Die GGS Gronau muss dringend saniert werden, dafür wird seit langem ein Ausweichquartier gesucht. Foto: Thomas Merkenich

Am Mittwoch hatte die Stadt die Grundschule in Gronau kurzfristig räumen lassen, nachdem lockere Deckenplatten entdeckt worden waren. Vorerst bleibt ein Teil der Räume geschlossen, die Schule rückt für eine gute Woche zusammen. Die CDU reagiert empört, weil der noch am Vorabend tagende Schulausschuss nicht informiert worden war. An einer grundsätzlichen Lösung für die Schule arbeitet die Stadt, nennt aber noch keine Einzelheiten.

Am Dienstagabend hatte der Schulausschuss ausführlich über den miserablen Zustand der Schulen der Stadt diskutiert, und eine Reihe von großen Sanierungsprojekten auf den Weg gebracht. Dabei hatte die Stadtverwaltung immer wieder betont, dass gleichzeitig sehr viel Reparaturaufwand in die Schulen gesteckt werden muss, die mit der Sanierung noch (lange) nicht dran sind. Die GGS Gronau war an diesem Abend kein Thema.

Das wurde sie am Mittwoch. Im März war in der GGS An der Steinbreche in Refrath eine Lampe von der Decke gestürzt, daraufhin hatte die Stadt zunächst alle Lampen gleicher Bauart in allen Schulen überprüfen lassen.

Dabei sei jetzt festgestellt worden, dass in der GGS Gronau in acht Klassenräumen und den Fluren des sogenannten Neubaus Deckenplatten locker sind und damit eine potenzielle Gefahr sein könnten, erläutert Stadt-Sprecherin Daniela Fobbe-Klemm. Hals über Kopf wurden die Kinder nach Hause geschickt, die Schule gesperrt und eine Firma beauftragt, die Platten so schnell wie möglich von den Decken zu holen.

Der Unterricht war am Donnerstag und Freitag ausgefallen. In der kommenden Woche soll er im nicht betroffenen Gebäudeteil der GGS, in der OGS und in einem Pavillon stattfinden. Zwar arbeite die Firma auch am Wochenende und abends, dennoch werde es voraussichtlich bis Ende nächster Woche dauern, bis die Demontage abgeschlossen werden könne, so Fobbe-Klemm.

CDU verlangt Antworten

Die CDU gab sich mit diesen Erklärungen nicht zufrieden. In einer dringenden Anfrage verlangte sie am Freitag schriftlich Auskunft über die Zukunft der GGS Gronau. Sie kritisiert, dass die Schulschließung nicht nur für Schüler und Eltern völlig überraschend kam, sondern dass auch der zuständige Schulausschuss in der Sitzung am Dienstagabend nichts von den offenbar gravierenden Mängeln erfahren habe.

„Ich verstehe den Unmut von Schülern und Eltern, die Verwaltung lässt sie ratlos zurück, diese Kommunikation ist erneut ein Armutszeugnis“ sagt die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Helga Kivilip. „Es darf doch nicht sein, dass der zuständige Ausschuss am Vorabend der Schließung tagt und keine Silbe vom Zustand der GGS Gronau erfährt“, stellt Robert-Martin Kraus fest.

Vier Fragen zur GGS Gronau richtete die CDU an die Stadt und an Bürgermeister Frank Stein persönlich. Unter anderem, wie sich die Stadt die Instandsetzung der Schule vorstellt.

Eine neue Lösung für Gronau?

Tatsächlich gehört die GGS Gronau zu den Schulen, die sich nach geltender Beschlussfassung schon seit Jahren in der Generalsanierung befindet. Das ist jedoch Theorie – denn bevor das losgehen kann, muss eine Interimsschule her, in der Schüler:innen aus Gronau unterkommen.

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Das neue Schulbau-Konzept der Stadt Bergisch Gladbach besteht auf den ersten Blick aus zwei Listen: Schulen, die bereits bearbeitet werden und solche, die als Nächste dringend saniert oder neu gebaut werden müssen. Doch dahinter hat die Verwaltung eine ganz neue Struktur errichtet – um viel mehr und viel schneller zu bauen. Was es damit auf sich hat, erklären die Verantwortlichen jetzt grundsätzlich – und mit vielen wichtigen Details.

Eine zusätzliche Grundschule war eigentlich auf dem Weig-Gelände am Rande des Zanders-Areal geplant worden; das Vorhaben „Grundschule 21″ hatte sich dann aber zerschlagen, als sich herausstellte, dass der geplante Standort im Hochwassergebiet liegt und derzeit nicht bebaut werden darf.

Zuletzt hatte Bürgermeister Frank Stein bei einem Gespräch über das Zanders-Areal betont, dass inzwischen klar sei, dass die drängenden Probleme der GGS Gronau nicht auf Zanders gelöst werden können. Es zeichne sich jedoch eine andere Lösung für oder zur Ergänzung der GGS Gronau ab. Da diese aber nicht in trockenen Tüchern sei, könne er dazu mehr nicht sagen, so Stein.

Zuvor war bereits über das ehemalige Tankstellengelände an der Mülheimer Straße, direkt gegenüber der GGS Gronau nachgedacht worden, ebenfalls ohne positives Ergebnis. Die FWG dagegen bringt immer wieder das nahe gelegene Gelände des städtischen Betriebshofs in der Ferdinand-Straße ins Spiel.

So oder so wird es noch einige Zeit, wenn nicht Jahre dauern, bis ein Ersatzgebäude für die GGS Gronau bereit steht. Aktuell aber gebe es, das stellte Schulbau-Dezernent Thore Eggert klar, „keine vorgezogene Notwendigkeit, sich Gedanken über einen Abbruch/ Neubau oder Sanierung Gedanken zu machen“.

Auch in der IGP und KGS Bensberg Mängel entdeckt

Bei den Nachprüfungen nach dem Zwischenfall in Refrath hatte die Stadt in weiteren Schulen sicherheitsrelevante Mängel entdeckt und beseitigt, berichtet Fobbe-Klemm auf Nachfrage.

An der IGP seien Leuchten in Mensa, Verwaltung, einzelnen Klassenräumen und Flurbereichen detailliert überprüft worden. Einige der Leuchten in den Fluren mussten ausgetauscht werden. und im Ergebnis bereits mehrere Leuchten – auch aufgrund weiterer

An der KGS Bensberg seien Leuchten in einigen Klassenräumen und Flurbereichen detailliert überprüft und daraufhin – wie in Refrath – zusätzlich gesichert worden. Dort gebe es aber „über den Sicherungsbedarf hinausgehenden Defekte“. Wie damit umgegangen werde, müsse noch entschieden werden.

Auch das eine Bestätigung der Aussage von Dezernent Eggert: „Es ist die Substanz unserer Schulgebäude, die hier Fakten schafft. Mit den entsprechenden Herausforderungen werden wir regelmäßig umgehen müssen – in baulicher, tatsächlich aber auch finanzieller Hinsicht. Und es zeigt, warum Investitionen in den Schulbau unsere zukünftig wichtigste und notwendigste Aufgabe ist.“  

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Ich habe das Gefühl, dass in Bergisch Gladbach langsam aber sicher alle Erinnerungen, die man an seiner Schulzeit haben könnte, abgerissen werden. Und ich habe kein Vertrauen daran, dass Neubauten besser sei werden. Ich würde mir wünschen, dass mehr saniert wird und weniger abgerissen.

  2. Die CDU sollte sich besser mal ganz verschämt zurückhalten. Sie ist nun wirklich die Partei, die am längsten in Bergisch Gladbach regiert hat und es über Jahrzehnte versäumt hat, Kindertagesstätten zu bauen und Schulen rechtzeitig zu modernisieren.