Die Ausstellung „Atomic Knights” im Bensberger Kunstraum Basement 16 vereint Werke von 33 jungen Künstlern, die das Thema Science-Fiction aus ungewöhnlichen Perspektiven und in vielfältigen Medien wie Malerei, Skulptur, Video und Grafik interpretieren. Ein Gespräch mit den Ausstellungsmachern über den kulturellen Einfluss der Technologien auf die Kunst von damals und heute.
Text: Antje Schlenker-Kortum. Fotos: Thomas Merkenich
Marlis Sauer, Galeristin im Basement 16, öffnet einmal jährlich ihre Ausstellungsräume für Nachwuchskünstler. Für die aktuelle Ausstellung „Atomic Knights” hat sie die Kuration und Organisation bewusst in die Hände von Tom Gully gelegt, einen Künstler, den sie aus einem früheren Projekt mit der Alauns Hochschule kennt.
Gully, der in der Ausstellung mit einer Malerei mit Ghostbuster-Motiv vertreten ist, hat vor vier Jahren das Künstlerkollektiv Kabinett West gegründet. Dieses Netzwerk umfasst Kunstschaffende aus der Region und deutschlandweit sowie internationale Kollegen aus Ländern wie beispielsweise Finnland, Kuba und Großbritannien.
Gully betont die Bedeutung von Ausstellungsorganisation als Teil des zeitgenössischen Kunstschaffens und die Freude daran, neben der eigenen Kunst auch die Werke anderer zu präsentieren. Alles wird professionell dokumentiert, fotografiert, im Netz verlinkt, denn das ist wichtig für die Reputation der Künstler. Nicht nur dafür: Denn natürlich geht es auch um den Verkauf der Werke, sagt der Künstler.

KI – ein umstrittenes Tool
Ein weiterer Künstler dieser Ausstellung ist Vitali Lukin. Für den Flyer erstellte er mit einer KI-Software das Cover, das sich an den ikonischen Stil bekannter Science-Fiction-Serien anlehnt.

Viele Menschen waren überrascht, dass das Bild nicht von menschlicher Hand erstellt wurde, was Diskussionen über die Rolle von KI in der Kunst auslöste, erzählt Lukin. „Das KI-generierte Flyer-Bild wirkt so realistisch, dass es häufig für eine echte Filmszene gehalten wird“.
Genau das reizt ihn an der Arbeit mit KI: „Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Das ist interessant.“ Lukin beobachtet oft eine gewisse Skepsis gegenüber KI, die er auf eine Mischung aus Angst und Ehrfurcht zurückführt.
Die künstlerische Verwendung von KI verdeutlicht also nicht nur die technischen Möglichkeiten moderner KI-Systeme, sondern wirft auch Fragen zur Authentizität und Wahrnehmung von KI-generierter Kunst auf. Genau deswegen passe KI hervorragend zum Thema Science-Fiction, erklärt Lukin. Tom Gully ergänzt, dass die Diskussion vergleichbar sei mit den skeptischen Reaktionen der Menschen in den 80ern.
Die 1980er Jahre waren stark beeinflusst vom Science-Fiction-Genre, sowohl in der Popkultur als auch in der Kunst. Filme wie „Zurück in die Zukunft“ prägten mit dystopischen und futuristischen Visionen die Ästhetik dieser Zeit. Die Reaktion der Gesellschaft war gespalten: Es gab Fortschrittsglauben aber auch Skepsis gegenüber der Visionen und ihrer rasant fortschreitenden Technologien. Ein Diskurs, der sich heute zu wiederholen scheint. Das spiegelt sich auch in der Ausstellung wider.

„Wir leben heute quasi in der Science Fiction von damals“. Man denke beispielsweise an den Science-Fiction-Autor Isaac Asimov und die in seinen Romanen beschriebene Technik. „Heute haben wir Handys, die wahnsinnig viele Dinge können. Viele schreiben Texte mit der KI Chat GPT; sie lassen sich von künstlicher Intelligenz helfen. Wer weiß, wo wir in 50 Jahren sind?“
Atomic Knights
Gruppenausstellung, kuratiert von Tom Gully
Galerie Basement 16
Schloßstraße 16, Bensberg
Vernissage: 24. Januar, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: bis 29.2.
Geöffnet Do und Fr 15 bis 18 Uhr, Sa und So 11 bis 16 Uhr
Die Künstler der „Atomic Knights“-Ausstellung interpretieren das Thema Science-Fiction auf vielfältige Weise – weit entfernt von Klischees wie Raumschiffen oder Aliens, sagt Gully.
Stattdessen stehen Atmosphären, Emotionen und technologische Reflexionen im Vordergrund. Die Werke greifen auch Themen wie Klimawandel und Konsumkritik auf, ohne dabei eine politische Agenda vorzugeben.

Kostenlose Workshops für Kinder
Die Ausstellung lädt die Ausstellungsgäste dazu ein, über die Rolle von Technologie in unserer Gesellschaft nachzudenken – sowohl mit Blick auf vergangene Zukunftsvisionen als auch auf unsere heutige Realität. Es geht auch darum, ein tieferes Verständnis für die Verbindung zwischen Technologie und Kunst anzuregen.
Deswegen ist es für Galeristin Marlis Sauer besonders wichtig, auf die beiden kostenlosen Workshops zu verweisen: Einige der Kunstschaffenden werden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen eigene Science-Fiction Visionen entwickeln und in einer künstlerischen Arbeit realisieren.
Special: jugendARTgalerie–Workshops für Kinder und Jugendliche
2.2.2025 – 12.00 – 14.00 Uhr (6-10 Jahre)
8.2.2025 – 12.00 – 14.00 Uhr (11-16 Jahre)
Stell dir vor, alles ist möglich – in der Zukunft! Zeig der ganzen Welt, welche Ideen in dir stecken. In unseren Workshops kannst du zusammen mit drei Künstler:innen deine eigene Science-Fiction-Vision entwickeln und in Kunst verwandeln. Gezeichnet oder gemalt. Dein Abenteuer zwischen Realität und Vorstellungskraft kann beginnen!
Die Teilnahme ist kostenfrei. Verbindliche Anmeldung bis 29.1. an jag@einearthaus.org. Weitere Infos: Basement16.de
Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen: AdriÀ Miko, Alicia Echandía, Daniel Dobarco, Daniel Schmitz, Denis Guillomo, Einari Hyvönen, Frank Jimin Hopp, Hans Vinzenz Seidl, Jakob Schöning, Jeeyhe Song, Jiri Mayer, Jonathan Seiz, Jorge Rodriguez, Kyte Tatt, Luca de Marco, Lunita-July Dorn, Max Weiss, Michael Günzer, Michelle Baumann, Mila Wolkena, Oliver Meier, Patrick Essex, Ramon Queres, Raphael Paulun, Sergej Sperling, Stefan Seelge, Sophie Ulrich, Tom Gully, Vitali Lukin, Xiaochuan Wang, Zac Yeates, Zoe Leticia Thomas.
Dokumentation: Weitere Fotos
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Letztes Jahr hat ein c’t-Redakteur mal gesagt: „Das Beste am KI-Hype ist, dass jetzt niemand mehr von der Blockchain faselt.“
Schön, dass Künstler inzwischen kreativ aus dem Thema schöpfen und damit noch etwas Gutes hinzufügen.
Ein sehr tolles und spannendes Projekt. Künstliche Intelligenz ist nicht die Büchse der Pandora, aber es ist eine der bemerkenswertesten Erfindungen der Moderne. Und das in der Kunst zu thematisieren ist eine gute Idee.
Auch die Tatsache das KI schnell in den Alltag der Menschen angekommen ist. Copilot und Chatgbt helfen uns an Informationen zu kommen. SUNO AI und Microsoft Create können uns binnen einer Minute einen fertigen Song oder ein Bild kreiren. (Keine Werbung :) )
Doch KI hat auch Schattenseiten. Die Spitze des Eisbergs sieht man wenn man wenn man im Bus sitzt und gefühlt 80.% der Leute die ganze Zeit auf Ihr Smartphone gucken.
Doch der Eisberg ist tief. Sehr tief. Und KI kann auch sehr gefährlich werden. Nicht umsonst war die erste Multi-Milliarden Investition vom neuen US-Präsident Investitionen von 500 Milliarden Dollar oder mehr.
Das ist eine gigantische Summe.
Wir sollten gucken das wir die guten Seiten der KI nutzen. Für Kunst, Für Leben Retten, Für Bildung, Für Medizin, Für Behörden und für Geowissenschaften.
Aber wer KI missbraucht der begibt die Menschheit in großer Gefahr.
Und genau daher ist dieser Kontrast den der Text thematisiert wichtig das es ihn gibt.
KI sollte in den Gesellschaftlichen und Politischen Diskurs. Sonst droht uns Chaos :)
Nette Grüße
Fabian