Die Samen des Goldregens sehe wir grüne Bohnen aus, sind aber giftig.

Auf dem Gelände eines städtischen Spielplatzes sind Kinder auf Goldregen gestoßen, haben einige der giftigen Samen gegessen und mussten ärztlich behandelt werden. Das Grünflächenamt hat die Pflanzen rasch beseitigt und kontrolliert jetzt systematisch alle 140 Spielplätze. Zudem will die Stadt gezielt in Schulen und Kitas informieren – und bittet um Mithilfe.

Im dichten Gehölz am Rande eines Spielplatzes sei unbemerkt ein Exemplar der giftigen Pflanze Goldregen herangewachsen, mehrere Kinder hatten die Samen gegessen – die wie kleine grüne Bohnen aussehen, berichtet die Stadtverwaltung. Die Kinder hätten ärztlich behandelt werden müssen, seien aber schon am Tag darauf wieder wohlauf gewesen.

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Der Spielplatz wurde sofort gesperrt. Inzwischen wurden die Pflanzen gerodet, der Platz ist wieder geöffnet.

Zwar kontrolliere das Grünflächenamt StadtGrün regelmäßig alle städtischen Spielflächen, dennoch könne nicht ganz ausgeschlossen werden, dass giftige Pflanzen durch natürliche Versamung keimen und wachsen, erläutert die Stadt. Der Spielplatz ist bereits wieder geöffnet und ist sicher bespielbar.

Auch das Umfeld sei umgehend abgesucht worden – auf Goldregen und andere stark giftigen Pflanzen wie Seidelbast, Pfaffenhütchen, Stechpalme, Herkulesstaude oder Ambrosia. Innerhalb der nächsten vier Wochen sollen nun alle 140 Spiel- und Bolzplätze der Stadt noch einmal gesondert kontrolliert werden. Grundsätzlich bestehe keine allgemeine Gefahr auf den städtischen Spielplätzen, betont die Verwaltung.

Hinweis der Redaktion: Ausführliche Informationen, welche Pflanzen giftig sind gibt es zum Beispiel auf der Seite „Erste Hilfe für Kinder“.

In einem weiteren Schritt will die Stadt ein Infoblatt für Aufsichtspersonen in Schulen und Kindergärten eine Übersicht geben, mit deren Hilfe sie giftige Pflanzen identifizieren und entfernen können. Auch auf der Internet-Seite von StadtGrün sollen diese Informationen eingestellt werden.

Gleichzeitig bittet die Stadt um Mithilfe: Wenn jemand eine der genannten giftigen Pflanzen auf öffentlichen Spielplätzen entdecke, möge dies an die Abteilung StadtGrün melden, die sich umgehend um die Entfernung der Pflanze kümmern wird: gruenpflege@stadt-gl.de

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Viel häufiger als Goldregen sieht man in deutschen Gärten übrigens Kirschlorbeer, von dem die FAZ schreibt: “Tatsächlich hatte der Botanische Sondergarten in Hamburg die Lorbeerkirsche zur Giftpflanze des Jahres 2013 gekürt. Eltern sollten wissen: Ein Kind, das mehr als zehn Samen der schwarz glänzenden „Kirsche“ zerkaut, kann daran sterben.” (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-lorbeerkirsche-als-umstrittene-mode-pflanze-im-garten-16457579.html)

    1. Sehr guter Punkt! Hinzu kommt, dass der aus Südosteuropa stammende Kirschlorbeer für die heimische Insekten- und Vogelwelt viel weniger wertvoll ist als einheimische Sorten. Er ist halt praktisch, schnittfest und immergrün, deswegen wird er immer noch viel gepflanzt.

      Allerdings verbreitet sich immer mehr die Schrotschusskrankheit, ein Pilzbefall. Ich sehe zunehmend oft Kirschlorbeerpflanzen mit den charakteristischen Löchern in den Blättern, eben wie von Schrotbeschuss. Auch wir hatten einen großen Kirschlorbeer im Garten, von den Vorbesitzern übernommen. Als der immer mehr Löcher hatte, habe ich ihn fachgerecht entsorgen lassen. Jetzt steht dort ein noch junger Feuerdorn, der gut wächst und gedeiht und viel tierfreundlicher sein wird.

      1. Der Kirschlorbeer ist eben eine typische Gartencenterpflanze – weitgehend narrensicher, wächst wie Unkraut, ist aber ansonsten nichtssagend. Zusammen mit den Thujen ist er eigentlich für kaum etwas anderes als für die Friedhofsbegrünung geeignet. Und für Leute, die einen Garten haben, ihn irgendwie grün bekommen wollen, für die Pflege aber keine Zeit und keine Kenntnisse aufbringen wollen.

  2. Man könnte einfach direkt an solche Bäume/Sträucher ein farblich auffälliges Schild anbringen
    -Vorsicht! Das Essen von Pflanzenteilen und Samen kann zu mitunter tödlichen Vergiftungen führen-

    1. Das ist weder machbar noch zielführend. Es geht viel einfacher: Die Kinder müssen in Schule und Elternhaus lernen, dass sie grundsätzlich nichts in den Mund stecken, wenn sie nicht ganz genau wissen, was es ist und dass es ungefährlich ist. Mehr braucht es nicht.

  3. Könnte man zu Lernzwecken nicht Infotafeln mit den Pflanzen in diesem Bereich aufstellen. D.h. eine Übersicht der ansässigen Pflanzen sowie deren Eigenschaften und evtl. Gefahren?
    Günstiger, als alle paar Wochen die Spielplätze zu kontrollieren und lehrt zeitgleich die Eltern und die Kinder.

    1. Vernünftige Idee, am besten noch mit QR-Code, damit man nichtmal stehen bleiben muss.

  4. Es scheint mir nicht der richtige Weg zu sein die Natur und deren Gefahren zu beseitigen, nur weil Eltern sich nicht Ihrer Verantwortung stellen und Ihre Kindern nicht darüber aufklären, erläutern und erziehen wie verantwortungsvoll und mit welcher Vorsicht mit dem Umfeld umgegangen werden sollte um Gefährdungen auszuschließen. Man würde ja wohl kaum Straßen schließen, nur weil ein Kind mal unerlaubt über diese gelaufen und dabei gegebenfalls verunfallt ist. Es gibt auch keine vergleichbaren Fälle in denen der Straßenverkehr eingestellt wurde nachdem ein Kind angefahren wurde. Dabei sind die diese Gefahren ungleich größer, als diese die von vereinzelten Giftpflanzen in unserer Umwelt ausgehen. Hierzu die Fakten: Im Jahr 2022 sind alleine 25800 Kinder im Straßenverkehr verunfallt. Siehe hierzu auch: https://www.tagesschau.de/strassenverkehr-kinder-unfaelle-101.html
    Hierzu stehen lt. deutschem Ätzteblatt für den Zeitraum 2010-2019, 7607 Vergiftungen entgegen.
    Kleinkinder (1 bis < 6 Jahre) waren mit 5 284 (69,5 %) Einzelexpositionen betroffen, Erwachsene (ab 18 Jahre) mit 1 091 Expositionen (14,3 %), Schulkinder (6 bis < 14 Jahren) mit 727 (9,6 %) Expositionen, Babys (bis 1 Jahr) mit 265 (3,5 %) und Jugendliche (14 bis < 18 Jahre) mit 83 Expositionsfällen (1,1 %).
    Die Einzelexpositionen (n = 7 229) blieben in 80 % (5 746) aller Fälle symptomlos, bei 13 % (908) zeigten sich leichte, bei 2 % (170) mittelschwere und bei 0,28 % (20) schwere Symptome.

  5. Anmerkung zur Bildunterschrift “Die Samen des Goldregens sehe wir grüne Bohnen aus, sind aber giftig.”
    Das “aber” passt nicht, weil unkekochte grüne Bohnen ebenfalls giftig sind. Das zählt auch zu dem Weltwissen, was Eltern ihren Kindern vermitteln sollten.

  6. Der Spielplatz befindet sich wohl nahe einer Grundschule und die betroffenen Kinder Gerüchten zufolge im Grundschulalter. An Orten, wo Kinder spielen, sollte auf Goldregen verzichtet werden. Erwachsene sollten aufmerksam sein und Auswilderungen auf öffentlichen Spielplätzen der Stadt melden. Unwissenheit oder Erziehungsdefizite einzelner Kinder oder sogar “Mutproben” sind nie ausgeschlossen. Die Verantwortung von Eltern zur Aufklärung der Kinder ist davon unberührt.

  7. Ich finde es erstaunlich das hier einige sogar Kritik an der Stadt äußern.
    Ich wusste auch nicht mal das dieser Strauch giftig ist und kannte auch nicht den Namen

    Wie sollen es dann Kinder wissen ?
    Es ist wichtig Kindern und Jugendlichen die Natur zu erklären.
    Aber wir leben nun mal in einer Welt in der jeder Knirps auf Anhieb um die 200 Marken am Logo erkennen kann und etwas zu dem Unternehmen sagen kann.
    Es reicht schon der Anblick des Angebissenen Apfels zu zeigen und jeder/jede weiß schon. Oh ein IPhone.

    Aber wenn es darum geht auch nur ein Dutzend einheimische Bäume zu erkennen dann hakt es schon.
    Oder wenn man Bienen mit Wespen im Sommer verwechselt. Oder Fichten mit Tannen….
    Eine Folge unseres Kapitalismus auf Kosten der Natur. Viele wenden sich von der Natur ab hin zu Konsum total.

    Natürlich ist es wichtig das den Leuten näher zu bringen.
    Nur die Realität ist nun mal eine andere. Und daher ist es auch wichtig Gefahren zu beseitigen. Und Giftpflanzen haben am Spielplatz nichts zu suchen.

    Das gilt aber für andere Unnatürliche Gefahren die sich dort leider oft tummeln auch: Spritzen, Bierflaschen, Dosen, Scherben, Drogen, Spitze Gegenstände oder kaputte Geräte.

    Und dem sollte die Stadt nachgehen.

    1. Herr Flosbach, vieles von dem was Sie schreiben kann man ja so stehen lassen.
      Aber Eingangs schreiben Sie „ich wusste nicht mal das dieser Strauch giftig ist und kannte auch seinen Namen nicht“
      Sie scheinen sich bis heute also auch nicht schlau gemacht zu haben. Vom wem sollen die Kinder denn ihr Wissen haben? Doch wohl von den Eltern, Erwachsenen und Lehren. Über direkte Vermittlung oder Anregung bestimmtes Wissen sich selbst anzueignen. Das setzt aber voraus, dass bei den Vermittelnden das Wissen vorhanden ist.
      Wären Sie da eine Hilfe gewesen?

  8. Traurig, dass Kinder nicht mehr wissen, welche Pflanzen giftig sind und welche nicht. Oder wenigstens, dass man nicht einfach Pflanzenteile isst, ohne nachzufragen. Werden jetzt alle Gehölze in Spielplatznähe niedergemacht? Häufig sind dort Eiben gepflanzt, auch wahnsinnig giftig. Hier sind doch die Eltern gefragt, ihre Kinder aufzuklären.

    1. Im Artikel steht ja überhaupt nicht wie alt die Kinder waren! Die können daher z.B. 2-14 Jahren alt sein. Und 2-jährige wissen das bestimmt nicht. Es wäre also eher eine Frage in wie weit die Aufsichtspflicht der Eltern funktioniert hat. Oder ob diese mehr auf das Smartphone als auf die eigenen Kinder geschaut haben.

      In der Natur wachsen halt giftige Pflanzen. Selbst zuhause haben viele giftige Pflanzen und wissen dies nicht. Z.b. das beliebte Einblatt, der Ficus, Alpenveilchen …. Da sollte man auf jeden Fall mal einen Check machen, bevor Kinder in das Krabbelalter kommen.

      Die Nummer des Giftnotrufs Bonn sollte man auch kennen: 02 28-19 24 0

    2. Das Kinder wissen sollten, dass Sie nicht einfach irgendetwas in den Mund nehmen sollten unterschreibe ich, wobei wie Ernst bereits erwähnte, wer weis wie alt die waren.
      Das Kinder und Erwachsene nicht jede Pflanze/Vogel etc. mit Namen benennen können, halte ich nicht für dramatisch, dafür haben die früh andere Fertigkeiten, die dafür dem Vogel und Pflanzenexperten eventuell verborgen sind.