Marcel Kreutz und Sarah Schwope. Foto: Team Kreutz

Die Gründerinnen des Quartiersangebots „Schere.Stein.Papierflieger“ und Bürgermeisterkandidat Marcel Kreutz (SPD/Grüne) hatten zu einem Netzwerk-Forum in Gronau eingeladen. In zwei Vorträge arbeiteten sie heraus, wie man mehr Solidarität, Ehrenamt sowie gemeinnütziges Engagement mobilisieren kann – und was eine zukunftsfähige Quartiersarbeit ausmacht.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Marcel Kreutz-Kampagne (SPD / Grüne)

Unter dem Motto „Neue Wege der Quartiersarbeit“ fand in Gronau ein Netzwerk-Forum statt, das Akteur:innen der sozialen Arbeit, Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft zusammenbrachte. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Beiträge, die nicht nur den Zustand unserer Gesellschaft beleuchteten, sondern auch konkrete Visionen für mehr Miteinander im Quartier entwarfen.

Den Auftakt machte Sarah Schwope mit einem Impulsvortrag zur Frage, wie man mehr Solidarität, Ehrenamt und gemeinnütziges Engagement im Quartier aktivieren kann. Ihre Diagnose: Unsere Gesellschaft ist vielfältiger, digitaler und älter denn je – und zugleich von zunehmender Vereinsamung und Spaltung betroffen.

„Unsere Gesellschaft ist bunt – aber wir verstehen einander zu wenig“, betonte Schwope. Migration, Integration, Medienkonsum, und Einsamkeit seien Herausforderungen, die nicht theoretisch, sondern ganz konkret im Alltag der Nachbarschaften spürbar seien.

Foto: Team Kreutz

Ihr Lösungsansatz ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Jeder Mensch hat etwas zu geben –  dabei sei das Wichtigste, was Menschen sich einander schenken können:

  • Haltung – tolerant, empathisch, respektvoll.
  • Begegnung – absichtslos und präsent im Moment.
  • Beziehung – als das Fundament menschlicher Gemeinschaft.

Mit Verweis auf Denker wie Carl Rogers, Martin Buber und Erich Fromm schlug sie die Brücke von der Theorie zur gelebten Nachbarschaftspraxis. Ihre Botschaft: Es braucht keine perfekten Sprachkenntnisse oder großen Verpflichtungen – nur den Willen zur Verbindung.

Besonders betonte sie die Rolle niedrigschwelliger Angebote, die Menschen ohne große Hürden zur Teilnahme motivieren. 

Schwope verwies in ihrer Rede auf das Konzept der SSP Schere.Stein.Papierflieger gGmbH, die sie gemeinsam mit Lidia Neudorf gegründet hat. Ziel sei es, „Begegnungsräume zu schaffen, die offen, flexibel und familienfreundlich sind“.

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„Schere Stein Papierflieger“: Ein neuer Ort der Begegnung in Gronau

Begegnungsstätte und Coworking-Space mit Kinderbetreuung: Das und noch einiges mehr verbirgt sich hinter der gemeinnützigen Einrichtung „Schere Stein Papierflieger“ in Gronau. Die beiden Gründerinnen Sarah Schwope und Lidia Neudorf möchten in ihrem Ladenlokal Menschen miteinander vernetzen und soziale Unterstützungsangebote machen.

Derzeit werden ein Co-Working-Space mit Kinderbetreuung, Nachhilfe durch Ehrenamtliche, Sportangebote für Kinder sowie Elterntreffs und soziale Beratung angeboten.

„Es geht darum, Strukturen zu schaffen, in denen Mitmachen einfach wird – ohne Anmeldung, ohne Schwellenangst“, sagte Schwope. Fürs Ehrenamt braucht es keine verbindlichen und langfristigen Zusagen. Auch ein einmaliges Mitmachen oder das Schaffen einmaliger Aktionen sei möglich und willkommen. 

Lidia Neudorf und Sarah Schwope. Foto: Team Kreutz

Auch Lidia Neudorf ergänzte in ihrer Vorstellung der Organisation, dass „gelebte Nachbarschaft kein Selbstläufer ist – sie braucht Orte, Menschen und Impulse, um zu wachsen.“ Neben bestehenden Angeboten kündigten beide auch neue Ideen an: von einer Krabbelgruppe über einen Seniorentreff bis hin zu einem „Bus-Traum“, einem flexibel einsetzbaren Quartiersmobil für Aktionen, Ausflüge und Transporte. Hierfür werden derzeit Sponsoren gesucht. 

Besonders aufmerksam wurde das Publikum, als Schwope die zukünftige Ausweitung des Angebots auf sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) und ambulante Hilfen für suchtkranke Menschen ankündigte. Erste Gespräche mit dem Jugendamt der Stadt Bergisch Gladbach und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) seien geplant.

Die klare Botschaft des Abends: Quartiersarbeit muss nah am Menschen und flexibel sein. Und: Jeder kann etwas beitragen. „Erzählen Sie von uns, kommen Sie vorbei, spenden Sie oder machen Sie einfach mit“, so Schwope zum Schluss. 

Kommunalpolitische Perspektive: Gronau als Zuhause gestalten

Die anschließende Keynote von Marcel Kreutz, Kommunalpolitiker und Bürgermeisterkandidat von Grünen und SPD, knüpfte nahtlos an den Impulsvortrag an – und gab der Idee der Quartiersarbeit eine klare politische Verankerung. In seiner persönlichen Rede betonte er, dass es vor allem um eines gehe: das Gefühl, zu Hause zu sein.

Er identifizierte zwei zentrale Bausteine für eine zukunftsfähige Quartiersarbeit:

1. Orte der Begegnung – Keimzellen der Demokratie

Spielplätze, Bolzplätze, Sportvereine, offene Schulhöfe – all diese Orte seien nicht nur Treffpunkte, sondern echte Werkstätten für Demokratie, so Kreutz. Er nannte konkrete Projekte, etwa den Abenteuerspielplatz Gronau oder den geplanten Ausbau des Sportplatzes am Hermann-Löns-Forum, und stellte fest: „Wer sich bewegt, begegnet sich. Und wer sich begegnet, gestaltet seine Stadt.“

2. Unterstützung für das Ehrenamt – damit Engagement nicht scheitert

Ohne das Ehrenamt sei Quartiersarbeit nicht denkbar – aber Engagement dürfe nicht an Formularen oder fehlender Begleitung scheitern. Kreutz lobte die sozialräumliche Netzwerkarbeit sowie Einrichtungen wie das CROSS.

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Eine kleine Oase ist Gronaus Mittelpunkt

Der Abenteuerspielplatz an der Mülheimer Straße ist nicht einfach irgendein Spielplatz. Für die Bewohner:innen von Gronau bedeutet er viel mehr. Kinder und Eltern unterschiedlichster Hintergründe begegnen sich hier und wachsen zusammen auf. Eine Spurensuche.

„Man fühlt sich total willkommen“

Das Cross in Gronau ist eins von sechs Jugendzentren in Bergisch Gladbach. Hier wird offene Kinder- und Jugendarbeit gemacht – das heißt in erster Linie: Raum und Zeit zur Verfügung gestellt, in denen die jungen Menschen einfach SEIN können, ohne etwas Bestimmtes tun zu müssen. Dabei lernen sie, ihre Interessen wahrzunehmen, sich einzubringen, Konflikte zu lösen und einiges mehr.

Besonders hervor hob Kreutz das ForumGronau und das Stadtentwicklungskonzept für Gronau, das in enger Abstimmung mit den Bürger:innen entstand – ein Beispiel dafür, wie frühe Beteiligung zu besseren Ergebnissen führt.

Zukunftsvision: Ein Quartier, das trägt

Beide Redner:innen verband das klare Ziel, Gronau zu einem Ort zu machen, an dem sich jede und jeder zugehörig fühlen kann – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Ob durch offene Sportplätze, geöffnete Schulhöfe oder informelle Nachbarschaftstreffen – der Weg zu mehr Solidarität beginnt im Kleinen.

„Quartiersarbeit bedeutet nicht, große Reden zu schwingen. Sie bedeutet, Menschen zusammenzubringen, damit sie sich gegenseitig den Rücken stärken“, schloss Kreutz.

Foto: Team Kreutz

Ausklang in Begegnung

Nach den inhaltlich dichten Beiträgen ging die Veranstaltung in den offenen Netzwerkteil über – mit Snacks, Papierflieger-Challenges und vielen persönlichen Gesprächen. Ganz im Sinne des Forums entstand dabei nicht nur Austausch, sondern echte Verbindung.

Fazit:
 Das Netzwerk-Forum hat eindrucksvoll gezeigt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt vor Ort beginnt – und dass Quartiersarbeit dann gelingt, wenn Herz, Haltung und politischer Rückhalt zusammenkommen. Oder, wie es ein Teilnehmer formulierte:

„Es ist schön zu sehen, wie aus Ideen Wirklichkeit wird – und wie viele Menschen daran mitwirken wollen.“

Hier werden gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD in Bergisch Gladbach veröffentlicht.

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