Immer wieder wird an den Container für Kleidung und Glas jede Art von Müll entsorgt. Foto: Redaktion

Fast-Fashion, Vandalismus und eine missverstandene EU-Richtlinie treiben die Kosten in die Höhe und belasten die gemeinnützige Arbeit der AWO. Daher wird sie die Sammlung von Altkleidern über Container nicht mehr fortführen. Die Secondhand-Läden werden weiterhin betrieben.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der AWO Rhein-Oberberg

Die Belastungen, die die Altkleider-Sammlung seit Langem für unsere gemeinnützige Arbeit mit sich bringt, sind immens und viel größer als ihr Nutzen“, sagt Vorstandsvorsitzende Evelyn Timm vom Kreisverband Rhein-Oberberg der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Der AWO Kreisverband beendet daher ab 18. Dezember 2025 das Sammeln der Altkleider mit den bisher 120 im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis aufgestellten Kleidercontainern.

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Bisher waren diese Container im Auftrag der AWO von einer Firma mit Sitz im Sauerland entleert und die Inhalte zur Weiterverwertung verbracht worden. Die Container unterstehen nun mit Kündigung des Vertrags durch die AWO der alleinigen rechtlichen Verfügungsbefugnis durch das Verwertungsunternehmen, das diese neu vergibt oder abholt.

Vor allem der aufgrund rasant zunehmender Fast-Fashion gesättigte Altkleider-Markt sowie ein oft Vandalismus ähnlicher Umgang mit den Containern hat den Kreisverband zur Aufgabe gezwungen.

Aufgrund berechtigter Beschwerden von Städten, Gemeinden oder direkt von Bürgerinnen und Bürgern musste der neben den Containern gelagerte Abfall wie Matratzen, beschmutzte Windeln, Elektroschrott oder nasse Kleidung immer wieder mit erheblichem Kostenaufwand entsorgt werden. Doch schon ein bis zwei Tage später bot sich meist am selben Ort dasselbe Bild.

Zudem sorgt die am 1. Januar 2025 in Kraft getretene Änderung der EU-Abfallrahmenrichtlinie für Missverständnisse. Diese richtet sich an Länder, in denen es bisher gar keine Wiederverwertung gab und daher zu dieser aufforderte. In Deutschland gilt aber nach wie vor: Kaputte oder beschmutze Kleidung gehört weiterhin in den Restmüll. Dennoch findet sie sich leider meistens in den Containern wieder.

Nachhaltige Wiederverwertung in Secondhand-Läden

Die AWO engagiert sich jedoch weiterhin bei der nachhaltigen Verwertung von Kleidung in den Secondhand-Läden der AWO Ortsvereine im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis.

So gibt es seit mehr als 40 Jahren den Secondhand-Laden „Fundgrube“ des AWO Ortsvereins Engelskirchen-Overath. Die rund 20 Ehrenamtlichen sortieren die abgegebenen Kleidungsstücke und bieten sie im Laden gegen ein geringes Entgelt an.

In Leichlingen sind es im Sozialkaufhaus „Globolus“ des AWO Ortsvereins Leichlingen mehr als 50 Ehrenamtliche, die unter anderem Kleidung sortieren und preisgünstig weitergeben.

Beide Secondhand-Einrichtungen spenden die Erlöse: Diese Spenden gehen unter anderem an Senioren- und Jugendangebote oder an Projekte gemeinnütziger regionaler Vereine, darunter Hilfen für Obdachlose, Trikots für junge Fußballspieler, hospizliche Begleitung oder Requisiten für die Theatergruppe.

Doch die ehrenamtliche Arbeit wird auch hier durch verschmutzte, zerrissene und beschädigte Ware erschwert. „Derzeit sind weit mehr als drei Viertel der abgegebenen Kleidungsstücke nicht zur Weitergabe geeignet“; sagt Beate Ruland, Vorsitzende des AWO Ortsvereins Engelskirchen-Overath. Genau dies sei auch in Leichlingen der Fall, bestätigt der dortige Ortsvereinsvorsitzende Michael Altmeyer-Lange.

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