540 Gäste in der Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums nicht schlecht. Der Grund: Zu später Stunde gab es ein äußerst seltenes Schauspiel: einen gemeinsamen Auftritt der Korps der Roten Funken mit den Altstädtern.

Die traditionelle Kostümsitzung, erneut moderiert von Präsident Rainer Furth-Quernheim, war nach wenigen Tagen ausverkauft gewesen, die Gäste hatten also viel Zeit, um sich „vorzufreuen“. Und diese Vorfreude wurde mehr als erfüllt, etliche begeisterte Stimmen gingen während und nach der Veranstaltung bei der KG ein.

Schon gegen 20 Uhr war die Stimmung auf dem Siedepunkt – da hatten die Klüngelköpp ihren Auftritt. Zuvor hatte bereits das Kinderdreigestirn der Stadt Bergisch Gladbach seinen Auftritt zusammen mit der Tanzsportgemeinschaft der Großen Bensberger (TSG) gemeistert.

Ausgerechnet beim Auftritt vor dem Publikum ihres Trägervereins war Jungfrau Paulina krankheitsbedingt nicht dabei – Prinz Anton I. und sein Bauer Miguel ließen sich aber nicht irritieren und präsentierten dennoch ihr Sessionslied, das viele im Saal bereits mitsingen konnten. 

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Für die eher leisen Töne – oft mit bissigem Unterton – waren De Frau Kühne, Guido Cantz und Et Klimpermännche an diesem besonderen Abend im AMG zuständig. Alle drei erhielten viele Lacher und großen Applaus für ihre Darbietungen.

„Wir haben versucht, eine besondere Mischung an Auftritten zu präsentieren, die nicht nur Freude machen, sondern auch die gesamte Bandbreite des Fastelovends abbilden“, erklärte Pressesprecher Christian Ehrlich. Aus Sicht der Gäste war das gelungen, denn mit den Rezag Husaren und den vereinseigenen Klabautermännern hatten die Bensberger auch zwei hervorragende Tanzgruppen im Programm, die für viel Begeisterung sorgten. 

Große Überraschung kurz vor Mitternacht

Die große Überraschung folgte kurz vor Mitternacht. Natürlich gehört zu einer guten Kostümsitzung auch der Auftritt eines Traditionskorps wie den Roten Funken, die sich angekündigt hatten.

Die saßen vor ihrer Fahrt nach Bensberg im Marsiliussaal im Gürzenich mit den Altstädtern zusammen; ein freundschaftliches Treffen, das mit dem Aufbruch zum Auftritt in Bensberg eigentlich ein Ende haben sollte.

Spontan entschieden sich die beiden Korps gemeinsam nach Bensberg zu fahren – und sorgten damit für eine große Überraschung, begeisterte Jecken und ein Verkehrschaos rund um den Veranstaltungsort. Kein Wunder: Angereist waren 220 Rote Funken und 210 Altstädter!

Präsident Rainer Furth-Quernheim staunte nicht schlecht, als er die Nachricht überbracht bekam, er müsse nun zwei Korps ankündigen und es seinen „auch ein paar Leute mehr“, die im Foyer auf ihren Einzug warteten.

„Leev Jecke, wir erleben jetzt etwas Historisches: ein gemeinsamer Auftritt von Roten Funken und Altstädtern auf einer Bühne“, kündigte er dem erstaunten Publikum den außergewöhnlichen Auftritt an.

Und der hatte es in sich: Zunächst präsentierte sich das Rote-Funken-Tanzpaar Elena Stickelmann und Florian Gorny, bevor auch die Altstädter ihr Tanzpaar losließen – Jeanette Koziol und Jens Käbbe übernahmen die Bühne. Zu diesem Zeitpunkt saß schon seit Stunden kaum jemand im Saal mehr auf seinem Stuhl – von einer „Sitzung“ konnte also nur bedingt gesprochen werden. Ein Kommandant fasste es zusammen: „Das war ein absolut emotionaler Höhepunkt in grün-rot-rot-weiß.“

Druckluft und Paveier sorgen für Partystimmung

Zwei weitere kölsche Bands, Druckluft und die Paveier, sorgten an diesem Freitagabend für Partystimmung und emotionale Schunkelmomente im Saal. Und beim letzten Auftritt der Sitzung, den Paveiern, war das Dreigestirn, das zuvor bereits auf der Bühne ihres Heimatvereins gestanden und den Vorstand für seine ehrenamtliche Arbeit mit dem Orden des Dreigestirns auszeichnete, längst unter den feiernden Gästen und tanzte zu „Leev Marie“ und „Mir sind Kölsche us Kölle am Rhing“ kräftig mit. Wie gesagt: ein außergewöhnlicher Abend.

„Wir sind wirklich glücklich, so eine wundervolle Veranstaltung präsentieren zu dürfen“, erklärte der 1. Vorsitzende Thomas Dittrich am Abend. Nach der langen Durststrecke während der Pandemie merke man dem Verein und den Gästen an, wie sehr sie ihr Brauchtum vermisst hätten.

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Das wollen die Grossen Bensberger am kommenden Samstag, 03.02.2024 mit ihrer Starthilfe-Party im AMG fortsetzen. „Wer weiß, wer da alles kommt“, witzelte Furth-Quernheim am frühen Samstagmorgen. Für die Karnevalsparty gibt es noch einige Karten an den Vorverkaufsstellen („Rewe Wintgens“ und „Das Bistro“), Restkarten werden an der Abendkasse erhältlich sein.

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  1. Isch ahle Kölsche muss bahl veezich Johr in Bensberg läve, bes isch so a Spillche sinn durf. Et wor erhebend, dat wor Karneval, biesher nie do jewäse und usjerechnet bei der Gesellschaft in janz Gläbbich, die dat kölsche “RUT UN WIESS” im Name un als Färve draren deit. Die “Stehung” un dat Publikum hatten dat verdeent.