Der Abriss der alten Industriebauten an der Sander Straße hat begonnen. Fotos: Redaktion

Ab 1945 wurden auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs an der Sander Straße Siebe für die Industrie produziert, bis die Steinhaus GmbH die Produktion in Bergisch Gladbach vor einigen Jahren einstellte. Nun hat die Stadt Bergisch Gladbach das Grundstück gekauft, für den Bau einer weiteren Schule. Der Abriss der Industriebauten in der Innenstadt hat bereits begonnen.

Seit Jahren ist die Stadt auf der Suche nach einem Standort für eine weitere Grundschule, die sogenannte Schule 21. Nachdem sich das Weigt-Gelände am Rande des Zanders-Areals als ungeeignet erwies und auch Wachendorff vorerst nicht zur Verfügung steht, hat die Stadt jetzt ein weiteres ehemaliges Industrieareal gefunden und gekauft.

Das Gelände der Firma Steinhaus an der Sander Straße in der östlichen Innenstadt sei aufgekauft worden, um eine weitere Option für einen Schulstandort zu haben, bestätigt die Stadtverwaltung auf Anfrage.

Nach Informationen des Bürgerportals handelt es sich dabei um die 21. Grundschule, die die Innenstadt und Gronau entlasten soll. Die Verwaltung spricht in ihrer knappen Stellungnahme von einem möglichen „Interim für den Bereich Zanders / Stadtmitte / Gronau“. Vor allem für Gronau ist die Stadt nach wie vor auf der Suche nach einer langfristigen Lösung für die Grundschulkinder.

Den Kaufpreis für das Steinhaus-Areal nennt die Stadt nicht; der entsprechende Beschluss war in nicht-öffentlicher Sitzung gefasst worden. Auch zur geplanten Größe der Schule oder zum Zeitplan macht die Stadt keine Angaben.

Jetzt werden zunächst die alten Gebäude (zu denen neben den zum Teil mehrstöckigen Industriebauten auch einige Wohnhäuser entlang der Sander Straße gehören) auf dem rund 1,5 Hektar großen Areal abgerissen, danach können die Planungen beginnen.

Allerdings steht die Stadt unter Zeitdruck, ursprünglich sollte ein Interimsbau für die neue GS 21 schon Ende 2026 fertiggestellt werden, bevor eine langfristige Lösung in Sicht kommt.

Relativ weit unten an der Sander Straße liegt das Steinhaus-Gelände und ragt weit in den bewaldeten Hang hinein. Foto: Google Maps

Vom Steinbruch zum Industriestandort zum Wohnviertel

Seit 1945 hatte die Giesen + Co. GmbH an der Sander Straße für Steinhaus Siebe produziert, 1953 hatte das Unternehmen Steinhaus den Betrieb übernommen und ausgebaut, berichtet Geschäftsführer Christian Steinhaus. 50 Jahre später sei die Produktion dort aber zunehmend schwieriger geworden, weil die Wohnbebauung immer enger an den Betrieb herangerückt, Nachtarbeit nicht möglich war. Da die Stadt Bergisch Gladbach keine Ersatzflächen anbieten konnte, zog das Werk schließlich mit seinen rund 80 Arbeitsplätzen nach Leverkusen-Manfort.

Steinhaus verkaufte das Areal 2020 an einen Immobilienentwickler aus Rösrath, der seine Pläne für eine Wohnbebauung aber offenbar nicht umsetzen konnte – und es jetzt an die Stadt Bergisch Gladbach veräußerte.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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