Die alte Zentralwerkstatt wird vorübergehend zur Veranstaltungshalle, bevor sie endgültig zum sozio-kulturellen Zentrum umgebaut wird. Foto: Thomas Merkenich

Die Stadtverwaltung hat ein Ausweichquartier für die Sitzungen der Karnevals-Gesellschaften gefunden: Statt in den gesperrten Schulhallen sollen die Jecken in der Alten Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Areal feiern.

Nach vielen Gesprächen gebe es jetzt ein Angebot für die Karnevalsgesellschaften, verbreitet die Stadt Bergisch Gladbach auf Facebook und Instagram: „Lösung gefunden: Karnevalisten feiern auf Zanders“. Und zwar in der Alten Zentralwerkstatt. Sie soll in den kommenden Jahren zum sozio-kulturellen Zentrum ausgebaut werden und dient nun als Interimslösung für die heimatlosen Jecken.

Diese Ersatzlösung war notwendig geworden, nachdem die Stadt die Sporthallen und Aulen der Schulen aufgrund von technischen Sicherheitsmängeln hatte sperren müssen. Seither waren viele Gespräch mit den Gesellschaften geführt worden, die nun offenbar zum Erfolg führten.

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Der Finanzausschuss hat sich intensiv mit den Folgen der Sicherheitsmängel in allen Veranstaltungsorten in den Schulen befasst. Finanzthemen standen dahinter zurück, mit dem nächsten Haushalt und möglichen Einsparungen soll sich der neue Stadtrat nach der anstehenden Wahl beschäftigen.

Karneval und Kultur könnten ihre Veranstaltungsorte verlieren

Schulgebäude sind Orte der Bildung, in Bergisch Gladbach aber auch Versammlungsstätten für Brauchtum und Kultur. Für sie gelten strenge Anforderungen an die Sicherheit – was angesichts des maroden Zustands der Gebäude ein ernstes Problem ist: Die Stadtverwaltung empfiehlt dringend, auf einen Teil der Veranstaltungen zu verzichten und neue Lösungen zu finden. Traglufthallen zum Beispiel.

Als Nutzer namentlich genannt werden die KG Närrische Sander, die Fidele Böschjonge, die Schlader Botze und die Große Bensberger KG. Welche Veranstaltungen konkret dort stattfinden sollen und ob weitere Akteure die Halle nutzen können, ist zunächst nicht bekannt.

Ebenso offen ist die Frage, wie die Halle, die bislang ohne Strom, Wasser, Heizung und Abwasser ist, schnell für die Nutzung fit gemacht werden soll. Neben der großen Haupthalle verfügt die Zentralwerkstatt über einige Nebenräume.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Nun, Frl. “NieWiederIstHeute” (Gott, wie einfallsreich), Sie sind kein Karnevalist, klar. Darum scheint Ihnen auch nicht bewusst zu sein, dass der Karneval mit seinen Vereinen wie keine anderen z.B. im Sport, arm und reich, jung und alt, Männlein und Weiblein zusammenbringen, um gemeinsam zu feiern und fröhlich zu sein. Gerade das darf in der heutigen Zeit nicht vergessen werde, in der so viele Dinge auf der Welt passieren, die wahrlich nicht zum lachen anhalten. Hier leisten die Karnevalsgesellschaften Vorleistungen, um neben dem gemeinsamen Feiern auch das Brauchtum pflegen zu können, das hier in sowohl in karnevalistischer als
    auch geschichtlicher Hinsicht eine lange Tradition hat. Außerdem haben fast alle Karnevalsgesellschaften Tanzgruppen und bieten des Trainings über das ganze Jahr wegen den Kindern und Jugendlichen einen auch sozialen Treffpunkt, um sie, wie man so schön sagt, von der Straße abzulenken.

    Diesen sehr sozialen und überall gewürdigten Bemühungen der Gesellschaften setzt die Verwaltung nun ein Ende – nicht zunächst warnend auf die Zukunft gerichtet , nein, von gestern auf heute. Man torpediert hier die jahrzehntelangen Engagements mit einem Federstrich und ist scheinbar völlig ahnungslos, was das bedeutet.

    Die Überprüfungen der gebotenen Zustände gerade in Schulen obliegt der Verwaltung. Hier haben Männer und Frauen egal unter wie gefärbtem Rat Schindluder getrieben mit den Gebäuden, die auch Jahrzehnte dem Karneval dienten, Frl. Sowieso. in schöner Einigkeit. Ihre propagierte Win-Win-Situation findet nur in Ihrem Kopf statt und in denen ähnlich Fehlgeleiteter.

    1. Hallo Herr Havermann,
      warum sind Sie so angreifend gegen NieWiederIstHeute?
      Sie/Er hat doch Recht. Schulen und die zugehörigen Räumlichkeiten sind Bildungsanstalten und die dortigen Veranstaltungsräume sind für die Schulen geplant worden.
      Ähnlich verhält es sich auch mit den Schulsporthallen. Eigentlich sollte dort Schulunterricht und ggfs. noch Sportunterricht/Training stattfinden. Jedoch werden die Veranstaltungsräume und Sporthallen deutschlandweit inzwischen für viele andere Nutzungen genutzt. Sei es nun als Karnevalssaal, als Konzerthalle, als Flüchtlingsunterkunft, als Schlafstätte bei Großveranstaltungen (so z.B. beim Kirchentag), für Second-Hand-Märkte, …

    2. „Männlein und Weiblein zusammenbringen, um gemeinsam zu feiern und fröhlich zu sein“ – So kann man es natürlich auch nennen. Leider läuft es oft genug darauf hinaus, dass sich da Leute zu formalisiertem Humor treffen, nur durch das Konsumieren riskanter Alkoholmengen aus ihrer sonstigen Bräsigkeit geweckt werden und gerne die Gelegenheit zu zwischenmenschlichen Übergriffen aller Art nutzen. Gewisse Lichtblicke sind da nur Veranstaltungen wie der „Geisterzug“ oder die „Stunksitzung“.

    3. Lieber Herr Havermann,
      mal abgesehen von Ihren unangebrachten Anfeindungen (was soll das in einer sachlichen Debatte?), haben Sie mich ganz und gar falsch verstanden. Es geht hier nicht darum den Karneval zu verbieten oder zu unterbinden. Das wäre erstens hier im Rheinland zum Scheitern verurteilt und zweitens auch nicht mein Ansinnen.
      Ob nun Brauchtum oder Saufgelage mag jeder für sich selbst beurteilen.
      Ich frage mich eher warum für das Brauchtum nicht schon längst die geeigneten Rahmenbedingungen inklusive Infrastruktur geschaffen wurden, wenn es doch so einen hohen Stellenwert und sozialen Auftrag hat – die Kinder von der Straße zu holen….ich schmeiß mich gerade weg – und pflichte denen bei, die das jetzt in ein neues Zanderskonzept integrieren wollen. Die Situation der Schulgebäude ist in Bergisch GL hinlänglich bekannt, sollte aber eher für die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal angegangen werden, als für außerschulische Freizeitveranstaltungen. In einer speziell dafür ausgelegten Veranstaltungshalle können dann die Vereine und Honoratioren für die Ausgestaltung von Feierlichkeiten inkl. Beseitigung von Müll im direkten Umfeld sorgen – sozusagen als Brauchtums”pflege”. Schulen und städtische Mitarbeiter können sich wieder um den eigentlichen Zweck kümmern. So hat jeder seins und kann zufrieden sein. Meinen Sie nicht auch?

  2. Die Begründung für die Sperrung der Schulen ist ja schon mal interessant: “technische Sicherheitsmängel”. Nun, vielleicht sollte man mal grundsältzlich darüber nachdenken, wofür die Schulen eigentlich gebaut wurden. Ach ja richtig….das sollen ja Bildungseinrichtungen sein. Daher ist es nur folgerichtig die “sonstigen” Veranstaltungen (ich bitte das nicht als Wertung zu verstehen) in passende Räumlichkeiten zu verlegen. Die Schulen können wieder Schulen sein. Es liegt weniger Glas und Unrat im Umkreis der Schulen. Die Bewohner rund um die Schulen können ihren wohlverdienten Feierabend und das Wochenende in Ruhe genießen. Sozusagen eine Win-Win-Win-Situation. Esu sull et sie, esu es et jood…