In diesen Tagen verschickt die Stadt Bergisch Gladbach nicht nur die Abrechnungen der Grundsteuer, sondern auch 27.200 Bescheide für die Gebühren der Müllabfuhr, der Straßenreinigung und des Winterdiensts. Die Abwasser-Rechnungen folgen. Nahezu alle Gebühren klettern kräftig.

Für die Finanzabteilung der Stadtverwaltung beginnt das Jahr mit einer Mammutaufgabe: Mit Datum vom 9. Januar sind 49.000 Grundsteuerbescheide und 27.200 Gebührenbescheide an die Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken und Wohnungen im Stadtgebiet verschickt worden. Die Bescheide des Abwasserwerks folgen in Kürze.

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Mit diesen Bescheiden teilt die Stadt fest, wieviel Geld die Grundstückseigentümer:innen (und mit Verzögerung auch die Mieter:innen) für Abfallbeseitigung, Abwasser, Straßenreinigung und Winterdienst in 2026 fällig werden.

Dabei werden die tatsächlich anfallenden Kosten umgelegt, die entsprechenden Satzungen hatte der Stadtrat im Dezember nach Beratung in den Fachausschüssen verabschiedet. Die ausführlichen Begründungen und Berechnungen lassen sich in den Beschlussvorlagen (für Abfall, für Straßenreinigung und Winterdienst und für Abwasser) nachlesen.

Die allgemein steigenden Kosten für Personal und Ausrüstung schlagen auch auf die städtischen Gebühren durch.

Die Gebühren für den Restmüll der privaten Haushalte erhöhen sich in Bergisch Gladbach gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Die kleinste Menge (60 Liter, vierwöchige Abfuhr) kostet damit 108,96 Euro im Jahr. Die Standardtonne mit 120 Liter und zweiwöchentlicher Abholung schlägt mit 435,84 Euro zu Buche – das ist ein Plus von 21 Euro. Gewerbe müssen 7,5 Prozent mehr zahlen.

Der Preis für den Biomüll bleibt bei Privathaushalten unverändert, bei Gewerbebetrieben klettert er (je nach Tonnengröße) um 5,7 bis 7,9 Prozent.

Im Detail: Alle Müll-Tarife

Bei der Straßenreinigung fallen die Erhöhungen differenziert aus. Die allgemeine Straßenreinigung verteuert sich um 12 Prozent, die Zuschläge beim Winterdienst reichen von 7,5 bis 39,7 Prozent.

Auch die Abwasserbeseitigung wird (was angesichts dauerhaft hoher Investitionen in das Kanalsystem kein Wunder ist) mit einem Plus von in der Regel 21,3 Prozent deutlich teurer.

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Stadt will und muss 390 Millionen Euro in Abwasser investieren

Beim Versuch, ein einigermaßen schlankes Konzept für die Abwasserbeseitigung aufzustellen, war Bergisch Gladbach gescheitert. Nun nimmt die Verwaltung einen neuen Anlauf. Weil die rechtlichen Anforderungen in der Zwischenzeit weiter gestiegen sind, rechnet sie bis 2037 mit Ausgaben von 390 Millionen Euro. Ohne ein Konzept drohen jedoch rechtliche, finanzielle und planerische Konsequenzen – bis hin zum Stopp für neue Baugebiete.

Bei einem 4-Personen-Haushalt macht der Zuschlag für das gesamte Jahr damit eine kleine vierstellige Summe aus.

Mit Blick auf die Bescheide hat die Stadtverwaltung zwei Bitten:

Wer nicht mehr Eigentümerin bzw. Eigentümer eines Objekts ist, sollte sich per E-Mail (mail@awb.de) oder Post an den Abfallwirtschaftsbetrieb, Obereschbach 1, 51929 Bergisch Gladbach, wenden.

Da die Arbeitsbelastung der Sachbearbeitern und Sachbearbeiterinnen in diesen Tagen sehr hoch ist, bittet die Verwaltung, von telefonischen Anfragen abzusehen. Stattdessen können Anfragen per E-Mail (an steuer@stadt-gl.de oder betreffend Abfall- und Straßenreinigungsgebühren an mail@awb.de) oder postalisch gestellt werden.

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  1. Ich frage mich, wer für die erhöhten Anforderungen bei der Abwasserentsorgung verantwortlich ist?
    Wir werden abgezockt von allen Seiten und die Politiker reden ständig vom Bürokratieabbau. Am Ende heißt es dann, das kommt von der EU, da kann man nichts machen….

  2. ~40% Aufschlag für den Winterdienst W4. Diesen Winter habe ich noch kein Streufahrzeug in meiner Siedlung gesehen, wir sind aber auch mit W4 niedrige Priorität. Vielleicht kommt einer im Sommer gucken ob es was zu streuen gibt.
    Dafür Zahle ich gerne mehr Nebenkosten!

  3. Und in der Weihnachtszeit blieben viele Restmüll-Tonnen ungeleert, weil der Deckel etwas hochstand.
    Service-Gedanke gleich Null. Oder will man, dass für 1-2 Leerungen im Jahr demnächst die größeren Tonnen gebucht werden?

      1. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW führt jährlich einen detaillierten Gebührenvergleich aller 396 Kommunen in NRW durch.
        Ergebnis: Im Vergleich für 2025 lag Bergisch Gladbach mit einer Mustergebühr von 457,20 Euro (für einen 4-Personen-Haushalt mit 120l Restmüll und wöchentlicher Biotonne) bereits im Spitzenfeld der teuersten Kommunen.
        Einordnung: Die Stadt gehört regelmäßig zu den Kommunen mit den höchsten Belastungen in Nordrhein-Westfalen.