Zehn Tage lang fährt keine S-Bahn. Nicht nur für die Pendler:innen, sondern auch für Bahn und Verkehrsbetriebe sind diese Tage ein Testlauf für die sehr viel längeren Sperrungen der S 11 in den kommenden Jahren. Wir listen auf, welche anderen Optionen es auf dem Weg nach Köln gibt – mit Bus, Auto oder Rad. (Erweiterte und korrigierte Fassung.)

Vom 7. bis 17. November fährt keine S-Bahn zwischen Bergisch Gladbach und Köln. Für Pendler:innen ein Belastungstest – und für die Verkehrsbetriebe ein Probelauf, denn im kommenden Frühsommer wird die S11 für drei Monate eingestellt, in 2026 noch einmal – weil die Bahn Stellwerke modernisiert, Brücken erweitert und irgendwann das zweite Gleis baut.

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Wir hatten die Stadt, den Kreis und go.Rheinland bereits um eine Übersicht gebeten, welche Alternativen es zum Schienenersatzverkehr gibt, um vom S-/Busbahnhof in Gladbach nach Köln zu gelangen. Inzwischen sind einige Korrekturen und Ergänzungen unserer Leser:innen eingegangen – daher gibt es jetzt eine korrigierte und erweiterte Fassung.

Schienenersatzverkehr ab Gladbach

Vom Busbahnhof in Gladbach aus fahren im Schienenersatzverkehr der Bahn große Gelenkbusse alle Stationen der S 11 während der Sperrung an, in den Hauptverkehrszeiten in einem 10-Minuten-Takt. Außerhalb der Rush-Hour is es ein 20-Minuten-Takt, abends fahren die Busse nur alle 30 Minuten. Der Fahrplan ist hier zu finden.

In der Theorie soll die Fahrt 37 Minuten dauern. Die Busse nutzen im Busbahnhof die Bahnsteige 8 und 9. Die eigentlich dort beheimateten Linien müssen ausweichen.

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Alternativen mit dem Bus

Die Buslinien 227 und 400 fahren jeweils alle 20 Minuten (und damit im 10-Minutentakt) zum U-Bahnhof Bensberg. Dort gibt es den im 30-Minutentakt verkehrende Schnellbus SB 40 zum Kölner Hauptbahnhof (Mo bis Sa).

Die Buslinien 451/452 fahren nach Refrath mit Anschluss an die Linie 1.

Mit der Line 434 erreicht man (über Odenthal und Schildgen) Köln-Mülheim.

Die Linien 435 und 436 erreichen in Dellbrück die Hauptstraße mit Anschluss an die Linien KVB-Linien 3 und 13.

Die Linie 455 fährt nach Lückerath, Neuenweg mit Anschluss an die Linie 1.

Für alle Busverbindungen gilt: die Taktung variiert nach Tageszeit, viele sind in Stoßzeiten überfüllt, viele stehen ebenfalls im Stau.

Für die nördlichen Stadtteile sind weitere ÖPNV-Verbindungen möglich, hier finden Sie das gesamte Liniennetz.

Mit dem Auto

Auch das Auto ist eine Option – allerdings werden auch andere auf diese Idee kommen, daher ist mit einem weiter erhöhten Verkehrsaufkommen auf den ohnehin baustellen-geplagten Straßen zu rechnen. Die S-Bahn in Thielenbruch ist zudem für Autofahrer nur eingeschränkt als Umsteigepunkt geeignet, weil der Parkplatz zum Teil für Bauarbeiten gesperrt ist.

Mit dem Rad

Last but not least: Man kann auch mit dem Fahrrad (zum Beispiel nach Thielenbruch oder nach Bensberg) fahren und dafür ab dem S-Bahnhof das Bergische E-Bike nutzen.

Rad-Touren vom S-Bahnhof Gladbach bis zum Bahnhof in Köln-Deutz (die künftige Radpendlerroute) beschreibt der ADFC RheinBerg auf Komoot. Die 14,4 km sind mit einem normalen Rad in 50 Minuten gut zu bewältigen. Der Strundeweg führt nach Mülheim.

Nach wie vor aktuell sind auch diese Routen-Tipps:

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Generalprobe für 2026

Eine „kurzfristige“ Einrichtung einer weiteren Buslinie vom S-Bahnhof zu den Stadtbahnlinien 3 und 13 nach Thielenbruch oder Dellbrück, sei nicht möglich gewesen, berichtet die Stadtverwaltung auf Nachfrage – sei bei der Kreisverwaltung aber in Planung.

Für die Sperrpause in 2026 könnten noch keine weiteren konkreteren Überlegungen genannt werden, der Schienenersatzverkehr im November werde aber als „Generalprobe“ für die längere Sperrpause in 2026 genutzt, so die Stadt.

Sperrzeiten der S 11 im Überblick:

  • 7. bis 17.11. 2025 wegen Brückenarbeiten in Mülheim
  • 10.04. bis 03.07.2026 wegen weiterer Brückenbauarbeiten und der Generalsanierung Generalsanierung des Hochleistungsnetzes Köln-Wuppertal-Hagen
  • 9.7. bis 15.10. 2027 wegen weiterer Bauarbeiten der Bahn, u.a. Neubau der Verkehrsstationen Köln-Holweide und Köln-Dellbrück

Go.rheinland weist daraufhin, dass die Planungen von der Bahn (DB Regio und DB InfraGO) erstellt werden, Änderungen seien noch möglich.

Go.Rheinland bestätigt, das für die große Sperrung im nächsten Jahr weiterhin Gespräche mit den Kreisen und kreisfreien Städten sowie den ÖPNV-Unternehmen laufen, um die Ersatzkonzepte wo möglich weiter zu verbessern.

Jetzt sind Sie gefragt: Welche Alternativen nutzen Sie selbst? Haben Sie weitere Tipps?

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. wichtig und richtig ist jetzt schon darüber nachzudenken, wie die Pendler versorgt werden können. Es ist ein grober Fehler, in ein Konzept zu investieren, dass so offensichtlich nicht hilft. Leihfahrräder (zumal unmotorisiert) für die weite Strecke (90 min reine Fahrzeit zwischen den Städten) sind ein unnötige Investition. Ich fahre mit dem eigenen Fahrrad von Tür zu Tür, habe meine “angemessene Kleidung” und muss nicht Datenvolumen und Geld ausgeben, was gespart werden kann.
    Eine echte Alternative ist die direkte Verbindung mit dem SEV, der auf der direkten Trasse (hier die Bergisch Gladbacher und Autobahn) von BGl nach Köln HBF fährt. Und dafür 30Min benötigt. Durch jede/r Anfahrt/Halt einer BF Haltestelle (Dellbrück, Holweide, Mülheim, Buchheim) wird die Fahrtzeit verlängert. Ersatzhalte auf der direkten Strecke werden durch Busse, die an den Haltestellen sowieso halten bedient. Diese halten an Alternativhaltepunkten der S-Bahn (Richtung Dd, Lev) oder Strassenbahn (13, 18, 3, 4).
    Mir geht es in erster Linie um die zügige Verbindung zwischen den Stadtzentren. Hierzu kann es evtl. nötig sein, Strassen für den Individualverkehr zu sperren oder diesen auszuschliessen.

    1. Ja, diese Investition kam auch mir sehr hilflos vor,
      ich hatte gleich mal umgerechnet was ein Rad dann kosten darf
      und ob ich darin eine Unterstützung für eine (,wieder mal) nicht fahrende S11 empfinden kann.
      .wird auch so überraschend eintreten.
      sind Radwege “saniert”? der Schlammweg durch den Thielenbruch Wald? Ich lese immer wieder: sollte, könnte, müsste gemacht werden, von Stadt K,
      weil GL nur ein kleines Teilstück des Weges betrifft
      :-(
      passiert da noch was vor wochenlang Ausfall, nachhaltig oder zumindest behelfsmaßig,
      sind entsprechend Stellen der Städte im Gespräch miteinander, einfach mal Telefonhörer und sprechen, fängt jmd an?

  2. İst es euch nicht peinlich,seit Jahrzehnten über das gleiche zu berichten.. und Hoffnung zu schüren? Es wird teuerer,es wird länger und es wird eine fehlplannung so wie wir euch kennen.Oder bekommt ihr Geld von der DB.?

    1. Sie haben anscheinend nicht ganz verstanden, wie Medien funktionieren. Wie der Name schon sagt, geben Medien Informationen weiter. Mit einer Wertung versehen werden sie höchstens in Kommentaren. Und Kommentare zum Thema wären Ihnen vermutlich auch nur dann genehm, wenn darin Ihre Meinung vertreten würde.

  3. Es wäre sehr wichtig eine Busverbindung zur Straßenbahnhaltestelle Thielenbruch einzurichten. Wegen der kurzen Entfernung sollte diese Busverbindung recht zuverlässig sein . Außerdem sollte es dann wieder ein durchgehendes Strassenbahn von Thielenbruch zum Hauptbahnhof geben, damit von Bergisch Gladbach auch der DB Fernverkehr mit akzeptabler Zuverlässigkeit und Reisezeit erreichbar ist.

    1. vielleicht kennen Sie die Endhaltestelle Thielenbruch, vielleicht auch nicht. aber ein Bus kann dort sicher nicht halten oder gar wenden. Insbesodnere weil auf der zufahrsstraße eine Baustelle ist. also die Idee scheitert schon an der baulichen Gegebenheit und wird sich auch nicht im Frühjahr ändern.
      Also die Begründung, dass das kurzfristig nicht machbar sei, ist quatsch. Aber eine zu erwartende Ausrede nach dem Versprechen im Kommunalwahlkampf.
      Die Fahrradroute durch den Thielenbrucher Wald ist am Abend ab 17 Uhr auch nur was für Räder mit gutem Licht.

  4. Radfahren kann ich nur empfehlen! Die Autofahrer grüssen freundlich und verneigen sich in Dankbarkeit, weil man nicht mit dem eigenen Auto den Stau verlängert! Und ich sage Ihnen, es gibt Strecken, da begegnen Sie gar keinem Auto! Abkürzungen, die Autofahrer nicht fahren dürfen, in denen Sie bei der wunderbaren Bewegung frische Luft atmen – kann ich nur empfehlen!! Dazu ist man unabhängig von den Abfahrtzeiten des ÖPNV und kann auch mal einen Schlenker machen und Freunde am Weg besuchen! Ich sehe keine Nachteile.

    1. Eigentlich eine gute Idee. Wie benutzen das Fahrrad auch täglich. Aber wenn die Reise z.B. nach München geht, ist es etwas schwierig das notwendige Reisegepäck auf dem Fahrrad mitzunehmen. Ohne Ironie: es geht doch darum, dass eine Großstadt wie Bergisch Gladbach gerne sein will. Einen vernünftigen Zugang zum nationalen und internationalen Fernverkehr hat.

  5. Die Sperrung der S11 soll doch ab heute lediglich abends ab ca. 20h erfolgen.So meine Info.

  6. Und wieder einmal wird, in der korrigierten und erweiterten Fassung (!) Unsinn erzählt: Die Linie 435 fährt über Hand bis Dellbrück S-Bahn. Und mitnichten über Dellbrück Hauptstraße mit Anschluss an die 3 und 13!!!

    1. Irrtum: Die 435 fährt vom S-Bahnhof Dellbrück weiter über Dellbrücker Hauptstraße bis zur Straßenbahnhaltestelle und den KVB-Bahnen 3 und 13.

    2. Für konstruktive Kritik sind wir sehr aufgeschlossen, würden uns jedoch einen freundlichen Umgang wünschen. Ihr Einwurf ist zudem nicht korrekt. Im Fahrplan findet sich ein wichtiger Zusatz: „alle Wagen fahren als Linie 436 weiter über Dellbrück, Hauptstr., Gierath nach Bergisch Gladbach“.

      1. Ich habe behauptet, die Linie 435 fährt nicht nach Dellbrück Hauptstraße. Daran halte ich weiter fest. Dellbrück Hauptstraße wird ausschließlich von der Linie 436 bedient. Ich hätte schon erwartet, dass in einer korrigierten und erweiterten Fassung dieser Umstand zumindest erwähnt worden wäre.
        Ich hatte angenommen, Ihr Artikel hätte mir die ausführliche Fahrplanlektüre mit allen Fußnoten erspart. Irrtum.

  7. Hallo zusammen, Thielenbruch ist für Autofahrer keine Alternative. 2/3 des Parkplatzes ist wegen Bauarbeiten gesperrt und in der Allee finden Baumarbeiten statt. Wer nicht schon um 7 Uhr einen Parkplatz ergattern kann, ist aufgeschmissen.

    1. @Frau Brück,
      der Umwelt zuliebe, gibt es für Pendler in Thielenbruch noch keine Möglichkeit, auch ein Fahrrad umsonst abzustellen?
      Oder ist das für Sie keine Option?

  8. Ich fahre seit Jahren bis auf wenige Ausnahmen (bei besonders miesem Wetter) mit dem E-Bike von Heidkamp nach Köln-Braunsfeld, kann meine Ankunftszeit auf 2 Minuten genau timen, habe Bewegung und bin unabhängig von Stau, Streik und Sperrungen. Und häufig bin ich damit sogar gleich schnell oder schneller als mit dem Auto.

    1. Aber immer schön an die Verkehrsregeln halten:), sonst haben wir hier wieder die üblichen Anfeindungen bezüglich Radfahrern aktiviert.

      1. Dafür haben Sie ja jetzt gesorgt. Nur weil @Nicole darauf hingewiesen hat, bzw. den Vorschlag im Artikel aufgegriffen hat und beschreibt, warum das Fahrrad für sie eine gute Alternative darstellt, halten Sie es für angezeigt sie auf die Einhaltung von Verkehrsregeln hinzuweisen.

        Sie könnten z.B. auch diejenigen darauf hinweisen, die jetzt aufs Auto umsteigen, sich an die Verkehrsregeln zu erinnern? Oder einfach ganz darauf verzichten.

      2. @Michael Funke: Ich glaube nicht, dass Schildgen das so ernst gemeint hat, wie Sie es gelesen haben.

      3. Hallo Michael, das Zeichen :) sagt ihnen was?
        Ich bin selber Radfahrer, so ganz verstehe ich nicht, warum sie scheinbar eine kurze Zündschnur haben. Mal durchatmen, kann helfen.

      4. @Schildgen ;-) hätte mir was gesagt :)

        Und die kurze Zündschnur bei dem Thema “Aber die Radfahrer…” brauche ich wohl nicht wirklich erklären, wenn man die einschlägigen Kommentaren hier oder auch in Social Media berücksichtigt.

        Schön zu hören, dass zumindest Sie es nicht ernst gemeint haben.

    1. Es ist wie immer. Menschen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten und deswegen 7 Tage und Schicht, werden nicht berücksichtigt.
      Weder von Politik und Verwaltung, noch von Mo-Fr 9-5 Sesselpupsern in nahezu allen Medien…

      1. Sicher planbar ist in Deutschland 2025 nur das Auto.

        Züge und Busse sind nicht zuverlässig genug und das Fahrrad wird von Eis, Schnee und ggf. auch Laub gestoppt – für Familien fehlen zudem Platz, Wetterschutz und Sicherheit/Knautschzone.

        Daher wird halt weiter aufgerüstet, mit fahrenden Festungen für Kind, Kegel und Ego.

        Wer daran was ändern möchte, sollte statt Straßenpinselei den holländischen Weg beschreiten und das Land umbauen. Alternativ sollte man akzeptieren, dass Deutschland als Autoland konzipiert wurde und ein nachträglicher Umbau de facto unmöglich ist.

      2. Es geht wohl weniger darum, bestimmte Gruppen zu bedenken, sondern die Fahrzeuge auszulasten, damit sie nicht fast leer durch die Gegend fahren.

        Übrigens gehören auch die Busfahrer zu den Menschen, die im Schichtdienst die ganze Woche unterwegs sind – gönnen Sie ihnen doch mal eine Verschnaufpause.