Vertreter der Karnevalsgesellschaften und der Stadtverwaltung (mit grünen Nasen) bei der Schlüsselübergabe in der Zentralwerkstatt. Fotos: Redaktion

Mit einer kurzen Zeremonie und einem potenziellen Karnevalshit hat die Stadt die Alte Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Areal für vier Wochen an fünf Karnevalsgesellschaften übergeben. Damit sei nicht nur die Durchführung der Sitzungen gesichert, sondern auch das Überleben der Vereine, bedankten sich die Karnevalisten.

Auf den Schock der Schließung der Schul-Hallen im Sommer folgte ein Kraftakt: Die Stadtverwaltung hat die Alte Zentralwerkstatt zu einer provisorischen Veranstaltungsstätte für die Session 2026 ertüchtigt und für die erste Sitzung an diesem Freitag bereitgestellt.

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Am Donnerstag übergaben Dezernent Thore Eggert, Fachbereitsleiterin Alexandra Meuthen sowie die Projektbeauftragten Sarah Uhrmacher und Martin van Elten einen symbolischen Zanders-Schlüssel an die Vertreter der Grossen Bensberger, der Schlader Botze, der Närrische Sander, der Fidele Böschjonge und der Fastelovendsfründe Bensberg.

Das Ausweichquartier war notwendig geworden, nachdem die Stadt die Sporthallen und Aulen der Schulen aufgrund von technischen Sicherheitsmängeln hatte sperren müssen.

Die große Halle der Zentralwerkstatt ist mit einer mobilen Heizung aufgerüstet worden, der Brandschutz ist gesichert, vor der Tür stehen Toilettenwagen. Die Halle selbst ist mit langen Tischreihen belegt, an denen bis zu 850 Jecke Platz finden. Bereits an diesem Freitag steht mit der „Madämchensitzung“ der Grossen Bensberger und der Fastelovendsfründe die Generalprobe an.

Wie zuvor in den Schulen stellt die Stadt Bergisch Gladbach die Infrastruktur zur Verfügung, für die Ausstattung der Halle mit Audio- und Lichttechnik sowie den Theken (in einer Nebenhalle) sind die Karnevalsgesellschaften zuständig. Zu den Kosten machte Eggert auch auf Nachfrage keine Angaben. Der Aufwand sei dank des Einsatzes von eigenen Leuten „überschaubar“.

„Großartige Unterstützung“

Rainer Furth-Quernheim (l.) mit weiteren Vertretern der Karnevalsgesellschaften

Auch die Karnevalsgesellschaften gehen davon aus, dass sie durch den Umzug in das Ausweichquartier keine größeren zusätzlichen Kosten schultern müssen.

Befürchtungen, dass die Verlagerung der Sitzungen (zum Beispiel aus dem AMG auf das Zanders-Areal in der Innenstadt) zu Einbrüchen beim Kartenverkauf führt, hatten sich nicht bewahrheitet, sagte Rainer Furth-Quernheim, Präsident der Grossen Bensberger KG. Die „Madämchen-Sitzung“ sei komplett und die Herrensitzung fast ausverkauft. Lediglich für die Kostümsitzung und die Starthilfeparty seien noch Karten zu haben.

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„Von ganzem Herzen“ bedankte sich Furth-Quernheim im Namen der Karnevalsgesellschaften bei der Stadtverwaltung für die „großartige Unterstützung“. Ohne diese Hilfe stünden einige der Vereine wahrscheinlich vor dem Aus – was sich auch in der Jugendarbeit weit über den Karneval hinaus bemerkbar gemacht hätte. Die Erarbeitung von Lösungen für die Sitzungen sei beispielhaft gewesen; ein solches Miteinander werde sicher auch im nächsten Jahr gebraucht.

Eggert gab den Dank für die gute Zusammenarbeit an die Gesellschaften zurück und lobte die Mitarbeiter:innen der Stadtverwaltung, die sich in den vergangenen Monaten gewaltig ins Zeug gelegt hätten.

Als Überraschung brachte Eggert, Kämmerer, Hochbaudezernent und auch Digitalisierungsbeauftragter der Stadt, einen Karnvalssong passend zum Anlass mit. Den habe er (mit etwas Hilfe der KI) selbst produziert und stelle ihn „mit einem soliden Augenzwinkern“ für die Session zur Verfügung.

Wir dokumentieren den Song als ungekürzte Audiodatei und als Video, das zusätzlich einen Rundblick durch die Halle bietet.

Ob und wann die Hallen und Aulen der Schulen wieder für die Sitzungen zur Verfügung stehen, ist offen. Derzeit arbeitet die Stadt daran, Leichtbau- bzw. Traglufthallen für den Sport zu bauen, die eventuell auch für den Karneval genutzt werden können.

Die Alte Zentralwerkstatt wird ab dem Frühjahr in ein soziokulturelles Zentrum umgebaut. Das wird auch eine Veranstaltungshalle enthalten – die aber 2027 noch nicht zur Verfügung steht.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ob sich in der späteren Nutzung von “Auf Zanders” nicht eine ausreichend große Halle zur Unterstellung/Bau von Karnevalswagen finden ließe?