Oliver Brügge (M.) mit Bürgermeister Frank Stein und Udo Krause, Leiter des Projektteams, stellten ihn jetzt vor. Foto: Stadt GL

Am 1. Januar tritt eine neu gegründete städtische Gesellschaft an, die das Zanders-Gelände zu einem neuen Stadtteil entwickeln soll. Chef wird der 56 Jahre alte Oliver Brügge, der von Monheim am Rhein an die Strunde wechselt. Er hat langjährige Erfahrung in der Stadtentwicklung und zuletzt ein ganz ähnliches Projekt verantwortet.

Oliver Brügge wird Geschäftsführer der neu gegründeten Gesellschaft, die das Zanders-Areal ab 1. Januar 2025 weiterentwickeln und vermarkten soll. Das hat Bürgermeister Frank Stein am Dienstag verkündet. Künftig übernimmt die Urbane Zukunft Zanders-Entwicklungsgesellschaft mbH (UZZE) die Planungen für das Gelände in der Stadtmitte, die bislang bei der städtischen Projektgruppe um Leiter Udo Krause und den Mitgliedern des Zanders-Ausschusses zusammenlaufen. 

Oliver Brügge ist seit 2018 Hauptgeschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Monheim am Rhein. „Die Umwandlung des 36 Hektar großen Papierfabrikgeländes in einen nachhaltigen, lebendigen Stadtteil ist für mich als Projektmacher die spannendste Aufgabe weit und breit“, sagte der 56-Jährige. 

Ein Jahrhundertprojekt

Die Konversion des Zanders-Areals im Herzen der Stadt in ein urbanes Quartier für Wohnen, Arbeit, Bildung und Freizeit ist nicht weniger als ein Jahrhundertprojekt und das wichtigste Stadt-Entwicklungsprojekt für Bergisch Gladbach. Langfristig sollen auf dem Gelände Wohnraum für 2900 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze entstehen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Oliver Brügge einen ausgewiesenen Fachmann mit nachweisbaren Konversionserfahrung und Konversionserfolgen gewinnen konnten“, sagte Stein bei der Vorstellung der Personalie. 

Brügge bringt langjährige Erfahrung in der Stadtentwicklung mit. Mit seinem Team habe er auf dem Gelände einer ehemaligen Shell-Raffinerie „aus einer Altlastenbrache ein sehr lebendiges, buntes Gewerbegebiet am Wasser entwickelt“ – und mit der „Kulturraffiniere“ eine moderne Stadthalle, die Platz für 4500 Menschen bieten werde. 

Diese Aufgabe können wir nur zusammen schaffen. Mich interessieren keine MachtkämpfeOliver Brügge

Vorausgegangen war laut Stein eine mehrmonatige Suche mit Unterstützung eines Personaldienstleisters. Mit Brügge habe man einen Kandidaten gefunden, der „alle Kriterien und das Profil“ erfülle.

Vor den Sommerferien habe Stein allen Fraktionsvorsitzenden und fraktionslosen Mitgliedern des Stadtrates Oliver Brügge vorgestellt und sich deren „einstimmiges Votum“ für die weiteren Vertragsverhandlungen eingeholt. Stein lobte in diesem Zusammenhang die „vollkommene Vertraulichkeit“ des Prozesses.

Mehr zum Thema

Wie ein Zeitplan für das Zanders-Areal aussehen könnte

Das Projektteam hat im Zanders-Ausschuss einen Zeitplan für die Konversion des Areals der Papierfabrik bis 2040 vorgestellt. Ausdrücklich im Konjunktiv, denn bei den Rahmenbedingungen gebe es noch viele Unbekannte. Die CDU und auch die Grünen drängen auf wirtschaftliche Kennzahlen, die SPD und der Bürgermeister pochen auf den einstimmig vereinbarten Fahrplan. Nebenbei wird klar, dass Zanders für die Lösung der Wohnungsprobleme der Stadt so schnell keine Lösung bietet.

Einstimmiger Grundsatzbeschluss für Zanders-Areal

Bei der künftigen Nutzung des Zanders-Areals soll ein Ziel von 2900 Arbeitsplätzen und Wohnraum für 2900 Menschen angestrebt werden. Das beschloss der Zander-Ausschuss auf der Grundlage eines Kompromissvorschlags von fünf Fraktionen einstimmig. Damit ist die Basis für die weitere Planung gelegt. (Fast) alle Fraktionen, die Verwaltung und auch der Bürgermeister begrüßten das Votum.

Brügge, der selbst parteilos ist, setzt auf ein gutes Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft: „Diese Aufgabe können wir nur zusammen schaffen. Mich interessieren keine Machtkämpfe.“ Auch bei einem Politikwechsel im kommenden Jahr müsse das Zanders-Projekt „oberste Priorität bleiben“. 

Lob für die städtische Projektgruppe

Der bisherige Projektguppen-Leiter Udo Krause wird in der neuen Gesellschaft als Prokurist weiterwirken. „Die bisherige Planungsgruppe hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Ich freue mich, als Umsetzer mit dazuzustoßen und mit dem erfahrenen Planer Udo Krause ein Tandem zu bilden“, sagt Brügge. 

Oliver Brügge wechselt von Monheim nach Bergisch Gladbach. Foto: Kathy Stolzenbach Credit: Kathy Stolzenbach

Brügge ist studierter Geograf und Stadtplaner. Zunächst arbeitete er als Grundstücks- und Stadtentwickler in Schwerte. 2002 wechselte er in die Wirtschaftsförderung nach Monheim. Dort verantwortete er bis 2014 die Standortstrategie, die Grundstücks- und Projektenwicklung, die Revitalisierung und Profilierung von Gewerbegebieten. 

Als Vorstand der Montag Stiftung Urbane Räume gAG kümmerte Brügge sich anschließend um gemeinwohl-orientierte Immobilienprojekte in benachteiligten Stadtteilen. 2018 kehrte er nach Monheim zurück und übernahm die Geschäftsführung der Stadtentwicklungsgesellschaft und des Creative Campus Monheim GmbH & Co. KG. 

Prüfen, was stehen bleibt – und was nicht

Zuletzt hatte Brügge mit seinem Team für das Projekt Creative Campus – ein Gewerbegebiet mit dem Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft – das Gelände baureif und startklar für die Vermarktung gemacht. Dort sollen bis zu 4000 Arbeitsplätze entstehen. 

Mit der sogenannten Baureifmachung und Erschließung der Infrastruktur steht Brügge zufolge auf dem Zanders-Gelände nun eine ähnliche Aufgabe an. Parallel dazu würde der Gebäudebestand geprüft: „Was bleibt stehen und was nicht?“ Der Denkmalschutz habe dabei „höchste Priorität“.

Entdecken Sie das Zanders-Areal aus der Luft und am Boden

Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Gute Entdeckungsreise!

Brügge kündigte an, „Erwartungsmanagement“ zu betreiben: „Es liegen ganz viele Ideen auf dem Tisch. Nun müssen wir prüfen, was davon auf Zanders realisierbar ist, auch finanziell.“ Außerdem werde er sachlich erörtern, „warum nicht immer alles so schnell geht, wie sich das manche wünschen“.

Oliver Brügge ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er lebt mit seiner Frau in Hürth.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

3

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Gut dass die Stadt jemanden gefunden hat der das Zanders-Gelände wieder zum Leben erwecken will.

    Jetzt sollte die Stadt aber keine Zeit verlieren den Boden auf Altlasten zu prüfen.
    Zanders hat nicht nur Briefpapier hergestellt.

    1. Gut dass einer mitdenkt. Darauf wären die Verantwortlichen bei der Stadt sonst vermutlich nicht gekommen. (Sarkasmus aus)

      1. Es werden Bodenproben entnommen werden müssen, Gutachten erstellt,
        ich bin mir nicht sicher ob die Stadt da schon voll dabei ist.